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Claudia Procula, die Frau des Pilatus – besonderes Theatererlebnis in der Fastenzeit

Foto: privat / nh 

Eine scheinbar bekannte Geschichte, erzählt aus dem Blickwinkel derer, welche die Geschichte offiziell nicht mitgeschrieben haben und in diesem Fall aus der Sicht einer „Randfigur”, der Seherin und Ehefrau Claudia Procula. „Spannend und bewegend bis zur letzten Minute... ernsthaft aber kraftspendend und warm...“ waren begeisterte Zuschauer-Reaktionen. Die Träume der jungen Römerin Claudia führen sie in den Tempel der Isis, wo sie den Blick eines jungen Mannes nicht vergessen kann. Doch den großen Aufruhr in der Provinz Judäa, den sie und ihr Mann, der Statthalter Pontius Pilatus erleben, hat sie nicht vorhergesehen. Bis sie in ihren Träumen das Leid eines Gekreuzigten sieht.

Das „Ensemble Theatrum“ spielt am 23. März 2019 um 16 Uhr in der Elisabethkirche Kassel das Stück „Claudia Procula – die Frau des Pilatus“ als besonderes Theatererlebnis in der Fastenzeit. Das Stück widmet sich dem Passionsgeschehen in sensiblen Theaterbildern mit Musik und einem faszinierenden Bühnenbild.

Schauspieler/innen
Es spielen Friederike v. Krosigk, Hannah Vongries, Hubertus v. Krosigk und Thomas Zieler. Das „Ensemble Theatertrum“ ist ein professionelles Theaterensemble mit fester Bühne im 800 Jahre alten Schloss Hohenerxleben, Sachsen-Anhalt und Gastspielen in ganz Deutschland.

Eintritt/Karten
Der Eintritt kostet 14 Euro, ermäßigt 10 Euro.
Es gibt freie Platzwahl.
Karten im Vorverkauf gibt es in der Buchhandlung St. Elisabeth, Die Freiheit 2, Kassel.

Veranstalter
Katholisches Dekanat Kassel-Hofgeismar, Evangelisches Forum und die Kirchengemeinde Sankt Elisabeth Kassel.

Woran glaubt Jesus? Die Predigten zur Fastenzeit 2019

Für Christen und Christinnen ist es normal, über ihren Glauben an Jesus Christus zu sprechen. Aber hat jemand eine Vorstellung davon, woran Jesus selbst geglaubt hat? Er gilt als Wissender, Schauender, Sohn Gottes und ist weit mehr Ziel des Glaubens als selbst Glaubender. Da irritiert die Frage danach, was seinen eigenen Glauben ausgemacht hat. Genau dieser Verunsicherung gehen die Prediger und die Predigerin in der Reihe der Fastenpredigten 2019 nach. Den Anfang macht Pater Anselm Grün am 17. März. Beginn in der Kirche Sankt Familia ist 17 Uhr.

Pater Anselm Grün OSB hat durch seine vielen öffentlichen Aktivitäten und seine zahlreichen Bücher eine große Bekanntheit erlangt. Der spirituelle Ratgeber und geistliche Berater stellt den Vers „Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?" in den Mittelpunkt seiner Predigt am 17. März. Dieser Vers findet sich in den Psalmen (22,2), im Matthäus- (27,46) und im Markus-Evangelium (15,34).

Prof. Dr. Ludger Schenke, bis 2005 Professor für Neues Testament an der katholisch-theologischen Fakultät der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, beschäftigt sich in seiner Fastenpredigt am 24. März mit der Beziehung zwischen Jesus und dem Vater im Johannes-Evangelium: „Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen” (Joh 14,9).

Prof. Dr. Margit Eckholt, Professorin für Dogmatik und Fundamentaltheologie an der Universität Osnabrück, predigt am 31. März zu Jesu Option für die Armen: „Er hat mich gesandt, damit ich den Armen eine gute Nachricht bringe“ (Lukas-Evangelium 4,16-21).

Jüdische Heimat
Zum Thema der diesjährigen Fastenpredigten meint Dechant Harald Fischer von der einladenden Katholischen Kirche Kassel, es werde leicht übersehen, dass Jesus „wahrhaft Mensch“ war. Jesus wuchs in den Glauben seiner jüdischen Heimat hinein und hat erst langsam das Selbstbewusstsein dafür entwickelt, dass ihm in der Glaubensgeschichte des Judentums eine besondere Rolle zuwachsen könnte. Dieses Selbstbewusstsein Jesu thematisiert die diesjährige Reihe der „Predigten zur Fastenzeit“. Wie ist Jesus zu seinem Glauben gekommen? Was hat er überhaupt geglaubt? Was hat er über sich selber gedacht? Erst spät hat die kirchliche Tradition über ihn gesagt, er sei „wahrer Mensch und wahrer Gott, gezeugt nicht geschaffen”. Fischer: „Jesus war zum Glauben herausgefordert – nicht weniger als wir heute. Diese Erkenntnis macht ihn nicht kleiner, sondern rückt ihn näher an den Lebensalltag der Menschen, zu denen er sich im Laufe seines Lebens immer deutlicher gesandt wusste.“

Reihe „Predigten zur Fastenzeit“
Die Reihe „Predigten zur Fastenzeit“, veranstaltet von der Katholischen Kirche Kassel, stellt zentrale Fragen und Themen des christlichen Glaubens in den Mittelpunkt von Auseinandersetzung und Auslegung. Die Predigten finden in der Kirche Sankt Familia (Kölnische Str. 53) statt, immer sonntags (17.3., 24.3., 31.3.) von 17 bis 18 Uhr.
Der Eintritt ist frei.

Die Reihe „Predigten zur Fastenzeit 2019“ im Überblick:

Thema: Woran glaubt Jesus?

Sonntag, 17. März 2019
Pater Anselm Grün OSB, Abtei Münsterschwarzach:
Wider alle Hoffnung hoffen

Sonntag, 24. März 2019
Prof. Dr. Ludger Schenke, Mainz:
„Ich und der Vater sind eins“ (Johannes-Evangelium 10,30)

Sonntag, 31. März 2019
Prof. Dr. Margit Eckholt, Osnabrück:,
„Er hat mich gesandt, damit ich den Armen eine gute Nachricht bringe“ (Lukas-Evangelium 4,16-21).

Zeit:
Jeweils Sonntag 17:00 bis 18:00 Uhr

Ort:
Kirche Sankt Familia Kassel,
Kölnische Straße 53 (Nähe Hauptbahnhof, 7 min Fußweg)
Haltestelle Kirche Sankt Familia, Buslinien 10, 52, 110, 500

Eintritt:
frei

Veranstalterin:
Katholische Kirche Kassel im Bistum Fulda

Fastenpredigten zum Nachhören

Foto: RK_by_Wilhelmine Wulff / pixelio.de

Für Christen und Christinnen ist es normal, über ihren Glauben an Jesus Christus zu sprechen. Aber hat jemand eine Vorstellung davon, woran Jesus selbst geglaubt hat? Er gilt als Wissender, Schauender, Sohn Gottes und ist weit mehr Ziel des Glaubens als selbst Glaubender. Da irritiert die Frage danach, was seinen eigenen Glauben ausgemacht hat. Genau dieser Verunsicherung gehen die Prediger und die Predigerin in der Reihe der Fastenpredigten 2019 nach:

  • Die Fastenpredigt am 17. März von Pater Anselm Grün zum Nachhören: "Der Glaube Jesu ist geprägt von der Hoffnung, dass Jesus selbst am Kreuz in Gottes guter Hand ist." ... [ mehr ] ...

Benefizkonzert für die Telefonseelsorge Nordhessen in der Elisabethkirche Kassel

Zum großen Benefizkonzert „Lichtblicke“ lädt der Förderverein der Telefonseelsorge am Sonntag, den 24. März um 19.30 Uhr in die Elisabethkirche in Kassel ein. Es wirken Chöre, Musikensembles und Solisten mit. Ein bunter Strauß von Melodien von Klassik über Pop bis zu gregorianischen Gesängen wird an diesem Abend dargeboten.

Begeisternde Musik
Die beiden Solistinnen Mana Usui (Orgel) und Kerstin Röhn (Saxophon) begeistern auf ihren Instrumenten in Solo und Duett mit Stücken von Johann Sebastian Bach und Robert Planel. Mozarts Divertimento No.1 wird präsentiert vom Trio Fiona Dancy (Oboe), Matthias Enkemeier (Klarinette) und Eduard Menzel (Fagott), einem Bläsertrio mit virtuosen Zusammenklang. Pop erklingt, wenn die Kirchenband Staufenberg spielt. Dass klassische Musik für junge Menschen hip ist, stellen das Kammerorchester und das Flötenensemble des Friedrichsgymnasiums unter Beweis. Die Chöre, die für die Telefonseelsorge singen, sind der Polizeichor unter der Leitung von Kurt Hellwig und in Begleitung der international bekannten Kasseler Sopranistin Astrid Weber, der „ELSE-Chor“ aus Eltern, Lehrkräften, Schülerinnen und Schüler und Ehemalige des Friedrichsgymnasiums unter der Leitung von Robert Kleist und die Gregorianik Schola Hofgeismar.

Eintritt/Spende
Der Eintritt ist frei.
Um eine Spende für die TelefonSeelsorge Nordhessen wird am Ausgang gebeten.

TelefonSeelsorge Nordhessen
Die TelefonSeelsorge Nordhessen, gegründet 1957, gehört zu den ältesten Einrichtungen dieser Art in Deutschland: "Wir sind in unserem Menschenbild und in unserer Arbeitsweise den christlichen Kirchen verbunden, sind aber für jeden unabhängig von Geschlecht, Alter, Weltanschauung oder Konfession da."
Die derzeit 70 ehrenamtlichen TelefonSeelsorgerinnen und -seelsorger, besetzen das Telefon rund um die Uhr, Tag für Tag. Die ehrenamtlich Mitarbeitenden werden von einer Hauptamtlichen begleitet und koordiniert und reflektieren ihre Arbeit in regelmäßig stattfindenden Supervisionen.
Die TelefonSeelsorge Nordhessen arbeitet nach bundesweit verbindlichen Standards, im Verbund mit 104 weiteren TelefonSeelsorgestellen in Deutschland.
Im Jahr 2017 konnte die TelefonSeelsorge Nordhessen gut 13.000 Anrufe zählen, von denen 64% Seelsorge- und Beratungsgespräche waren. 73% der Anrufenden waren Frauen, 27 % Männer. Nach technischen Neuerungen durch den Hauptsponsor aller deutschen Telefon-Seelsorge-Einrichtungen, der Deutschen Telekom, arbeitet die TelefonSeelsorge Nordhessen im Verbund mit den benachbarten Einrichtungen aus Fulda, Gießen, Marburg und Wetzlar zusammen.

Wir werden den von uns eingeschlagenen Weg der Aufarbeitung und Aufklärung konsequent weiter gehen

Mit einem umfangreichen Pressebericht hat Kardinal Reinhard Marx persönlich ("ich" im Text) die Ergebnisse der Frühjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz am 14. März 2019 in Lingen der Öffentlichkeit vorgestellt. Hier dokumentieren wir die Ergebnisse zum Thema "Konsequenzen aus der Missbrauchs-Krise".
 

