Nachrichten | Aktuelles

Donnerstagsgebet Maria 2.0 Kassel 2021: 4. März in Sankt Familia oder von zu Hause aus

Das „Gebet am Donnerstag“ wurde im Februar letzten Jahres im Benediktinerinnen-Kloster Fahr in der Schweiz ins Leben gerufen. Dieses gemeinsame Gebet möchte „Schritt für Schritt“ den notwendigen Wandel der Kirche begleiten: Im Gebet wird das Thema Machtmissbrauch und Unrecht in der Kirche vor Gott gebracht; ebenso die Vision einer Kirche mit gleichberechtigtem Wirken von Männern und Frauen in allen Diensten und Ämtern.

1mal im Monat: kurze liturgische Feier
Ulrike Knobbe und Jutta Mersch-Müller von der Initiative Maria 2.0 Kassel gestalten ein Mal monatlich in der Kirche Sankt Familia, Kölnische Straße 53, das Donnerstagsgebet als kurze liturgische Feier – selbstverständlich unter Einhaltung der aktuellen AHA-Regeln: Abstand, Hygiene, Alltagsmaske.

Der nächste Termin: 4. März

Auch zu Hause mitbeten
Wer nicht zur Kirche kommen kann, ist herzlich eingeladen, das Donnerstagsgebet zu Hause mitzufeiern.

  • Mehr Informationen zu den Donnerstagsgebeten - u.a. mit Ablauf und Gebetstexten für die Gebetszeit zu Hause - finden sich auf der ...

Selig seid ihr! Die Predigten zur Fastenzeit 2021 - Bischöfin Dr. Beate Hofmann am 6. März

„Selig, die …“: Das sind berühmte Satzanfänge im Neuen Testament der Bibel. Damit beginnen die sogenannten Seligpreisungen im Lukas- und Matthäus-Evangelium. In starken Aussagen wie beispielsweise „Selig die Sanftmütigen“ werden die Werte unserer Gesellschaft in Frage gestellt. In den diesjährigen „Predigten zur Fastenzeit” setzen sich Dr. Beate Hofmann, Bischöfin der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, und Timon Gremmels, Mitglied des Bundestages aus Kassel, jeweils mit einem dieser provokativen Sätze auseinander. Thema von Dr. Michael Gerber, Bischof des katholischen Bistums Fulda, ist die "Zerrissenheit als Grundbefindlichkeit unserer Gegenwart".

In der Reihe SAMSTAGS-17
Die Predigten werden nicht wie gewohnt sonntags in der Kirche Sankt Familia gehalten, sondern erscheinen samstags als Video-Impulse in der Reihe SAMSTAGS-17

Die Seligpreisungen
Die Seligpreisungen gehören bei Matthäus zur Rede, die Jesus vor vielen Menschen auf einem Berg hielt. Deshalb spricht man auch von der „Bergpredigt“. In der Bergpredigt ist das Weltverständnis Jesu überliefert. Sie gibt überraschende Antworten auf die Frage, wie Menschen sich in dieser Welt verhalten, wie Menschen sich selber verstehen sollen. Für Dechant Martin Gies von der einladenden Katholischen Kirche Kassel stellen die Seligpreisungen unsere Werte immer wieder neu auf den Kopf: Selig die Armen; selig die Trauernden; selig die Barmherzigen. Es wird spannend zu hören, was die Fastenpredigerin und die Fastenprediger in diesem Jahr zu den fast 2000 Jahre alten Sätzen zu sagen haben.

Die Prediger/in

  • Ab 20. Februar: Bischof Dr. Michael Gerber ist mit 50 Jahren der jüngste katholische Bischof in Deutschland. Es kommt aus dem baden-württembergischen Oberkirch, war viele Jahre in verschiedenen Funktionen in der Erzdiözese Freiburg tätig und steht seit März 2019 dem Bistum Fulda vor. Die "Zerrissenheit" - „Zerreißt eure Herzen, nicht eure Kleider" (Joël 2, 12) - macht Bischof Dr. Michael Gerber zum Thema seiner Fastenpredigt ab dem 20. Februar.
     
  • 6. März: Dr. Beate Hofmann war Professorin für Diakoniewissenschaft und Diakoniemanagement an die Kirchliche Hochschule Wuppertal/Bethel, ehe sie im Mai 2019 mit 55 Jahren zur ersten Bischöfin der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck gewählt wurde. „Selig die Barmherzigen“ (Matthäus 5,7) stellt Bischöfin Dr. Beate Hofmann an den Anfang ihrer Predigt ab dem 6. März.
     
  • 20. März: Timon Gremmels, 45 Jahre alt, trat 1992 in die SPD ein und war von 2009 bis 2017 Mitglied des Hessischen Landtages. Seit 2016 ist Gremmels Mitglied des Bundestages und arbeitet dort in den Ausschüssen für Wirtschaft und Energie sowie Petitionen mit. Er stellt ab dem 20. März, „Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit“ (Matthäus 5,10) in den Mittelpunkt seiner Predigt. Für ihn wird „Solidarität ist Nächstenliebe“ zu einem starken Gedanken.

SAMSTAGS-17 ab 17 Uhr
Die Predigten zur Fastenzeit stehen an den genannten Samstagen ab 17 Uhr in der Reihe SAMSTAGS-17 auf www.katholische-kirche-kassel.de/impulse als etwa fünfzehnminütiges Video zur Verfügung. Per E-Mail sind Fragen und Kommentare möglich.

Hintergrund
Die Reihe „Predigten zur Fastenzeit“, veranstaltet von der Katholischen Kirche Kassel, stellt zentrale Fragen und Themen des christlichen Glaubens in den Mittelpunkt von Auseinandersetzung und Auslegung. Dechant Martin Gies: „Bei den Predigten zur Fastenzeit geht es nicht um eine dogmatische Reflexion von Glaubenssätzen oder der Gottesfrage. Die Predigten mögen eine Hilfe für Menschen sein, die in ihrem Leben und Alltag danach suchen, mit ihrem Glauben umzugehen. Vielleicht ermutigen die Fastenpredigten sogar die eigene Glaubenssuche.“ Ausführliche Informationen auch auf www.katholische-kirche-kassel.de/predigten_zur_fastenzeit.

Zeit:
Jeweils Samstag ab 17:00 Uhr

Internet-Ort:
www.katholische-kirche-kassel.de/impulse

Veranstalterin:
Katholische Kirche Kassel im Bistum Fulda

„Tu deinen Mund auf für die Anderen“ (Sprüche 31,8)

In der Woche  der Brüderlichkeit 2021 steht das Loblied der Hanna aus 1. Samuel 2,1‐11 im Mittelpunkt. In diesem Loblied tut Hanna ihren Mund weit auf und lobt den Gott, der den Armen erhöht: Sie erhebt ihre Stimme für die Bedürftigen; für die, die  unter Gewalt leiden; für alle, die keine Stimme haben. Als selbstbewusste Frau, die selbst mannigfaches Unrecht und viele Kränkungen erlebt hat, stellt sie sich mitten ins Heiligtum und tut ihren Mund auf für umfassende Gerechtigkeit, für Gleichheit und unteilbare Würde aller Menschen vor Gott.

Jüdische und christliche Lesarten
Für die online-Doppelschriftauslegung am 9. März, 19 Uhr, werden Rabbinerin Natalia Verzhbovska und die katholische Theologin Dr. Ilse Müllner einen biblischen Text auf dem Hintergrund ihrer Traditionen auslegen. Sie bringen jüdische und christliche Lesarten miteinander ins Gespräch.

Veranstaltungsdaten:
Dienstag, 9. März 2021
Online-Veranstaltung - 19:00 Uhr

Anmeldung:
Bitte melden Sie sich bis 9.3.2021, 12.00 Uhr an:
info@cjz-kassel.de
Der Link zur Zoom-Veranstaltung wird am 9. März zugesandt.

Moderation:
Pfarrerin Eveline Valtink Evangelische Vorsitzende der Gesellschaft für Christlich‐Jüdische Zusammenarbeit Kassel

Mit Unterstützung durch:
Evangelische Kirche in Kassel Jüdische Gemeinde Kassel Katholische Kirche Kassel Sara Nussbaum Zentrum für Jüdisches Leben

#beziehungsweise – Video-Impuls SAMSTAGS-17 von Pastoralreferent Stefan Ahr

Titelbild der Kampagne "#beziehungsweise - jüdisch und  christlich: näher als du denkst"
www.juedisch-beziehungsweise-christlich.de

In der harten Zeit der Coronavirus-Pandemie braucht es manchmal einen „coolen Gedanken“, der tröstet, ermutigt, aufbaut. Auch etwas Erhellendes, das den Blick auf ein anderes Thema als Corona lenkt, hilft hin und wieder weiter, die Herausforderungen im Zusammenleben unter Corona-Bedingungen zu bestehen.

Samstags um 17 Uhr: einen coolen Gedanken
Genau das wollen Beatrix Ahr, Martin Gies und Stefan Ahr mit ihrem Video-Impuls „SAMSTAGS-17“: sagen, was sie in dieser besonderen Zeit beobachten, was sie nachdenklich stimmt, was ihnen Sorgen bereitet, ihnen Mut macht und was sie anregt. „SAMSTAGS-17“ ist jeden Samstag neu ab 17 Uhr auf katholische-kirche-kassel.de/impulse zu sehen.

Diesen Samstag, 27. Februar, 17:00 Uhr: #beziehungsweise
„Jüdisch und christlich – näher als du denkst!“ ist eine noch neue Kampagne der beiden Kirchen, die die Gemeinsamkeiten zwischen Juden und Christen in den Festen und im religiösen Leben aufzeigen will. Dabei geht es auch darum, gegen den zunehmenden Antisemitismus klar Stellung zu beziehen. Das tut Pastoralreferent Stefan Ahr im neuen Video-Impuls SAMSTAGS-17 Nr. 50, der ab Samstag, 27. Februar, 17 Uhr zu sehen ist, musikalisch gestaltet von Regionalkantor Thomas Pieper mit Orgelmusik von Heinrich von Herzogenberg und Gustav Adolph Merkel.

Kirchen und Orgeln in Stadt und Land
Nach und nach besucht das Dekanatsteam gemeinsam mit Regionalkantor Thomas Pieper die Kirchen im Dekanat Kassel-Hofgeismar. Dort wird der Video-Impuls aufgenommen, ebenso wie die Orgelmusik, die Organist Pieper ganz bewusst nach den Möglichkeiten des jeweiligen Instruments auswählt. Musik und Text treten miteinander und mit dem Kirchenraum in Austausch. Die vier verstehen das auch als Wertschätzung für die Gemeinde vor Ort.

Unterstützt vom Offenen Kanal Kassel
Nach der Aufzeichnung wird „SAMSTAGS-17“ mit Unterstützung des Offenen Kanals Kassels aufbereitet und später auch gesendet, nachdem es samstags ab 17 Uhr auf katholische-kirche-kassel.de/impulse zu sehen war: Dauer ca. 10 bis 12 Minuten. Über katholische-kirche-kassel.de/impulse sind auch alle bisherigen Video-Impulse noch zu sehen.

