Nachrichten | Aktuelles

Auf eine halbe Stunde am 23. Mai - Studierende der Musikakademie spielen donnerstags in der Elisabethkirche

Studierende der Musikakademie der Stadt Kassel „Louis Spohr“ musizieren auch 2019 wieder im Mai und Juni donnerstags in der Elisabethkirche. Beginn der halbstündigen Konzerte ist jeweils um 19 Uhr.

Musikalischer Impuls in der Wochenmitte
Die jungen Solistinnen und Solisten spielen jeweils aus ihrem Repertoire und aus der aktuellen Probenarbeit. „Die Konzerte bieten direkt in der City einen schönen Impuls in der Wochenmitte und zeigen die musikalische Vielfalt“, so Regionalkantor Thomas Pieper, der die Reihe konzipiert hat. Der Eintritt ist frei. Auch die Musikakademie der Stadt Kassel „Louis Spohr“ freut sich auf die Möglichkeit der Kooperation. „Von unseren Studierenden und Dozentinnen und Dozenten erhalten wir ausschließlich positive Rückmeldungen, denn die Atmosphäre des Raums und die Freundlichkeit des Publikums werden als sehr angenehm und förderlich für das Musizieren empfunden“, so Dr. Peter Gries, Direktor der Musikakademie.

Programm
Den Anfang machen am 2. Mai die Studierenden der Klasse Albert Kaul mit Improvisationen.
Musik für Violoncello spielen Studierende der Klasse Emanuel Wehse am 9. Mai.
Die Klasse Michael Tröster präsentiert am 16. Mai Gitarrenmusik.
Musik für Orgel ist am 23. Mai von Studierenden der Klasse Reinhard Ardelt zu hören.
Am 30. Mai gibt es Kammermusik für Streicher von Studierenden der Klasse Karin Wolf.
Musik für Klavier (Klasse Joachim Kirschner) wird am 6. Juni geboten.
Studierende der Klasse Jens Josef spielen am 13. Juni Musik für Flöten.
Es folgt am 20. Juni Musik für Violine mit der Klasse Christoph Callies.
Den Abschuss bilden am 27. Juni Studierende der Klasse Markus Haas mit Gesang.

Musikakademie und Elisabethkirche
Die Konzertreihe wird seit 2012 nun schon zum fünften Mal von der Musikakademie und der Elisabethkirche angeboten. Gemeinsam wurde für die kommenden Jahre ein Konzertflügel erworben, der noch mehr Möglichkeiten bei den gemeinsamen Konzerten bietet.

Marienbilder - Thema der Dekanatsmessen im Mai

Die Dekanatsmessen am 12., 19. und 26. Mai setzen sich mit den Bildern auseinander, die die Menschen von "Maria“ haben: Mutter Jesu, Gottesmutter, Mutter der Kirche, Beschützerin, Beschirmerin, Fürbitterin etc.

Die sonntäglichen Dekanatsmessen beginnen um 18 Uhr und finden in der Elisabethkirche am Friedrichsplatz 13, Kassel, statt.

Pilgern auf dem Jakobsweg von Fulda nach Neuhof

Bild: Peter Weidemann. In: Pfarrbriefservice.de

Die Katholischen Pfarrgemeinden St. Theresia vom Kinde Jesu und Herz Jesu Kassel laden wieder zum Pilgern auf dem Jakobsweg ein: von Samstag, 15. Juni ,bis Sonntag, 16. Juni 2019, mit Übernachtung in Fulda. 

Nachdem im Herbst letzten Jahres eine Gruppe von 30 Pilgerinnen und Pilgern aus Kassel  den Jakobsweg von Hünfeld nach Fulda gepilgert ist, führt der Pilgerweg auf dem Jakobsweg in diesem Jahr weiter, von Fulda nach Neuhof (ca. 16 km).

Start
Die Pilgerinnen und Pilger treffen sich am Morgen des 15. Juni 2019 am Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe. Von dort fahren sie gemeinsam mit dem Zug nach Fulda. In Fulda angekommen beginnt das Pilgern auf dem Jakobsweg mit geistlichen Impulsen und besinnlichen Texten an bestimmten Orten auf dem Weg. Der Pilgerbegleiter ist Gemeindereferent Timo Sachs. 

Abschluss
Der Abschluss des Pilgerweges ist Neuhof. Von dort fahren die Pilgerinnen und Pilger mit dem Zug zurück nach Fulda, essen gemeinsam zu Abend und übernachten in einem Hotel in der Nähe des Domes. Am Sonntag sind alle Pilgerinnen und Pilger zum Besuch der Eucharistiefeier in den Dom zu Fulda eingeladen. Ein gemeinsames Mittagessen und die Rückfahrt mit dem Zug nach Kassel-Wilhelmshöhe beenden die Pilgertage auf dem Jakobsweg.  

Nähere Informationen und Anmeldung:
Gemeindereferent Timo Sachs
Tel.: 0561/4009427 oder 0561-4334
E-Mail:  timo.sachs@pastoral.bistum-fulda.de

ACK befürwortet Kirchenasyl-Praxis und unterstützt die Kirchengemeinden

Die Mitgliederversammlung der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) Kassel beschloss am 4. April 2019:

Immer wieder kommt es vor, dass Flüchtlinge in Deutschland von einer Abschiebung bedroht sind, bei denen ein besonders schwerwiegender humanitärer Härtefall vorliegt und eine Abschiebung entweder in das Heimatland oder in ein europäisches Ersteinreiseland aus humanitären Gesichtspunkten eine unzumutbare Maßnahme darstellen würde.

In solchen Fällen gewähren Kirchengemeinden nach intensiver Prüfung des jeweiligen Einzelfalles als „ultima ratio”, wenn keine andere Lösung in Sicht ist, ein sogenanntes Kirchenasyl. Damit ist nicht die generelle Akzeptanz der staatlichen Gewalt in Frage gestellt, sondern es wird im Einzelfall an die staatliche Gewalt appelliert, entweder die jeweilige Entscheidung noch einmal zu überprüfen oder im Falle der sog. Dublin III Regel vom Selbsteintrittsrecht Deutschlands Gebrauch zu machen, um eine unmenschliche Härte zu vermeiden.

Die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen befürwortet die Praxis des Kirchenasyls und unterstützt die Kirchengemeinden und die Verantwortlichen in ihrer Entscheidung, sich im jeweiligen Einzelfall für die Geflüchteten einzusetzen und ihnen ein Verbleib in Deutschland zu ermöglichen.

Zur Anschlagserie auf Sri Lanka

Angesichts der verheerenden Anschlagsserie auf katholische Kirchen und Hotels am Ostersonntag (21. April 2019) auf Sri Lanka hat der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, der Kirche des Landes und allen Angehörigen sein Mitgefühl ausgesprochen.

Fassungslos
In einem Brief an den Vorsitzenden der Bischofskonferenz von Sri Lanka, Bischof Julian Winston Fernando, schreibt Kardinal Marx: „Sprachlos stehen wir dieser Welle blinder Gewalt gegenüber, die zum Osterfest die gesamte Bevölkerung Sri Lankas, die vielen Gäste aus dem Ausland und insbesondere die Kirche getroffen hat.“ Dass der Ostertag in Sri Lanka zu einem dunklen Karfreitag werde, an dem der Tod versucht die Macht über das Leben zu gewinnen, lasse jeden Menschen fassungslos dastehen.

Solidarität
„Gerade die katholische Kirche setzt sich seit vielen Jahren für eine nationale Versöhnung in Ihrem Land ebenso ein, wie sie ein stets geschätzter Partner des Dialogs und der caritativen Hilfe ist. Erst vor drei Monaten war der Vorsitzende unserer Kommission Weltkirche, Erzbischof Dr. Ludwig Schick, auf Sri Lanka, um sich ein Bild von der Kirche vor Ort zu machen“, so Kardinal Marx. In seinem Brief fügt er hinzu: „In diesem Moment grausamen Blutvergießens, in dem die Freude über das Osterfest getrübt wird, übermittle ich Ihnen unsere Solidarität und vor allem unser Gebet: Tod und Hass haben keine endgültige Macht über den Menschen. Daran glauben wir, gerade an Ostern.“

Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Bischofskonferenz vom 21. April 2019

Als es schon Morgen wurde, stand Jesus am Ufer – OSTERN

Die Rosette in der Südfassade der Kathedrale
Notre Dame de Paris überstand den Großbrand.
(Foto: Wikipedia)

„Als es Morgen wurde, stand Jesus am Ufer.“ Diesen Satz finden wir in einer der schönsten Ostererzählungen des Neuen Testamentes. „Als es schon Morgen wurde, stand Jesus am Ufer.“ Dieser Satz ist mehr als eine reine Ortsangabe.

Zeiten von Dunkelheit
Jede und jeder von uns macht immer wieder die Erfahrung, dass es im Leben Zeiten von Dunkelheit, von Enttäuschungen, von Bedrohung und Angst gibt. Zeiten, in denen die Lebensfreude bedroht oder ganz verschwunden ist.

Nach jeder Nacht ein neuer Morgen
Und jeder macht auch immer wieder die Erfahrung, dass nach jeder Nacht ein neuer Morgen anbricht. Dass nach der Krankheit die Kraft zurückkehrt, nach dem Streit Versöhnung möglich ist, nach Zweifel neue Gewissheit geschenkt wird und es nach der Trauer trotz allem immer wieder neu Grund zur Freude gibt.

Einladung
„Als es schon Morgen wurde, stand Jesus am Ufer.“ Ich verstehe diesen Satz wie eine Einladung, die hellen, die lichten, die vielen guten Alltagserfahrungen ganz ernst zu nehmen, sie sogar spirituell zu deuten: als Aufleuchten der Gegenwart Gottes mitten in meinem persönlichen Alltag, als Zeichen seines Handelns in meinem Leben.

Als es Morgen wurde…
Für mich ist das   d i e   Osterbotschaft dieses Jahres: nicht die Trauer und die Sinnlosigkeit haben das letzte Wort. Die Hoffnung wird immer wieder erneuert, ein Neuanfang immer wieder gemacht. Und wenn eines Tages der letzte Morgen meines Lebens anbricht, leuchtet darin die Ewigkeit Gottes auf.

Ich wünsche Ihnen allen, dass Sie die Wahrheit der Osterbotschaft in Ihrem eigenen Leben entdecken und ihr vertrauen können.

CHRISTUS IST ERSTANDEN.  JA, ER IST WAHRHAFT AUFERSTANDEN.

Ich wünsche Ihnen allen gesegnete Ostertage.

Ihr Dechant Harald Fischer

Das Herzstück ist getroffen worden - der Brand der Kathedrale Notre-Dame de Paris

Foto: Gewölbe im Langhaus der Kathedrale Notre-Dame de Paris,
Frankreich (Wikipedia). Es wurde durch den Brand größtenteils zerstört.

Mit Fassungslosigkeit und Erschütterung hat der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, auf den verheerenden Brand der Kathedrale Notre Dame in der französischen Hauptstadt Paris reagiert. In einem Brief an den Erzbischof von Paris, Michel Aupetit, schreibt Kardinal Marx: „Was gestern mit Ihrer Bischofskirche Notre Dame geschehen ist, lässt sich nicht in Worte fassen. Ich übermittle Ihnen, den Gläubigen des Erzbistums Paris und allen Menschen Frankreichs meine tief empfundene Anteilnahme.“

Damit spricht Kardinal Marx sicher vielen Katholikinnen und Katholiken in der ganzen Welt - so auch in Kassel - aus dem Herzen.

