Veranstaltungskalender

  • Mittwoch, 05.08. | 19:30

Kultur.Liebe.Hoffnung :: Klang- und Tanzimprovisation

Ursel Schlicht (Flügel) und Heike Wrede (Tanz) eröffnen am Mittwoch, 5.8.20, um 19.30 Uhr in der Elisabethkirche Kassel die Reihe „Kultur.Liebe.Hoffnung“. Die Klang-und Tanzimprovisationen nehmen direkten Bezug auf dem Raum und die Möglichkeiten der Elisabethkirche.  Die tänzerischen spontanen Bewegungen sind in einem intuitiven und sehr fokussierten Dialog mit den dynamischen Klängen auf den Tasten und im Innenraum des Flügels. „Die Pianistin baut mit ihrem sehr nuancenreichen Spiel eine große Spannung auf. Meditativ minimalistische Eindrücklichkeit wechselt sich mit impressionistischen Klanggebilden von tiefer Schönheit ab”, schrieb Andreas Gebhardt in der HNA.

Ursel Schlicht ist stilistisch vielseitig unterwegs von Jazz bis neue Musik, freier Improvisation und interkulturellen Begegnungen.  Ihre Konzert-und Projektreihe SonicExchange - “Klangaustausch” -  hat Ursel Schlicht 2012 erstmals in einer 100-tägigen Artist Residency im Fotomotel im Kasseler Schillerviertel ins Leben gerufen.  Konzerte mit ungewöhnlichen musikalischen Begegnungen werden mit einem Austausch über jeweilige Ästhetiken und Herangehensweisen verbunden.  Das über Jahre entstandene internationale musikalisch-künstlerische Netzwerk ermöglicht ein weites interdisziplinäres Spektrum, mit Klängen aus Folklore bis Avantgarde, Improvisation und Komposition. 

Heike Wredes Arbeit ist durch das Ausloten ungewöhnlicher, realer oder mit Film und Licht geschaffener Orte gekennzeichnet. Diese befinden sich häufig fernab des klassischen Bühnenraums im alltäglichen Umfeld. Jeder Ort kann zur Bühne werden: ein Bahnhofsvorplatz, Parkanlagen, Bänke, Straßenübergänge, Bushaltestellen, Bars, Busse, Supermärkte und Hausdächer. Anliegen ist es, Augenblicke der Schönheit und Magie im Alltag zu schaffen, die es erlauben Innezuhalten und ein neues Bild für diesen Ort im Gedächtnis der Zuschauenden zu kreieren. Inhaltlich führt der Abend in der Elisabethkirche die Projekte „A Fleeting Glance“ mit dem Lichtdesign von Stephan Cordes (2019) und „klangtanzfarbe“ mit dem syrischen Maler Atef Khaitou (2017) fort.

Kultur.Liebe.Hoffnung :: 23 Kulturabende in der Elisabethkirche helfen
Die Elisabethkirche Kassel stellt von August bist Ende Oktober an zwei Abenden in der Woche ihre Kirche kostenlos Kulturschaffenden zur Verfügung. Jetzt steht das Programm fest. Mindestens 23 Abende wird es geben. Mittwochs beginnen die Angebote um 19.30 Uhr, donnerstags um 18 Uhr. Mit der Reihe „Kultur.Liebe.Hoffnung“ will die Kirche Kulturschaffenden eine Auftrittsmöglichkeit und Einnahmen ermöglichen.

Bunte Mischung aus Lesung, Tanz, Musik, Theater und Poetry Slam
Mit einem Aufruf hatte die Kirchengemeinde diese Möglichkeit vor drei Wochen publiziert. Herauskommen ist eine bunte Mischung aus Lesung, Tanz, Musik, Theater und Poetry Slam. „Das Programm ist vielfältig und will Kulturschaffenden und Kulturnutzern gleichermaßen Hoffnung schenken“, so Organisator Marcus Leitschuh. Besonders interessant findet er, wie Kirche und Kultur, Raum und Themen, Künstlerinnen und Künstler, Kirchenbesucher und Gäste Bezüge herstellen und finden. Leitschuh: „Mal sind religiöse Themen und Bezugnahmen auf dem Raum eindeutig, dann wieder versteckt und spannend. Wir sind froh, als Kirche der Freiheit der Kunst einen Raum schenken zu, Vertrauen und Hoffnung aus dem Glauben heraus sichtbar werden lassen können.“

DAS PROGAMM IM ÜBERBLICK ...