Europaweite Gottesdienste zum Gedenken an die Opfer der Corona-Pandemie - Elisabethkirche: 132 Kerzen erinnerten an Kasseler Corona-Tote

Foto: Marcus Leitschuh

Der Rat der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) hat dazu aufgerufen, an jedem Tag der Fastenzeit in einem europäischen Land an die Opfer der Corona-Pandemie zu erinnern. Nachdem am 17. Februar 2021 in Albanien begonnen wurde, folgt Deutschland der Initiative am 27. Februar 2021.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg Bätzing, wird die Eucharistie an diesem Tag um 18.00 Uhr in der Kapelle des Bischofshauses in Limburg feiern. Der Gottesdienst wird live gestreamt. Bischof Bätzing würdigt die Initiative des CCEE, an der sich fast alle Bischofskonferenzen Europas beteiligen: „Es ist ein gutes Zeichen, dass wir europaweit, über mehrere Wochen verteilt, der Opfer der Corona-Pandemie und deren Angehörigen in Gottesdiensten gedenken. Jedes Land in Europa hat die volle Wucht der Pandemie erfahren. Vielen von uns sind die Bilder aus Bergamo unvergessen in Erinnerung. Ich empfinde dieses grenzüberschreitende Gedenken und Beten als beeindruckendes Zeichen der Solidarität und geschwisterlichen Verbundenheit.“

Das Bistum Limburg bietet im Anschluss an den Gottesdienst mit Bischof Bätzing eine Hotline ein, wo Seelsorgerinnen und Seelsorger sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bis 21.00 Uhr zum Gespräch bereitstehen. Die Hotline-Nummer lautet: 070014141010.

Derzeit sind weitere Gottesdienste dieses europaweiten Gedenkens am 27. Februar 2021 in folgenden Bistümern geplant:

  • Berlin: 17.00 Uhr Gedenkandacht mit Erzbischof Dr. Heiner Koch in der Friedhofskapelle St. Fidelis des St. Matthias Friedhofs in Berlin;
  • Eichstätt: 16.00 Uhr Eucharistiefeier mit Bischof Dr. Gregor Maria Hanke OSB in der Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Berching;
  • Erfurt: 18.00 Uhr Vesper mit Bischof Dr. Ulrich Neymeyr im Dom zu Erfurt;
  • Essen: 17.30 Uhr Eucharistiefeier mit Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck im Dom zu Essen (ebenso am 28. Februar 2021 um 10.00 Uhr);
  • Fulda: 18.30 Uhr Eucharistiefeier mit Bischof Dr. Michael Gerber in der Fuldaer Michaelskirche;
  • Mainz: 11.00 Uhr Eucharistiefeier mit Bischof Dr. Peter Kohlgraf im Dom zu Mainz;
  • München und Freising: 17.30 Uhr Eucharistiefeier mit Kardinal Reinhard Marx im Dom zu München;
  • Osnabrück: 17.00 Uhr Eucharistiefeier mit Bischof Dr. Franz-Josef Bode im Dom zu Osnabrück;
  • Passau (28. Februar 2021): 9.30 Uhr Eucharistiefeier mit Bischof Dr. Stefan Oster SDB im Dom zu Passau;
  • Rottenburg-Stuttgart: 17.00 Uhr Eucharistiefeier mit Bischof Dr. Gebhard Fürst im Dom zu Rottenburg;
  • Trier: 12.00 Uhr Mittagsgebet mit Bischof Dr. Stephan Ackermann im Dom zu Trier;
  • Würzburg: 9.00 Uhr Eucharistiefeier mit Bischof Dr. Franz Jung im Dom zu Würzburg.

Hinweise auf weitere Streams finden Sie auf den Internetseiten der jeweiligen Bistümer.

Pressemitteilung Nr. 024 der Deutschen Bischofskonferenz vom 22.02.2021

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Elisabethkirche: 132 Kerzen erinnerten an Kasseler Corona-Tote

Mit einem „stillen Gebet“ und 132 Kerzen erinnerte die Pfarrei Sankt Elisabeth an die aktuell 132 Corona-Toten in Kassel. „Für jeden Verstorbenen haben wir eine Kerze vor die Elisabethkirche aufgestellt und uns so vor der Elisabethkirche am Friedrichsplatz an der Initiative von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier beteiligt“, so Pfarrer Peter Bulowski. Steinmeier hat dazu aufgefordert, freitags nach Einbruch der Dunkelheit eine Kerze für die in Folge einer Coronainfektion gestorbenen Menschen anzuzünden.

Sabine Brand hatte die Idee im Pfarrgemeinderat vorgestellt und die Mitglieder waren in mehreren Schichten sechs Stunden zur Stelle. Sie zündeten die Kerzen an und hatten sich jeweils als Begleiter für eine Stunde zur Verfügung gestellt. Mitorganisator Marcus Leitschuh: „Es sollte bewusst eine schweigende und stille Erinnerung an die Toten sein. Auch die aus der Pfarrei Sankt Elisabeth.“ Um 18 Uhr waren die Kerzen angezündet worden, um 24 Uhr erloschen die Lichter. Die letzte Schicht der Begleitung hatte die Gruppe des Malteser Hilfsdienstes Kassel übernommen. Pfarrer David Klarić stellte die letzte der 132 Kerzen vor die Kirche. Sie stand während des Gottesdienstes der „Kroatisch Katholischen Mission“ in der Kirche und wurde von ihm danach vor die Kirche getragen. Der massive Schnellfall machte der Kerzenaktion vor einer Woche einen Strich durch die Rechnung. Sabine Brand: „Da an diesem Freitag auch das Gedenken an die Attentate in Hanau wichtig war, wurden zusätzlich neun rote Grablichter vor die Kirche gestellt, wo schon seit einigen Wochen das Transparente der Aktion „Offen für Vielfalt“ hängt.“

Maria 2.0: Neuer Thesenanschlag nach 500 Jahren

Thesenanschlag an der Tür der Kirche Herz Mariä in
Kassel-Harleshausen (Foto: Marcus Leitschuh)
 

Mit dem Thesenanschlag 2.0 mahnt die Refombewegung Maria 2.0 eine geschlechtergerechte Kirche mit dem Zugang für alle Menschen zu allen Ämtern an. Aufklärung, Verfolgung und Bekämpfung der Ursachen von sexualisierter Gewalt müssen endlich in allen Bistümern energisch, transparent und ohne Ansehen von Person und Amt verwirklicht werden. Darüber hinaus fordert Maria 2.0 eine wertschätzende Haltung gegenüber selbstbestimmter, achtsamer Sexualität sowie die Aufhebung des Pflichtzölibats.

Vor der Vollversammlung der Deutschen Bischöfe
Am Wochenende vor der virtuellen Vollversammlung der Deutschen Bischöfe (23. bis 25. Februar) wendet sich die Reformbewegung Maria 2.0 mit ihren Forderungen nach Veränderungen in der Kirche erneut an die Öffentlichkeit. Dass Luther seine Thesen an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg genagelt haben soll, ist wohl eher eine Legende, aber seine Thesen haben etwas Großes in Bewegung gesetzt. Das wollen auch die Mitstreiter*innen von Maria 2.0. Aus ihrer Sicht ist es notwendig, dass die Deutsche Bischofskonferenz sich nicht nur mit den für die katholische Kirche überlebenswichtigen Reformen auseinanderzusetzt, sondern unbedingt auch den Willen zu Veränderungen durch Taten bezeugt.

Bundesweit vernetzte Graswurzelbewegung
Die Bewegung Maria 2.0 tritt für Reformen in der katholischen Kirche ein. Sie ist eine bundesweit vernetzte Graswurzelbewegung. Zahlreiche Maria 2.0-Gruppen in verschiedenen Orten machen seit Mai 2019 immer wieder mit unterschiedlichen Aktionen in Kirchengemeinden, Bistümern und häufig auch bundesweit gemeinsam auf ihre Forderungen aufmerksam.

Hirtenwort zum 1. Fastensonntag 2021 von Bischof Dr. Michael Gerber

Mit drei Fragen startet Bischof Dr. Michael Gerber sein Hirtenwort zum ersten Fastensonntag 2021:

  • Wie sind Sie in diesem Jahr in die Fastenzeit gestartet?
  • Vielen wird die Fassnacht gefehlt haben. Nicht wenigen kommt der Gedanke: Leben wir nicht eigentlich seit fast zwölf Monaten in einer Art Fastenzeit?
  • Müssen wir nicht seit dem ersten Lockdown auf Vieles verzichten, was uns lieb und teuer ist und was in vielen Fällen auch wichtig wäre?

 

Begegnungen im „KunstRaumKirche“ - Livestream Aschermittwoch-Gottesdienst mit Bischof Dr. Michael Gerber

Bild: Bistum Fulda/Michaelskirche

Im Altarraum der Fuldaer Michaelskirche werden am Aschermittwoch zwischen den Säulen farbige Bilder, Zeichnungen, Drucke und kleine Skulpturen zu sehen sein, Orgeltöne, Trommelschläge, Xylophon und Klavier, Menschenstimmen und Alltagsgeräusche zum Erklingen gebracht und sich zu einem einzigartigen „Hörstück“ vereinen. Alle diese Bild- und Klangwerke stammen aus den „Werkstätten“ der beteiligten Künstlerinnen und Künstler. „Wir wollen damit die derzeitigen Zwänge zu Kontaktbeschränkung und Isolierung aufbrechen und durch kleine sichtbare Zeichen eine Begegnung ermöglichen“, sagt Diözesanbaumeister Martin Matl, der gemeinsam mit Bischof Michael Gerber zu der Kunstaktion eingeladen hat.

Über 50 Beiträge – Klangwerke werden zu Hörstück
Mehr als 50 Künstlerinnen und Künstler haben die Einladung angenommen und Bild- und Klangwerke aus ihren Arbeitsräumen geschickt: aus Berlin, Freiburg, Fulda, Kassel, Kronberg, Mantua, München, Straßburg, Wien, Wiesbaden und vielen Orten mehr. Insgesamt 38 Bildobjekte und etwa 20 Klangwerke sind auf diese Art und Weise zusammengekommen und treten nun in Beziehung zum Raum der Michaelskirche. Die etwa 20 Klangwerke wird der Komponist und Soundkünstler Wingel Pérez Mendoza zu einem „Hörstück“ zusammenfügen. In Fulda war Mendoza zuletzt bei der langen Nacht der Museen 2019 mit „Paper Whisper“ im Dommuseum zu hören.