Mit dem Feuer und der weiten Zerstörung von Notre Dame sei das Herzstück des katholischen Glaubens in Paris ebenso getroffen worden wie eines der Wahrzeichen ganz Frankreichs und Europas. „In Notre Dame haben sich über Jahrhunderte Baustile, Kunstgeschichte und bedeutende historische Ereignisse vereint, die den europäischen Kontinent mit prägten. In der Sprachlosigkeit über diesen Schicksalsschlag für Ihr Land versichere ich Ihnen das Gebet der Gläubigen in Deutschland“, schreibt Kardinal Marx. Die Kathedrale von Paris sei jener Ort, an dem französische Geschichte geschrieben und angesichts nationaler Katastrophen in Trauer und Gebet gedacht wurde: „Jetzt ist dieser Ort der Einkehr selbst ein Ort der Trauer. Die Karwoche mit ihren aufrüttelnden Bildern und Texten ist für Paris, Frankreich und Europa zu einer Woche tiefster Trauer geworden“, so Kardinal Marx.

Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Bischofskonferenez vom 16. April 2019

Fastenpredigten 2019 zum Nachhören und Nachlesen

Foto: RK_by_Wilhelmine Wulff / pixelio.de

Für Christen und Christinnen ist es normal, über ihren Glauben an Jesus Christus zu sprechen. Aber hat jemand eine Vorstellung davon, woran Jesus selbst geglaubt hat? Er gilt als Wissender, Schauender, Sohn Gottes und ist weit mehr Ziel des Glaubens als selbst Glaubender. Da irritiert die Frage danach, was seinen eigenen Glauben ausgemacht hat. Genau dieser Verunsicherung gehen die Prediger und die Predigerin in der Reihe der Fastenpredigten 2019 nach:

  • Die Fastenpredigt am 17. März von Pater Anselm Grün zum Nachhören: "Der Glaube Jesu ist geprägt von der Hoffnung, dass Jesus selbst am Kreuz in Gottes guter Hand ist." ... [ mehr ] ...
     
  • Die Fastenpredigt am 24. März von Prof. Dr. Ludger Schenke zum Nachhören: "Obwohl die Aussagen im Johannesevangelium über Jesus und sein Verhältnis zum Vater auf Jesus zielen, formulieren sie eine Vorstellung von Gott, die uns heute in unserem angefochtenen Gottesglauben helfen könnte." ... [ mehr ] ... 
     
  • Die Fastenpredigt am 31. März von Prof. Dr. Margit Eckholt zum Nachlesen:
    "Arm werden, wie Jesus, heißt, an die Quellen der Offenbarung Gottes rühren, und ein solcher Glaube kann 'Berge versetzen'.“
     

Es ist Mord - Folgen der Flüchtlingspolitik

Die Zahlen der Flüchtlinge, die nach Deutschland und Europa kommen, sinken drastisch.

Deutschland:
2016:
745.545
2018: 185.853
(Quelle: Mediendienst Integration)

Diese Zahlen werden oft als “Erfolgsmeldung” und als “gute Nachricht” verkündet. Welche brutale Politik und unmenschliche Haltung dahintersteht, wird übertüncht: Die Schuld und - wie kann man es anders sagen - das mörderische Verhalten der verantwortlichen Politiker aller EU–Länder, das mit dieser Politik verbunden ist, kommt in der Öffentlichkeit kaum zur Sprache.

Spiegel Online veröffentlichte Ende Januar 2019 eine Video-Dokumentation der "New York Times" über eine Flüchtlingstragödie im Mittelmeer, die zeigt, wie brutal und unmenschlich die von der Europäische Union mit ausgebildete und unterstütze lybische Küstenwache mit Flüchtlingen in Seenot und ihren Helfern verfährt.
ACHTUNG: Das Video enthält in einigen Szenen sehr verstörende Bilder von Gewalt und Ertinken!

Die Video-Dokumentation zeigt, welche Verbrechen durch unsere Politik nicht nur geduldet, sondern gar unterstützt und gefördert werden. Aber niemand kann sagen: "Ich habe das nicht gewusst."

Dechant Harald Fischer
Christoph Baumanns, Öffentlichkeitsarbeit Internetredaktion

Bewahrung der Schöpfung - Veranstaltungen der Kolpingsfamilie Kassel-Zentral März bis August 2019

Die Kolpingsfamilie Kassel-Zentral hat ihr Programm März bis August 2019 online gestellt. Schwerpunktthema ist die "Bewahrung der Schöpfung".  Zu den Kulturveranstaltungen, Diskusionsabenden und Ausflügen wie auch zum Sommerfest sind alle herzlich eingeladen.

  • Hier der Download:

Bischof Gerber feierlich in sein Amt als Bischof von Fulda eingeführt

Foto: Bistum Fulda / Arnulf Müller

Am  feierlichen Pontifikalamt, in dem am 31. März Bischof Dr. Michael Gerber (49) in sein Amt als Oberhirte des Bistums Fulda eingeführt und das vom hessenfernsehen live übertragen wurde, nahmen rund 30 katholische Bischöfe teil, neben Erzbischof Becker auch der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Reinhard Kardinal Marx (München und Freising) sowie der Apostolische Nuntius Erzbischof Dr. Nikola Eterović (Berlin) und Bischöfe aus Rumänien, den Niederlanden, Burundi und Kamerun. Die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck war durch Bischof Prof. Dr. Martin Hein (Kassel), die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau durch Kirchenpräsident Dr. Volker Jung vertreten. An der Amtseinführung nahmen auch zahlreiche Repräsentanten des öffentlichen Lebens teil; der hessische Ministerpräsident wurde von Kultusminister Dr. Alexander Lorz (CDU) vertreten.

Von seinem Bistum Besitz ergreifen
Im Verlauf der festlichen Amtseinführung überreichte der päpstliche Nuntius dem Domdechanten, Prof. Dr. Werner Kathrein, das Ernennungsschreiben, das dieser dann den Mitgliedern des Domkapitels vorzeigte. Dompräbendat Pfarrer Thomas Renze verlas als jüngstes Mitglied des Domkapitels eine deutsche Übersetzung der in lateinischer Sprache abgefassten Urkunde. Erzbischof Becker übergab Bischof Gerber den aus dem 12. Jahrhundert stammenden altehrwürdigen Stab der Äbte und Bischöfe von Fulda, gemeinhin als Bonifatiusstab bezeichnet, und geleitete den neuen Diözesanbischof zur Kathedra, wo dieser Platz nahm und dadurch „von seinem Bistum Besitz ergriff“.

Menschen persönliche Beziehung zu Jesus Christus ermöglichen
Bischof Dr. Gerber hob in seiner Predigt in Bezug auf den Auftrag der Kirche hervor: „Es geht darum, einen Raum zu eröffnen, Beziehungen zu ermöglichen, durch die Menschen in eine persönliche Beziehung zu Jesus Christus und zu seinem Evangelium finden.“ Aus dieser Christusbeziehung heraus sollten die Menschen die Herausforderungen ihres Lebens so angehen können, dass sie daran „letztlich nicht zerbrechen, sondern wachsen“, und menschliche Beziehungen „wahrhaft menschlich“ gestalten. Gerade in einer Zeit der Gegensätze und Abgrenzungen seien die Menschen neu herausgefordert, „Verantwortung für unseren Planeten zu übernehmen“.

„Zusammen wachsen“ im Bistum Fulda
„Zusammen wachsen“ – unter diesem Motto stehe der Prozess der Kirchenentwicklung im Bistum Fulda, rief der neue Oberhirte in Erinnerung. Da, wo die Gläubigen zusammenkämen, solle ein Raum entstehen, wo man sich von Schlüsselerfahrungen des Glaubens wie die des hl. Bonifatius erzählen könne. Der Codex Ragyndrudis, der die Schwerthiebe des Martyriums des hl. Bistumspatrons aufweise, sei als stummer Zeuge für einen Menschen zugegen, der zutiefst vom Evangelium berührt gewesen sei. Die hl. Elisabeth, die zweite Patronin des Bistums Fulda, habe beispielhaft vorgelebt, was die Verkündigung der Frohen Botschaft durch die Hinwendung zu den Armen bedeute. „Ich glaube, Zeugen wie Bonifatius oder Elisabeth geben uns heute eine Empfehlung mit: Gestaltet eine Pastoral am Puls und in Fühlung mit den tiefen Regungen der Herzen der Menschen, die euch begegnen. Seid dabei nicht unkritisch, sondern schaltet Verstand und Herz ein. Zieht keine voreiligen Schlüsse, sondern bringt das, was ihr da entdeckt, in den Dialog mit dem Wort Gottes und mit dem Weg der Kirche.“ Wer in der Seelsorge tätig sein wolle, müsse in Berührung sein mit den Regungen der eigenen Seele. Erst als der verlorene Sohn im Evangelium des Tages dem Hunger dem Hunger seines Leibes und dem Hunger seiner Seele einen Namen geben konnte, erst dann habe sich für ihn wieder eine Perspektive ergeben.

Erschütterung durch Missbrauch
„In diesen Jahren und erneut in diesen Monaten sind wir erschüttert vor dem, was geschehen ist, wo Seelsorger nicht in Berührung waren mit wesentlichen Dynamiken ihrer eigenen Seele, wo sie wesentliche Dimensionen ihrer Existenz ausgeblendet oder gar abgespaltet haben“, sagte Bischof Gerber mit Bezug auf den Missbrauch in der katholischen Kirche. „Wir sind erschüttert, wie das dann ihr Handeln geprägt hat, so dass die Seele anderer, insbesondere von Minderjährigen, aber auch von anderen Schutzbefohlenen, in einer Weise verletzt wurde, dass lebenslange Schädigungen und Beeinträchtigungen die Folge sind.“ Es gehe hier nicht um irgendein Fehlverhalten im Laufe der langen Kirchengeschichte, sondern um ganz konkrete Menschen. Die Problematik unserer Tage habe zu tun mit dem Kern des Sendungsauftrages von Kirche, nämlich Menschen zu helfen, dass ihr Leben Weite und Tiefe erfahre. „Erschüttert müssen wir feststellen, dass in vielen Fällen genau das Gegenteil passiert ist.“ Dem müsse sich die Kirche stellen. Vieles gelte es hier neu auszurichten. „Wir spüren als Verantwortliche in der Kirche, dass das eine Herausforderung ist, der wir nicht leicht gerecht werden.“ Die Frage nach einem glaubwürdigen Miteinander als Christen und einem glaubwürdigen Weg der Nachfolge stelle sich. „Das ist eine der ganz großen Baustellen für die Kirche unserer Tage.“

Gemeinsam in der Nachfolge Jesu
Der Ruf in die Nachfolge führe bei Jesus „in die Gemeinschaft seiner Jüngerinnen und Jünger“, die teilen miteinander ihre Erfahrungen und ihre ganz alltäglichen Sorgen und Nöte teilten. So sei auch Bonifatius eingebunden in ein Netzwerk von Weggefährten eingebunden gewesen. „Ich bin sehr dankbar, als Priester, als Bischof eingebunden zu sein in solche Formen der Weggemeinschaft: mit den Priestern meiner Priestergemeinschaft, mit befreundeten Familien, mit Menschen, die als Frauen und Männer des geweihten Lebens ihren Weg gehen. Ohne diese Beziehungen könnte ich diesen meinen Weg so nicht gehen.“ „Zusammen wachsen“ – das Leitwort der Kirchenentwicklung im Bistum Fulda fordere die Kirche dazu heraus, unterschiedliche Formen des „Zusammen“ zu entdecken, damit Wachstum möglich werde. „Ich gehe gerne mit Ihnen auf Entdeckungsreise“, so der Bischof.