Schirmherrin Kulturdezernentin Susanne Völker,
Schirmherr Bischof Dr. Michael Gerber

Schirmherrin der Aktion „Kultur.Liebe.Hoffnung“ ist Kulturdezernentin Susanne Völker (Kassel) gemeinsam mit Schirmherr Bischof Dr. Michael Gerber (Fulda).
Der katholische Bischof betont eine Kultur des Miteinanders als Motiv der Kirchenöffnung: „Unser Glaube hat die Kraft, eine Kultur zu prägen, die auf zwei Beinen steht: Freiheit und Vertrauen – und nichts soll Dich ängstigen“, so Bischof Gerber. 
Kulturdezernentin Susanne Völker sieht in dem gemeinsamen Projekt ein Zeichen dafür, wie wichtig Zusammenhalt und Zusammenarbeit unter den Bedingungen der Covid-19 Pandemie sind: „Gerade für Kulturakteure sind die Beschränkungen durch Covid-19 besonders gravierend und führen zu erheblichen Einbußen, weil Auftritte nach wie vor nicht möglich oder stark eingeschränkt sind. Die Solidaritätsaktion „Kultur.Liebe.Hoffnung“ ist ein gelungenes Beispiel für den gemeinsamen Einsatz für die Kultur in Kassel. Es ist schön, dass sich die Elisabethkirche in dieser besonderen Situation zusätzlich für Kulturschaffende öffnet und ihnen einen zentralen Ort für Auftritte und Veranstaltungen bietet.“

Solidarisch sein
Die Idee zur Solidaritätsaktion „Kultur.Liebe.Hoffnung“ hatten Regionalkantor Thomas Pieper und Marcus Leitschuh gemeinsam mit Renate Matthei vom Kasseler Kulturforum. Peter Bulowski ist Pfarrer der Pfarrei St. Elisabeth. Er betont das Motiv der Solidarität als Grundlage für das Engagement: „Aus der christlichen Grundhaltung von Glauben, Hoffnung und Liebe öffnen wir die Kirche und wollen Hoffnung schenken. Uns motiviert der Glaube. Er darf nicht folgenlos sein in solchen Krisenzeiten.“ Die Kulturschaffenden seien insgesamt sehr dankbar. Einige hatten seit März keine Einnahmen, müssten die längst geplante Lesung oder das gebuchte Konzert ausfallen. Unterstützt wird „Kultur.Liebe.Hoffnung“ durch die Pfarrei St. Elisabeth, die Kasseler Sparkasse, das Kulturamt der Stadt Kassel und das Land Hessen.

Hintergrund: Die Elisabethkirche
Die Elisabethkirche ist eine der größten Kasseler Kirchen und mit über 400 Plätzen auch einer der großen Veranstaltungsräume in der Stadt. Trotz der Covid-19 bedingten Hygiene- und Abstandsregeln bietet die Kirche aktuell rund 80 Menschen Platz. „Die Elisabethkirche hat sich in den letzten Jahren als Kulturkirche einen Namen gemacht, deshalb wollen wir als Christinnen und Christen jetzt ein solidarisches Zeichen setzen und helfen, dass wieder mehr Kulturerlebnisse möglich werden und Kulturschaffende die dafür notwendigen Aufführungsorte und Arbeitsmöglichkeiten finden“, so Projektleiter Marcus Leitschuh. „Aber gute Worte reichen nicht, deshalb bieten wir Raum und Infrastruktur.“ 

Maximal 80 Personen
Marcus Leitschuh: „Wir bitten um Verständnis, dass der Platz begrenzt ist. In der Kirche werden die Abstands- und Hygienemaßnahmen und Empfehlungen des Landes Hessen und des Bistums Fulda umgesetzt. Maximal aktuell 80 Menschen dürften in die Kirche und auf nummerierten Plätzen mit ausreichend Abstand sitzen. Bis zum Sitzplatz ist in der Kirche Mund-Nase-Schutz zu tragen. Es gibt keine Pause.“

Eintritt und/oder Spenden
Für die Organisation sind die jeweiligen Künstlerinnen und Künstler verantwortlich, die entweder Eintritt oder Spenden erbitten.

Das vollständige Programm kann man auf www.elisabeth-kassel.de finden. Die einzelnen Events sind auch auf kassel.de und www.facebook.de/elisabethkirche eingetragen.

E-Mail:

nach oben Seite drucken