Zwischen Gegenwartskunst und Gegenwartskirche
Für Bischof Gerber prägt diese besondere „Raumverbindung“ die Jahrhunderte andauernde, inspirierende Wechselbeziehung zwischen Kunst und Kirche: „Wir suchen den Dialog zwischen Kunst und Kirche, wir suchen ihn selbstverständlich auch heute, sozusagen zwischen Gegenwartskunst und Gegenwartskirche und wollen ihn auch im liturgischen Raum lebendig halten.“ Eingeladen wurden neben Künstlerinnen und Künstler auch Architektinnen und Architekten, Restauratorinnen und Restauratoren, Musikerinnen und Musiker, die mit dem Bistum Fulda in Verbindung stehen.

Gottesdienst per Livestream – Dokumentation ebenfalls online
Der Livestream ist am Aschermittwoch ab 20 Uhr zu sehen auf www.bistum-fulda.de und www.kunstraumkirche.de.
Eine Dokumentation steht ab 17. Februar abends auf www.kunstraumkirche.de bereit, dort können die einzelnen Beiträge nachgehört und angesehen werden.

Besichtigung vor Ort
Bis Freitag, 5. März 2021, können sich Kunstinteressierte ein eigenes Bild und einen eigenen Höreindruck von den „verbundenen Räumen“ in der Michaelskirche machen. Die täglichen Öffnungszeiten: 10 bis 12 Uhr und 14 bis 17 Uhr.

Hintergrund „Aschermittwoch im KunstRaumKirche 2021: Verbundene Räume“
Der Aschermittwoch der Künste ist in zahlreichen deutschen Diözesen ein Tag, der – oft schon seit Jahrzehnten – dem gemeinsamen Gottesdienst und dem Dialog zwischen Kunst und Kirche gewidmet wird. Da die Möglichkeiten für Versammlung und Austausch derzeit eingeschränkt sind, hat das Bistum Künstlerinnen und Künstler eingeladen, mit Klängen und Bildern den äußeren wie inneren Raum, in dem sie gerade leben und arbeiten, in die bald 1200 Jahre alte, von karolingischer Baukunst geprägte Fuldaer Michaelskirche einzubringen. Durch dieses Zusammenwirken kann so ein neuer, ein eigener Raum entstehen, der es ermöglicht, miteinander in Verbindung zu treten, auch wenn es gerade keine Gelegenheit gibt, sich vor Ort zu treffen.

Wingel Pérez Mendoza
Der Komponist, Klangkünstler und vielfach ausgezeichneter Meisterschüler Wingel Pérez Mendoza wird die eingesandten Klangwerke zu dem Hörstück „19 Augenblicke“ zusammenfügen. 1982 in Mexico City geboren liegt Mendozas Interessensschwerpunkt auf den Möglichkeiten, Klängen mit eigenen analogen oder digitalen Instrumenten zu erweitern. Er nutzt externe elektronische Quellen, den Raum, Bilder oder Bewegung mit dem Ziel, für die Hörenden und Betrachtenden neue Wege der Wahrnehmung zu entwickeln.

Beraten und unterstützt wird das Klangwerke-Projekt Verbundene Räume vom Fuldaer Domorganisten Prof. Hans-Jürgen Kaiser, der Orgelimprovisation an der Mainzer Hochschule für Musik lehrt, und Prof. Peter Kiefer, Komponist, Klangkünstler und Leiter des Studiengangs Klangkunst-Komposition ebenfalls an der Hochschule für Musik in Mainz.

Geistlicher Alltag in der Fastenzeit mit Personal Coach

Möchten Sie ausprobieren, mit Gott in Kontakt zu kommen? Oder suchen Sie einen Neustart im Glauben? Oder überlegen Sie, wie sie für das Gebet einen festen Platz im Alltag finden können. Oder wollen Sie ihrer Seele in dieser besonderen Corona-Fastenzeit etwas Gutes tun?

Geistlichen Alltag in der Fastenzeit
Dann könnte das Angebot eines "Geistlichen Alltags in der Fastenzeit mit Personal Coach" das richtige für Sie sein:

  • anknüpfend an Ihren Alltag und Ihre Fragen
  • mit leicht umsetzbaren Tipps für Ihre tägliche persönliche Zeit mit Gott
  • mit Personal Coaching durch eine/n erfahrene Geistliche Begleiter/in einmal in der Woche per Telefon oder Videokonferenz

Vertraulich und persönlich
Der Austausch zwischen Ihnen und dem Geistlichen Begleiter/ der Begleiterin ist vertraulich und ermöglicht es, dass das Angebot ganz persönlich auf Sie zugeschnitten ist. Sie vereinbaren von Woche zu Woche eine für Sie passende Form der täglichen Reflexion. Sie können Fragen und Lebensthemen mit Ihrer Begleitperson besprechen.

Täglich und wöchentlich
Sie investieren täglich 15-20 Minuten reservierte Zeit für Reflexion und Gebet und wöchentlich 45-60 Minuten Zeit für das Begleitgespräch

Informationen zu Ablauf, Begleiter/innen und Anmeldung finden Sie im "Info-Flyer" weiter unten im Download-Link.

"Geistlicher Alltag in der Fastenzeit mit Personal Coach" ist ein Angebot des Referats "Geistliche Begleitung im Bistum Fulda"
seelsorge@bistum-fulda.de
Telefon 0661/87 -294

Hessen hat Platz - Landesaufnahmeprogramm jetzt! - Unterzeichnen Sie Petition!

Seit Jahren ist die katholische Kirche im Dekanat Kassel-Hofgeismar mit Kirchengemeinden und der Arbeit der Caritas in der Flüchtlingsarbeit engagiert. "Aus der alltäglichen Arbeit und besonders aus der Begegnung mit geflüchteten Menschen kennen wir das Leid, den Überlebensmut und den Lebenswillen der Flüchtlinge", sagt Pastoralreferent Stefan Ahr vom Dekanatsteam Kassel-Hofgeismar und fügt hinzu: "Gleichzeitig wissen wir um die oftmals menschenunwürdigen Zustände in den Lagern nicht nur in Lesbos."

Erstunterzeichner
Deshalb gehört das Dekanat zu den Erstunterzeichnern der Petition "Hessen hat Platz - Landesaufnahmeprogramm jetzt!", das die Seebrücke Kassel initiiert hat.

In der Petition wird die hessische Landesregierung aufgefordert, endlich ein Landesaufnahmeprogramm für fliehende und geflüchtete Menschen umzusetzen. Stefan Ahr ist überzeugt, dass es unbürokratische und schnelle Hilfsbereitschaft braucht, auch vor den europäischen Lösungen.

Bischof Gerber: Mehr Aufmerksamkeit für Schicksal der Flüchtlinge
Beim Online-Akademieabend "Mehr Aufmerksamkeit für Schicksal der Flüchtlinge" im Bonifatiushaus Fulda Anfang Februar richtet der Fuldaer Bischof Dr. Michael Gerber den Blick auf die persönlichen Dramen, die die Menschen auf Moria und an ähnlichen Orten erleben und benannte sie als „mahnende Marker“, die uns anleiten sollen, intensiver hinzuschauen. Flüchtlingslager dürfen nicht zu „vergessenen Orten“ werden.  „Was bedeutet es für die Menschen, wenn ganze Regionen faktisch aufgrund der politischen Situation unbewohnbar sind? Wo sind die Geflüchteten, die zu uns kommen, in Relation zur dem, was sich in anderen Ländern abspielt?“, so der Bischof. Gerber berichtete von persönlichen Begegnungen und betonte, dass es in afrikanischen Ländern 18 Millionen Binnenflüchtlinge gibt – davon 100.000 allein in einem Land wie zum Beispiel Burundi: Setzt man die Zahlen in Relation zu den 10 Millionen Einwohner Jordaniens, die 750.000 Geflüchtete haben, müsste Deutschland umgerechnet ca. 6 Millionen Geflüchtete beherbergen, die tatsächliche Anzahl liegt derzeit hingegen nur bei rund 1,5 Millionen.

Bestärkt durch die Enzyklika "fratelli tutti"
Für Dechant Martin Gies, Pastoralreferent Stefan Ahr und Pastoralreferentin Beatrix Ahr ist die Petition mit ihrer Analyse und ihren Forderungen weitgehend deckungsgleich mit der neuen Enzyklika "fratelli tutti" von Papst Franziskus. Stefan Ahr: "Auch wenn das Land Hessen ohne den Bund in der Flüchtlingspolitik wenig Spielraum hat, ermutigt die Unterstützung der Petition doch Politikerinnen und Politiker, sich im Sinn der Enzyklika für die Würde und die Rechte von geflüchtetetn Brüdern und Schwestern offensiv einzusetzen."

  • Geplant ist, die > Petition in einer Pressekonferenz dem Hessischen Landtag und dem Petitionsausschuss zu überreichen. Die Namen der Erstunterstützer sind am Ende der Petition aufgeführt.

Vertrauen in Kirche zurückgewinnen - Katholikenrat konstituiert

Foto: M. Struß, Ch. Heigel, St. Flicker, Bischof Dr. Gerber, Th. Ebert, B. Müller,
E. Schütz, Ordinariatsrat Th.Renze (es fehlt M. Golla, Kassel)

 

In seinem Grußwort dankte Bischof Dr. Michael Gerber den Katholikenratsmitgliedern für ihre Bereitschaft zur Kandidatur und die wertvollen Erfahrungen, die sie in den Katholikenrat einbringen. In seinem geistlichen Wort betonte er, dass bei allem Tun, bei allen Spannungen, Grenzen und Überforderungen Gläubige letztlich auf Gott verwiesen seien, der Dinge vollende. Erforderlich, so Bischof Dr. Gerber, sei eine innere Grundbalance, die den Stolz auf Erreichtes, das Akzeptieren der Realität und die Dankbarkeit gegenüber Gott miteinander vereine. Für den Weg des Katholikenrates und die weitere gute Zusammenarbeit wünschte der Bischof Gottes reichen Segen.

Neuer und alter Vorsitzender ist Steffen Flicker aus Fulda.

Weitere Vorstandsmitglieder sind Thomas Ebert (Fulda), Matthias Golla (Kassel), Christoph Heigel (Fulda), Beate Müller (Gelnhausen), Egon Schütz (Geisa) und Mechthild Struß (stellvertretende Vorsitzende)(Bad Hersfeld).

In den kommenden vier Jahren wird der Katholikenrat zu folgenden Arbeitsthemen Arbeitsgruppen bilden:

  • „Bistumsprozess“
  • „Gemeinsam Kirche sein“
  • „Politik und Gesellschaft“
  • „Synodaler Weg“.

„Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Bischof Dr. Gerber, der Bistumsleitung, aber auch den Ratsgremien des Bistums, vor allem dem Kirchensteuerrat und dem Priesterrat“, so Steffen Flicker, wiedergewählter Vorsitzender des Katholikenrates. Themen der neuen Amtsperiode sind unter anderem die strategische Entwicklung und die Umsetzung der Ergebnisse der Fachgruppen des Bistums. Die Frühjahrs-Vollversammlung des Katholikenrates am 13. März 2021 wird sich unter anderem mit der Konkretisierung der Bistumsentwicklung, dem Synodalen Weg und dem Ökumenischen Kirchentag in Frankfurt befassen. Als weiteres wichtiges Thema des Katholikenrates bezeichnete Flicker die Entwicklung der Pfarrgemeinderäte im Bistum.