Der neue Bischof kam als Pilger
Am Vorabend seiner Amtseinführung war Bischof Dr. Gerber als Pilger in Begleitung von knapp 1.000 Mitpilgern, die sich ihm auf seiner zweitätigen Fußwallfahrt auf der letzten Etappe der Bonifatiusroute vor allem am Samstag angeschlossen hatten, in seiner Diözese eingetroffen. Gerber dankte den Frauen, Kindern und Männern, die mit ihm gepilgert waren, für dieses „starke Zeichen der Solidarität“. Wie er in seiner Predigt ausführte, hatten viele Pilger auf einer Schriftrolle unterschrieben, die beim Gottesdienst dann vorne vor dem Altar unter dem historischen Codex des hl. Bonifatius aufgestellt war. Darin stecke die Botschaft, dass die Geschichte, die Gott mit den Zeugen der Evangelien und mit Bonifatius geschrieben habe, die Geschichte, von der der Ragyndrudis-Codex erzähle, heute mit uns weitergehe. „Gott will mit uns Geschichte schreiben, mit unserer bisweilen krakeligen Handschrift.“ In den Jahren, die vor dem Bistum Fulda lägen, kämen auch schmerzhafte Erfahrungen und Entscheidungen, gab Gerber zu bedenken. „Es wird die Zukunft auch geprägt sein vom Abschied von Liebgewonnenen. Dabei wird manche Enttäuschung nicht ausbleiben.“ Doch auch diese Erfahrungen könnten tiefer auf den Grund verweisen, den Jesus Christus selbst gelegt habe.

Welche Geschichte hat Gott mit den Menschen vor Ort geschrieben?
Zu Beginn seiner ersten Predigt als Diözesanbischof hatte Dr. Gerber betont, dass sich ein neuer Bischof mit einer Haltung aus Ehrfurcht fragen müsse, welche Geschichte Gott mit den Menschen vor Ort geschrieben habe. Er dankte denen, die die Geschichte des Bistums in den vergangenen Jahren und Monaten geprägt hätten: Bischof em. Heinz Josef Algermissen, der die Diözese lange Jahre umsichtig geleitet habe, dessen langjährigem Generalvikar Prof. Dr. Gerhard Stanke sowie Diözesanadministrator Weihbischof Prof. Dr. Karlheinz Diez. Sein Dank galt aber auch allen, die sich im Bistum an unterschiedlichen Stellen „durch Gebet, Engagement und Zeugnis“ eingebracht hätten.

Grußworte aus Kirche und Staat
Zu Beginn des feierlichen Gottesdienstes hatte der päpstliche Nuntius Erzbischof Dr. Eterović in einem Grußwort zu Bischof Gerber gesagt: „Vom Heiligen Geist geführt, mögen Sie es auf beste Weise erfüllen, die Christen zur Freude am Glauben zu führen, indem Sie persönlich den Katholiken und allen Bewohner innerhalb der Diözese Fulda Zeugnis geben von jener Freude am Bund Gottes mit den Menschen, der ewig gültig ist und jedem, der glaubt, Ewigkeit schenken will.“

„Lebendiger, inspirierender Mitbruder"
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Marx, würdigte den neuen Fuldaer Oberhirten in seinem Grußwort als „lebendigen, inspirierenden Mitbruder, der auch von innen her jung ist“. Gerber sei ein Bischof, der Hoffnung ausstrahle. Marx wünschte ihm, dass seine geistliche Tiefe ihn auch weiter begleiten möge. Sodann dankte er auch Bischof em. Algermissen und dem bisherigen Diözesanadministrator Diez für deren Gastfreundschaft bei der Herbstvollversammlung der deutschen Bischöfe in Fulda. „Wir hoffen, Du wirst so gastfreundlich sein wie Deine Vorgänger“, so der Kardinal.

"Zum Wohle der Menschen"
Hessens Kultusminister Dr. Lorz übermittelte im Namen des erkrankten Ministerpräsidenten Volker Bouffier die Grüße der Landesregierung. Der Kirchenartikel der Weimarer Reichsverfassung, der bis heute das Staatskirchenverhältnis präge, ermögliche eine lebendige und vertrauensvolle Partnerschaft zum Wohle der Menschen. Dadurch, dass der Bischof in der Tradition des heiligen Bonifatius stehe, könne Geschichte für die Menschen „hier und heute gegenwärtig werden“, als Quelle der Ermutigung und Inspiration für die Zukunft.

Glauben in Verbundenheit bezeugen
Der evangelische Bischof Dr. Martin Hein hob hervor, dass evangelische und katholische Christen eins seien „in dem lebendigen Christus“ und die Aufgabe hätten, den Glauben in dieser Verbundenheit zu bezeugen. „Es ist keine Selbstverständlichkeit mehr, sich zu Christus zu bekennen“, gab er zu bedenken. Die Christen rückten heute zusammen und gingen mitten hinein in die Welt, „der wir das Evangelium von Jesus Christus schulden“. Ökumene bezeichnete er als eine Lebensnotwendigkeit und eine Lebenswirklichkeit der Kirchen.

Wir werden den von uns eingeschlagenen Weg der Aufarbeitung und Aufklärung konsequent weiter gehen

Mit einem umfangreichen Pressebericht hat Kardinal Reinhard Marx persönlich ("ich" im Text) die Ergebnisse der Frühjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz am 14. März 2019 in Lingen der Öffentlichkeit vorgestellt. Hier dokumentieren wir die Ergebnisse zum Thema "Konsequenzen aus der Missbrauchs-Krise".
 

Zum Stand der Arbeiten in der Deutschen Bischofskonferenz

  • Die konkreten Umsetzungen aus den in Fulda beschlossenen Punkten hat Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz für Fragen des sexuellen Missbrauchs im kirchlichen Bereich und für Fragen des Kinder- und Jugendschutzes, Bischof Dr. Stephan Ackermann (Trier), bei der gestrigen Pressekonferenz vorgestellt. Ich rufe sie hier nur in Erinnerung und zwar jene fünf Teilprojekte, die für uns ein sichtbarer Maßnahmenkatalog sind: Das Teilprojekt Unabhängige Aufarbeitung, das Teilprojekt der Überprüfung und Weiterentwicklung des Verfahrens zu Leistungen in Anerkennung zugefügten Leids, das Teilprojekt der Einrichtung unabhängiger Anlaufstellen für Betroffene, das Teilprojekt zur Standardisierung in der Führung der Personalakten der Kleriker und das Teilprojekt zum Monitoring für die Bereiche der Intervention und der Prävention.
     
  • In Ergänzung zu dem, was Bischof Dr. Ackermann dargestellt hat, möchte ich einen weiteren Aspekt ergänzen, der für unsere Beratungen wichtig war. Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg) hat uns einen Überblick zum Themenfeld „Kirchliches Recht“ gegeben, das in Teilen mit den zuvor genannten Punkten verbunden und dass ein weiteres Arbeitspaket ist. Einige Aspekte hat er jetzt schon benannt so zum Beispiel die Weitergabe einer Anzeige sexuellen Missbrauchs bei der kirchlichen Stelle an die Staatsanwaltschaft. Gerade dieser Aspekt wird erneut in der aktuell anstehende Revision der Leitlinien berücksichtigt. Zum Themenfeld „Kirchliches Recht“ gehören insbesondere Fragen des materiellen Strafrechts und des Strafprozessrechts sowie der Verwaltungsgerichtsbarkeit. Die Vollversammlung hat in diesem komplexen Bereich beschlossen, vorrangig einen Vorschlag zu Spezialgerichten für Strafverfahren bei sexuellem Missbrauch an Minderjährigen und eine Ordnung für Verwaltungsgerichte im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz zu erarbeiten.
     

Zum Treffen der Vorsitzenden aller Bischofskonferenzen in Rom:

  • Der Vollversammlung habe ich einen Bericht über die Konferenz der Vorsitzenden aller Bischofskonferenzen in Rom vom 21. bis 24. Februar 2019 gegeben, die unter dem Leitwort „Protection of minors“ stand. Erstmals hat eine solche Konferenz im Vatikan stattgefunden. Wie ich bereits in Rom im Anschluss an die Konferenz erklärt habe, empfand ich die Gesprächsatmosphäre als offen, ehrlich, deutlich und mit der klaren Bereitschaft von allen, die anstehenden Fragen beim Thema sexueller Missbrauch Minderjähriger quer über alle Kontinente anzugehen. Besonders die Zeugnisse der Betroffenen haben dazu beigetragen. Dabei ging es nicht um einen rasch zusammengestellten Maßnahmenkatalog, sondern um den globalen realistischen Blick und die Erkenntnis: Wir tragen Verantwortung gegenüber den Betroffenen in aller Welt. Niemand von uns kann das Problem länger negieren oder gar tabuisieren.
     
  • In der Vollversammlung habe ich die Anliegen von Papst Franziskus bei dieser Konferenz vermittelt: die Verbindlichkeit von Leitlinien; die Einhaltung der Leitlinien mithilfe eines Monitorings; die Unterstützung lokaler und regionaler Aktivitäten von Rom aus, dazu gehören auch Fragen des Kirchenrechts. Sicherlich mag für viele Menschen in unserem Land die Rede von Papst Franziskus zum Abschluss der Konferenz den Erwartungen nicht entsprochen haben. Ich möchte aber an einige Aspekte erinnern, die den Weg, den wir als Kirche in Deutschland eingeschlagen haben, bestätigen. Dazu zählen unsere Leitlinien, aber auch die umfangreiche Präventionsarbeit. Der Papst hat betont, dass in der Kirche das Pflichtbewusstsein gewachsen sei, „nicht nur danach zu streben, den höchst schwerwiegenden Missbräuchen durch Disziplinarmaßnahmen und zivile und kanonische Prozesse Einhalt zu gebieten, sondern auch, sich dem Phänomen mit Entschlossenheit sowohl innerhalb als auch außerhalb der Kirche zu stellen“. Dies und die Forderung von Papst Franziskus nach „Demut, Selbstanklage, Gebet und Buße“ müssen uns aufrütteln. In diesem Geist geht es um eine Reform der Kirche, eine wirkliche Erneuerung im Geiste Jesu. Kinderschutz und die Bekämpfung von Klerikalismus hat der Papst deutlich formuliert.
     
  • Wichtig war – und das hat auch die Diskussion in der Vollversammlung bestätigt – die Begegnung mit den Betroffenen und Verbänden. Mit dem Treffen wollte ich zuhören und verstehen und die Anliegen der Verbände anderen Bischöfen und dem Heiligen Vater vermitteln. Dieser Dialog muss weitergeführt werden. Gerade das haben wir in unseren Beratungen in Lingen bestätigt: Wir müssen weiterhin den kontinuierlichen Dialog mit den Betroffenen suchen.
     