Zum Stand der Arbeiten in der Deutschen Bischofskonferenz

  • Die konkreten Umsetzungen aus den in Fulda beschlossenen Punkten hat Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz für Fragen des sexuellen Missbrauchs im kirchlichen Bereich und für Fragen des Kinder- und Jugendschutzes, Bischof Dr. Stephan Ackermann (Trier), bei der gestrigen Pressekonferenz vorgestellt. Ich rufe sie hier nur in Erinnerung und zwar jene fünf Teilprojekte, die für uns ein sichtbarer Maßnahmenkatalog sind: Das Teilprojekt Unabhängige Aufarbeitung, das Teilprojekt der Überprüfung und Weiterentwicklung des Verfahrens zu Leistungen in Anerkennung zugefügten Leids, das Teilprojekt der Einrichtung unabhängiger Anlaufstellen für Betroffene, das Teilprojekt zur Standardisierung in der Führung der Personalakten der Kleriker und das Teilprojekt zum Monitoring für die Bereiche der Intervention und der Prävention.
     
  • In Ergänzung zu dem, was Bischof Dr. Ackermann dargestellt hat, möchte ich einen weiteren Aspekt ergänzen, der für unsere Beratungen wichtig war. Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg) hat uns einen Überblick zum Themenfeld „Kirchliches Recht“ gegeben, das in Teilen mit den zuvor genannten Punkten verbunden und dass ein weiteres Arbeitspaket ist. Einige Aspekte hat er jetzt schon benannt so zum Beispiel die Weitergabe einer Anzeige sexuellen Missbrauchs bei der kirchlichen Stelle an die Staatsanwaltschaft. Gerade dieser Aspekt wird erneut in der aktuell anstehende Revision der Leitlinien berücksichtigt. Zum Themenfeld „Kirchliches Recht“ gehören insbesondere Fragen des materiellen Strafrechts und des Strafprozessrechts sowie der Verwaltungsgerichtsbarkeit. Die Vollversammlung hat in diesem komplexen Bereich beschlossen, vorrangig einen Vorschlag zu Spezialgerichten für Strafverfahren bei sexuellem Missbrauch an Minderjährigen und eine Ordnung für Verwaltungsgerichte im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz zu erarbeiten.
     

Zum Treffen der Vorsitzenden aller Bischofskonferenzen in Rom:

  • Der Vollversammlung habe ich einen Bericht über die Konferenz der Vorsitzenden aller Bischofskonferenzen in Rom vom 21. bis 24. Februar 2019 gegeben, die unter dem Leitwort „Protection of minors“ stand. Erstmals hat eine solche Konferenz im Vatikan stattgefunden. Wie ich bereits in Rom im Anschluss an die Konferenz erklärt habe, empfand ich die Gesprächsatmosphäre als offen, ehrlich, deutlich und mit der klaren Bereitschaft von allen, die anstehenden Fragen beim Thema sexueller Missbrauch Minderjähriger quer über alle Kontinente anzugehen. Besonders die Zeugnisse der Betroffenen haben dazu beigetragen. Dabei ging es nicht um einen rasch zusammengestellten Maßnahmenkatalog, sondern um den globalen realistischen Blick und die Erkenntnis: Wir tragen Verantwortung gegenüber den Betroffenen in aller Welt. Niemand von uns kann das Problem länger negieren oder gar tabuisieren.
     
  • In der Vollversammlung habe ich die Anliegen von Papst Franziskus bei dieser Konferenz vermittelt: die Verbindlichkeit von Leitlinien; die Einhaltung der Leitlinien mithilfe eines Monitorings; die Unterstützung lokaler und regionaler Aktivitäten von Rom aus, dazu gehören auch Fragen des Kirchenrechts. Sicherlich mag für viele Menschen in unserem Land die Rede von Papst Franziskus zum Abschluss der Konferenz den Erwartungen nicht entsprochen haben. Ich möchte aber an einige Aspekte erinnern, die den Weg, den wir als Kirche in Deutschland eingeschlagen haben, bestätigen. Dazu zählen unsere Leitlinien, aber auch die umfangreiche Präventionsarbeit. Der Papst hat betont, dass in der Kirche das Pflichtbewusstsein gewachsen sei, „nicht nur danach zu streben, den höchst schwerwiegenden Missbräuchen durch Disziplinarmaßnahmen und zivile und kanonische Prozesse Einhalt zu gebieten, sondern auch, sich dem Phänomen mit Entschlossenheit sowohl innerhalb als auch außerhalb der Kirche zu stellen“. Dies und die Forderung von Papst Franziskus nach „Demut, Selbstanklage, Gebet und Buße“ müssen uns aufrütteln. In diesem Geist geht es um eine Reform der Kirche, eine wirkliche Erneuerung im Geiste Jesu. Kinderschutz und die Bekämpfung von Klerikalismus hat der Papst deutlich formuliert.
     
  • Wichtig war – und das hat auch die Diskussion in der Vollversammlung bestätigt – die Begegnung mit den Betroffenen und Verbänden. Mit dem Treffen wollte ich zuhören und verstehen und die Anliegen der Verbände anderen Bischöfen und dem Heiligen Vater vermitteln. Dieser Dialog muss weitergeführt werden. Gerade das haben wir in unseren Beratungen in Lingen bestätigt: Wir müssen weiterhin den kontinuierlichen Dialog mit den Betroffenen suchen.
     

Zum Studientag: „Die Frage nach der Zäsur – Studientag zu übergreifenden Fragen, die sich gegenwärtig stellen“

  • Wir haben einen Studientag zu dem Thema „Die Frage nach der Zäsur – Studientag zu übergreifenden Fragen, die sich gegenwärtig stellen“ durchgeführt. Die MHG-Studie hat eine Reihe von Fragen aufgeworfen. Wir haben uns seither mit Fragen der materiellen Anerkennung erlittenen Leids, der Aufarbeitung, der Präventionsmaßnahmen und mit weiteren Themen befasst, die sich aus der Aufdeckung der Fälle sexuellen Missbrauchs in der Kirche ergeben.
     
  • Wie bereits in Fulda festgehalten, gehören für uns auch grundsätzliche Anfragen an die Kirche und ihre Praxis dazu, die es ebenso anzugehen gilt wie die konkreten Handlungsansätze. Es liegt an uns, diese sogenannten übergreifenden bzw. systemischen Fragen in aller Offenheit auf den Tisch zu legen und miteinander nach Wegen zu suchen, wie wir sie künftig besser und klarer behandeln können.
     
  • Unser Studientag war dabei auf drei Fragenkreise konzentriert, die sich aus dem Beschluss von Fulda ergeben:
    - die Frage nach dem Umgang mit Macht in der Kirche,
    - die Frage nach der Zukunft der priesterlichen Lebensform,
    - und die Frage nach der Weiterentwicklung der kirchlichen Sexualmoral.
    Bevor wir diese Fragen in einem größeren Kreis von Personen, mit Laienvertretern, kirchlichen Mitarbeitern, kirchlichen und nichtkirchlichen Fachleuten und insbesondere auch mit von sexuellem Missbrauch und Machtmissbrauch Betroffenen diskutieren werden, war es uns ein Anliegen, im Rahmen des Studientages, uns diese Themen vor Augen zu führen und offen auszutauschen. Als Gäste waren P. Prof. Dr. Godehard Brüntrup SJ (Professor für Philosophie an der Hochschule für Philosophie München), Sr. Dr. Katharina Kluitmann OSF (Vorsitzende und Präventionsbeauftragte der Deutschen Ordensobernkonferenz), Prof. Dr. Miriam Rose (Professorin für evangelische systematische Theologie, Jena) und Prof. Dr. Thomas Sternberg (Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Bonn) eingeladen, die die Diskussion in wesentlichen Teilen bereichert haben.
     
  • Unter der Moderation von Prof. Dr. Julia Knop (Professorin für Dogmatik an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Erfurt) erläuterte zunächst Prof. Dr. Gregor Maria Hoff (Professor für Fundamentaltheologie an der Universität Salzburg) einige zentrale Aspekte zur Frage des Umgangs mit Macht in der Kirche. Dabei wies er nicht nur auf die Allgegenwart von Machtverhältnissen in menschlich-sozialen Beziehungen hin, sondern verdeutlichte auch die erhebliche Gefahr der Kirche, sich beim Umgang mit Macht in einer „Sakralisierungsfalle“ zu verstricken. Die Macht der Religion wird dabei im Zeichen der Sakralität auf ihre Vermittler abgeleitet. Es entsteht ein Kreis der Eingeweihten, der seinen behaupteten Machtanspruch immunisiert und für den eigenen Statuserhalt instrumentalisiert. Im Referat und auch in den nachfolgenden Diskussionen wurde deutlich, wie entscheidend in diesem Zusammenhang die Aspekte der Teilung und der klar geregelten Kontrolle von Macht sind. Hier besteht ein erheblicher Entwicklungsbedarf der kirchlichen Strukturen, den wir weiter angehen.
     
  • Prof. Dr. Philipp Müller (Professor für Pastoraltheologie an der Universität Mainz) wies in seinem Beitrag auf die krisenhafte Situation priesterlicher Lebensgestaltung hin. So, wie sich der Status quo in Bezug auf die Auswahl, die Ausbildung, die Unterstützung, Begleitung und die berufliche Zufriedenheit unserer Priester derzeit darstellt, führt er in immer geringerem Maß zu geeigneten, kompetenten und psychosozial nachhaltig stabilen Priestern. In der Diskussion stand deshalb außer Frage, dass Veränderung erforderlich ist, wenn das Priestertum Zukunft haben soll. Dabei werden wir an verschiedenen Punkten reformieren müssen und dürfen in der Diskussion auch die Themen Zölibat und Zugang von Frauen zu kirchlichen Ämtern nicht aussparen.
     
  • Prof. Dr. Eberhard Schockenhoff (Professor für Moraltheologie an der Universität Freiburg) hat in seinen Ausführungen deutlich auf Anachronismen, Widersprüche und lebensfremde Aspekte in der kirchlichen Sexualmoral und ihrer Darstellung hingewiesen. Im Hinblick auf die menschliche Sexualität ist der Kirche nach seiner Einschätzung eine konstruktive Aneignung humanwissenschaftlicher Einsichten noch nicht gelungen. Das Gespräch darüber machte deutlich: In einer künftigen kirchlichen Sexualethik wird dem Schutz der menschlichen Würde eine unvermindert hohe Bedeutung zukommen, was nach strengen Maßstäben zwischen frei einwilligenden Personen und unter Wahrung von Treueverpflichtungen geschieht. Darüber hinaus stellt eine kirchliche Sexualethik ein ganzheitliches Orientierungsangebot für eine sexuelle Praxis als Ausdruck menschlicher Liebe dar, das jedoch nicht im Sinn einer naturalistisch kurzschlüssigen Verbotsethik vermittelt werden sollte.
     
  • Die Diskussionen und Gespräche in den Arbeitsgruppen und Plenumsrunden waren offen, brachten manche Kontroversen zum Ausdruck und ließen deutlich werden, dass die angesprochenen Themen mit dem Studientag allenfalls angerissen, aber keineswegs erledigt werden konnten.
     