Ergebnisse der Wahlen der konstituierenden Vollversammlung für die Amtsperiode 2021 bis 2024:

Vorstand des Katholikenrates
Thomas Ebert, Fulda
Steffen Flicker, Fulda
Matthias Golla, Niestetal
Christoph Heigel, Fulda
Beate Müller, Gelnhausen
Egon Schütz, Geisa
Mechthild Struß, Bad Hersfeld

Zentralkomitee der deutschen Katholiken, ZdK
Bettina Faber-Ruffing, Flieden
Steffen Flicker, Fulda
Marcus Leitschuh, Kassel

Landesarbeitsgemeinschaft der Katholikenräte in Hessen, LAG
Rudolf Amert, Fritzlar
Christoph Heigel, Fulda

Kuratorium des Bonifatiushauses
Michael Dölle, Eschwege

Schlichtungsstelle für Pfarrgemeinderäte
Hubert Schulte, Fulda
Mechthild Struß, Bad Hersfeld

Marcus Leitschuh erneut ins höchste katholische Laiengremium gewählt - neues Buch zum Synodalen Weg

Buchcover Bonifatiusverlag

Marcus Leitschuh (Kassel) wurde für weitere vier Jahren in das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) gewählt. Die Vollversammlung des Katholikenrates im Bistum Fulda wählte das Schulleitungsmitglied aus der Pfarrei St. Elisabeth als einzigen Nordhessen in das höchste katholische Laiengremium. Aus dem Bistum Fulda wurden außerdem Steffen Flicker und Bettina Faber-Ruffing gewählt.

Was ist das ZdK?
Das ZdK ist der Zusammenschluss von Vertretern der Diözesanräte und der katholischen Verbände sowie von katholischen Institutionen und weiteren Persönlichkeiten aus Kirche und Gesellschaft. Die Vollversammlung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken besteht aus rund 230 Mitgliedern.

Aktueller Schwerpunkt: Synodale Weg
Aktueller inhaltlicher Schwerpunkt ist der Synodale Weg, in dem Bischöfe und Laien gemeinsam strukturelle Konsequenzen aus den Missbrauchsfällen ziehen. „Papier ist oft geduldig, viele Menschen in der Kirche sind es nicht mehr. Deshalb braucht es sichtbare Veränderungen, Wahrnehmen der Wirklichkeit und eine Sprache, die Menschen verstehen - damit unsere Kirche kein Museumsförderverein wird“, so Marcus Leitschuh nach seiner Wahl.

Zukunft der Kirche in Deutschland: Buch „Synodaler Weg – Letzte Chance?“ erschienen
Der Synodale Weg der katholischen Kirche in Deutschland dient seit dem 1. Advent 2019 der Suche nach Schritten der Erneuerung und der Rückgewinnung von Vertrauen nach den Missbrauchsfällen. Michaela Labudda und Marcus Leitschuh, beide Mitglieder der Vollversammlung des Synodalen Weges, haben jetzt ein Buch mit Stimmen aus und über den Synodalen Weg und zur Zukunft der Kirche herausgegeben. „Synodaler Weg - Letzte Chance? Standpunkte zur Zukunft der katholischen Kirche“, erschienen im Januar 2021 im Bonifatius Verlag.

Einblicke in den Maschinenraum dieses Reformprozesses
In dem Buch ermöglichen Mitglieder der Vollversammlung des Synodalen Weges und von „vor der Tür“ Einblicke in den Maschinenraum dieses Reformprozesses. Dabei kommen vielfältige Stimmen zu Wort. Der Erscheinungstermin des Buches zur geplanten „Halbzeit“ des Synodalen Weges ist bewusst gewählt. Michaela Labudda: „Uns als Herausgebenden ist wichtig, den Weg vor etwaigen Beschlüssen transparenter werden zu lassen.“ Ihre Beobachtung ist, dass sich in der Kirche und beim Synodalen Weg nicht zwei Blöcke gegenüberstehen. „Es gibt freilich medial aufgebauschte Scheinriesen“, so Marcus Leitschuh. Deshalb stärkt diese Veröffentlichung den ehrlichen Dialog und bietet Basiswissen zum Mitreden.

Letzte Chance
Für Herausgeber Marcus Leitschuh steht fest: „Der Synodale Weg ist die letzte Chance, ein Signal auszusenden: Kirche ist kein Museumsförderverein. Glaube hat etwas mit dem Hier und Jetzt zu tun, das in ein ‚über uns‘ und ‚mehr als wir‘ geweitet wird. Und vor dem Hintergrund von Missbrauch und Ausgrenzung: Der menschliche Teil der Kirche überhöht sich nicht weiter selbst. Er lernt. Liebt. Gesteht Schuld ein. Ist selbstbewusst genug, Reformen als Chancen zu sehen.“ Synodalität ist für ihn kein „Egotrip“, keine „individuelle Selbsterfahrung“. „Synodalität stellt nicht die eigene Meinung als non-plus-ultra über alles. Synodalität tut Not in einer Zeit der zunehmenden ‚Echokammern‘ und ‚Filterblasen‘, denn in einer immer vielfältiger werdenden Welt, schimmert die Sehnsucht nach einfachen Antworten durch die Luken.“

Michaela Labudda ist während der Arbeit mit den vielfältigen Stimmen klar geworden, „wie reich unsere Kirche durch diejenigen ist, die mitgestalten. Und wie bitter es sich anfühlt, wenn so viele trotzdem gehen. Wir müssen noch viel mehr verstehen, dass unsere Kirche aus all diesen Mitgestaltenden besteht. Das wird zumindest in Deutschland auch von Bischöfen wertgeschätzt.“ Für sie ist das Buch für alle Menschen wichtig, um „Argumente für eine Hoffnung zu sammeln, oder um zu verstehen, warum andere diese haben. „Die Beiträge des Buches erklären manche Verzögerung, manches Drängen und manche zu ergründende geistliche Haltung“, so Labudda.

Zu den Autorinnen und Autoren gehören Reinhard Kardinal Marx, Mara Klein, Christiane Bundschuh-Schramm, Thomas Söding, Matthias Sellmann, Wolfgang Picken, Julia Knop, Sabine Demel, Bischof Felix Genn, Franziska Kleiner, Bettina-Sophia Karwath, Bischof Gregor Maria Hanke, Sr. Katharina Kluthmann, Sr. Philippa Rath, Agnes Wuckelt, Martina Kreidler-Kos, Erzbischof Hans-Josef Becker, Joachim Frank, Christian Weisner, Lisa Kötter u.a.

Michaela Labudda (Unna) ist Wissenschaftliche Referentin an der Katholischen Hochschule NRW und Gemeindereferentin im Erzbistum Paderborn. Sie ist Vorsitzende des Bundesverbandes der Gemeindereferent/-innen Deutschlands e.V., Mitglied der Vollversammlung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, der Synodalversammlung und im Forum II „Priesterliche Existenz heute“. 
Marcus Leitschuh (Kassel) ist Rektor an einer Gesamtschule in Immenhausen und Autor zahlreicher Bücher und kommt aus dem Bistum Fulda. Fünf Jahre war er Berater der Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz. Er ist Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholiken sowie Mitglied der Vollversammlung des Synodalen Weges.


Einige Stimmen aus dem Buch:

Christiane Bundschuh-Schramm hat gemischte Gefühle:
Christiane Bundschuh-Schramm ist Referentin für pastorale Grundsatzfragen und Pastorale Entwicklung im Bistum Rottenburg-Stuttgart und mit einem sehr deutlich formulieren Beitrag im Buch „Synodaler Weg – Letzte Chance?“ vertreten. „Der Synodale Weg löst bei mir gemischte Gefühle aus. Einerseits ein Endlich: endlich kommen längst überfällige Themen auf die Tagesordnung. Vier Themenbereiche, die angegangen werden müssen, um die katholische Kirche aus der Blamagezone herauszuholen.“ Andererseits allerdings befürchtet sie: „Da kommt ja doch nichts raus: schon wieder eine Fortsetzung der Endlosschleife Gespräche.“

Julia Knop sieht die letzte Chance
Julia Knop, Professorin für Dogmatik an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Erfurt, hält es für nicht unrealistisch, aber auch tragisch, dass es die letzte Chance einer Institution sein könne, „deren Verantwortliche sich am Leben von Schutzbefohlenen versündigt, ihre Würde gebrochen, das Vertrauen der Gläubigen missbraucht und ihnen ihre kirchliche Heimat genommen haben, alles daran zu setzen, wieder satisfaktionsfähig zu werden.“

Sr. Philippa Rath OSB über die Rolle der Frauen
Sr. Philippa Rath OSB, Benediktinerin der Abtei St. Hildegard in Rüdesheim-Eibingen, sieht als Ordensfrau ihre Berufung auf eine harte Probe gestellt. „Ich liebe unsere Kirche, aber ich leide an ihr. Nicht selten schäme ich mich auch für sie.“ Sie spricht wie viele der Autorinnen über die Rolle der Frauen in der Kirche. „Ich stehe hier vor allem für viele Frauen, auch Ordensfrauen, die sich mehr Mitbeteiligung und Mitverantwortung in unserer Kirche wünschen – nicht als Lückenbüßer, nicht als Almosen, sondern als verbrieftes Recht in Anerkennung ihrer gleichen Würde. Schon viel zu lange warten wir Frauen darauf. Dass Frauen in Leitungspositionen – auch in geistlichen Leitungsämtern – ganz selbstverständliche Normalität sein können – beweisen die Ordensgemeinschaften seit 1500 Jahren. Es lohnt sich, auf diese Tradition wieder neu zu schauen und sie weiter zu entwickeln.“

Holocaust Gedenkkonzert im TV, Livestream und Radio

„Entartete Musik“ – mit diesem Begriff wurden im Naziregime all jene Werke der musikalischen Moderne des 20. Jahrhunderts gebrandmarkt, die nicht der Ideologie des Nationalsozialismus entsprachen.

Verbotene Klänge
Zu den verbotenen Klängen zählten insbesondere atonale Musik, jiddische Musik sowie Swing- und Jazzmusik aus Amerika. Aufführungen dieser Werke wurden unterbunden und Komponistinnen und Komponisten praktisch mundtot gemacht. Es handelt sich keinesfalls um atonale, „schräge“ Musik, sondern vielmehr um Musik, die auf vielschichtige Art und Weise Bilder und Stimmungen einer ereignisreichen Zeit widerspiegelt.

Musik und Rezitationen mit Werken ver|rückter Künstler
Die Künstler*innen Pia Buchert, Mezzosopran; Maria Waloschek, Klavier und Christian Kleinert, Rezitation lassen in ihrem Konzertprogramm mit Werken u.a. von Hindemith, Gershwin und Eisler und Texten von u.a. Berthold Brecht, Otto Julius Bierbaum und Theodor Storm diese vergessene Musik wieder aufleben.