Zum Studientag: „Die Frage nach der Zäsur – Studientag zu übergreifenden Fragen, die sich gegenwärtig stellen“

  • Wir haben einen Studientag zu dem Thema „Die Frage nach der Zäsur – Studientag zu übergreifenden Fragen, die sich gegenwärtig stellen“ durchgeführt. Die MHG-Studie hat eine Reihe von Fragen aufgeworfen. Wir haben uns seither mit Fragen der materiellen Anerkennung erlittenen Leids, der Aufarbeitung, der Präventionsmaßnahmen und mit weiteren Themen befasst, die sich aus der Aufdeckung der Fälle sexuellen Missbrauchs in der Kirche ergeben.
     
  • Wie bereits in Fulda festgehalten, gehören für uns auch grundsätzliche Anfragen an die Kirche und ihre Praxis dazu, die es ebenso anzugehen gilt wie die konkreten Handlungsansätze. Es liegt an uns, diese sogenannten übergreifenden bzw. systemischen Fragen in aller Offenheit auf den Tisch zu legen und miteinander nach Wegen zu suchen, wie wir sie künftig besser und klarer behandeln können.
     
  • Unser Studientag war dabei auf drei Fragenkreise konzentriert, die sich aus dem Beschluss von Fulda ergeben:
    - die Frage nach dem Umgang mit Macht in der Kirche,
    - die Frage nach der Zukunft der priesterlichen Lebensform,
    - und die Frage nach der Weiterentwicklung der kirchlichen Sexualmoral.
    Bevor wir diese Fragen in einem größeren Kreis von Personen, mit Laienvertretern, kirchlichen Mitarbeitern, kirchlichen und nichtkirchlichen Fachleuten und insbesondere auch mit von sexuellem Missbrauch und Machtmissbrauch Betroffenen diskutieren werden, war es uns ein Anliegen, im Rahmen des Studientages, uns diese Themen vor Augen zu führen und offen auszutauschen. Als Gäste waren P. Prof. Dr. Godehard Brüntrup SJ (Professor für Philosophie an der Hochschule für Philosophie München), Sr. Dr. Katharina Kluitmann OSF (Vorsitzende und Präventionsbeauftragte der Deutschen Ordensobernkonferenz), Prof. Dr. Miriam Rose (Professorin für evangelische systematische Theologie, Jena) und Prof. Dr. Thomas Sternberg (Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Bonn) eingeladen, die die Diskussion in wesentlichen Teilen bereichert haben.
     
  • Unter der Moderation von Prof. Dr. Julia Knop (Professorin für Dogmatik an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Erfurt) erläuterte zunächst Prof. Dr. Gregor Maria Hoff (Professor für Fundamentaltheologie an der Universität Salzburg) einige zentrale Aspekte zur Frage des Umgangs mit Macht in der Kirche. Dabei wies er nicht nur auf die Allgegenwart von Machtverhältnissen in menschlich-sozialen Beziehungen hin, sondern verdeutlichte auch die erhebliche Gefahr der Kirche, sich beim Umgang mit Macht in einer „Sakralisierungsfalle“ zu verstricken. Die Macht der Religion wird dabei im Zeichen der Sakralität auf ihre Vermittler abgeleitet. Es entsteht ein Kreis der Eingeweihten, der seinen behaupteten Machtanspruch immunisiert und für den eigenen Statuserhalt instrumentalisiert. Im Referat und auch in den nachfolgenden Diskussionen wurde deutlich, wie entscheidend in diesem Zusammenhang die Aspekte der Teilung und der klar geregelten Kontrolle von Macht sind. Hier besteht ein erheblicher Entwicklungsbedarf der kirchlichen Strukturen, den wir weiter angehen.
     
  • Prof. Dr. Philipp Müller (Professor für Pastoraltheologie an der Universität Mainz) wies in seinem Beitrag auf die krisenhafte Situation priesterlicher Lebensgestaltung hin. So, wie sich der Status quo in Bezug auf die Auswahl, die Ausbildung, die Unterstützung, Begleitung und die berufliche Zufriedenheit unserer Priester derzeit darstellt, führt er in immer geringerem Maß zu geeigneten, kompetenten und psychosozial nachhaltig stabilen Priestern. In der Diskussion stand deshalb außer Frage, dass Veränderung erforderlich ist, wenn das Priestertum Zukunft haben soll. Dabei werden wir an verschiedenen Punkten reformieren müssen und dürfen in der Diskussion auch die Themen Zölibat und Zugang von Frauen zu kirchlichen Ämtern nicht aussparen.
     
  • Prof. Dr. Eberhard Schockenhoff (Professor für Moraltheologie an der Universität Freiburg) hat in seinen Ausführungen deutlich auf Anachronismen, Widersprüche und lebensfremde Aspekte in der kirchlichen Sexualmoral und ihrer Darstellung hingewiesen. Im Hinblick auf die menschliche Sexualität ist der Kirche nach seiner Einschätzung eine konstruktive Aneignung humanwissenschaftlicher Einsichten noch nicht gelungen. Das Gespräch darüber machte deutlich: In einer künftigen kirchlichen Sexualethik wird dem Schutz der menschlichen Würde eine unvermindert hohe Bedeutung zukommen, was nach strengen Maßstäben zwischen frei einwilligenden Personen und unter Wahrung von Treueverpflichtungen geschieht. Darüber hinaus stellt eine kirchliche Sexualethik ein ganzheitliches Orientierungsangebot für eine sexuelle Praxis als Ausdruck menschlicher Liebe dar, das jedoch nicht im Sinn einer naturalistisch kurzschlüssigen Verbotsethik vermittelt werden sollte.
     
  • Die Diskussionen und Gespräche in den Arbeitsgruppen und Plenumsrunden waren offen, brachten manche Kontroversen zum Ausdruck und ließen deutlich werden, dass die angesprochenen Themen mit dem Studientag allenfalls angerissen, aber keineswegs erledigt werden konnten.
     

Zusammenfassung und weiteres Vorgehen:

  • Erschütterungen verlangen besondere Vorgehensweisen. Die Missbrauchsstudie und in ihrer Folge die Forderung Vieler nach Reformen zeigen: Die Kirche in Deutschland erlebt eine Zäsur. Der Glaube kann nur wachsen und tiefer werden, wenn wir frei werden von Blockierungen des Denkens, der freien und offenen Debatte und der Fähigkeit, neue Positionen zu beziehen und neue Wege zu gehen.
     
  • Die Kirche braucht ein synodales Voranschreiten. Papst Franziskus macht dazu Mut. Und wir fangen nicht am Nullpunkt an. Die Würzburger Synode (1972 bis 1975) und auch der Gesprächsprozess der vergangenen Jahre haben den Boden bereitet, auch für viele Herausforderungen von heute. Einstimmig haben wir beschlossen, einen verbindlichen synodalen Weg als Kirche in Deutschland zu gehen, der eine strukturierte Debatte ermöglicht und in einem verabredeten Zeitraum stattfindet und zwar gemeinsam mit dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken. Wir werden Formate für offene Debatten schaffen und uns an Verfahren binden, die eine verantwortliche Teilhabe von Frauen und Männern aus unseren Bistümern ermöglichen. Wir wollen eine hörende Kirche sein. Wir brauchen den Rat von Menschen außerhalb der Kirche.
     
  • Daher benenne ich die drei Punkte, die beim Studientag eine Rolle spielten und um die es gehen wird:
     
    1) Wir wissen um die Fälle klerikalen Machtmissbrauchs. Er verrät das Vertrauen von Menschen auf der Suche nach Halt und religiöser Orientierung. Was getan werden muss, um den nötigen Machtabbau zu erreichen und eine gerechtere und rechtlich verbindliche Ordnung aufzubauen, wird der synodale Weg klären. Der Aufbau von Verwaltungsgerichten gehört dazu.
     
    2) Wir wissen, dass die Lebensform der Bischöfe und Priester Änderungen fordert, um die innere Freiheit aus dem Glauben und die Orientierung am Vorbild Jesu Christi zu zeigen. Den Zölibat schätzen wir als Ausdruck der religiösen Bindung an Gott. Wie weit er zum Zeugnis des Priesters in unserer Kirche gehören muss, werden wir herausfinden.
     
    3) Die Sexualmoral der Kirche hat entscheidende Erkenntnisse aus Theologie und Humanwissenschaften noch nicht rezipiert. Die personale Bedeutung der Sexualität findet keine hinreichende Beachtung. Das Resultat: Die Moralverkündigung gibt der überwiegenden Mehrheit der Getauften keine Orientierung. Sie fristet ein Nischendasein. Wir spüren, wie oft wir nicht sprachfähig sind in den Fragen an das heutige Sexualverhalten.
     
  • Geeignete Formate zur Klärung von Neuausrichtung und Veränderung werden wir in diesem Jahr bei der Vorbereitung des synodalen Prozesses suchen. Dazu gehören bereits jetzt auf der Vollversammlung verabredete Foren, die sich den zuvor genannten drei Punkten widmen werden: Das Forum „Macht, Partizipation, Gewaltenteilung“ wird von Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann (Speyer) verantwortet, das Forum „Sexualmoral“ von Bischof Dr. Franz-Josef Bode (Osnabrück) und das Forum „Priesterliche Lebensform“ von Bischof Dr. Felix Genn (Münster). Einen Zwischenbericht werden wir bei einer Konferenz am 12. und 13. September 2019 in einer gemeinsamen Zusammenkunft von Bischöfen, Mitgliedern des Zentralkomitees der deutschen Katholiken und weiterer Personen geben. Bis dann werden auch Zeitpunkt und Dauer der strukturierten Debatten klar sein.

Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Bischofskonferenz am 14. März 2019

 

Magische Musik in der Elisabethkirche

Der Auftritt des Lucia-Chores war einer der Höhepunkte
im Kulturprogramm 2018 (Foto Leitschuh / nh)

Auch im ersten Halbjahr 2019 bietet die Elisabethkirche viel Kultur und Musik und baut damit ihre Arbeit als „Kulturkirche“ weiter aus. Beginn am Valentinstag. Mit „magic acoustic guitars“ konnte eines der besten deutschen Gitarrenduos gewonnen werden. Roland Palatzky und Matthias Waßer wurden für ihre Konzerte mehrfach ausgezeichnet. „Es wird ein romantischer Abend in der festlich erleuchteten Kirche am Tag des Heiligen Valentins“, verspricht Marcus Leitschuh, Projektleiter für die Kultur in der Elisabethkirche. Karten gibt es für 10 bzw. 5 Euro im Vorverkauf in der Buchhandlung St. Elisabeth, gegenüber der Martinskirche.

Theater in der Fastenzeit
In der Fastenzeit gibt es zwei Theateraufführungen. Christian Doll, ehemaliger Intendant der Bad Gandersheimer Domfestspiele, inszenierte das Stück „Judas“ von Lot Vekemans. Gunter Heun spielt es am 13.4.19 um 19.30 Uhr. Das Theaterensemble „Ensemble Theatrum“ spielt am 23. März 2019 um 16 Uhr „Claudia Procula – die Frau des Pilatus“. Die Inszenierung widmet sich dem Passionsgeschehen in sensiblen Theaterbildern mit Musik und einem faszinierenden Bühnenbild. Veranstalter ist das Katholische Dekanat Kassel-Hofgeismar, das Evangelische Forum und die Kirchengemeinde Sankt Elisabeth Kassel.