Zusammenfassung und weiteres Vorgehen:

  • Erschütterungen verlangen besondere Vorgehensweisen. Die Missbrauchsstudie und in ihrer Folge die Forderung Vieler nach Reformen zeigen: Die Kirche in Deutschland erlebt eine Zäsur. Der Glaube kann nur wachsen und tiefer werden, wenn wir frei werden von Blockierungen des Denkens, der freien und offenen Debatte und der Fähigkeit, neue Positionen zu beziehen und neue Wege zu gehen.
     
  • Die Kirche braucht ein synodales Voranschreiten. Papst Franziskus macht dazu Mut. Und wir fangen nicht am Nullpunkt an. Die Würzburger Synode (1972 bis 1975) und auch der Gesprächsprozess der vergangenen Jahre haben den Boden bereitet, auch für viele Herausforderungen von heute. Einstimmig haben wir beschlossen, einen verbindlichen synodalen Weg als Kirche in Deutschland zu gehen, der eine strukturierte Debatte ermöglicht und in einem verabredeten Zeitraum stattfindet und zwar gemeinsam mit dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken. Wir werden Formate für offene Debatten schaffen und uns an Verfahren binden, die eine verantwortliche Teilhabe von Frauen und Männern aus unseren Bistümern ermöglichen. Wir wollen eine hörende Kirche sein. Wir brauchen den Rat von Menschen außerhalb der Kirche.
     
  • Daher benenne ich die drei Punkte, die beim Studientag eine Rolle spielten und um die es gehen wird:
     
    1) Wir wissen um die Fälle klerikalen Machtmissbrauchs. Er verrät das Vertrauen von Menschen auf der Suche nach Halt und religiöser Orientierung. Was getan werden muss, um den nötigen Machtabbau zu erreichen und eine gerechtere und rechtlich verbindliche Ordnung aufzubauen, wird der synodale Weg klären. Der Aufbau von Verwaltungsgerichten gehört dazu.
     
    2) Wir wissen, dass die Lebensform der Bischöfe und Priester Änderungen fordert, um die innere Freiheit aus dem Glauben und die Orientierung am Vorbild Jesu Christi zu zeigen. Den Zölibat schätzen wir als Ausdruck der religiösen Bindung an Gott. Wie weit er zum Zeugnis des Priesters in unserer Kirche gehören muss, werden wir herausfinden.
     
    3) Die Sexualmoral der Kirche hat entscheidende Erkenntnisse aus Theologie und Humanwissenschaften noch nicht rezipiert. Die personale Bedeutung der Sexualität findet keine hinreichende Beachtung. Das Resultat: Die Moralverkündigung gibt der überwiegenden Mehrheit der Getauften keine Orientierung. Sie fristet ein Nischendasein. Wir spüren, wie oft wir nicht sprachfähig sind in den Fragen an das heutige Sexualverhalten.
     
  • Geeignete Formate zur Klärung von Neuausrichtung und Veränderung werden wir in diesem Jahr bei der Vorbereitung des synodalen Prozesses suchen. Dazu gehören bereits jetzt auf der Vollversammlung verabredete Foren, die sich den zuvor genannten drei Punkten widmen werden: Das Forum „Macht, Partizipation, Gewaltenteilung“ wird von Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann (Speyer) verantwortet, das Forum „Sexualmoral“ von Bischof Dr. Franz-Josef Bode (Osnabrück) und das Forum „Priesterliche Lebensform“ von Bischof Dr. Felix Genn (Münster). Einen Zwischenbericht werden wir bei einer Konferenz am 12. und 13. September 2019 in einer gemeinsamen Zusammenkunft von Bischöfen, Mitgliedern des Zentralkomitees der deutschen Katholiken und weiterer Personen geben. Bis dann werden auch Zeitpunkt und Dauer der strukturierten Debatten klar sein.

Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Bischofskonferenz am 14. März 2019

 

Einladung zur Pilgerwanderung mit künftigem Bischof Dr. Michael Berger

Unter dem Motto „Gottes Geschichte mit uns – ‚Du stellst meine Füße in weiten Raum‘ (Ps 31,9)“ lädt das Bistum Fulda alle Interessierten zu einer Pilgerwanderung mit dem künftigen Bischof Dr. Michael Gerber ein. Start ist am Samstag, 30. März, um 11 Uhr an der Wallfahrtskapelle Kleinheiligkreuz.

Weiterer Startpunkt
Ein zusätzlicher Einstieg zum Mitpilgern ist ab 15.30 Uhr an der Pfarrkirche St. Markus in Haimbach möglich. Die Ankunft der Pilgergruppe ist für ca. 17 Uhr in Fulda vorgesehen. Um 18 Uhr besteht die Gelegenheit zu einem einfachen Pilgeressen. Um 20 Uhr schließt sich eine Vigil mit Bischof Dr. Gerber im Hohen Dom zu Fulda an, die sich besonders an junge Menschen richtet.

Abend der Versöhnung
Bereits am Vorabend, Freitag, 29. März, findet um 20 Uhr in der Pfarrkirche St. Simon und St. Judas in Blankenau ein „Abend der Versöhnung“ mit dem neuen Bischof statt.

Organisation
Die Pilger werden gebeten, sich Getränke und Verpflegung für den Tag selbst mitzubringen. Für die Teilnahme am Abendessen wird um Voranmeldung bis 25. März gebeten. Essensmarken können zum Preis von 5 Euro bereits im Vorfeld per E-Mail: organisation@bistum-fulda.de bestellt werden.

Anmeldung
Hier oder unter Tel. 0661/87-400 kann man sich auch für die Pilgerwanderung anmelden und weitere Informationen erhalten.

Mensch, wo bist Du? - Dekanatsmessen in der Fastenzeit

Das MISEREOR-Hungertuch 2019/2020 „Mensch, wo bist du?“
von Uwe Appold © MISEREOR

"Mensch, wo bist Du?" ist Thema der Dekanatsmessen in der Elisabethkirche (Friedrichsplatz 13) in der Fastenzeit. Sonntags um 18.00 Uhr wird in den kommenden Wochen das neue Hungertuch des Künstlers Uwe Appold in Verbindung mit den Sonntagslesungen im Mittelpunkt der Verkündigung stehen.

10.03., 17.03., 24.03., 31..03., 07.04.
In unterschiedlichen Teams werden die Gottesdienste am 10., 17., 24., 31. März und 7. April gestaltet von den Pfarrern Thomas Mayer und Mario Kawollek, den Pastoralreferentinnen Julia Mikuda und Beatrix Ahr, sowie Pastoralreferent Stefan Ahr.

Gott sucht den Menschen
"Mensch, wo bist du?": Mit dieser Frage sucht Gott die ersten Menschen im Paradies. Das Hungertuch lädt ein, im Entdecken und Entschlüsseln unsere eigenen Antworten zu finden.

Die Frage Gottes fordert uns heraus: Wo stehst du und wofür stehst du auf? Wer bist du? Eine Standortbestimmung. Eine Neuausrichtung. Eine Frage, die in den Kern der Verantwortung eines jeden Menschen zielt.

Der Künstler Uwe Appold hat mit Erde aus Jerusalem gearbeitet, die den goldenen Ring und das „gemeinsame Haus“ mit der offenen Tür trägt: Im Zentrum steht die Zusage Gottes, dass seine Liebe besonders die Ausgegrenzten mitten hinein holt. (Quelle: misereor.de)

Dringend kleine Wohnung nahe Kirchweg, Kassel, gesucht

Die 23-jährige Tochter einer 5köpfigen Familie, die in Kassel Wehlheiden lebt, wurde durch ein Gewaltverbrechen schwer behindert. Sie kann nicht mehr – wie vorher – unbelastet und ohne Hilfe in einer anderen Stadt wohnen. Sie kann nur noch schwer laufen und hat wegen starker Hirnverletzungen Gedächnis- und Konzentrationsverluste. Deshalb ist sie im Alltag auf regelmäßige Assistenz angewiesen.

Mit Unterstützung der Familie
Diese Assistenz wollen die Familienangehörigen übernehmen. Die elterliche Wohnung in Kassel-Wehlheiden ist allerdings zu klein, um die Tochter und Schwester dort auf Dauer aufzunehmen. Leider leben andere Verwandte nicht in Kassel, sondern in weit entfernten Orten.

Deshalb sucht die Familie dringend ab sofort eine kleine 1-2 Zi-Whg. in Kassel/Kirchweg und Umgebung – Zugang mit möglichst wenigen Treppenstufen.

Dann könnte die Tochter einerseits wieder so weit wie möglich eigenständig wohnen. Das ist ein großer Wunsch der jungen Frau. Sie hätte dann die Familie in Fußnähe, die sie regelmäßig unterstützen kann.

Wer etwas weiß oder vermitteln kann, melde sich beim Sozialdienst katholischer Frauen e.V. am besten telefonisch: 0561 / 7004 236.

Bibliodrama-Gruppe in der Fastenzeit

Das MISEREOR-Hungertuch 2019/2020 „Mensch, wo bist du?“ von Uwe Appold © MISEREOR

Die Passionserzählungen der vier Evangelisten übermitteln keine Tatsachenberichte. Vielmehr sind es Meditationen über den Sinn und Unsinn des gewaltsamen Endes Jesu, Ausdeutungen menschlicher Abgründe, Reflexionen über den Glauben Jesu im Angesicht seines Todes.

Selbst gemeint
Dabei sind diese Betrachtungen bewusst so angelegt, dass der Lesende bzw. Hörende dieser Texte sich nicht „informiert“, sondern selber gemeint fühlt: Er soll sich „hineinlesen“, also einfühlen in die Akteure, die Täter, in das Opfer. Am Ende der Lektüre soll er ein anderer geworden sein: Sowohl seine Sicht auf den Menschen, den Glauben, sich selbst …

"Vielleicht, dass Gott auf Weinende hört" (Kurt Marti)
Das Bibliodrama-Angebot hat zum Ziel, die Themen der Passion in einer Gruppe geistlich zu erschließen und für die persönliche Suche aufzuschließen, in welcher Weise die Geschehnisse des Kreuzwegs Jesu jeden persönlich "an-gehen".

Vier Abende
An vier Abenden wird die Gruppe versuchen, der Passionserzählung des Markus bibliodramatisch näher zu kommen. Oder besser: zu erfahren, in welcher Weise und in welcher Absicht das Evangelium ("Biblio") an jedem Einzelnen seine Wirkung ("Drama") entfaltet.

Voraussetzungen
Verschwiegenheit, regelmäßige Teilnahme

Termine:
11.03.
19.03.
25.03.
02.04.