Sendung/Online im TV, Livestream und Radio

  • Programmplatz TV 391 am 27. Januar 2021, 19 Uhr oder
  • im livestream http://www.mok-kassel.de am 27. Januar 2021, 19 Uhr oder
  • im Radio UKW 105,8 MHz /DAB+ über Kanal 6A  am 29. Januar 2021, 18 Uhr

Aktion #lichtfenster

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Aktion #lichtfenster ins Leben gerufen. Er lädt die Bürgerinnen und Bürger ein, eine Kerze ins Fenster zu stellen, um der Verstorbenen der Corona-Pandemie und ihrer Angehörigen zu gedenken.

Bätzing hofft auf die aktive Beteiligung
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg Bätzing, würdigt das Anliegen des Bundespräsidenten und hofft auf die aktive Beteiligung vieler Menschen in Deutschland. Für die Aktion hat Bischof Bätzing ein Gebet verfasst. Er lädt dazu ein, dieses Gebet beim Entzünden der Kerze zu sprechen. Die Aktion #lichtfenster sei ein starkes Zeichen der Anteilnahme und des Mitgefühls. „Ich bin dankbar für die Initiative, die ich gerne unterstütze. Wir Christen gedenken jeden Freitag des Todestages Jesu. In dieses Gedenken schließen wir die Opfer der Pandemie ein. Mit der Kerze in meinem Fenster sage ich: Die Angehörigen der Toten sind nicht allein. Für die Verstorbenen brennt ein Licht. In meinem Fenster. An meinem Ort, wo ich für sie bete“, so Bischof Bätzing. Er fügt hinzu: „Seien wir achtsam miteinander und vergessen wir die nicht, die von uns gehen mussten.“

Die Aktion #lichtfenster wird in den sozialen Netzwerken geteilt. Viele Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz beteiligen sich daran.

Gebet von Bischof Dr. Georg Bätzing

Gott, guter Vater,
du bist den Menschen nahe, in guten und in schweren Tagen.
Dein Licht leuchte auch jetzt, in diesen schweren Tagen und Wochen der Pandemie.
Lass dieses Licht Zeichen der Hoffnung für uns alle sein.
 
Wir beten für die Verstorbenen, die der Pandemie zum Opfer gefallen sind und für deren Angehörige.
 
Wir beten für die Ärztinnen und Ärzte, Pflegerinnen und Pfleger, Seelsorgerinnen und Seelsorger in den Krankenhäusern und Heimen.
 
Wir beten für die Kranken und Einsamen.
 
Sei du ihnen Licht.
Sei du uns Licht.
 
Herr gib unseren Verstorbenen die ewige Ruhe.
Und das ewige Licht leuchte ihnen.
Lass sie ruhen in Frieden.
 
Amen.
 

Pressemitteilung der Deutschen Bischofskonferenz Nr. 007 vom 22. Januar 2021

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Bischof von Fulda zum Jahreswechsel: Was ist unser Kernauftrag als Kirche?

Die Coronakrise, die das Jahr 2020 prägte, hat nach den Worten des Bischofs von Fulda, Dr. Michael Gerber, "eine erschreckend umfassende und nachhaltige Wirkung." In einer Predigt zum Jahreswechsel sagte Bischof Gerber (am Donnerstagabend, 31. Dezember) in Fulda: "Bei Corona haben wir es nicht mit einer Probe, sondern mit dem Ernstfall zu tun. Für viele Menschen ist das, was vor Jahresfrist noch sehr weit weg war, bitterer Ernst geworden."

Gebete für die Opfer von Corona und Anschlägen in 2020
Deshalb galt das Gebet im Gottesdienst zum Jahresabschluss 2020 im Fuldaer Dom vor allem für "die vielen, die an und mit Corona gestorben sind und die Angehörigen, die um sie trauern." Zudem wurde gebetet für alle, "die jetzt im Dienst am Nächsten besonders herausgefordert sind" - für die Beschäftigten in Medizin und Gesundheitswesen - sowie für jene, die durch die Pandemie wirtschaftlich getroffen sind. Gerber erinnerte im Rückblick 2020 auch an die Anschläge von Hanau im Februar und das schreckliche Ereignis vom Rosenmontag in Volkmarsen. Zum Jahreswechsel gehöre auch das Gedenken der Toten in Hanau und das Mitgefühl mit jenen, die (...) von dem, was damals geschah, betroffen sind: "Ihre Biografien werden ein Leben lang geprägt sein von jenen Momenten am Anfang dieses Jahres."

Mit Blick auf die Finanzen: Kirche ohne Caritas, Bildung und Kultur wäre keine Kirche
Mit Blick auf die Finanzen der Kirche erklärte der Bischof von Fulda, das Bistum werde - mit Blick auf knapper werdende Ressourcen - gut unterscheiden und die Frage stellen müssen: "Was ist unser Kernauftrag als Kirche, wo sind wir unverzichtbar, wenn es darum geht, konkrete Wege zu beschreiten, wie Menschen heute in eine Beziehung zu Jesus Christus und zu seinem Evangelium finden und daraus die Herausforderungen ihres Lebens sowie Kirche und Gesellschaft gestalten?" Die zweite Frage sei: "Wo sind wir profiliert und im Konzert, bisweilen auch im Wettstreit mit anderen gesellschaftlichen Größen tätig in den Bereichen Caritas, Bildung und Kultur?" Bischof Gerber sagte dazu: "Kirche ohne Caritas, Bildung und Kultur wäre keine Kirche. Was auf diesen Feldern geschieht, hat nicht nur eine Wirkung in die Gesellschaft sondern prägt entscheidend auch die Kirche in ihrem Selbstverständnis und in ihrem Verhalten." Doch das Bistum werde künftig kritischer als bisher prüfen müssen: "Was ist wo angesichts der unterschiedlichen Anbieter jetzt unsere Aufgabe?" Hinzu komme eine dritte Frage: "Was können wir als Bistum Fulda zusammen mit anderen gesellschaftlichen Größen tun?" Bischof Gerber äußerte sich zum Jahresabschluß dankbar für die Begegnungen und gemeinsamen Initiativen mit "unserer evangelischen Schwesterkirche Kurhessen-Waldeck und dabei besonders der guten Zusammenarbeit mit Bischöfin Dr. Beate Hofmann": "Große Themen wie Corona, Hessentag, Ökumenischer Kirchentag erleben wir als gemeinsame Herausforderung und sind für uns ein gutes Übungsfeld für weitere und langfristige Kooperationen." Das gelte auch für die Beziehungen zur Politik, die er "als eine sehr vertrauensvolle Zusammenarbeit" erlebe.

Gerber zu Finanz-Folgen: Wovon müssen wir uns verabschieden?
Der Bischof von Fulda formulierte zum Jahreswechsel auch eine vierte Frage, die sich das Bistum Fulda nun stellen müsse: "Wovon müssen wir uns verabschieden – oder wofür müssen künftig andere gesellschaftliche Kräfte aufkommen?"Als Beispiel verwies er auf aktuelle Medienbeiträge über die Auflösung der Bibliothek der Franziskaner-Ordens auf dem Fuldaer "Frauenberg". Nur ein Teil der Bücher dort konnte in den Bestand der Bibliothek des Bistums übernommen werden. Gerber sagte wörtlich: "Schauen wir kritisch auf den Vorgang hinter dem Vorgang: Da ist eine Ordensgemeinschaft, die segensreich und glaubwürdig seit Jahrhunderten hier in Fulda wirkt und dies hoffentlich noch sehr lange tun wird. Bedingt durch einen eklatanten Mangel an Nachwuchs muss sie – wie viele andere Gemeinschaften auch – sich von vielen Aufgaben verabschieden. In den vergangenen Jahrzehnten haben die Bistümer hier vieles aufgefangen. So auch das Bistum Fulda etwa, wo es die Verantwortung von Ordensgemeinschaften für Schulen übernommen hat." Dieses "Prinzip der Übernahme von Verantwortung durch ein Bistum" könne in der gegenwärtigen Phase nicht so einfach erweitert werden. Denn „das Bistum“ sei, wo es um Finanzen gehe, "die Gemeinschaft der kleiner werdenden Kirchensteuerzahlerinnen und Kirchensteuerzahler". Deshalb müsse entschieden werden, "wo investiert wird und wo nicht oder nicht mehr."

Rückgang der Kirchensteuerzahler hat auch Wirkung in Gesellschaft
An diesem Beispiel ist nach Überzeugung des Bischofs von Fulda deutlich zu sehen: "Der Verlust an Menschen, die sich in der Kirche engagieren und der Mangel an Berufungen, ist nicht nur ein Problem der Kirche, sondern hat eine deutliche Wirkung in die Gesellschaft hinein. Es ist damit eine offene Frage, wie es mit manchem kulturellen Erbe weitergeht und wer wo an anderer Stelle in der Gesellschaft dies auffängt." Gerber will damit nach eigenen Worten "bewusst nicht den Blick auf den Staat oder die Kommunen richten, die in auch in den kommenden Jahren durch die Folgen der Pandemie sehr herausgefordert sein werden." Um auf Dauer kulturelles Erbe zu sichern, werde es "noch manches zivilgesellschaftliche Engagement brauchen." Eine krisenbewehrte Demokratie lebe "entscheidend davon, dass Menschen sich an unterschiedlicher Stelle einsetzen für das Gemeinwohl über das hinaus, was ein Staat per Gesetz einfordern kann. Diese Kultur zu erhalten und zu fördern ist Auftrag der unterschiedlichen gesellschaftlichen Kräfte - auch der Kirche." Gerber äußerte sich zum Jahresabschluß deshalb dankbar dafür, "dass wir in unserem Bistum sehr viele Menschen an unterschiedlichen Stellen haben, die mit einer großen Wachheit und hohem persönlichen Einsatz sich engagieren. Davon lebt unsere Kirche entscheidend!"

Bischof zu Innovationen und Engagierten: "Ihr seid hier richtig im Bistum Fulda!"
In den vergangenen Monaten sei sichtbar geworden: "Wir brauchen in der Gesellschaft wie in der Kirche ein Klima, das innovationsfreudig ist, wo Initiativen sich entwickeln können, auch manches ausprobiert werden kann." Dabei gehe es für die Kirche um die Frage: "Wie erreicht die Botschaft des Evangeliums Menschen von heute?" Gerber erklärte dazu: "Nicht jedes innovative Projekt ist gleich der Hit und manches kommt bisweilen auch etwas schräg daher." Doch hier gelte es selbstkritisch zu betrachten, "wie wir dann reagieren. Liegt unser Focus dann auf den Defiziten, dem Unvollkommenen oder können wir in dem, was uns da begegnet, ein tieferes Anliegen erkennen und ein Ringen um eine angemessene Form? Wo und wie ermutigen und wo und wie entmutigen wir Menschen, sich mit ihrer Kraft und Kreativität für die Botschaft des Evangeliums einzusetzen?" Ein Blick auf große Innovationsschübe der Kirchengeschichte zeige: "Der frühe Franziskus und die frühe Klara unmittelbar nach ihrer Bekehrung wären uns - ebenso wie der frühe Benedikt und der frühe Ignatius - ziemlich schräg vorgekommen, wären wir ihnen in diesem Stadium begegnet. Und doch lag bereits in dieser noch sehr unvollendeten Form der Keim zu etwas Großem."