Benefizkonzert für die Telefonseelsorge
Für die Telefonseelsorge Nordhessen findet ein Benefizkonzert zahlreicher Musikerinnen und Musiker statt und im April folgt ein Passionskonzert.

African Gospel Night
Etwas Besonderes wird die „African Gospel Night“ am 27.4.19 mit dem „Akwaba Gospelchor“ (Berlin). Der Chor pflegt den schwarz-afrikanischen Gospel und entwickelt ihn weiter. Der Chor ist auch schon mit internationalen Stars wie Sam Smith und Howard Carpendale aufgetreten. Die Stimmen werden von afrikanischen Musikinstrumenten begleitet. Von ruhig bis mitreißend lädt die Musik zum Tanzen und Entspannen ein.

Kooperation mit der Musikakademie
Im Mai und Juni spielen jeweils donnerstags um 19 Uhr wieder Studierende der Musikakademie der Stadt Kassel „Louis Spohr“ in der Konzertreihe „Auf eine halbe Stunde“. „Diese Form der Nachwuchsförderung und die vielfältigen Kooperationen in die Kasseler Kulturszene hinein sind uns wichtig“, so Regionalkantor Thomas Pieper.

Sommerkonzert der Kasseler Chöre und Reihe „Im Atem der Zeit“
Auch das Sommerkonzert Kasseler Chöre und die Reihe „Im Atem der Zeit“ in Verbindung mit dem „Kasseler Kulturforum“ werden fortgesetzt. Ebenso wird es wieder einen musikalischen Gottesdienst am Sonntag des Altstadtfestes geben. 

Kultur, Liturgie und Experiment als Teil der Kasseler Kulturszene
„Als 2015 die Bosch-Bornefeld-Orgel ihre neue Heimat in der Elisabethkirche fand, haben wir uns gewünscht, dass die Investition ein Gewinn für die Kasseler Kulturlandschaft wird. Diese Hoffnung hat sich bewahrheitet“, schaut Pfarrer Peter Bulowski auf das letzte Jahr zurück. Bulowski: „Stolz sind wir, dass wir Ende 2017 den Sonderpreis des Kasseler Kulturförderpreises für kontinuierliche künstlerische und musikalische Programmgestaltung auf höchstem Niveau bekamen. Das spornt uns an, auch weiterhin Kultur, Liturgie und Experiment als Teil der Kasseler Kulturszene für alle Bürgerinnen und Bürgern in der Kirche einzubringen.

Das Programm 2019 der Exerzitienseelsorge Kassel

Exerzitien - geistliche Übungen - bieten Wege, das eigene konkrete Leben mit Gott in Verbindung zu bringen. Dazu gehören Stille, Gebetszeiten, Begleitung und Austausch. Im Programm der Exerzitienseelsorge Kassel werden ganz verschiedene Formen angeboten, sich auf einen eigenen inneren Glaubensweg einzulassen.

2019 gehören dazu Besinnungswochenende, Predigten und Bibliodrama zur Fastenzeit, Pilgerreisen nach Israel/Palästina - auch für Senioren, Wandern mit Bibel und Rucksack, Einzelexerzitien mit Gemeinschaftselementen, Bibliodrama zur Adventszeit, Exerzitien im Alltag.

Konsequenzen aus der Studie „Sexueller Missbrauch an Minderjährigen"

Der Ständige Rat hat sich auf seiner Sitzung am 20. November 2018 mit den Konsequenzen aus der Studie „Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“ (MHG-Studie) befasst und das weitere Vorgehen zur Abschlusserklärung der Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz erörtert.

Fünf Teilprojekte:
In der Erklärung von Fulda wurden mehrere Schritte benannt, die es zeitnah anzugehen gilt. In fünf Teilprojekten, entsprechend der Erklärung von Fulda, wird die Arbeit aufgenommen. Diese Projekte sind:

  • Aktenführung: Standardisierung in der Führung der Personalakten der Kleriker;
  • Unabhängige Anlaufstellen: Angebot externer unabhängiger Anlaufstellen zusätzlich zu den diözesanen Ansprechpersonen für Fragen sexuellen Missbrauchs;
  • Unabhängige Aufarbeitung: Klärung insbesondere, wer über die Täter hinaus institutionell Verantwortung für das Missbrauchsgeschehen in der Kirche getragen hat;
  • Anerkennung: Fortentwicklung des Verfahrens zur Anerkennung erlittenen Leids;
  • Monitoring: Verbindliches überdiözesanes Monitoring für die Bereiche der Intervention und der Prävention.

Für die Umsetzung der fünf Teilprojekte ist der Beauftragte für Fragen des sexuellen Missbrauchs im kirchlichen Bereich und für Fragen des Kinder- und Jugendschutzes der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Stephan Ackermann, verantwortlich. Er wird dabei eng die Kommunikation und Abstimmung mit dem Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Johannes-Wilhelm Rörig, suchen. Bereits begonnen wurde die festgelegte Überarbeitung der Leitlinien und der Rahmenordnung Prävention.

Fragen nach der zölibatären Lebensform der Priester
und nach verschiedenen Aspekten der katholischen Sexualmoral

Der Ständige Rat hat sich auch mit den in der Erklärung der Herbst-Vollversammlung genannten spezifischen Herausforderungen befasst, die sich für die Kirche ergeben. Dort heißt es: „Fragen nach der zölibatären Lebensform der Priester und nach verschiedenen Aspekten der katholischen Sexualmoral werden wir unter Beteiligung von Fachleuten verschiedener Disziplinen in einem transparenten Gesprächsprozess erörtern.“ Dazu wird dem Ständigen Rat bis zur nächsten Sitzung ein Arbeitsplan vorgelegt.

Interdiözesane Strafgerichtskammern
Der Ständige Rat unterstützt außerdem den Vorschlag, interdiözesane Strafgerichtskammern für Strafverfahren nach sexuellem Missbrauch auf dem Gebiet der Deutschen Bischofskonferenz zu errichten. Dafür wird sich der Ständige Rat mit den entsprechenden Stellen in Rom in Verbindung setzen. Außerdem sieht er Reformerfordernisse im Bereich des kirchlichen Rechts und des Prozessrechts. Die deutschen Bischöfe sind bereit, auf weltkirchlicher Ebene mitzuhelfen, das Kirchenrecht in dieser Hinsicht weiterzuentwickeln. Sie nehmen außerdem den Aufbau einer kirchlichen Verwaltungsgerichtsbarkeit erneut in den Blick.

Höchste Priorität: Schutz vor sexuellem Missbrauch
Im Fokus aller Bemühungen steht der Schutz vor sexuellem Missbrauch an Minderjährigen und Schutzbefohlenen. Das hat höchste Priorität. Der Ständige Rat hat den Anspruch an Konsequenz, Transparenz und Dringlichkeit bekräftigt und drängt auf eine entschlossene Durchführung. Der Ständige Rat und die Vollversammlung werden bei jeder Sitzung über den aktuellen Stand und die Entwicklungen beraten.

An keiner Stelle verurteilt die Bibel Homosexualität

Bild: fotolia.com

Derzeit gibt es einen Konflikt um den Jesuiten und Neutestamentler Ansgar Wucherpfennig. Er sollte als Rektor der Theologisch-Philosophischen Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt am Main seine dritte Amtszeit beginnen. Wucherpfennig, der im Bistum Limburg auch als Homosexuellen-Seelsorger arbeitet, hatte sich wertschätzend über Homosexuelle geäußert. Deshalb verweigert ihm die vatikanische Bildungskongregation bislang das "Nihil obstat", die Unbedenklichkeitsbescheinigung, die er als Leiter der Hochschule braucht.

Interview mit katholisch.de
katholisch.de, eine der Partner-Internetseiten der Deutschen Bischofskonferenz, hat mit Ilse Müllner, Professorin für Biblische Theologie und Altes Testament am Institut für katholische Theologie der Universitat Kassel, ein Interview zur Frage geführt, was die entsprechenden biblischen Textstellen über Homosexualität aussagen. Das Interview klärt über die biblischen Texte auf, auf deren Grundlage die Diskussion um gleichgeschlechtliche Liebe geführt wird.

Von interessierter Seite den Zensurinstanzen in Rom zur Kenntnis gebracht
Daniel Decker schreibt in der FAZ vom 14.10.2018: "Wucherpfennig, der im Frühjahr zum zweiten Mal als Rektor der Philosophisch-Theologischen Hochschule des Ordens in Frankfurt wiedergewählt worden war, hatte sich 2016 in einer Lokalzeitung gegen den Ausschluss von Frauen von kirchlichen Weiheämtern ausgesprochen und über Homosexualität nicht rundheraus ablehnend geäußert. Das Zeitungsgespräch wurde anschließend von interessierter Seite den Zensurinstanzen in Rom zur Kenntnis gebracht. Diese verweigerten daraufhin die Bestätigung der Wiederwahl und dringen auf einen Widerruf."

Kein Widerruf
Ansgar Wucherpfennig hat öffentlich erklärt, dass er nicht widerrufen werde. Zahlreiche Menschen solidarisieren sich ihm, darunter die Bischöfe von Limburg und Osnabrück wie auch viele Kollegen/innen. Offensichtlich scheint das letzte Wort zur "Affäre" Wucherpfennig noch nicht gesprochen zu sein. Die Pressestelle des Vatikans teilte der Deutschen Presse-Agentur mit, dass das Prüfungsverfahren noch laufe.

Den Betroffenen zuhören und ihnen glauben

Foto: fotolia.com

„Wir haben in den letzten Jahren gelernt und müssen weiterlernen, unter anderem auch durch die Hinweise, die die Wissenschaftler uns geben. Die Betroffenen müssen im Vordergrund und Mittelpunkt stehen.“ Dies stellte Domkapitular Prof. Dr. Gerhard Stanke, Ständiger Vertreter des Diözesanadministrators des Bistums Fulda, am Dienstag bei einem Pressegespräch über die Bedeutung der am selben Tag in Fulda vorgestellten MHG-Studie zum Missbrauch durch Kleriker in der deutschen Kirche heraus.

Versagen
„Das Versagen der Verantwortlichen lag darin, dass sie die Aussagen der Betroffenen, dass sie das schwere Unrecht und die tiefen Verletzungen der Kinder und Jugendlichen nicht ernst genommen haben. Das müssen wir als Versagen bekennen.“ Das Bistum habe gelernt, den Betroffenen zuzuhören und ihren Aussagen Glauben zu schenken sowie die Schuldigen zur Rechenschaft ziehen, „ohne auf das Ansehen der Institution Rücksicht zu nehmen.“ Ein veränderter Umgang mit den Betroffenen, der sie und ihre Aussagen ernst nehme, und der Aufbau von Präventionsmaßnahmen müssten im Zentrum stehen.