Leitung:
Harald Fischer, Pfarrer; Exerzitienseelsorger
Otmar Leibold, Dipl.Theol.; Bibliodramaleiter; Leiter analyt. Gruppenpsychotherapie (G3G)

Kosten:
80 Euro max. Teilnehmer*innen: 14 Personen

Dr. Michael Gerber wird neuer Bischof von Fulda

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, gratuliert dem künftigen Fuldaer Bischof. In einem Glückwunschbrief schreibt Kardinal Marx: „Im altehrwürdigen Bistum Fulda wirst Du künftig der jüngste deutsche Bischof sein. Ich bin Dir dankbar für Deinen aufopferungsvollen und engagierten Dienst in unserer Bischofskonferenz.“

Jüngster Bischof Deutschlands
Immer wieder bringe sich Weihbischof Gerber in aktuelle Debatten der Vollversammlung kenntnisreich und durch die umfangreiche pastorale Erfahrung seines priesterlichen Wirkens mit ein. „Das Bistum Fulda darf sich freuen, einen Seelsorger und guten Hirten im besten Sinne des Wortes als seinen künftigen Bischof zu wissen. Weltjugendtage hast Du ebenso erlebt wie den Mannheimer Katholikentag, an dem Du tatkräftig mitgewirkt hast. Gerade Deine langjährige Verantwortung als Regens im Freiburger Priesterseminar ist eine unverzichtbare Erfahrung, die Du stets mit in den Beratungen der Bischofskonferenz zur Geltung gebracht hast“, so Kardinal Marx. Das Bistum Fulda dürfe sich auf einen Bischof freuen, der sich durch eine den Menschen zugewandte Art, gute Spiritualität und theologischen Scharfsinn auszeichne.

48 Jahre alt, seit 2013 Weihbischof im Erzbistum Freiburg
Weihbischof Dr. Michael Gerber wurde 1970 in Oberkirch geboren. Nach dem Abitur studierte er Theologie und wurde 1997 zum Priester geweiht. Er arbeitete als Vikar und in der Hochschulseelsorge, seit 2001 im Priesterseminar Collegium Borromaeum, dessen Regens er von 2011 bis 2014 war. 2013 wurde er Weihbischof im Erzbistum Freiburg. In der Deutschen Bischofskonferenz ist Weihbischof Gerber Mitglied der Kommission für Geistliche Berufe und Kirchliche Dienste sowie der Jugendkommission. (Pressemitteilung der Deutschen Bischofskonferenz vom 13. Dezember 2018)

Amtseinführung am Sonntag, 31. März 2019
Der Termin der Amtseinführung des neuen Oberhirten ist Sonntag, 31. März 2019, um 15.00 Uhr im Hohen Dom zu Fulda. Im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes wird Bischof Dr. Gerber dann nach Überreichung des päpstlichen Ernennungsschreibens an das Fuldaer Domkapitel als neuer Bischof von Fulda eingeführt.

Dr. Michael Gerber schreibt in einem "Brief an die Schwestern und Brüder im Bistum Fulda und im Erzbistum Freiburg":

"Bisher hatte ich nur wenige Begegnungen mit Menschen im Bistum Fulda: Dankbar schaue ich auf Begegnungen und Gespräche im Kontext der Herbstvollversammlungen der Deutschen Bischofskonferenz zurück, ebenso auf das Liobafest im vergangenen Jahr auf dem Petersberg oder eine sehr beeindruckende Begegnung vor einigen Jahren am Point Alpha und an­ schließend mit engagierten Katholiken in Geisa. Heute möchte ich allen Men­schen danken, die in den vergangenen Jahren Verantwortung für das Bistum Fulda getragen haben und noch tragen. Allen voran ist dies mein Vorgänger, Bischof Heinz-Josef Algermissen und mit ihm viele Engagierte, die auf unter­schiedlichen Ebenen im Bistum aktiv sind. Die kommenden Monate und Jah­ren werden von vielen Begegnungen mit Ihnen geprägt sein. Ich freue mich sehr, Sie kennenzulernen. Bei der Frage nach der Zukunft der Kirche ist das für mich ein wesentlicher Bezugspunkt: Was hat Gott in und durch die jeweils konkreten Menschen wachsen lassen , welche Geschichte hat er bisher mit uns geschrieben und zu welchem neuen Schritt möchte er uns heute heraus­fordern?"

  • Der vollständige Brief wird hier weiter unten als Download angeboten.

Dechant Harald Fischer freut sich, dass das Bistum einen neuen Bischof hat. Er sagt zur Ernennung von Dr. Michael Gerber:
"
Schön, dass wir im Bistum Fulda einen neuen Bischof haben! Ich gratuliere Weihbischof Dr. Michael Gerber sehr herzlich zu seiner Ernennung und wünsche ihm Gottes reichen Segen für seine zukünftige Aufgabe. Sie wird ganz sicher nicht leicht sein. Dr. Michael Gerber ist im Bistum Fulda unbekannt. Das gilt für beide Seiten: Er kennt sein neues Bistum nicht, wir kennen ihn nicht. Wir freuen uns auf ihn! Er ist ein noch relativ junger Mann. Das stärkt die Hoffnung, dass er die Kraft zu Aufbrüchen hat und den Reformstau angeht, den es auch im Bistum Fulda gibt. Wir brauchen mutige Schritte mit klaren Zielen, um den gesellschaftlichen und kirchlichen Herausforderungen zu begegnen. Wir brauchen diese mutigen Schritte im Bistum Fulda.
Auf den neuen Bischof Dr. Michael Gerber warten sehr viele Aufgaben. Aber es gibt sehr viele Menschen, die bereit sind, zuversichtlich und tatkräftig mit ihm in die Zukunft zu gehen. Wir hoffen sehr, dass er Kassel nicht als Randgebiet des Bistums wahrnimmt, sondern das große Zukunftspotenzial erkennt, das es hier gibt. Als einzige Großstadt des Bistums Fulda spiegeln sich hier alle Themen, von denen manches in Fulda erst zeitverzögert sichtbar wird. Die Katholiken in Kassel wollen sehr gerne mit ihm kraftvoll in eine gute Zukunft unserer Kirche gehen."

Magische Musik in der Elisabethkirche

Der Auftritt des Lucia-Chores war einer der Höhepunkte
im Kulturprogramm 2018 (Foto Leitschuh / nh)

Auch im ersten Halbjahr 2019 bietet die Elisabethkirche viel Kultur und Musik und baut damit ihre Arbeit als „Kulturkirche“ weiter aus. Beginn am Valentinstag. Mit „magic acoustic guitars“ konnte eines der besten deutschen Gitarrenduos gewonnen werden. Roland Palatzky und Matthias Waßer wurden für ihre Konzerte mehrfach ausgezeichnet. „Es wird ein romantischer Abend in der festlich erleuchteten Kirche am Tag des Heiligen Valentins“, verspricht Marcus Leitschuh, Projektleiter für die Kultur in der Elisabethkirche. Karten gibt es für 10 bzw. 5 Euro im Vorverkauf in der Buchhandlung St. Elisabeth, gegenüber der Martinskirche.

Theater in der Fastenzeit
In der Fastenzeit gibt es zwei Theateraufführungen. Christian Doll, ehemaliger Intendant der Bad Gandersheimer Domfestspiele, inszenierte das Stück „Judas“ von Lot Vekemans. Gunter Heun spielt es am 13.4.19 um 19.30 Uhr. Das Theaterensemble „Ensemble Theatrum“ spielt am 23. März 2019 um 16 Uhr „Claudia Procula – die Frau des Pilatus“. Die Inszenierung widmet sich dem Passionsgeschehen in sensiblen Theaterbildern mit Musik und einem faszinierenden Bühnenbild. Veranstalter ist das Katholische Dekanat Kassel-Hofgeismar, das Evangelische Forum und die Kirchengemeinde Sankt Elisabeth Kassel.

Benefizkonzert für die Telefonseelsorge
Für die Telefonseelsorge Nordhessen findet ein Benefizkonzert zahlreicher Musikerinnen und Musiker statt und im April folgt ein Passionskonzert.

African Gospel Night
Etwas Besonderes wird die „African Gospel Night“ am 27.4.19 mit dem „Akwaba Gospelchor“ (Berlin). Der Chor pflegt den schwarz-afrikanischen Gospel und entwickelt ihn weiter. Der Chor ist auch schon mit internationalen Stars wie Sam Smith und Howard Carpendale aufgetreten. Die Stimmen werden von afrikanischen Musikinstrumenten begleitet. Von ruhig bis mitreißend lädt die Musik zum Tanzen und Entspannen ein.

Kooperation mit der Musikakademie
Im Mai und Juni spielen jeweils donnerstags um 19 Uhr wieder Studierende der Musikakademie der Stadt Kassel „Louis Spohr“ in der Konzertreihe „Auf eine halbe Stunde“. „Diese Form der Nachwuchsförderung und die vielfältigen Kooperationen in die Kasseler Kulturszene hinein sind uns wichtig“, so Regionalkantor Thomas Pieper.

Sommerkonzert der Kasseler Chöre und Reihe „Im Atem der Zeit“
Auch das Sommerkonzert Kasseler Chöre und die Reihe „Im Atem der Zeit“ in Verbindung mit dem „Kasseler Kulturforum“ werden fortgesetzt. Ebenso wird es wieder einen musikalischen Gottesdienst am Sonntag des Altstadtfestes geben. 

Kultur, Liturgie und Experiment als Teil der Kasseler Kulturszene
„Als 2015 die Bosch-Bornefeld-Orgel ihre neue Heimat in der Elisabethkirche fand, haben wir uns gewünscht, dass die Investition ein Gewinn für die Kasseler Kulturlandschaft wird. Diese Hoffnung hat sich bewahrheitet“, schaut Pfarrer Peter Bulowski auf das letzte Jahr zurück. Bulowski: „Stolz sind wir, dass wir Ende 2017 den Sonderpreis des Kasseler Kulturförderpreises für kontinuierliche künstlerische und musikalische Programmgestaltung auf höchstem Niveau bekamen. Das spornt uns an, auch weiterhin Kultur, Liturgie und Experiment als Teil der Kasseler Kulturszene für alle Bürgerinnen und Bürgern in der Kirche einzubringen.

Das Programm 2019 der Exerzitienseelsorge Kassel

Exerzitien - geistliche Übungen - bieten Wege, das eigene konkrete Leben mit Gott in Verbindung zu bringen. Dazu gehören Stille, Gebetszeiten, Begleitung und Austausch. Im Programm der Exerzitienseelsorge Kassel werden ganz verschiedene Formen angeboten, sich auf einen eigenen inneren Glaubensweg einzulassen.

2019 gehören dazu Besinnungswochenende, Predigten und Bibliodrama zur Fastenzeit, Pilgerreisen nach Israel/Palästina - auch für Senioren, Wandern mit Bibel und Rucksack, Einzelexerzitien mit Gemeinschaftselementen, Bibliodrama zur Adventszeit, Exerzitien im Alltag.

Das Kolping-Programm: Veranstaltungen Dezember bis Februar

Die Kolpingsfamilie Kassel-Zentral hat ihr Programm Dezember 2018 bis Februar 2019 online gestellt. Der Jahresabschluss-Spaziergang und die Neujahrsbegrüßung, Informationen zur Gründung von Hauskreisen und der beliebte Karnevalsabend gehören zu den Veranstaltungen, zu denen auch Nicht-Mitglieder herzlich eingeladen sind.

  • Hier der Download:

Fahrt nach Rom vom 29. April bis 4. Mai 2019

In keiner anderen Stadt der Welt sind so viele Bauwerke aus verschiedenen Epochen vereint wie in Rom: Ruinen aus der Zeit, als von Rom aus ein Weltreich regiert wurde, Gebäude des Mittelalters, Renaissancepaläste, prächtige Barockkirchen und Bauten der neueren Zeit. Auf den Spaziergängen durch Rom kann entdeckt werden, wie sich hier historische und architektonische, künstlerische und politische Schichten ergänzen – und genau das macht den Reiz dieser Stadt aus.

