Veranstaltungskalender

  • Montag, 06.11. | 19:30 - 21:15

Trauma nach der Flucht? Erfahrungsberichte zu seelischen Ausnahmesituationen von Flüchtlingen und den Belastungen der Helfer

Das Trauma, das viele Geflüchtete auf ihrer Flucht erleben, geht für sie oft auch in Deutschland weiter. Sie werden täglich von den Horrormeldungen aus der Heimat verfolgt. Sie bangen um den Bescheid zum Asylantrag und sind von Abschiebung bedroht. Konfrontiert werden sie hier mit einer fremden Sprache und Kultur und der Forderung, sich zu „integrieren“. Das führt bei vielen Flüchtlingen immer wieder dazu, dass sie ihre neu erlangte Sicherheit als Scheinsicherheit empfinden: Sie fühlen sich ausgeliefert und hilflos. Die geflüchteten Menschen erleben das als eine weitere Traumatisierung. Dabei geraten die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer über diesem Erleben der vielfältigen Not oft in „Mitleidenschaft und Grenzsituationen“.

Eine große Entwicklungsherausforderung
Für die Psychotherapeuten Eckhardt und Vera Brockhaus provoziert das die Frage: „Stehen die Geflüchteten und die sie betreuenden Menschen stellvertretend für unsere Gesellschaft vor einer großen Entwicklungsherausforderung?" Dieser Frage geht das Ehepaar Brockhaus in seinem Vortrag „Trauma nach der Flucht? Erfahrungsberichte zu seelischen Ausnahmesituationen von Flüchtlingen und den Belastungen der Helfer“ nach. Die beiden berichten zudem über ihre Erfahrungen in der therapeutischen Begleitung von Geflüchteten und ihren Helfern.

Eckhardt und Vera Brockhaus arbeiten gemeinsam in einer psychotherapeutischen Praxis. Einer ihrer Schwerpunkte ist die Gruppenarbeit. Sie sind Mitglied im Arbeitskreis Flüchtlinge am Alexander-Mitscherlich-Institut, Anbieter einer Balintgruppe für ehrenamtliche Helfer und beteiligen sich am Aufbau eines psychosozialen Zentrums für Geflüchtete in Nordhessen.

Gefördert von der Plansecur Stiftung und dem Bistum Fulda
Der Vortrag „Trauma nach der Flucht? Erfahrungsberichte zu seelischen Ausnahmesituationen von Flüchtlingen und den Belastungen der Helfer“ ist Teil der Veranstaltungsreihe „Wir schaffen das! Aber wie? Wege zur Integration“ der Katholischen Kirche Kassel. Die Reihe, die von der Plansecur Stiftung und vom Bistum Fulda gefördert wird, widmet sich seit 2016 aus unterschiedlicher Perspektive der Grundsatzfrage, wie Stadt und Land mit Menschen umgehen, die hierher flüchten, und wie ihre Integration gut gelingen kann.

Unser Blick auf die Not
Dechant Harald Fischer: „In der öffentlichen Diskussion geht es erschreckend oft nur um die Forderungen, die wir an die zu uns Geflüchteten haben. Deshalb ist es sehr wichtig, immer wieder unseren Blick auf die Not zu richten, die diese Menschen erleben und die uns als Helfende vor teilweise große Herausforderungen stellt. Ich freue mich sehr, dass die Psychotherapeuten Vera und Eckhardt Brockhaus von ihren beruflichen Erfahrungen in der unterstützenden Begleitung Geflüchteter und deren Helfern berichten und wir darüber ins Gespräch kommen, welche Entwicklungschancen wir gemeinsam haben.“

Veranstaltungsreihe „Wir schaffen das! Aber wie? Wege zur Integration“
Die öffentliche Debatte zu allen Aspekten des Flüchtlingsthemas, das große Engagement für die Ankommenden und der unbelehrbare Hass gegen die Flüchtlinge – für Dechant Fischer sind Veranstaltungs- und Gesprächsformen, die die Auseinandersetzung versachlichen und Wissen, Gespräche und Lösungen befördern, unbedingt notwendig. „Auf das Gespräch mit dem Publikum sind wir besonders gespannt. Deshalb gilt allen Interessierten unsere herzliche Einladung, Meinungen und Fragen vorab per E-Mail an wege-zur-integration@katholische-kirche-kassel.de einzureichen!“

Der Eintritt ist frei.

Termin und Ort:
Montag, 6. November, 19:30 Uhr
Das Alfred Delp-Haus ist direkt an der Bushaltestelle „Kirche St. Familia“, an der die Linien 10, 52, 110, 500 halten. Vom Kulturbahnhof (Kassel Hbf) sind es 7 Minuten zu Fuß.

Veranstalter

Katholische Kirche Kassel (Veranstaltungsreihe: Wir schaffen das! Aber wie? Wege zur Integration)

E-Mail:

Weitere Informationen

Alle aktuellen Informationen zur Veranstaltungsreihe finden sich unter www.wege-zur-integration.de ...

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