Citypastoral Kassel: Menschen für das Evangelium zu gewinnen
Auch bei knapper werdenden Ressourcen werde das Bistum künftig verstärkt in Projekte investieren müssen, "die neue Wege suchen, Menschen für das Evangelium zu gewinnen. So etwa im Neuen Jahr in der Citypastoral in Kassel." Längst nicht alles werde dann ein Erfolg sein: "Und trotzdem braucht es ein Vertrauen. Der Rückzug ins nur Bekannte wäre ein Fehler und – wie ich meine – auch nicht evangeliumsgemäß." Unter welchen Rahmenbedingungen werden Menschen angeregt, ihre Kraft und ihre Kreativität in den Dienst des Evangeliums zu stellen, Menschen von heute für die Frohe Botschaft zu begeistern und wie können wir diese Rahmenbedingungen fördern? Auf der Basis dieser Frage werde das Bistum Fulda im Jahr 2021 in unterschiedlichen Dialogformaten Empfehlungen dazu diskutieren. Allen, die an ganz unterschiedlichen Orten und oft im Verborgenen, in wenig spektakulären Projekten "nach Wegen des Glaubens für Menschen heute suchen", sendete Gerber in seiner Predigt zum Jahreswechsel die Botschaft: "Ihr seid hier richtig im Bistum Fulda, wir zählen auf Euch!"

Medien-Information des Bistums Fulda vom 1. Januar 2021

Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch kommt 2021 voran

Die Kommission zur Aufarbeitung von sexueller Gewalt im Bistum Fulda nimmt im Sommer 2021 ihre Arbeit auf. Sieben der neun Kommissionsmitglieder stehen bereits fest; zwei weitere werden vom Betroffenenbeirat hinzuberufen, heißt es in einer zum Jahreswechsel verbreiteten Medieninformation des Bistums. Zur Zeit arbeitet das Bistum Fulda - zusammen mit den Nachbarbistümern Limburg und Mainz - daran, einen gemeinsamen Betroffenenbeirat zu bilden. Dabei richtet sich das Bistum Fulda (mit den Nachbarbistümern) nach der Rahmenordnung für das Ausschreibungs- und Besetzungsverfahren der Betroffenenbeiräte(*), die von der Deutschen Bischofskonferenz im Oktober 2020 bei ihrer Vollversammlung in Fulda beschlossen wurde.

Unabhängigkeit und Transparenz mit Experten aus Wissenschaft und Praxis
Bei der Zusammensetzung der Kommission orientiert sich das Bistum Fulda an den verbindlichen Kriterien und Standards für eine unabhängige Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche in Deutschland, die vom Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs und der Deutschen Bischofskonferenz im April 2020 verabschiedet wurden (**). Dort ist festgelegt, dass zwei der Kommissions-Mitglieder aus dem Kreis der Betroffenen auszuwählen sind - die übrigen Mitglieder sollen Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Fachpraxis, Justiz und öffentlicher Verwaltung sowie Vertreterinnen und Vertreter der Diözesen sein. So gehören der multiprofessionell zusammengestellten Kommission im Bistum Fulda fünf Persönlichkeiten an, die nicht beim Bistum Fulda (oder dessen Gremien) tätig sind:

  • Dr. med. Martin Flesch, Veitshöchheim (Facharzt für Psychiatrie & Psychotherapie, Schwerpunkt Forensische Psychiatrie)
  • Edith Jordan, Künzell (Dipl. Sozialpädagogin, Jugendamtsleiterin Landkreis Fulda)
  • Günter Niehüser, Mainz (Theologe, Sozialpsychologe, Supervisor, Tätigkeit für zwei kirchliche Stiftungen außerhalb des Bistums Fulda; externer unabhängiger Beauftragter zu Fragen sexualisierter Gewalt für verschiedene Ordensgemeinschaften)
  • Gerhard Möller, Künzell (Jurist, Oberbürgermeister a.D.)                          
  • Bernhard Riehl, Fritzlar (Richter a.D.)

Lediglich ein Kommissionsmitglied ist hauptamtlich beim Bistum Fulda beschäftigt:

  • Christof Ohnesorge, Fulda (Historiker, Mitarbeiter im Archiv des Bistums)

Ehrenamtlich in der Kirche (Diözesanvermögensverwaltungsrat / DVVR) engagiert ist:

  • Phillip Zmyj-Köbel, Schwalmstadt-Treysa (Amtsgerichtsdirektor mit Erfahrungen als Vorsitzender Richter einer Großen Strafkammer sowie als Oberstaatsanwalt).

Die Präventionsbeauftragten bzw. Interventionsbeauftragten sollen ständige Gäste der Kommissionen sein. Diözesanbischof Dr. Michael Gerber hat in Zusammenarbeit mit Generalvikar Christof Steinert im zurückliegenden Jahr 2020 die organisatorischen Voraussetzungen für eine systematische Aufarbeitung der Fälle von sexuellem Missbrauch im Bereich des Bistums Fulda geschaffen. „Durch diese multiprofessionelle Zusammensetzung entspricht die Kommission im Bistum Fulda genau den bundesweiten Vorgaben, die Unabhängigkeit, Transparenz und Partizipation von Betroffenen sicherstellen. Wenn der Gemeinsame Betroffenenbeirat mit den Nachbardiözese Mainz und Limburg Anfang 2021 konstituiert ist, kann die Kommission im Bistum Fulda ihre Arbeit aufnehmen“, erklärt Bischof Michael Gerber. Er verpflichtet sich als Ortsordinarius zum Gewährleisten einer Aufarbeitung, „die unabhängig erfolgt und über deren Ablauf und Ergebnisse Transparenz hergestellt wird. Gleiches gilt für eine verbindliche und institutionalisierte Beteiligung Betroffener, ohne die wirkliche Aufarbeitung nicht möglich ist.“

Ziele: Leid Betroffener anerkennen und Reflexionsprozesse anregen
Aufarbeitung meint das Erfassen von Tatsachen, Ursachen und Folgen von sexuellem Missbrauch an Kindern und Jugendlichen in der katholischen Kirche, die Identifikation von Strukturen, die sexuellen Missbrauch ermöglicht oder erleichtert oder dessen Aufdeckung erschwert haben sowie den administrativen Umgang mit Tätern und Betroffenen. Die Aufarbeitung soll das geschehene Unrecht und das Leid der Betroffenen anerkennen, einen institutionellen und gesellschaftlichen Reflexionsprozess anregen und aufrechterhalten, Betroffene an diesen Prozessen beteiligen und ihnen im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten Zugang zu den sie betreffenden Informationen und Unterlagen ermöglichen. Aus den Erkenntnissen sollen weitere Schlussfolgerungen für den Schutz von Kindern und Jugendlichen gezogen werden – zudem geht es darum, einen Beitrag zur gesamten kirchlichen und gesellschaftlichen Aufarbeitung zu leisten. Im Rahmen der MHG-Studie waren im Bistum Fulda  bereits 795 Akten untersucht und dabei 29 Beschuldigte gefunden worden.

* vgl.:  https://www.dbk.de/presse/aktuelles/meldung/gemeinsame-erklaerung-ueber-verbindliche-kriterien-und-standards-fuer-eine-unabhaengige-aufarbeitung-se/

**vgl.:  https://www.dbk.de/fileadmin/redaktion/diverse_downloads/presse_2020/2020-074a-Gemeinsame-Erklaerung-UBSKM-Dt.-Bischofskonferenz.pdf

 

Caritas-Flüchtlingshilfe-Initiative „Fahrradwerkstatt“ erhält den Elisabeth-Preis 2020

In der Werkstatt: Die Spendenfahrräder werden zunächst überprüft
und hergerichtet, aber auch spätere Reparaturen sind machbar.
(Foto: Caritas Kassel)

Zum elften Mal vergibt der Caritasverband für die Diözese Fulda seinen Elisabeth-Preis für ein herausragendes Projekt, bei dem durch ehrenamtliches Engagement Menschen mit Hilfebedarf Unterstützung erfahren.

„Sei gut Mensch!“
Die zum Wettbewerb eingereichten Projekte sollten 2020 in Bezug zum aktuellen Caritas-Kampagnenthema „Sei gut Mensch!“ stehen, das allgemein für Engagement zum gesellschaftlichen Zusammenhalt wirbt und somit eine große Bandbreite an ganz verschiedenen Bewerbungen um den Sozialpreis der Caritas im Bistum Fulda möglich machte.

Wesentlicher Beitrag für Kassels inklusive Stadtgemeinschaft
Nun hat die Jury entschieden. Der Elisabeth-Preis 2020 geht an die Fahrradwerkstatt des Caritasverbandes Nordhessen-Kassel. Das Projekt, das die fünfköpfige Jury letztendlich überzeugte, leistet schon seit fünf Jahren einen wesentlichen Beitrag für eine inklusive Stadtgemeinschaft in Kassel: Als schnelle und unkomplizierte Hilfe für Flüchtlinge im Jahr 2015 errichtet – damals unter Mithilfe des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) und des Fahrradhofs Kassel sowie gefördert durch Gelder aus dem Flüchtlingsfonds des Bistums Fulda – ist die Fahrradwerkstatt inzwischen ein wichtiger Treffpunkt für Alt-Kasselaner und Neu-Kasseler mit ausländischen Wurzeln.

Werkstatt als Treffpunkt
Ausrangierte und defekte Fahrräder werden hier hergerichtet und gegen einen kleinen Betrag von zehn bis 20 Euro an die Menschen mit Migrationshintergrund ausgegeben. Durch Erwerb und spätere Checks bzw. Reparaturen der Zweiräder sorgt die Werkstatt für gute Kundenbindung. Es kommt fast von allein zum gegenseitigen Kennenlernen, zum Austausch und sogar zu Freundschaften, denn die Werkstatträume sind ein beliebter Ort zum Verweilen, fürs Gespräch, in dem man viel voneinander, über Sprache und Kultur erfährt. Nötigenfalls gehören auch Fahrradunterricht und ortskundige Hinweise zum „Starter-Kit“ für Neu-Biker. Dazu kommen noch der Öko- und Recycling-Aspekt des Projektes sowie die Hilfe zur Selbsthilfe, denn verstärkt will man in der Fahrradwerkstatt auch Bereiche fürs Selbstreparieren einrichten.