Basisdaten:
29.04. bis 04.05-2019
6 Tage: 915,- €

Anmeldung und Information:
Bildungsforum St. Michael Kassel
Sarah Benkner
Die Freiheit 2, 34117 Kassel
Telefon 0561-7004157
E-mail sarah.benkner@bistum-fulda.de

Ausführliche Informationen hier auf dem Infoblatt:

Macht die Tür auf! – Zeichnungen von inhaftierten Menschen

In den letzten Monaten malten Inhaftierte, die in den beiden Kasseler Justizvollzugsanstalten einsitzen, Bilder von Türen, die für sie sehr wichtig sind. Oftmals stand ihnen dafür ihre Haftraumtür Modell. Für diese Bilder hat die Übungswerkstatt Holz der JVA Kassel 1 eigene Rahmen angefertigt. Diese sehen so aus wie Briefkästen und haben kleine Türen zum Öffnen. Der Ausstellungstitel „Macht die Tür auf!“ gilt also wortwörtlich.

Eröffnung 16.11., 20:15 Uhr
Die Ausstellung wird eröffnet am Freitag, den 16.11.2018, um 20:15 Uhr im Regionalhaus Adolph Kolping. Eingebettet ist die Eröffnung in den Elisabethtag der katholischen Kirche in Kassel, der mit einem Gottesdienst um 19 Uhr in der Elisabethkirche beginnt.

Einblick in Gedanken, Fragen, Ängste und Hoffnungen von inhalftierten Menschen
Diakon Dietrich Fröba von der Katholischen Anstaltsseelsorge hat das Projekt begleitet: „Gewissermaßen öffnen damit die Zeichnerinnen und Zeichner ihre Tür und geben so Einblick in ihre Gedanken, Fragen, Ängste und Hoffnungen.“ Die Ausstellung, so Fröba weiter, zeigt also Innenansichten von der Haft. Nicht selten kommen dabei Verzweiflung und Reue, aber auch Sehnsüchte und freudige Erwartungen zum Ausdruck.

Verschlossene Türen
Pastoralassistentin Sarah Benkner vom Kolpinghaus hat das Projekt in der Endphase mitbetreut. Für sie bietet die Ausstellung die Möglichkeit, anhand der Zeichnungen auch auf die verschlossenen Türen zu blicken, die es in einem selbst gibt. Die Türen in der Ausstellung lassen sich bis zum 15. April 2019 öffnen.

Ort und Zeit:
Regionalhaus Adolph Kolping
Die Freiheit 2 (unterhalb der Martinskirche)
34117 Kassel
Geöffnet Montag bis Donnerstag, 9 bis 16 Uhr, Freitag, 9 bis13 Uhr
Bis 15. April 2019
Eintritt frei.

Info und Kontakt:
Diakon Dietrich Fröba, Katholische Seelsorge JVA Kassel 1 und 2
Tel.: 0561-9286347

Konsequenzen aus der Studie „Sexueller Missbrauch an Minderjährigen"

Der Ständige Rat hat sich auf seiner Sitzung am 20. November 2018 mit den Konsequenzen aus der Studie „Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“ (MHG-Studie) befasst und das weitere Vorgehen zur Abschlusserklärung der Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz erörtert.

Fünf Teilprojekte:
In der Erklärung von Fulda wurden mehrere Schritte benannt, die es zeitnah anzugehen gilt. In fünf Teilprojekten, entsprechend der Erklärung von Fulda, wird die Arbeit aufgenommen. Diese Projekte sind:

  • Aktenführung: Standardisierung in der Führung der Personalakten der Kleriker;
  • Unabhängige Anlaufstellen: Angebot externer unabhängiger Anlaufstellen zusätzlich zu den diözesanen Ansprechpersonen für Fragen sexuellen Missbrauchs;
  • Unabhängige Aufarbeitung: Klärung insbesondere, wer über die Täter hinaus institutionell Verantwortung für das Missbrauchsgeschehen in der Kirche getragen hat;
  • Anerkennung: Fortentwicklung des Verfahrens zur Anerkennung erlittenen Leids;
  • Monitoring: Verbindliches überdiözesanes Monitoring für die Bereiche der Intervention und der Prävention.

Für die Umsetzung der fünf Teilprojekte ist der Beauftragte für Fragen des sexuellen Missbrauchs im kirchlichen Bereich und für Fragen des Kinder- und Jugendschutzes der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Stephan Ackermann, verantwortlich. Er wird dabei eng die Kommunikation und Abstimmung mit dem Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Johannes-Wilhelm Rörig, suchen. Bereits begonnen wurde die festgelegte Überarbeitung der Leitlinien und der Rahmenordnung Prävention.

Fragen nach der zölibatären Lebensform der Priester
und nach verschiedenen Aspekten der katholischen Sexualmoral

Der Ständige Rat hat sich auch mit den in der Erklärung der Herbst-Vollversammlung genannten spezifischen Herausforderungen befasst, die sich für die Kirche ergeben. Dort heißt es: „Fragen nach der zölibatären Lebensform der Priester und nach verschiedenen Aspekten der katholischen Sexualmoral werden wir unter Beteiligung von Fachleuten verschiedener Disziplinen in einem transparenten Gesprächsprozess erörtern.“ Dazu wird dem Ständigen Rat bis zur nächsten Sitzung ein Arbeitsplan vorgelegt.

Interdiözesane Strafgerichtskammern
Der Ständige Rat unterstützt außerdem den Vorschlag, interdiözesane Strafgerichtskammern für Strafverfahren nach sexuellem Missbrauch auf dem Gebiet der Deutschen Bischofskonferenz zu errichten. Dafür wird sich der Ständige Rat mit den entsprechenden Stellen in Rom in Verbindung setzen. Außerdem sieht er Reformerfordernisse im Bereich des kirchlichen Rechts und des Prozessrechts. Die deutschen Bischöfe sind bereit, auf weltkirchlicher Ebene mitzuhelfen, das Kirchenrecht in dieser Hinsicht weiterzuentwickeln. Sie nehmen außerdem den Aufbau einer kirchlichen Verwaltungsgerichtsbarkeit erneut in den Blick.

Höchste Priorität: Schutz vor sexuellem Missbrauch
Im Fokus aller Bemühungen steht der Schutz vor sexuellem Missbrauch an Minderjährigen und Schutzbefohlenen. Das hat höchste Priorität. Der Ständige Rat hat den Anspruch an Konsequenz, Transparenz und Dringlichkeit bekräftigt und drängt auf eine entschlossene Durchführung. Der Ständige Rat und die Vollversammlung werden bei jeder Sitzung über den aktuellen Stand und die Entwicklungen beraten.

An keiner Stelle verurteilt die Bibel Homosexualität

Bild: fotolia.com

Derzeit gibt es einen Konflikt um den Jesuiten und Neutestamentler Ansgar Wucherpfennig. Er sollte als Rektor der Theologisch-Philosophischen Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt am Main seine dritte Amtszeit beginnen. Wucherpfennig, der im Bistum Limburg auch als Homosexuellen-Seelsorger arbeitet, hatte sich wertschätzend über Homosexuelle geäußert. Deshalb verweigert ihm die vatikanische Bildungskongregation bislang das "Nihil obstat", die Unbedenklichkeitsbescheinigung, die er als Leiter der Hochschule braucht.

Interview mit katholisch.de
katholisch.de, eine der Partner-Internetseiten der Deutschen Bischofskonferenz, hat mit Ilse Müllner, Professorin für Biblische Theologie und Altes Testament am Institut für katholische Theologie der Universitat Kassel, ein Interview zur Frage geführt, was die entsprechenden biblischen Textstellen über Homosexualität aussagen. Das Interview klärt über die biblischen Texte auf, auf deren Grundlage die Diskussion um gleichgeschlechtliche Liebe geführt wird.

Von interessierter Seite den Zensurinstanzen in Rom zur Kenntnis gebracht
Daniel Decker schreibt in der FAZ vom 14.10.2018: "Wucherpfennig, der im Frühjahr zum zweiten Mal als Rektor der Philosophisch-Theologischen Hochschule des Ordens in Frankfurt wiedergewählt worden war, hatte sich 2016 in einer Lokalzeitung gegen den Ausschluss von Frauen von kirchlichen Weiheämtern ausgesprochen und über Homosexualität nicht rundheraus ablehnend geäußert. Das Zeitungsgespräch wurde anschließend von interessierter Seite den Zensurinstanzen in Rom zur Kenntnis gebracht. Diese verweigerten daraufhin die Bestätigung der Wiederwahl und dringen auf einen Widerruf."

Kein Widerruf
Ansgar Wucherpfennig hat öffentlich erklärt, dass er nicht widerrufen werde. Zahlreiche Menschen solidarisieren sich ihm, darunter die Bischöfe von Limburg und Osnabrück wie auch viele Kollegen/innen. Offensichtlich scheint das letzte Wort zur "Affäre" Wucherpfennig noch nicht gesprochen zu sein. Die Pressestelle des Vatikans teilte der Deutschen Presse-Agentur mit, dass das Prüfungsverfahren noch laufe.

Den Betroffenen zuhören und ihnen glauben

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„Wir haben in den letzten Jahren gelernt und müssen weiterlernen, unter anderem auch durch die Hinweise, die die Wissenschaftler uns geben. Die Betroffenen müssen im Vordergrund und Mittelpunkt stehen.“ Dies stellte Domkapitular Prof. Dr. Gerhard Stanke, Ständiger Vertreter des Diözesanadministrators des Bistums Fulda, am Dienstag bei einem Pressegespräch über die Bedeutung der am selben Tag in Fulda vorgestellten MHG-Studie zum Missbrauch durch Kleriker in der deutschen Kirche heraus.

Versagen
„Das Versagen der Verantwortlichen lag darin, dass sie die Aussagen der Betroffenen, dass sie das schwere Unrecht und die tiefen Verletzungen der Kinder und Jugendlichen nicht ernst genommen haben. Das müssen wir als Versagen bekennen.“ Das Bistum habe gelernt, den Betroffenen zuzuhören und ihren Aussagen Glauben zu schenken sowie die Schuldigen zur Rechenschaft ziehen, „ohne auf das Ansehen der Institution Rücksicht zu nehmen.“ Ein veränderter Umgang mit den Betroffenen, der sie und ihre Aussagen ernst nehme, und der Aufbau von Präventionsmaßnahmen müssten im Zentrum stehen.

Machtmissbrauch
„Da sexueller Missbrauch auch immer mit Machtmissbrauch verbunden ist, sind Strukturen der Machtkontrolle zu entwickeln. Die Priesterweihe darf nicht zur Immunisierung gegen Kritik missbraucht werden, sondern sie ist Befähigung zu einem Dienst an den Menschen und zur Wahrnehmung von Verantwortung und nicht zur Herrschaft“, stellte Stanke heraus. „Wir wissen auch, dass wir weiterhin nach Wegen suchen müssen, eine Kultur der Achtsamkeit zu entwickeln in den Pfarrgemeinden und in den kirchlichen Einrichtungen.“

Vorgehensweise der Untersuchung
Bei dem Pressegespräch, an dem auch die Missbrauchsbeauftragte der Diözese, Diplomsozialpädagogin Alexandra Kunkel, die Präventionsbeauftragte, Diplomsozialpädagogin Birgit Schmidt-Hahnel, und Personaldezernent Domkapitular Christof Steinert teilnahmen, wies Prof. Stanke darauf hin, dass die Studie zeige, wie mit den Beschuldigten umgegangen wurde, die aktenkundig geworden seien. Das herauszufinden sei der Auftrag der Forschungsgruppe gewesen. Die Akten waren an Hand eines von den Forschern erstellten Fragenkatalogs nach Hinweisen auf sexuelle Übergriffe oder sexuellen Missbrauch durchzuschauen. Fünf Personen hätten die Akten an Hand des Fragenkatalogs durchgesehen, von denen eine die Befähigung zum Richteramt habe, und sie seien darauf vereidigt worden, gewissenhaft diese Aufgabe durchzuführen.