Machtmissbrauch
„Da sexueller Missbrauch auch immer mit Machtmissbrauch verbunden ist, sind Strukturen der Machtkontrolle zu entwickeln. Die Priesterweihe darf nicht zur Immunisierung gegen Kritik missbraucht werden, sondern sie ist Befähigung zu einem Dienst an den Menschen und zur Wahrnehmung von Verantwortung und nicht zur Herrschaft“, stellte Stanke heraus. „Wir wissen auch, dass wir weiterhin nach Wegen suchen müssen, eine Kultur der Achtsamkeit zu entwickeln in den Pfarrgemeinden und in den kirchlichen Einrichtungen.“

Vorgehensweise der Untersuchung
Bei dem Pressegespräch, an dem auch die Missbrauchsbeauftragte der Diözese, Diplomsozialpädagogin Alexandra Kunkel, die Präventionsbeauftragte, Diplomsozialpädagogin Birgit Schmidt-Hahnel, und Personaldezernent Domkapitular Christof Steinert teilnahmen, wies Prof. Stanke darauf hin, dass die Studie zeige, wie mit den Beschuldigten umgegangen wurde, die aktenkundig geworden seien. Das herauszufinden sei der Auftrag der Forschungsgruppe gewesen. Die Akten waren an Hand eines von den Forschern erstellten Fragenkatalogs nach Hinweisen auf sexuelle Übergriffe oder sexuellen Missbrauch durchzuschauen. Fünf Personen hätten die Akten an Hand des Fragenkatalogs durchgesehen, von denen eine die Befähigung zum Richteramt habe, und sie seien darauf vereidigt worden, gewissenhaft diese Aufgabe durchzuführen.

Zahlen und Fakten
Es wurden im Bistum Fulda:

  • 795 Akten untersucht und dabei
  • 29 Beschuldigte gefunden:
  • 19 Diözesanpriester, ein Diakon, neun Ordensleute mit Gestellungsvertrag.
  • Acht Geistliche waren bereits verstorben.
  • Es fanden sich Hinweise auf pädophile Orientierung bei vier, Hinweise auf homosexuelle Orientierung bei acht, Hinweise auf psychische Auffälligkeiten im Umgang mit Menschen oder Alkoholprobleme bei 13 Personen.
  • Im aktiven Dienst wurden 21 Geistliche innerhalb der Diözese versetzt, manche auch mehrfach.
  • Bei drei Personen gab es einen Hinweis auf sexuellen Missbrauch; elf wurden in andere Diözesen versetzt, bei dreien gab es dabei einen Zusammenhang mit sexuellen Missbrauch.
  • Sieben Kleriker wurden in Diözesen außerhalb Deutschlands versetzt, bei zweien bestand ein Zusammenhang mit Missbrauch.
  • Gegen 13 Geistliche wurden eine kirchenrechtliche Voruntersuchung, ein Strafverfahren oder verwaltungsrechtliche Maßnahmen durchgeführt.
  • Bei 13 weiteren wurde kein kirchenrechtliches Strafverfahren eröffnet.
  • Bei drei Personen ist es nicht dokumentiert.
  • Folgende kirchenrechtliche Strafen wurden verhängt:
    - eine Entlassung aus dem Klerikerstand,
    - eine weitere stand bevor, als der Beschuldigte verstarb,
    - scharfe Abmahnung,
    - Zelebrationsverbot,
    - Entpflichtung,
    - Änderung des Tätigkeitsfeldes,
    - Verpflichtung zur Therapie und Versetzung in den Ruhestand.
  • Es wurden in diesem Zusammenhang auch forensische Gutachten eingeholt.

Strafrechtliche Prüfung und Anzeigen:

  • In den letzten Jahren wurde jeweils eine externe strafrechtliche Prüfung beauftragt.
  • In 17 Fällen wurde Anzeige bei der Strafverfolgungsbehörde erstattet.
  • In den anderen Fällen wollten entweder die Betroffenen keine Anzeige oder der Beschuldigte war verstorben oder die Taten waren verjährt oder die Handlung erfüllte nicht die Kriterien eines Straftatbestandes.
  • Es gab zwei Selbstanzeigen,
  • sieben Anzeigen durch die Missbrauchsbeauftragte,
  • weitere durch andere Personen.
  • Bei dreien ist nicht dokumentiert, wer die Anzeige erstattete.
  • Ein Verfahren ist noch anhängig,
  • neun Verfahren wurden eingestellt,
  • sechs rechtskräftig abgeschlossen,
  • und in einem Verfahren ist der Ausgang nicht dokumentiert.
  • Dabei wurden drei Freiheitsstrafen verhängt, eine Bewährungsstrafe, eine Geldstrafe und ein Freispruch ausgesprochen.

Von den 75 Betroffenen waren

  • 49 Jungen und
  • 23 Mädchen,
  • bei drei Betroffenen fehlt die Geschlechtsangabe.
  • Was das Alter angeht, waren
  • 23 unter 13 Jahren und
  • 28 über 13 Jahre.
  • Bei 24 Betroffenen ist keine Altersangabe vermerkt.
  • Die Betroffenen waren Ministranten oder es bestand eine allgemeine seelsorgliche Beziehung.
  • So fanden Übergriffe bei privaten Treffen in der Wohnung des Pfarrers oder in Ferienlagern statt.
  • Was die Methode der Anbahnung angeht, so wurde sehr oft die Amtsautorität oder die persönliche Autorität oder eine persönliche Beziehung ausgenutzt. Es wurde auch durch Gewährung von Geschenken und Privilegien eine engere Beziehung angebahnt.

Präventionsmaßnahmen im Bistum
Prof. Stanke erläuterte sodann die bisherigen Präventionsmaßnahmen im Bistum und die Anerkennungszahlungen des Bistums an Betroffene. Es wurden

  • 5.107 Haupt- und Ehrenamtliche geschult sowie
  • 2.012 bei der Caritas.

Anerkennung des Leides
Als Anerkennung des Leides wurden 45.500 Euro bezahlt, zwischen jeweils 1.000 und 8.000 Euro. Für Therapiekosten hat das Bistum 5.744 Euro ausgegeben. Immer seien Hilfen angeboten worden, die manchmal nicht in Anspruch genommen wurden, so Stanke.

Neue Missbrauchsbeauftragte für das Bistum Fulda: Alexandra Kunkel
Der Ständige Vertreter wies darauf hin, dass das Bistum seine Verantwortung ernst nehme: „Es wurde nach der Veröffentlichung der Leitlinien zur Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs eine Missbrauchsbeauftragte für das Bistum Fulda ernannt. Anne Schmitz war die Ansprechpartnerin für die Betroffenen und hat sich ihnen mit großer Empathie zugewandt, was immer wieder von Betroffenen bestätigt wurde.“ Neue Ansprechpartnerin ist seit Juni 2018 Alexandra Kunkel, die in ihrer Aufgabe als Missbrauchsbeauftragte für intensive Gespräche mit den Betroffenen zur Verfügung steht.

Seit 2002: Arbeitsstab sexueller Missbrauch
Es wurde bereits 2002 ein Arbeitsstab sexueller Missbrauch eingerichtet, dessen Vorsitz die Missbrauchsbeauftragte innehatte und dem ein Vertreter der Bistumsleitung, ein externer Psychologe, der Justitiar des Bistums, die Präventionsbeauftragte und eine Sozialpädagogin angehören. In diesem Gremium seien Fälle sexuellen Missbrauchs besprochen und entsprechende Maßnahmen eingefordert worden, betonte Stanke. Die Präventionsbeauftragte des Bistums, Birgit Schmidt-Hahnel, machte deutlich, dass für kirchliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Priester und Diakone sowie Ehrenamtliche verpflichtende Schulungen in der Prävention durchgeführt worden seien und auch weiterhin durchgeführt würden. In Pfarreien und Einrichtungen wird ein Schutzkonzept umgesetzt, für das eine Arbeitshilfe publiziert worden ist.

Priester-Ausbildung
Ein besonderes Augenmerk müsse auf der Ausbildung und der Personalführung der Priester liegen. Außerdem komme es auf die Schaffung einer „Kultur der Offenheit“ in den kirchlichen Handlungsfeldern an. Geschlossene Systeme und ein besonderes Machtgefälle begünstigten sexuellen Missbrauch. Es brauche neben der Offenheit auch Mechanismen der Kontrolle von Machtausübung. Personaldezernent Domkapitular Steinert stellte in dem Pressegespräch klar, dass der Schutz der Kinder in der Kirche an vorderster Stelle stehen müsse und dies nie abgeschlossen sei. Laut Steinert müsse man auch auf die Gemeinden schauen, in denen es in den letzten 20 Jahren Vorfälle gegeben habe. „Viele Betroffene äußern sich erst Jahre später, und gerade jetzt, wo die MHG-Studie veröffentlicht worden ist, wird bei vielen das Erlebte wieder hochkommen, und sie werden sich melden.” Zusätzlich zu den Anlaufstellen der Kirche müsse man auch über weitere externe Anlaufstellen für Betroffene nachdenken.

Hier finden Sie die Erklärung der deutschen Bischöfe zu den Ergebnissen der Studie „Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“ anlässlich der Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Fulda 27. September 2018:

Wir stehen an der Seite der Betroffenen sexuellen Missbrauchs

Foto: fotolia.com

Seit 2002, dann besonders ab 2010 und jetzt wieder, spüre die Kirche, dass die tiefe Wunde des Missbrauchs nicht verheile. „Wir stehen an der Seite der Betroffenen sexuellen Missbrauchs. Das ist unsere bleibende Verpflichtung. Es ist noch immer erschütternd, was Kindern und Jugendlichen, die sich Priestern anvertraut haben, durch dieses unvorstellbare Leid widerfahren ist. In den Betroffenen schaut Gott uns an, er leidet wie die Opfer unter dem was Priester – Männer die Gott folgen wollten – Minderjährigen angetan haben. Gott leidet an dem, was wir übersehen, wo wir weggeschaut haben, was wir nicht wahrhaben wollten. Er schaut uns an in den Betroffenen, den Geschlagenen, den Verwundeten. Deshalb braucht es einen neuen Aufbruch in dieser Kirche, gegenüber den Betroffenen und Gott“, so Kardinal Marx.

Es braucht einen neuen Aufbruch in dieser Kirche
Die bereits in Teilen vorab veröffentlichte Studie der Deutschen Bischofskonferenz trage dazu bei, den Blick noch einmal zu schärfen. „Wir werden darüber in der Vollversammlung der Bischofskonferenz in Fulda sprechen und uns fragen, was daraus folgt“, sagte Kardinal Marx. Deshalb sei dieser Gottesdienst in Schönstatt in besonderer Weise unter das Erbarmen Gottes gestellt. „Dieses Erbarmen brauchen wir, um das Geschenk des Glaubens zu erneuern. Wir brauchen das Erbarmen auch für die Wahrheit dessen, was inmitten unserer Gemeinschaft geschieht – durch mangelnde Aufmerksamkeit, fehlende Sensibilität, durch das Fehlen von Liebe. Deshalb bittet die Kirche um das Erbarmen Gottes für die Kirche und alle Menschen“, so Kardinal Marx.