Generalvikar und Caritasdirekter gratulieren
Der Fuldaer Generalvikar Prälat Christof Steinert, welcher als Mitglied in der Elisabeth-Preis-Jury mitgewirkt hat, sowie Diözesan-Caritasdirektor Dr. Markus Juch als Vertreter des preisstiftenden Caritasverbandes für die Diözese Fulda gratulieren gemeinsam herzlich zur heutigen offiziellen Bekanntgabe des Preisträgers. Das Sieger-Projekt „Fahrradwerkstatt der Caritas Nordhessen-Kassel wird nach Entscheidung der Jury auch mit einem Preisgeld in Höhe von 3.000 Euro ausgestattet. Die übliche und für heute ursprünglich vorgesehene öffentliche Preisübergabe im feierlichen Rahmen kann jetzt allerdings wegen der Corona-Pandemie und des verordneten Shutdowns nicht stattfinden. Sie soll aber in geeigneter Weise zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden. Hierzu wird die Caritas-Pressestelle selbstverständlich berichten.

Das neue Bistums-Logo 2021: Symbol für eine offene, lebendige Kirche im Heute

Das Bistum Fulda steht vor spannenden Weichenstellungen – verbunden mit einem Perspektivenwechsel. Die Suche nach Wegen in die Zukunft der Kirche orientiert sich nicht mehr an der (jahrzehntelangen) Leitfrage: „Wie können wir möglichst viel vom Vorhandenen bewahren?“.

Lebendige Beziehungen
„Wir wollen, dass Menschen – die durch das Heute geprägt sind – in eine lebendige Beziehung zu Jesus Christus und zu seiner Botschaft finden. Wir wollen, dass Menschen durch diese Beziehung die Herausforderungen ihres Lebens angehen sowie Kirche und Gesellschaft gestalten können“, erklärt Bischof Dr. Michael Gerber zum Ziel der gemeinsamen Suche nach neuen Wegen, auf denen das Bistum Fulda Menschen dabei unterstützen, begleiten und stärken kann.

Inspirieren, nicht lähmen
In einer sich radikal verändernden Gesellschaft greifen tradierte Muster nur sehr begrenzt, wenn es darum geht, Menschen heute mit Jesus Christus und seiner Botschaft in Kontakt zu bringen. Natürlich steht die katholische Kirche in einer Tradition, die für sie unverzichtbar und wertvoll ist: Das Wort Gottes und den überlieferten Glauben kann das Bistum nicht einfach „neu erfinden“. Doch die Einbindung in die Universalkirche, der gelebte Glaube und die Traditionen vor Ort - zwischen Lahn, Weser, Fulda, Ulster, Kinzig und Main - sollen das Bistum nicht lähmen, sondern inspirieren: Im Vertrauen darauf, dass Gott den Menschen auch in den „Zeichen der Zeit“ begegnet.

„Zeichen der Zeit“: Neues Logo löst altes Wappen ab
Sichtbares Zeichen für die anstehenden Weichenstellungen und den Kulturwandel im Bistum Fulda wird ein neues Logo sein, das ab 2021 schrittweise eingeführt wird. Das moderne Logo löst in der Kommunikation das bisher genutzte Wappen des Bistums (bzw. des ehemaligen Fürstbistums und Hochstiftes) ab. Bei der Logo-Entwicklung hat das Bistum Fulda mit dem Bistum Münster kooperiert. Das Bistum Münster befindet sich ebenfalls in einem Prozess des Kulturwandels, mit dem Ziel: „Eine offene, lebendige Kirche zu sein, die nicht (mehr) von der Kanzel herab zu den Menschen spricht. Stattdessen öffnet sie sich dem Dialog, anderen Meinungen, alternativen Lebensmodellen, um Beziehung aufzubauen und zu fördern.“

Ein lebendiges Kreuz
Das künftige Logo verbindet das Kreuz als universales Markensymbol der Kirche mit einer imaginären, stilisierten Sprechblase. Durch das Zusammenschieben beider Objekte entsteht eine neue Form: ein Kreuz, dem das rechte Stück vom Querbalken fehlt. Um dieser Form eine moderne Typik zu verleihen, die zudem auch die Vielfalt der Gemeinschaft widerspiegelt, wurde die Optik der Kirchenfenster als Schablone über die Form gelegt. Das Ergebnis: ein lebendiges Kreuz, das auch ohne den rechten Querbalken sofort als Kreuz erkennbar ist.

Empfehlung von Experten: Kirche braucht gemeinsames Erscheinungsbild
Das Symbol selbst ist in Dreiecke aus verschiedenen Gelbtönen aufgegliedert. An die offene Stelle des Kreuzes rückt der Schriftzug „KATHOLISCHE KIRCHE  BISTUM FULDA“. So lehnt sich das künftige Logo des Bistums Fulda an das Corporate-Design-Konzept im Bistum Münster an - lediglich die Farbigkeit unterscheidet sich (im Bistum Münster besteht das Kreuz aus Dreiecken mit verschiedenen Rottönen). Auf diese Weise entsteht eine neue Dachmarke, der sich weitere Bistümer anschließen können. Mit dieser Entscheidung greift das Bistum Fulda die Empfehlung von Kommunikationsexperten auf, die katholische Kirche müsse Schritt für Schritt ein gemeinsames Erscheinungsbild erarbeiten. „Ein Zeichen und eine Farbe und ein Schriftzug, der bundesweit immer gleich ist. Beispielsweise ein großes Kreuz und die Wörter "Katholische Kirche" groß über der lokalen Bezeichnung jeder der ganz unterschiedlichen irgendwie katholischen Einrichtungen in Deutschland“, schrieb Bestsellerautor Erik Flügge, in einem Beitrag („Was die Kirche von der Werbung lernen könnte ... “*) im August in der Wochenzeitung „Die Zeit (NR. 36/2020).

Wie man sich nach innen und außen präsentiert, ist gerade heute keine Nebensächlichkeit
Dr. Stephan Kronenburg, Pressesprecher im Bistum Münster erklärt dazu: „Wir freuen uns sehr, dass das Bistum Fulda sich nun an das Markenzeichen anlehnt, das wir als Katholische Kirche im Bistum Münster vor zwei Jahren eingeführt haben. Wie man sich nach innen und außen präsentiert, ist gerade heute keine Nebensächlichkeit. Wir sind davon überzeugt, dass deutlicher werden muss, in welchen Feldern die katholische Kirche überall aktiv und präsent ist. Ein gemeinsames Erscheinungsbild kann dabei sehr hilfreich sein.  Wo katholische Kirche drin ist, sollte überall und möglichst einheitlich auch katholische Kirche draufstehen.“

Kulturwandel durch eine moderne Markengestalt sichtbar machen
Entwickelt wird das Corporate-Design-Konzept des Bistums Fulda von der Agentur für Markenkommunikation Castenow (Sitz in Düsseldorf - https://www.castenow.de/), die auch mit der Markentwicklung im Bistum Münster beauftragt war (https://www.castenow.de/cases/bistum-muenster-markenentwicklung/). Ziel des Corporate-Design-Konzeptes ist, den Kulturwandel durch eine moderne Markengestalt sichtbar und diesen Wandel erfahrbar zu machen. Im Frühjahr 2021 wird eine Markenarchitektur erarbeitet, damit das neue Design künftig auch von Einrichtungen und Pfarrgemeinden im ganzen Bistums genutzt werden kann. Vorrangiges Ziel dabei: Menschen sollen künftig besser erkennen und verstehen, wer und was alles zur katholischen Kirche im Bistum Fulda gehört.

Text- und Bildmaterial: Medieninformation des Bistums Fulda vom 5. Dezember 2020

Bistum Fulda: Defizite reduzieren und zugleich in Zukunft investieren

Foto: Peter Weidemann. In: Pfarrbriefservice.de

Der Haushaltsplan 2021 soll – weil durch die Corona-Pandemie die weitere Einnahmen-Entwicklung derzeit schwer kalkulierbar ist – erst im März verabschiedet werden. Im Lagebericht ist - mit Blick auf die mittelfristigen Prognosen zur Entwicklung der Mitgliederzahlen und Finanzen - nachzulesen, dass Einsparvorschläge nun „zügig diskutiert, entschieden und umgesetzt werden müssen“. Kirchensteuerrat und Bistumsleitung stimmten überein, dass deshalb bereits in der nächsten Sitzung des Kirchensteuerrates im März konkrete Sparkonzepte diskutiert und beschlossen werden sollen.

Strategie: Kernaufgaben profilieren und für Talente attraktiver werden
„Eine plurale Gesellschaft kann von uns als Kirche erwarten, dass wir unsere Kernaufgaben stark machen“, so Bischof Gerber in seinem Statement vor dem Kirchensteuerrat. Dazu gehöre die Erfahrung, „dass Menschen die Begegnung mit Jesus Christus und seiner Botschaft als Kraftquelle erleben, um die Herausforderungen ihres Lebens zu bewältigen und Kirche und Gesellschaft konstruktiv mitzugestalten.“ Auf diese Weise gestärkt, leisten Christen mit Blick auf die großen Fragen, die unsere Welt in diesen Jahren bewegen, einen wesentlichen Beitrag. Die stärkere Konzentration auf Kernaufgaben bedeute keinen Rückzug, sondern die Befähigung, „dass Christinnen und Christen sich qualifiziert in ganz unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen engagieren können.“ Damit den Verantwortlichen auf Ebene des Bistums und den entsprechenden Entscheidungsgremien diese Besinnung auf die Kernaufgaben gelinge, brauche es verstärkte Investitionen in entsprechende Formate von Coaching und Begleitung. Durch ein solchermaßen profiliertes Agieren werde das Bistum bei qualifizierten und talentierten Menschen als attraktiver Arbeitgeber und als Ort des Engagements für Ehrenamtliche wahrgenommen.

Bischof Michael Gerber für „Kultur des Experimentierens“
In dem aktuellen Lagebericht zu den Finanzen heißt es wörtlich: „In Folge der Corona-Pandemie ist damit zu rechnen, dass die bisher erst in den Jahren 2023 und 2024 prognostizierten Kirchensteuer-Einnahmerückgänge sich nun frühzeitig und dauerhaft vollzogen haben und eine nachhaltige Trendwende zum Besseren nicht mehr erreicht werden kann.“ Auch der Finanzdirektor des Bistums, Gerhard Stanke, geht davon aus, dass nie wieder so hohe Kirchensteuereinnahmen auf die Kirchen-Konten fließen werden wie 2019, als 111,8 Millionen Euro zusammenkamen. Die Kirchensteuer als wichtigste Einnahmequelle des Bistums Fulda macht mehr als siebzig Prozent der Erträge aus. Trotz der unerfreulichen Finanzentwicklung ist das Bistum Fulda zuversichtlich, dass Pfarreien und Einrichtungen in Zukunft wieder wachsen können: Deshalb soll auch eine „Kultur des Experimentierens“ gefördert werden – als Gegengewicht zur Kultur des Bewahrens und des Sicherns: So kann sich nach den Worten von Bischof Michael Gerber zeigen, „durch welche Formate jenseits bewährter  Wege Menschen, die bislang kaum in Kontakt mit der Kirche waren,  heute für die Botschaft des Evangeliums angesprochen werden können.“ Dazu sollen konkrete Projekte gefördert werden.