Zahlen und Fakten
Es wurden im Bistum Fulda:

  • 795 Akten untersucht und dabei
  • 29 Beschuldigte gefunden:
  • 19 Diözesanpriester, ein Diakon, neun Ordensleute mit Gestellungsvertrag.
  • Acht Geistliche waren bereits verstorben.
  • Es fanden sich Hinweise auf pädophile Orientierung bei vier, Hinweise auf homosexuelle Orientierung bei acht, Hinweise auf psychische Auffälligkeiten im Umgang mit Menschen oder Alkoholprobleme bei 13 Personen.
  • Im aktiven Dienst wurden 21 Geistliche innerhalb der Diözese versetzt, manche auch mehrfach.
  • Bei drei Personen gab es einen Hinweis auf sexuellen Missbrauch; elf wurden in andere Diözesen versetzt, bei dreien gab es dabei einen Zusammenhang mit sexuellen Missbrauch.
  • Sieben Kleriker wurden in Diözesen außerhalb Deutschlands versetzt, bei zweien bestand ein Zusammenhang mit Missbrauch.
  • Gegen 13 Geistliche wurden eine kirchenrechtliche Voruntersuchung, ein Strafverfahren oder verwaltungsrechtliche Maßnahmen durchgeführt.
  • Bei 13 weiteren wurde kein kirchenrechtliches Strafverfahren eröffnet.
  • Bei drei Personen ist es nicht dokumentiert.
  • Folgende kirchenrechtliche Strafen wurden verhängt:
    - eine Entlassung aus dem Klerikerstand,
    - eine weitere stand bevor, als der Beschuldigte verstarb,
    - scharfe Abmahnung,
    - Zelebrationsverbot,
    - Entpflichtung,
    - Änderung des Tätigkeitsfeldes,
    - Verpflichtung zur Therapie und Versetzung in den Ruhestand.
  • Es wurden in diesem Zusammenhang auch forensische Gutachten eingeholt.

Strafrechtliche Prüfung und Anzeigen:

  • In den letzten Jahren wurde jeweils eine externe strafrechtliche Prüfung beauftragt.
  • In 17 Fällen wurde Anzeige bei der Strafverfolgungsbehörde erstattet.
  • In den anderen Fällen wollten entweder die Betroffenen keine Anzeige oder der Beschuldigte war verstorben oder die Taten waren verjährt oder die Handlung erfüllte nicht die Kriterien eines Straftatbestandes.
  • Es gab zwei Selbstanzeigen,
  • sieben Anzeigen durch die Missbrauchsbeauftragte,
  • weitere durch andere Personen.
  • Bei dreien ist nicht dokumentiert, wer die Anzeige erstattete.
  • Ein Verfahren ist noch anhängig,
  • neun Verfahren wurden eingestellt,
  • sechs rechtskräftig abgeschlossen,
  • und in einem Verfahren ist der Ausgang nicht dokumentiert.
  • Dabei wurden drei Freiheitsstrafen verhängt, eine Bewährungsstrafe, eine Geldstrafe und ein Freispruch ausgesprochen.

Von den 75 Betroffenen waren

  • 49 Jungen und
  • 23 Mädchen,
  • bei drei Betroffenen fehlt die Geschlechtsangabe.
  • Was das Alter angeht, waren
  • 23 unter 13 Jahren und
  • 28 über 13 Jahre.
  • Bei 24 Betroffenen ist keine Altersangabe vermerkt.
  • Die Betroffenen waren Ministranten oder es bestand eine allgemeine seelsorgliche Beziehung.
  • So fanden Übergriffe bei privaten Treffen in der Wohnung des Pfarrers oder in Ferienlagern statt.
  • Was die Methode der Anbahnung angeht, so wurde sehr oft die Amtsautorität oder die persönliche Autorität oder eine persönliche Beziehung ausgenutzt. Es wurde auch durch Gewährung von Geschenken und Privilegien eine engere Beziehung angebahnt.

Präventionsmaßnahmen im Bistum
Prof. Stanke erläuterte sodann die bisherigen Präventionsmaßnahmen im Bistum und die Anerkennungszahlungen des Bistums an Betroffene. Es wurden

  • 5.107 Haupt- und Ehrenamtliche geschult sowie
  • 2.012 bei der Caritas.

Anerkennung des Leides
Als Anerkennung des Leides wurden 45.500 Euro bezahlt, zwischen jeweils 1.000 und 8.000 Euro. Für Therapiekosten hat das Bistum 5.744 Euro ausgegeben. Immer seien Hilfen angeboten worden, die manchmal nicht in Anspruch genommen wurden, so Stanke.

Neue Missbrauchsbeauftragte für das Bistum Fulda: Alexandra Kunkel
Der Ständige Vertreter wies darauf hin, dass das Bistum seine Verantwortung ernst nehme: „Es wurde nach der Veröffentlichung der Leitlinien zur Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs eine Missbrauchsbeauftragte für das Bistum Fulda ernannt. Anne Schmitz war die Ansprechpartnerin für die Betroffenen und hat sich ihnen mit großer Empathie zugewandt, was immer wieder von Betroffenen bestätigt wurde.“ Neue Ansprechpartnerin ist seit Juni 2018 Alexandra Kunkel, die in ihrer Aufgabe als Missbrauchsbeauftragte für intensive Gespräche mit den Betroffenen zur Verfügung steht.

Seit 2002: Arbeitsstab sexueller Missbrauch
Es wurde bereits 2002 ein Arbeitsstab sexueller Missbrauch eingerichtet, dessen Vorsitz die Missbrauchsbeauftragte innehatte und dem ein Vertreter der Bistumsleitung, ein externer Psychologe, der Justitiar des Bistums, die Präventionsbeauftragte und eine Sozialpädagogin angehören. In diesem Gremium seien Fälle sexuellen Missbrauchs besprochen und entsprechende Maßnahmen eingefordert worden, betonte Stanke. Die Präventionsbeauftragte des Bistums, Birgit Schmidt-Hahnel, machte deutlich, dass für kirchliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Priester und Diakone sowie Ehrenamtliche verpflichtende Schulungen in der Prävention durchgeführt worden seien und auch weiterhin durchgeführt würden. In Pfarreien und Einrichtungen wird ein Schutzkonzept umgesetzt, für das eine Arbeitshilfe publiziert worden ist.

Priester-Ausbildung
Ein besonderes Augenmerk müsse auf der Ausbildung und der Personalführung der Priester liegen. Außerdem komme es auf die Schaffung einer „Kultur der Offenheit“ in den kirchlichen Handlungsfeldern an. Geschlossene Systeme und ein besonderes Machtgefälle begünstigten sexuellen Missbrauch. Es brauche neben der Offenheit auch Mechanismen der Kontrolle von Machtausübung. Personaldezernent Domkapitular Steinert stellte in dem Pressegespräch klar, dass der Schutz der Kinder in der Kirche an vorderster Stelle stehen müsse und dies nie abgeschlossen sei. Laut Steinert müsse man auch auf die Gemeinden schauen, in denen es in den letzten 20 Jahren Vorfälle gegeben habe. „Viele Betroffene äußern sich erst Jahre später, und gerade jetzt, wo die MHG-Studie veröffentlicht worden ist, wird bei vielen das Erlebte wieder hochkommen, und sie werden sich melden.” Zusätzlich zu den Anlaufstellen der Kirche müsse man auch über weitere externe Anlaufstellen für Betroffene nachdenken.

Hier finden Sie die Erklärung der deutschen Bischöfe zu den Ergebnissen der Studie „Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“ anlässlich der Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Fulda 27. September 2018:

Wir stehen an der Seite der Betroffenen sexuellen Missbrauchs

Foto: fotolia.com

Seit 2002, dann besonders ab 2010 und jetzt wieder, spüre die Kirche, dass die tiefe Wunde des Missbrauchs nicht verheile. „Wir stehen an der Seite der Betroffenen sexuellen Missbrauchs. Das ist unsere bleibende Verpflichtung. Es ist noch immer erschütternd, was Kindern und Jugendlichen, die sich Priestern anvertraut haben, durch dieses unvorstellbare Leid widerfahren ist. In den Betroffenen schaut Gott uns an, er leidet wie die Opfer unter dem was Priester – Männer die Gott folgen wollten – Minderjährigen angetan haben. Gott leidet an dem, was wir übersehen, wo wir weggeschaut haben, was wir nicht wahrhaben wollten. Er schaut uns an in den Betroffenen, den Geschlagenen, den Verwundeten. Deshalb braucht es einen neuen Aufbruch in dieser Kirche, gegenüber den Betroffenen und Gott“, so Kardinal Marx.

Es braucht einen neuen Aufbruch in dieser Kirche
Die bereits in Teilen vorab veröffentlichte Studie der Deutschen Bischofskonferenz trage dazu bei, den Blick noch einmal zu schärfen. „Wir werden darüber in der Vollversammlung der Bischofskonferenz in Fulda sprechen und uns fragen, was daraus folgt“, sagte Kardinal Marx. Deshalb sei dieser Gottesdienst in Schönstatt in besonderer Weise unter das Erbarmen Gottes gestellt. „Dieses Erbarmen brauchen wir, um das Geschenk des Glaubens zu erneuern. Wir brauchen das Erbarmen auch für die Wahrheit dessen, was inmitten unserer Gemeinschaft geschieht – durch mangelnde Aufmerksamkeit, fehlende Sensibilität, durch das Fehlen von Liebe. Deshalb bittet die Kirche um das Erbarmen Gottes für die Kirche und alle Menschen“, so Kardinal Marx.

Welchen Auftrag hat Gott für uns?
In dem Gottesdienst erinnerte Kardinal Marx an den 50. Todestag des Gründers von Schönstatt, Pater Josef Kentenich. Der Geistliche sei wach für seine Zeit gewesen und habe Ausschau nach dem Neuen gehalten. „Das muss auch unser Auftrag heute sein, die Zeichen der Zeit zu erkennen und den Blick auf das Neue zu wagen.“ Schönstatt mit seiner Gnadenkapelle sei ein Ort, der inspiriere und ermutige, an dem man hören könne, was der Geist zu sagen habe. „Wir sind hineingenommen in die Gemeinschaft der Kirche, wie es Papst Franziskus betont, als ein Volk, als eine Gemeinde. Der Geist ist immer am Werk, wir müssen nur aufmerksam sein für ihn und hören auf das, was er uns in dieser Zeit sagt. Dazu brauchen wir Mut, neue Wege zu gehen“, so Kardinal Marx. „Was will Gott uns in dieser Zeit sagen, welchen Auftrag hat er für uns? Das können wir uns nicht ausdenken, sondern brauchen Aufmerksamkeit und Wachsamkeit, gerade um das zu erkennen, was passiert, auch das Negative. Wir dürfen nicht wegschauen“, rief Kardinal Marx den Gläubigen zu. Das gelte auch für die Verantwortlichen in der Kirche.