Welchen Auftrag hat Gott für uns?
In dem Gottesdienst erinnerte Kardinal Marx an den 50. Todestag des Gründers von Schönstatt, Pater Josef Kentenich. Der Geistliche sei wach für seine Zeit gewesen und habe Ausschau nach dem Neuen gehalten. „Das muss auch unser Auftrag heute sein, die Zeichen der Zeit zu erkennen und den Blick auf das Neue zu wagen.“ Schönstatt mit seiner Gnadenkapelle sei ein Ort, der inspiriere und ermutige, an dem man hören könne, was der Geist zu sagen habe. „Wir sind hineingenommen in die Gemeinschaft der Kirche, wie es Papst Franziskus betont, als ein Volk, als eine Gemeinde. Der Geist ist immer am Werk, wir müssen nur aufmerksam sein für ihn und hören auf das, was er uns in dieser Zeit sagt. Dazu brauchen wir Mut, neue Wege zu gehen“, so Kardinal Marx. „Was will Gott uns in dieser Zeit sagen, welchen Auftrag hat er für uns? Das können wir uns nicht ausdenken, sondern brauchen Aufmerksamkeit und Wachsamkeit, gerade um das zu erkennen, was passiert, auch das Negative. Wir dürfen nicht wegschauen“, rief Kardinal Marx den Gläubigen zu. Das gelte auch für die Verantwortlichen in der Kirche.

Was wir riskieren können
Aufbruch habe immer etwas mit Bruch zu tun, „es ist kein gemütliches Weitergehen, sondern die Frage nach dem, wie wir in der Kirche Neues denken können, ohne die Vergangenheit, die Tradition, den Weg der Kirche zu vergessen. Halten wir Ausschau nach dem, was jetzt dran ist, was wir tun können, was wir wagen dürfen, ja auch riskieren können“, so Kardinal Marx. Pater Kentenich habe so etwas riskiert im Leben. „Ich empfinde die Gnadenkapelle immer wieder als Quelle der Ermutigung und der Kraft. Der Schönstatt-Bewegung sage ich Dank für den Dienst des Gebetes, des Aufbruchs und der geistigen Erneuerung in der Kirche, die durch die Gründergestalt Pater Kentenichs ihren Weg genommen hat“, so Kardinal Marx.

Pressemitteilung der Deutschen Bischofskonferenz am 16. September 2018

Flüchtlinge auf dem Mittelmeer nicht vergessen!

Bild: fotolia.com

In diesen Tagen verlassen weiterhin Boote die Küste Libyens, auf denen sich Menschen in Lebensgefahr begeben, um das Mittelmeer zu überqueren. Sie alle geraten in Seenot und es gibt kaum Hilfe mehr. Laut der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sind allein im Juni und Juli dieses Jahres 851 Menschen auf der Flucht über das Mittelmeer gestorben, seit Beginn 2018 sind über 1.500 Menschen dort ertrunken. Die Inititave "Seebrücke" hatte am 2. September zu einer Kundgebung in Kassel aufgerufen, auf der Dechant Harald Fischer sprach.

  • Hier seine Rede:

„Flüchtlinge auf dem Mittelmeer nicht vergessen!“

Normalerweise, wenn ich eine Rede beginne, sage ich: „Liebe Schwestern und Brüder“!

Das ist hier unpassend, weil wir nicht in einer Kirche sind. Aber manchmal ist es notwendig, die Kirche zu verlassen und auf die Straße zu gehen. Jetzt sind solche Zeiten!

Ich beginne also: Liebe Freundinnen und Freunde von Geflüchteten, von Asylbewerbern, von Menschen, die in Not sind und die die Hilfe anderer brauchen, die unsere Hilfe brauchen!

Gestern, am 1. September haben wir den „Antikriegstag“ begangen, ein Gedenktag, der an die Zerstörungen durch den 2. Weltkrieges erinnert und mahnt. In diesem Jahr verbinden wir mit diesem Gedenken eine Reihe von „Runden Jahreszahlen“:

> 1918 - 100 Jahre Ende des 1. Weltkrieges,
> 1933 – 85 Jahre nach der Machtergreifung Hitlers,
> 1938 – 80 Jahre nach der Reichspogromnacht,
> 1943 – 75 Jahre nach der Zerstörung Kassels. Am 22. Oktober 1943 fanden über 10.000 Menschen unserer Stadt den Tod.

Man sollte meinen, dass all diese Ereignisse uns Mahnung und Erinnerung genug sein sollten, nicht zu vergessen, wohin es führt, wenn wir die Grundlagen des menschlichen Zusammenlebens vergessen; wohin es führt, wenn der Respekt vor dem Anderen, wenn die Bereitschaft, auch Fremdes und Ungewohntes anzunehmen verschwindet, wenn die Menschenwürde und die Achtung voreinander keine Rolle mehr spielen.

Aber es ist notwendig, dass wir hier zusammen sind, um diese Werte in Erinnerung zu rufen, es ist notwendig, dass wir die eigentlichen Grundlagen des Abendlandes, des christlichen Abendlandes wieder einfordern.

Die Ereignisse der letzten Tage in Chemnitz haben uns das vor Augen geführt. Aber es geht nicht nur um das Erschrecken über Chemnitz.

Die Grundlagen des Zusammenhaltes unserer Gesellschaft geraten auch ins Rutschen, wenn europäische Regierungen Schiffen, die Schiffbrüchige gerettet haben, die Einfahrt in die Häfen verweigern. Und noch mehr: wenn Rettungsschiffe überhaupt gehindert werden, auszulaufen, um Menschen in Seenot zu retten. Hilfeleistung bewusst zu unterlassen obwohl sie möglich wäre oder sie gar aktiv zu behindern ist genauso ein Verbrechen, ist genauso Terror, wie eine Bombe auf eine belebte Straße zu legen. Die Kapitäne und die Besatzung der Hilfsschiffe sind keine Kriminellen; sie sind Helden!

Gut, dass wir Flüchtlinge in unserem Land aufgenommen haben.

Wie traurig wäre es, wenn wir nur als Hessen unter uns geblieben wären, oder wenn sich die Niedersachsen vor uns abschotten würden. Ich bin sehr gerne in Bayern, aber wenn es nur die bayrische Kultur gäbe, wäre das eine große Verarmung.

Die Menschen, die aus anderen Ländern hierhergekommen sind, sind eine Bereicherung für uns und unser Land! Sie helfen uns, unser Denken zu weiten, andere Blickwinkel, andere Traditionen, andere Denkwege kennen zu lernen. Sie sind keine Gefahr, sie sind eine Bereicherung!

Wer meint, wenn wir uns oder wenn wir Europa abschotten und alle Flüchtlinge an unseren Grenzen abweisen würden wäre irgendein Problem gelöst, das wir oder das die Länder haben, aus denen im Moment Menschen fliehen, der irrt.

Ja, wir haben Probleme mit Asylbewerbern: Manche missbrauchen die Gastfreundschaft; manche müssen sich noch eingewöhnen; manche verhalten sich ungebührlich.

Aber wir haben auch Probleme mit Deutschen: Manche missbrauchen die Freiheitsrechte, manche verhalten sich ungebührlich, bei manchen hat man den Eindruck, sie kennen noch nicht mal das Grundgesetz und sind noch weniger bereit, sich daran zu halten.

Bei den einen wie bei den anderen gilt es, den Ernstfall anzuschauen und zu ahnden. Gruppenverurteilungen sind nicht erlaubt. Ich weigere mich noch immer, zu fordern, dass alle Sachsen abgeschoben werden sollten, weil manche sich so ungehörig verhalten. Genauso können wir diese Forderung aber auch nicht gegen die Geflüchteten akzeptieren. Immer zählt der Einzelfall.

Und die überwiegende Mehrzahl der Bevölkerung weiß das auch. Ich habe vor kurzem in einer Kirchengemeinde vier Menschen vorgestellt, die in dieser Gemeinde im Kirchenasyl leben. Die Gemeinde wusste bis dahin nichts davon. Es waren etwa 300 Menschen in diesem Gottesdienst. Nach meiner Information gab es brausenden Beifall der Anwesenden.

Das ist die Situation der Mehrheitsgesellschaft in Deutschland! Wir sind kein kleiner versprengter Rest, der verschämt die Wahrung der Menschenwürde erbittet. Wir sind die Mehrheitsgesellschaft!

Es kann sein, dass bei den Landtagswahlen in Hessen in einigen Wochen die AFD mit 10, vielleicht sogar mit 15% in den Landtag gewählt wird. Eine Schande wäre das. Aber dann würden immer noch 90 – 85% sagen: Wir brauchen euch nicht, ja, wir wollen euch nicht!

Ein Politiker hat vor einiger Zeit einen „Aufstand der Anständigen“ gefordert. Den sehe ich hier. Wir stehen für Deutschland, für die Mehrheit: klar, offen, selbstbewusst fordern wir ein, was selbstverständlich ist:

Die Würde des Menschen – nicht nur des deutschen – die Würde ist Menschen ist unantastbar!

Harald Fischer

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Die Grenze Europas darf keine Grenze des Todes sein

Anlässlich der Flüchtlingssituation im Mittelmeerraum erklärt der Ständige Rat auf seiner heutigen Sitzung am 26. Juni 2018 in Berlin:   

Politische Interessen werden auf Kosten von Menschenleben verfolgt
„Mehr als 13.000 schutzsuchende Menschen sind seit Anfang 2015 im Mittelmeer ertrunken, mehr als tausend bereits in diesem Jahr. In den vergangenen Wochen und Tagen hat sich die ohnehin prekäre Situation weiter verschärft. Rettungsschiffen wird das Anlegen in europäischen Häfen verweigert. So sollen Bemühungen zur Seenotrettung entmutigt werden, und politische Interessen werden auf Kosten von Menschenleben verfolgt.  

Die Grenze Europas darf keine Grenze des Todes sein
Wir erinnern daran, dass die Pflicht zur Rettung von Menschen in Seenot im Völkerrecht verankert ist. Entweder der Staat nimmt sich dieser Aufgabe selbst an oder er muss nichtstaatliche Organisationen handeln lassen und sie unterstützen. Wer beide Wege blockiert, nimmt Leiden und Tod von Flüchtlingen sehenden Auges in Kauf. Dem Trend, so zu handeln, widersprechen wir als Kirche mit Nachdruck. Die grundlegenden Standards der Humanität dürfen niemals zur Disposition gestellt werden. Die Grenze Europas darf keine Grenze des Todes sein. 

Gemeinsame Antworten im Geiste europäischer Solidarität sind notwendiger denn je
Die dramatische Situation im Mittelmeer zeigt: Gemeinsame Antworten im Geiste europäischer Solidarität sind notwendiger denn je. Die Staaten im Süden der Europäischen Union dürfen nicht alleingelassen werden. Anstelle nationalstaatlicher Egoismen braucht Europa eine faire Verantwortungsteilung, bei der jeder Staat seinen angemessenen Beitrag leistet.“ 

Du hast Spaß daran, ein Freiwilliges Soziales Jahr zu absolvieren?

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Dann bist du bei uns genau richtig:
Denn das Kath. Jugendreferat in Kassel ist zuständig für Ministrantenarbeit, Gruppenleiterkurse, Events und vieles mehr ...

Taschengeld/Bildungsseminar
Du bekommst dafür ein monatliches Taschengeld von 410 € und fährst mehrere Male für eine Woche auf ein Bildungsseminar mit anderen FSJlern.

Start
Los geht's ab 01.08.2018 oder auch zu einem späteren Zeitpunkt.

Alles weitere kannst du gerne bei uns erfragen:
Interesse geweckt? Dann melde dich!