„Positive Finanzentwicklung – bis zur Corona-Pandemie“
Die gute konjunkturelle Lage sowie die steigende Zahl der Beschäftigten hatten sich bis März 2020 sehr positiv auf die Kirchensteuerentwicklung ausgewirkt. Trotzdem ergab sich bereits im Haushalt 2019 ein Jahresfehlbetrag von 0,4 Millionen Euro. Hauptgrund sind die hohen Pensions- und Beihilfe-Verpflichtungen des Bistums, die das Jahresergebnis 2019 (mit minus 22,4 Millionen Euro) stark beeinträchtigten. Die Wirtschaftsprüfer warnen auch mit Blick auf die kommenden Jahre, „dass weiterhin niedrige Zinsen zu enormen Belastungen führen.“ Im Jahr 2020 kommen nun die Folgen der Corona-Pandemie hinzu: Die dynamisch-positive Entwicklung der Kirchensteuern brach „schlagartig mit Einsetzen der Pandemie und dem Lockdown der deutschen Wirtschaft ein“ – heißt es im Prüfungsbericht.

„Gegensteuern, um Mittel für sozial-caritative Projekte und Zukunft zu haben“
Bei den Kirchensteuereinnahmen geht das Bistum Fulda aktuell für das Jahr 2020 nur noch von 100 Millionen Euro aus. Das deshalb verabschiedete Haushaltssicherungskonzept - vor allem der Verzicht auf Bauprojekte - wirkt effizient: So können 2020 rund zwölf Millionen Euro eingespart werden. Auch mit Blick auf die Gesamtlage fordert der Kirchensteuerrat die Bistumsverwaltung zu Entschlossenheit beim zeitnahen Gegensteuern: Von Bereichen, Projekten und Strukturen, die zweifelsohne in der Vergangenheit ihre Bedeutung hatten, aber für die Zukunft wenig Potential aufweisen können, soll sich das Bistum konsequent verabschieden, damit hier mittel- und langfristig keine Kräfte und Mittel mehr gebunden werden. So will das Bistum strukturelle Defizite im Haushalt vermeiden und genug Finanz- und Personal-Ressourcen für sozial-caritative Projekte, den bleibenden Sendungsauftrag der Kirche im „Jetzt“ sowie für die Zukunftsausrichtung sichern.

Der Kirchensteuerrat
Kernaufgabe des Kirchensteuerrates, der sich aus gewählten ehrenamtlichen Mitgliedern aus dem gesamten Bistumsgebiet zusammensetzt, ist (seit der Gründung des Gremiums im Jahre 1972) die Beschlussfassung über den Haushalt der Diözese - seit 2014 auch über den Jahresabschluss. Vorsitzender des Gremiums ist Dr. Joachim Hein (Fulda).

Das Bistum Fulda
Das Bistum Fulda liegt im geographischen Mittelpunkt Deutschlands. Es erstreckt sich vom nordhessischen Bad Karlshafen bis in den Frankfurter Stadtteil Bergen-Enkheim und von der Universitätsstadt Marburg in Oberhessen bis nach Geisa im Thüringer Land. Mit seinen rund 375.000 Katholiken zählt das Bistum Fulda zu den kleineren Diözesen Deutschlands, Rund 22 Prozent der Menschen, die im Gebiet des Bistums Fulda leben, sind katholisch.

"Die Brücke" - Brücke zwischen jüdischer und christlichen Gemeinden

Foto: Titelseite "Die Brücke", Oktober 2020

"Die Brücke" ist die Zeitung der jüdischen Gemeinde Kassel. In ihrer Sonderausgabe vom Oktober 2020 enthält sie erstmals Texte christlicher und jüdischer Autor*innen.

Ihr Themenschwerpunkt ist die Auseinandersetzung mit der Covid-19- Pandemie, die das gesellschaftliche, gemeindliche und religiöse Leben verändert und theologische Fragen aufwirft.  Damit ist "Die Brücke" wie es die Dekanin Barbara Heinrich, Dekan Dr. Michael Glöckner und Dechant Martin Gies im Vorwort betonen "ein Zeichen für das gute Miteinander von Juden und Christen".

Bei der Lektüre wird die tiefe, geschwisterliche Verbindung von Christentum und Judentum für die Leser*innen deutlich erfahrbar.

HIer kann die Zeitung als pdf heruntergeladen werden:

Wie geht es auf dem Zukunftsweg des Bistums Fulda weiter?

Das Bistum Fulda erprobt neue Dialog-Formate. Ziel ist - trotz der Einschränkungen durch Corona - eine gute Kommunikation zwischen der Bistumsleitung, dem Generalvikariat und den engagierten Haupt- und Ehrenamtlichen vor Ort: Das Team um Bischof Dr. Michael Gerber und Generalvikar Christof Steinert wird wohl auch in den kommenden Monaten nur eingeschränkte Möglichkeiten haben, die Menschen, die hauptberuflich und ehrenamtlich im Bistum im Einsatz sind und Verantwortung übernommen haben, persönlich zu treffen. Deshalb werden im November 2020 weitere Digital-Dialogformate erprobt und Zeitpläne für das Jahr 2021 aktualisiert und konkretisiert. Die inzwischen entwickelten Konzepte werden gemeinsam weiterentwickelt, um auf dem Zukunftsweg des Bistums ("zusammen wachsen") sichtbar voranzukommen.

Zeitplanung aktualisiert: Dialog-Phase im Frühjahr und Sommer 2021
Über den weiteren Weg ist in einer Klausurtagung der Steuerungsgruppe für den Bistumsprozess in Fulda beraten worden. Dabei wurde auch die Zeitplanung aktualisiert: Ziel ist nun, bis zum Beginn des neuen Kirchenjahres 2021/2022 (also bis zum ersten Advent 2021) die Beratungsvorlagen in Entscheidungen umzusetzen. Dies ist mit der Hoffnung verknüpft, dass zumindest im Frühjahr und Sommer 2021 Präsenz-Veranstaltungen möglich sind, um die Zukunftskonzepte im Dialog mit den haupt- und ehrenamtlich Engagierten in den unterschiedlichen Regionen des Bistums sowie weiteren (nichtkirchlichen) Experten diskutieren und weiterentwickeln zu können. Grundlage sind dabei Beratungsvorlagen, die seit Jahresbeginn in Fachgruppen mit hoher Kompetenz und Weitsicht erarbeitet wurden. Auch hier hat die Corona-Krise den Zeitplan durcheinandergewirbelt: Zahlreiche Präsenz-Veranstaltungen konnten 2020 zum Schutz vor Infektionen nicht in der vorgesehenen Form umgesetzt werden. Deshalb wird für 2021 eine neu strukturierte „Dialog-Phase" mit differenzierten Beteiligungsmöglichkeiten konzipiert. Diese mündet im Herbst 2021 in Entscheidungen, die zum Beginn des neuen Kirchenjahres publik gemacht und ab 2022 schrittweise im gesamten Bistum Fulda umgesetzt werden.

Neue Zielgruppen im Blick: Motivation für spannende Projekte
Zunächst werden die Gremien auf Bistumsebene und dann auch Gremien in Pfarreien und Verbänden Gelegenheiten bekommen, die Ziele und Überlegungen für die Zukunft des Bistums zu reflektieren. Dabei geht es zum Beispiel um die Frage, wie durch eine gezielte Vernetzung der Aktivitäten vor Ort eine zukunftsgerichtete pastorale Vision entwickelt werden kann, die (mit missionarischer Kraft) neue Zielgruppen im Blick hat und zum Engagement in spannenden Projekten motiviert.

Angebot für die Verwaltungsräte
Bereits in der zweiten Novemberhälfte ist ein Angebot für die Verwaltungsräte im Bistum Fulda geplant: Nach der Sitzung des Kirchensteuerrates informiert Finanzdirektor Gerhard Stanke über die Finanzlage für 2021 und die Folgejahre und berät mit den Verwaltungsräten der Gemeinden vor Ort über kurzfristige Konsequenzen und mittelfristige Perspektiven.


Dialog-Angebot für die Pfarrgemeinderäte
Im kommenden Jahr wird es  ein entsprechendes Dialog-Angebot für die Pfarrgemeinderäte in der Fläche des Bistums geben. Dabei geht es stärker um Fragen der Seelsorge - zum Beispiel: Wie gelingt es, die notwendigen Veränderungen im Bistum nicht als mangelgeleitetes "Downsizing" („Gesundschrumpfung“) zu sehen, sondern als Anlass, den biblischen Auftrag Jesu und seine Zusagen neu in den Blick zu nehmen? Diese Neuausrichtung schafft die Voraussetzungen für künftiges Wachstum.

Direkter Kontakt mit der Hausleitung
Einzelne Reformprozesse im Bistum Fulda werden schon vor 2022 umgesetzt: Um die geplanten Veränderungen im Generalvikariat transparenter zu machen, wird es neben dem runderneuerten Intranet auch zusätzliche Angebote zum direkten Kontakt mit der Hausleitung geben: So sollen etwa nach dem Angelusgebet am Freitagmittag Generalvikar und Führungskräfte künftig für Fragen und zu Gesprächen rund um die anstehenden Struktur- und Kulturveränderungen zur Verfügung stehen. Zudem werden Ideen erprobt, Mitarbeitende unterschiedlicher Abteilungen gezielt miteinander ins Gespräch zu bringen.

UNANTASTBAR - die Postkarten-Aktion von Maria 2.0

Das Bild auf der Postkarte: Maria 2.0

Maria 2.0 Kassel wirkt mit bei der Maria 2.0-Postkarten-Aktion:

„WÜRDE und GLEICHBERECHTIGUNG“ in der katholischen Kirche heißt für mich …

Mach' mit - schreib' mit!
Deshalb unsere Einladung an dich: Teile (uns) mit, was du persönlich unter „Würde und Gleichberechtigung in der katholischen Kirche“ verstehst. Nein, keinen langen Aufsatz und keinen großen Aufwand: kurz und knackig – das kommt gut an!

Ihr Frauen!
Wer anders als wir Frauen selbst können beschreiben, was Würde und Gleichberechtigung für uns bedeutet? Überlassen wir dies nicht länger den Männern, die in der katholischen Kirche das Sagen haben! Sprechen wir selbst! -

Ihr Männer!
Und, ihr Männer, sprecht auch ihr, was ihr unter Würde und Gleichberechtigung in der katholischen Kirche versteht! - Denn: " Da ist nicht jüdisch noch griechisch, da ist nicht versklavt noch frei, da ist nicht männlich und weiblich: denn alle seid ihr einzig-einig im Messias Jesus." (Gal 3,28).

Nach Rom und Fulda
Wir werden Deine Stimme sammeln und mit Frauenstatements aus aller Welt nach Rom bringen (mit dabei CWC- Catholic Women Council, voices of faith, Maria 2.0, KFD Münster) - und ebenso soll Bischof Dr. Gerber unsere Statements kennen. Auch ihm werden wir sie übergeben.

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