Was wir riskieren können
Aufbruch habe immer etwas mit Bruch zu tun, „es ist kein gemütliches Weitergehen, sondern die Frage nach dem, wie wir in der Kirche Neues denken können, ohne die Vergangenheit, die Tradition, den Weg der Kirche zu vergessen. Halten wir Ausschau nach dem, was jetzt dran ist, was wir tun können, was wir wagen dürfen, ja auch riskieren können“, so Kardinal Marx. Pater Kentenich habe so etwas riskiert im Leben. „Ich empfinde die Gnadenkapelle immer wieder als Quelle der Ermutigung und der Kraft. Der Schönstatt-Bewegung sage ich Dank für den Dienst des Gebetes, des Aufbruchs und der geistigen Erneuerung in der Kirche, die durch die Gründergestalt Pater Kentenichs ihren Weg genommen hat“, so Kardinal Marx.

Pressemitteilung der Deutschen Bischofskonferenz am 16. September 2018

Flüchtlinge auf dem Mittelmeer nicht vergessen!

Bild: fotolia.com

In diesen Tagen verlassen weiterhin Boote die Küste Libyens, auf denen sich Menschen in Lebensgefahr begeben, um das Mittelmeer zu überqueren. Sie alle geraten in Seenot und es gibt kaum Hilfe mehr. Laut der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sind allein im Juni und Juli dieses Jahres 851 Menschen auf der Flucht über das Mittelmeer gestorben, seit Beginn 2018 sind über 1.500 Menschen dort ertrunken. Die Inititave "Seebrücke" hatte am 2. September zu einer Kundgebung in Kassel aufgerufen, auf der Dechant Harald Fischer sprach.

  • Hier seine Rede:

„Flüchtlinge auf dem Mittelmeer nicht vergessen!“

Normalerweise, wenn ich eine Rede beginne, sage ich: „Liebe Schwestern und Brüder“!

Das ist hier unpassend, weil wir nicht in einer Kirche sind. Aber manchmal ist es notwendig, die Kirche zu verlassen und auf die Straße zu gehen. Jetzt sind solche Zeiten!

Ich beginne also: Liebe Freundinnen und Freunde von Geflüchteten, von Asylbewerbern, von Menschen, die in Not sind und die die Hilfe anderer brauchen, die unsere Hilfe brauchen!

Gestern, am 1. September haben wir den „Antikriegstag“ begangen, ein Gedenktag, der an die Zerstörungen durch den 2. Weltkrieges erinnert und mahnt. In diesem Jahr verbinden wir mit diesem Gedenken eine Reihe von „Runden Jahreszahlen“:

> 1918 - 100 Jahre Ende des 1. Weltkrieges,
> 1933 – 85 Jahre nach der Machtergreifung Hitlers,
> 1938 – 80 Jahre nach der Reichspogromnacht,
> 1943 – 75 Jahre nach der Zerstörung Kassels. Am 22. Oktober 1943 fanden über 10.000 Menschen unserer Stadt den Tod.

Man sollte meinen, dass all diese Ereignisse uns Mahnung und Erinnerung genug sein sollten, nicht zu vergessen, wohin es führt, wenn wir die Grundlagen des menschlichen Zusammenlebens vergessen; wohin es führt, wenn der Respekt vor dem Anderen, wenn die Bereitschaft, auch Fremdes und Ungewohntes anzunehmen verschwindet, wenn die Menschenwürde und die Achtung voreinander keine Rolle mehr spielen.

Aber es ist notwendig, dass wir hier zusammen sind, um diese Werte in Erinnerung zu rufen, es ist notwendig, dass wir die eigentlichen Grundlagen des Abendlandes, des christlichen Abendlandes wieder einfordern.

Die Ereignisse der letzten Tage in Chemnitz haben uns das vor Augen geführt. Aber es geht nicht nur um das Erschrecken über Chemnitz.

Die Grundlagen des Zusammenhaltes unserer Gesellschaft geraten auch ins Rutschen, wenn europäische Regierungen Schiffen, die Schiffbrüchige gerettet haben, die Einfahrt in die Häfen verweigern. Und noch mehr: wenn Rettungsschiffe überhaupt gehindert werden, auszulaufen, um Menschen in Seenot zu retten. Hilfeleistung bewusst zu unterlassen obwohl sie möglich wäre oder sie gar aktiv zu behindern ist genauso ein Verbrechen, ist genauso Terror, wie eine Bombe auf eine belebte Straße zu legen. Die Kapitäne und die Besatzung der Hilfsschiffe sind keine Kriminellen; sie sind Helden!

Gut, dass wir Flüchtlinge in unserem Land aufgenommen haben.

Wie traurig wäre es, wenn wir nur als Hessen unter uns geblieben wären, oder wenn sich die Niedersachsen vor uns abschotten würden. Ich bin sehr gerne in Bayern, aber wenn es nur die bayrische Kultur gäbe, wäre das eine große Verarmung.

Die Menschen, die aus anderen Ländern hierhergekommen sind, sind eine Bereicherung für uns und unser Land! Sie helfen uns, unser Denken zu weiten, andere Blickwinkel, andere Traditionen, andere Denkwege kennen zu lernen. Sie sind keine Gefahr, sie sind eine Bereicherung!

Wer meint, wenn wir uns oder wenn wir Europa abschotten und alle Flüchtlinge an unseren Grenzen abweisen würden wäre irgendein Problem gelöst, das wir oder das die Länder haben, aus denen im Moment Menschen fliehen, der irrt.

Ja, wir haben Probleme mit Asylbewerbern: Manche missbrauchen die Gastfreundschaft; manche müssen sich noch eingewöhnen; manche verhalten sich ungebührlich.

Aber wir haben auch Probleme mit Deutschen: Manche missbrauchen die Freiheitsrechte, manche verhalten sich ungebührlich, bei manchen hat man den Eindruck, sie kennen noch nicht mal das Grundgesetz und sind noch weniger bereit, sich daran zu halten.

Bei den einen wie bei den anderen gilt es, den Ernstfall anzuschauen und zu ahnden. Gruppenverurteilungen sind nicht erlaubt. Ich weigere mich noch immer, zu fordern, dass alle Sachsen abgeschoben werden sollten, weil manche sich so ungehörig verhalten. Genauso können wir diese Forderung aber auch nicht gegen die Geflüchteten akzeptieren. Immer zählt der Einzelfall.

Und die überwiegende Mehrzahl der Bevölkerung weiß das auch. Ich habe vor kurzem in einer Kirchengemeinde vier Menschen vorgestellt, die in dieser Gemeinde im Kirchenasyl leben. Die Gemeinde wusste bis dahin nichts davon. Es waren etwa 300 Menschen in diesem Gottesdienst. Nach meiner Information gab es brausenden Beifall der Anwesenden.

Das ist die Situation der Mehrheitsgesellschaft in Deutschland! Wir sind kein kleiner versprengter Rest, der verschämt die Wahrung der Menschenwürde erbittet. Wir sind die Mehrheitsgesellschaft!

Es kann sein, dass bei den Landtagswahlen in Hessen in einigen Wochen die AFD mit 10, vielleicht sogar mit 15% in den Landtag gewählt wird. Eine Schande wäre das. Aber dann würden immer noch 90 – 85% sagen: Wir brauchen euch nicht, ja, wir wollen euch nicht!

Ein Politiker hat vor einiger Zeit einen „Aufstand der Anständigen“ gefordert. Den sehe ich hier. Wir stehen für Deutschland, für die Mehrheit: klar, offen, selbstbewusst fordern wir ein, was selbstverständlich ist:

Die Würde des Menschen – nicht nur des deutschen – die Würde ist Menschen ist unantastbar!

Harald Fischer

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Die Grenze Europas darf keine Grenze des Todes sein

Anlässlich der Flüchtlingssituation im Mittelmeerraum erklärt der Ständige Rat auf seiner heutigen Sitzung am 26. Juni 2018 in Berlin:   

Politische Interessen werden auf Kosten von Menschenleben verfolgt
„Mehr als 13.000 schutzsuchende Menschen sind seit Anfang 2015 im Mittelmeer ertrunken, mehr als tausend bereits in diesem Jahr. In den vergangenen Wochen und Tagen hat sich die ohnehin prekäre Situation weiter verschärft. Rettungsschiffen wird das Anlegen in europäischen Häfen verweigert. So sollen Bemühungen zur Seenotrettung entmutigt werden, und politische Interessen werden auf Kosten von Menschenleben verfolgt.  

Die Grenze Europas darf keine Grenze des Todes sein
Wir erinnern daran, dass die Pflicht zur Rettung von Menschen in Seenot im Völkerrecht verankert ist. Entweder der Staat nimmt sich dieser Aufgabe selbst an oder er muss nichtstaatliche Organisationen handeln lassen und sie unterstützen. Wer beide Wege blockiert, nimmt Leiden und Tod von Flüchtlingen sehenden Auges in Kauf. Dem Trend, so zu handeln, widersprechen wir als Kirche mit Nachdruck. Die grundlegenden Standards der Humanität dürfen niemals zur Disposition gestellt werden. Die Grenze Europas darf keine Grenze des Todes sein. 

Gemeinsame Antworten im Geiste europäischer Solidarität sind notwendiger denn je
Die dramatische Situation im Mittelmeer zeigt: Gemeinsame Antworten im Geiste europäischer Solidarität sind notwendiger denn je. Die Staaten im Süden der Europäischen Union dürfen nicht alleingelassen werden. Anstelle nationalstaatlicher Egoismen braucht Europa eine faire Verantwortungsteilung, bei der jeder Staat seinen angemessenen Beitrag leistet.“ 

Du hast Spaß daran, ein Freiwilliges Soziales Jahr zu absolvieren?

Du bist zwischen 18 und 27 Jahre alt und hast Lust dich in unserer Einrichtung zu engagieren?

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Dann bist du bei uns genau richtig:
Denn das Kath. Jugendreferat in Kassel ist zuständig für Ministrantenarbeit, Gruppenleiterkurse, Events und vieles mehr ...

Taschengeld/Bildungsseminar
Du bekommst dafür ein monatliches Taschengeld von 410 € und fährst mehrere Male für eine Woche auf ein Bildungsseminar mit anderen FSJlern.

Start
Los geht's ab 01.08.2018 oder auch zu einem späteren Zeitpunkt.

Alles weitere kannst du gerne bei uns erfragen:
Interesse geweckt? Dann melde dich!

Katholisches Jugendreferat Kassel
Die Freiheit 2
34117 Kassel
jugendreferat.kassel@bistum-fulda.de
Tel.: 0561-7004 153

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Pilgerreise 2019 der Exerzitienseelsorge Kassel nach Israel/Palästina

Foto. Makrodepecher / pixelio.de

Diese Reise vom 29. April bis 10. Mai 2019 will vor allem eine Begegnung mit der Person und der Botschaft Jesu an den jeweiligen Wirkungsstätte ermöglichen. Ein Schwerpunkt der Reise liegt bei der Frage nach dem Glauben Jesu, also auch nach seinen jüdischen Wurzeln.

Schwerpunkte:
- Pilgerreise zu Stätten des Lebens und Wirkens Jesu
- Biblische Impulse
- Begegnung mit Kultur und Religionen des Landes
- Elemente aus den Exerzitien (Meditations- und Schweigezeiten, Gottesdienste)

60 kg Gold-Handys abgegeben – Missio sagt danke – Sammlung geht weiter

Gesammelte Mobiltelefone vor dem Versand (Foto: Privat)

Da machen wir auf jeden Fall mit!“. So haben viele Menschen auf die „Woche der Goldhandys“ im seit September reagiert. Im Dekanat Kassel-Hofgeismar wurde im Regionalhaus Adolph-Kolping und in verschiedenen Pfarreien die Recycling-Aktion durchgeführt.

Über 60 kg Althandys 
Über 60 kg Althandys wurden bereits dem zertifizierten Entsorger „Mobile Box“ im Auftrag von missio-Aachen zugeführt. Wer sein nicht mehr genutztes Smartphone für missio gespendet hat, hilft doppelt. Denn erstens recycelt Mobile-Box die in den Althandys enthaltenen Rohstoffe fachgerecht und zweitens kommt für jedes eingeschickte Handy bis zu einem Euro der „Aktion Schutzengel“ von missio zugute.

Erlös für Überlebende im Kongo-Bürgerkrieg
Mit dem Erlös werden in der Demokratischen Republik Kongo Überlebende des Bürgerkrieges unterstützt. Eine Ursache des blutigen Konflikts sind die wertvollen Mineralien wie Gold und Coltan, die die Rebellen illegal außer Landes bringen, um ihren Krieg zu finanzieren – und, die für die Produktion von Mobiltelefonen gebraucht werden. Missio-Aachen fördert im Kongo den Aufbau von Trauma-Zentren und engagiert sich mit der Aktion Schutzengel für Handys ohne Konfliktmineralien.

Im Regionalhaus Adolph-Kolping (Die Freiheit 2; Kassel) werden weiterhin Althandys entgegengenommen.

Papst Franziskus: Die Migranten und Flüchtlinge aufnehmen, beschützen, fördern und integrieren

Bild: fotolia.com

Von Beginn seines Pontifikats an hat sich Papst Franziskus immer wieder für die Aufnahme und Unterstützung von Menschen auf der Flucht eingesetzt. In seiner Botschaft zum "Welttag des Migranten und des Flüchtlings 2018" fordert er sehr konkret, "die Sicherheit der Personen stets der Sicherheit des Landes voranzustellen".

Etwas weiter unten können Sie die Botschaft des Papstes als pdf herunterladen,
zur Verfügung gestellt von der Deutschen Bischofskonferenz.

Wir sehen in jedem Menschen Christus selbst
In seiner Predigt am Christkönigssonntag, 26. November, nimmt Dechant Harald Fischer das Tagesevangelium vom "ich war fremd und ihr habt mich aufgenommen" und Papst Franziskus' Botschaft zum Welttag des Migranten und des Flüchtlings 2018 zum Anlass, sich mit dem radikalen Zentrum unseres christlichen Glaubens auseinanderzusetzen: die einfache, klare, konkrete Hinwendung zu den Armen, den Fremden, den Obdachlosen, den Kranken. In ihnen begegnen wir dem lebendigen Jesus Christus.

Die Bahnhofsmission sucht Helfer/innen für Kinder auf Bahnreisen

Foto: v.l. Irene Witzel und Iwan Schober dokumentieren
die Übergabe. (Foto: Karl Widdekind)

Kids on Tour ist ein Angebot der Bahnhofsmission für Kinder, deren Eltern an unterschiedlichen Orten leben. Mal sind es Alleinerziehende, die ihr Kind zum Vater, zur Mutter oder zu Oma und Opa verreisen lassen möchten, mal sind es beruflich fest gebundene Elternteile, die ihr Kind nicht selber auf der Reise begleiten können. Die Bahnhofsmission sorgt hier mit Kids on Tour für Entlastung, begleitet die Kinder auf der Reise und sichert deren Übergabe.

Wer kann am Freitag- und Sonntag-Nachmittag einen Dienst in der Bahnhofsmission übernehmen?
Reisetage für ein Wochenende beim anderen Elternteil sind üblicherweise am Freitag und Sonntagnachmittag. Für die begleiteten Reiserouten von West nach Ost und Nord nach Süd bzw. umgekehrt reicht die bisherige Zahl der ehrenamtlich Mitarbeitenden in Kassel nicht mehr aus. "Daher suchen wir dringend freundliche, zuverlässige und engagiert Mitarbeitende für den Aufbau eines zweiten Teams für Kids on Tour“, sagt die Leiterin der Bahnhofsmission Karin Stürznickel-Holst: "Wir suchen Menschen, die bereit sind, am Freitag- und Sonntag-Nachmittag einen Dienst in der Bahnhofsmission zu übernehmen."

Gründliche Einarbeitung
Dafür erhalten neue Mitarbeitende eine gründliche Anleitung und Einarbeitung in dem sehr lebendigen Team mit großem Gestaltungsspielraum. Denn für alle Mitarbeitenden der Bahnhofsmission sind regelmäßige Teamsitzungen sowie externe und interne Fortbildungen zu psychosozialen und rechtlichen Fragen selbstverständlich.

Ansprechpartnerin:
Interessierte melden sich bei Karin Stürznickel-Holst oder Annette Blumöhr in der Bahnhofsmission Kassel, Willy Brandt Platz 1, 34131 Kassel gern auch via Mail: kassel@bahnhofsmission.de.

Hintergrund:
Die Bahnhofsmissionen sind mit ihren mehr als 2.300 haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden zentrale Knotenpunkte des sozialen Netzes in den Städten und an den Bahnhöfen. Sie helfen jedem, sofort, gratis und ohne Anmeldung oder Voraussetzungen – häufig zu Uhrzeiten, zu denen andere Hilfe nicht erreichbar ist. Das tun sie seit inzwischen weit über hundert Jahren und an derzeit mehr als hundert Orten in Deutschland. Die Bahnhofsmissionen sind Einrichtungen der Evangelischen und der Katholischen Kirche. Ihre Arbeit lebt von dem Engagement der festangestellten und der zahlreichen ehrenamtlichen Helfer. In zunehmenden Maß sind die Bahnhofsmissionen auf Spenden angewiesen.

Mobile Schuldner- und Budgetberatung für ältere Menschen

(Bild: fotolia.com)

Immer häufiger geraten ältere Menschen in die Schuldenfalle. Verändernde Lebens- und Einkommensverhältnisse, niedrige Renten, hohe Mieten und zusätzliche finanzielle Belastungen durch gesundheitliche Einschränkungen können Ursachen sein.

Der gewohnte Lebensstandard kann nicht aufrecht erhalten werden
Oft stellen Menschen erst mit Eintritt in die Rente fest, dass sie nicht in der Lage sind, ihren gewohnten Lebensstandard aufrecht zu halten. Eine frühzeitige Beratung kann hier helfen. Obwohl zu den 10 % Erwachsene, die in Deutschland ihren Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen können, viele ältere Menschen gehören, ist ihr Anteil in den Schuldnerberatungsstellen gering. Zum einen ist das Thema Finanzen, aufgrund von deren Sozialisation und Wertvorstellungen ein mit Scham besetztes Thema, zum anderen kann eine eingeschränkte Mobilität das Aufsuchen einer Beratungsstelle erschweren.

Das Einkommen halbiert sich mit dem Renteneintritt
In den nächsten Jahren wird sich aufgrund des demographischen Wandels und des sinkenden Rentenniveaus die Problematik noch verstärken. Im Jahr 2012 lag das Rentenniveau bei 49 % des letzten erzielten Erwerbsnettoeinkommens, das heißt, dass Einkommen hat sich mit dem Renteneintritt praktisch halbiert.

Kostenfreie Beratung
Viele Menschen suchen die Beratungsstelle erst dann auf, wenn die letzten Ersparnisse aufgebraucht und Miet- und Energiekosten nicht mehr gezahlt werden können. In dieser Situation ist kein großer Handlungsspielraum mehr gegeben. Damit es erst gar nicht so weit kommt und um auch Menschen Hilfe anbieten zu können, die aus unterschiedlichen Gründen nicht in der Lage sind, eine Beratungsstelle aufzusuchen, wird vom Caritasverband Nordhessen-Kassel e.V. ein neues Beratungsangebot, die „Mobile Schuldner- und Budgetberatung für ältere Menschen“ aufgebaut. Die Beratung ist kostenfrei.

Zusätzliche offene Sprechstunde
jeweils mittwochs von 14:00 Uhr bis 16:00 Uhr

Für die mobile Schuldner- und Budgetberatung für ältere Menschen bietet der Caritasverband Nordhessen-Kassel e.V. ab dem 1. März eine zusäzliche offene Sprechstunde jeweils mittwochs von 14:00 Uhr bis 16:00 Uhr an.

Bitte Termin vereinbaren
Interessierte, die mobilitätseingeschränkt sind, können einen Termin für einen Hausbesuch unter der Telefonnummer 0561-7004-216 verabreden.

Beratungsort und Ansprechpartnerin:
Die Beratungsstelle befindet sich im Caritasverband, Die Freiheit 2, 34117 Kassel.
Ansprechpartnerinnen sind Karin Stürznickel-Holst, Tel. 7004-221 und Birgit Branß Tel. 7004-216.

Werbung für einen Berufsweg in der Kirche

„Den Entscheidungen zum Priestertum, aber auch zur Ehe geht ein Ruf, eine Berufung voraus. Es ist eine Lebensentscheidung, die nicht einfach willkürlich getroffen werden sollte“, betont Seelsorgeamtsleiter Pfarrer Thomas Renze.

Vielfalt der kirchlichen Berufe
Deshalb wirbt das Bistum Fulda mit einem neuen Internetauftritt für die Berufe der Kirche und macht auf verschiedene Lebensformen wie beispielsweise Priester, Ordensmann und Ordensfrau oder die christliche Ehe aufmerksam. Die Berufe der Kirche seien keineswegs unattraktiv oder uninteressant, allerdings müsse in der Öffentlichkeit mehr auf ihre Vielfalt hingewiesen werden. „Manchmal bedarf es dieser Aufmerksamkeit, um das Interesse und den Ruf zu wecken. Viele engagieren sich im Umfeld ihrer Kirchengemeinde – daraus kann auch mehr erwachsen“, zeigt sich Pfarrer Renze überzeugt.

Lebensgeschichten
Die Homepage bietet auch die Möglichkeit, direkt mit Personen aus den verschiedenen Berufen und Lebensbereichen in Kontakt zu kommen. „Sicher ist es interessant zu erfahren, wie ein Priester seinen Weg gefunden hat“, so Uffelmann „Die Internetseite ist nicht starr; im Laufe der Zeit werden viele Dinge ergänzt, zum Beispiel Filmportraits der Berufe, oder es wird auf Veranstaltungen hingewiesen. Es lohnt sich also immer wieder auf, unserer Internetpräsenz vorbeizuschauen“, so der Referent weiter.

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