Katholisches Jugendreferat Kassel
Die Freiheit 2
34117 Kassel
jugendreferat.kassel@bistum-fulda.de
Tel.: 0561-7004 153

Wir freuen uns auf Dich!

Pilgerreise 2019 der Exerzitienseelsorge Kassel nach Israel/Palästina

Foto. Makrodepecher / pixelio.de

Diese Reise vom 29. April bis 10. Mai 2019 will vor allem eine Begegnung mit der Person und der Botschaft Jesu an den jeweiligen Wirkungsstätte ermöglichen. Ein Schwerpunkt der Reise liegt bei der Frage nach dem Glauben Jesu, also auch nach seinen jüdischen Wurzeln.

Schwerpunkte:
- Pilgerreise zu Stätten des Lebens und Wirkens Jesu
- Biblische Impulse
- Begegnung mit Kultur und Religionen des Landes
- Elemente aus den Exerzitien (Meditations- und Schweigezeiten, Gottesdienste)

60 kg Gold-Handys abgegeben – Missio sagt danke – Sammlung geht weiter

Gesammelte Mobiltelefone vor dem Versand (Foto: Privat)

Da machen wir auf jeden Fall mit!“. So haben viele Menschen auf die „Woche der Goldhandys“ im seit September reagiert. Im Dekanat Kassel-Hofgeismar wurde im Regionalhaus Adolph-Kolping und in verschiedenen Pfarreien die Recycling-Aktion durchgeführt.

Über 60 kg Althandys 
Über 60 kg Althandys wurden bereits dem zertifizierten Entsorger „Mobile Box“ im Auftrag von missio-Aachen zugeführt. Wer sein nicht mehr genutztes Smartphone für missio gespendet hat, hilft doppelt. Denn erstens recycelt Mobile-Box die in den Althandys enthaltenen Rohstoffe fachgerecht und zweitens kommt für jedes eingeschickte Handy bis zu einem Euro der „Aktion Schutzengel“ von missio zugute.

Erlös für Überlebende im Kongo-Bürgerkrieg
Mit dem Erlös werden in der Demokratischen Republik Kongo Überlebende des Bürgerkrieges unterstützt. Eine Ursache des blutigen Konflikts sind die wertvollen Mineralien wie Gold und Coltan, die die Rebellen illegal außer Landes bringen, um ihren Krieg zu finanzieren – und, die für die Produktion von Mobiltelefonen gebraucht werden. Missio-Aachen fördert im Kongo den Aufbau von Trauma-Zentren und engagiert sich mit der Aktion Schutzengel für Handys ohne Konfliktmineralien.

Im Regionalhaus Adolph-Kolping (Die Freiheit 2; Kassel) werden weiterhin Althandys entgegengenommen.

Papst Franziskus: Die Migranten und Flüchtlinge aufnehmen, beschützen, fördern und integrieren

Bild: fotolia.com

Von Beginn seines Pontifikats an hat sich Papst Franziskus immer wieder für die Aufnahme und Unterstützung von Menschen auf der Flucht eingesetzt. In seiner Botschaft zum "Welttag des Migranten und des Flüchtlings 2018" fordert er sehr konkret, "die Sicherheit der Personen stets der Sicherheit des Landes voranzustellen".

Etwas weiter unten können Sie die Botschaft des Papstes als pdf herunterladen,
zur Verfügung gestellt von der Deutschen Bischofskonferenz.

Wir sehen in jedem Menschen Christus selbst
In seiner Predigt am Christkönigssonntag, 26. November, nimmt Dechant Harald Fischer das Tagesevangelium vom "ich war fremd und ihr habt mich aufgenommen" und Papst Franziskus' Botschaft zum Welttag des Migranten und des Flüchtlings 2018 zum Anlass, sich mit dem radikalen Zentrum unseres christlichen Glaubens auseinanderzusetzen: die einfache, klare, konkrete Hinwendung zu den Armen, den Fremden, den Obdachlosen, den Kranken. In ihnen begegnen wir dem lebendigen Jesus Christus.

Die Bahnhofsmission sucht Helfer/innen für Kinder auf Bahnreisen

Foto: v.l. Irene Witzel und Iwan Schober dokumentieren
die Übergabe. (Foto: Karl Widdekind)

Kids on Tour ist ein Angebot der Bahnhofsmission für Kinder, deren Eltern an unterschiedlichen Orten leben. Mal sind es Alleinerziehende, die ihr Kind zum Vater, zur Mutter oder zu Oma und Opa verreisen lassen möchten, mal sind es beruflich fest gebundene Elternteile, die ihr Kind nicht selber auf der Reise begleiten können. Die Bahnhofsmission sorgt hier mit Kids on Tour für Entlastung, begleitet die Kinder auf der Reise und sichert deren Übergabe.

Wer kann am Freitag- und Sonntag-Nachmittag einen Dienst in der Bahnhofsmission übernehmen?
Reisetage für ein Wochenende beim anderen Elternteil sind üblicherweise am Freitag und Sonntagnachmittag. Für die begleiteten Reiserouten von West nach Ost und Nord nach Süd bzw. umgekehrt reicht die bisherige Zahl der ehrenamtlich Mitarbeitenden in Kassel nicht mehr aus. "Daher suchen wir dringend freundliche, zuverlässige und engagiert Mitarbeitende für den Aufbau eines zweiten Teams für Kids on Tour“, sagt die Leiterin der Bahnhofsmission Karin Stürznickel-Holst: "Wir suchen Menschen, die bereit sind, am Freitag- und Sonntag-Nachmittag einen Dienst in der Bahnhofsmission zu übernehmen."

Gründliche Einarbeitung
Dafür erhalten neue Mitarbeitende eine gründliche Anleitung und Einarbeitung in dem sehr lebendigen Team mit großem Gestaltungsspielraum. Denn für alle Mitarbeitenden der Bahnhofsmission sind regelmäßige Teamsitzungen sowie externe und interne Fortbildungen zu psychosozialen und rechtlichen Fragen selbstverständlich.

Ansprechpartnerin:
Interessierte melden sich bei Karin Stürznickel-Holst oder Annette Blumöhr in der Bahnhofsmission Kassel, Willy Brandt Platz 1, 34131 Kassel gern auch via Mail: kassel@bahnhofsmission.de.

Hintergrund:
Die Bahnhofsmissionen sind mit ihren mehr als 2.300 haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden zentrale Knotenpunkte des sozialen Netzes in den Städten und an den Bahnhöfen. Sie helfen jedem, sofort, gratis und ohne Anmeldung oder Voraussetzungen – häufig zu Uhrzeiten, zu denen andere Hilfe nicht erreichbar ist. Das tun sie seit inzwischen weit über hundert Jahren und an derzeit mehr als hundert Orten in Deutschland. Die Bahnhofsmissionen sind Einrichtungen der Evangelischen und der Katholischen Kirche. Ihre Arbeit lebt von dem Engagement der festangestellten und der zahlreichen ehrenamtlichen Helfer. In zunehmenden Maß sind die Bahnhofsmissionen auf Spenden angewiesen.

Mobile Schuldner- und Budgetberatung für ältere Menschen

(Bild: fotolia.com)

Immer häufiger geraten ältere Menschen in die Schuldenfalle. Verändernde Lebens- und Einkommensverhältnisse, niedrige Renten, hohe Mieten und zusätzliche finanzielle Belastungen durch gesundheitliche Einschränkungen können Ursachen sein.

Der gewohnte Lebensstandard kann nicht aufrecht erhalten werden
Oft stellen Menschen erst mit Eintritt in die Rente fest, dass sie nicht in der Lage sind, ihren gewohnten Lebensstandard aufrecht zu halten. Eine frühzeitige Beratung kann hier helfen. Obwohl zu den 10 % Erwachsene, die in Deutschland ihren Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen können, viele ältere Menschen gehören, ist ihr Anteil in den Schuldnerberatungsstellen gering. Zum einen ist das Thema Finanzen, aufgrund von deren Sozialisation und Wertvorstellungen ein mit Scham besetztes Thema, zum anderen kann eine eingeschränkte Mobilität das Aufsuchen einer Beratungsstelle erschweren.

Das Einkommen halbiert sich mit dem Renteneintritt
In den nächsten Jahren wird sich aufgrund des demographischen Wandels und des sinkenden Rentenniveaus die Problematik noch verstärken. Im Jahr 2012 lag das Rentenniveau bei 49 % des letzten erzielten Erwerbsnettoeinkommens, das heißt, dass Einkommen hat sich mit dem Renteneintritt praktisch halbiert.

Kostenfreie Beratung
Viele Menschen suchen die Beratungsstelle erst dann auf, wenn die letzten Ersparnisse aufgebraucht und Miet- und Energiekosten nicht mehr gezahlt werden können. In dieser Situation ist kein großer Handlungsspielraum mehr gegeben. Damit es erst gar nicht so weit kommt und um auch Menschen Hilfe anbieten zu können, die aus unterschiedlichen Gründen nicht in der Lage sind, eine Beratungsstelle aufzusuchen, wird vom Caritasverband Nordhessen-Kassel e.V. ein neues Beratungsangebot, die „Mobile Schuldner- und Budgetberatung für ältere Menschen“ aufgebaut. Die Beratung ist kostenfrei.

Zusätzliche offene Sprechstunde
jeweils mittwochs von 14:00 Uhr bis 16:00 Uhr

Für die mobile Schuldner- und Budgetberatung für ältere Menschen bietet der Caritasverband Nordhessen-Kassel e.V. ab dem 1. März eine zusäzliche offene Sprechstunde jeweils mittwochs von 14:00 Uhr bis 16:00 Uhr an.

Bitte Termin vereinbaren
Interessierte, die mobilitätseingeschränkt sind, können einen Termin für einen Hausbesuch unter der Telefonnummer 0561-7004-216 verabreden.

Beratungsort und Ansprechpartnerin:
Die Beratungsstelle befindet sich im Caritasverband, Die Freiheit 2, 34117 Kassel.
Ansprechpartnerinnen sind Karin Stürznickel-Holst, Tel. 7004-221 und Birgit Branß Tel. 7004-216.

Werbung für einen Berufsweg in der Kirche

„Den Entscheidungen zum Priestertum, aber auch zur Ehe geht ein Ruf, eine Berufung voraus. Es ist eine Lebensentscheidung, die nicht einfach willkürlich getroffen werden sollte“, betont Seelsorgeamtsleiter Pfarrer Thomas Renze.

Vielfalt der kirchlichen Berufe
Deshalb wirbt das Bistum Fulda mit einem neuen Internetauftritt für die Berufe der Kirche und macht auf verschiedene Lebensformen wie beispielsweise Priester, Ordensmann und Ordensfrau oder die christliche Ehe aufmerksam. Die Berufe der Kirche seien keineswegs unattraktiv oder uninteressant, allerdings müsse in der Öffentlichkeit mehr auf ihre Vielfalt hingewiesen werden. „Manchmal bedarf es dieser Aufmerksamkeit, um das Interesse und den Ruf zu wecken. Viele engagieren sich im Umfeld ihrer Kirchengemeinde – daraus kann auch mehr erwachsen“, zeigt sich Pfarrer Renze überzeugt.

Lebensgeschichten
Die Homepage bietet auch die Möglichkeit, direkt mit Personen aus den verschiedenen Berufen und Lebensbereichen in Kontakt zu kommen. „Sicher ist es interessant zu erfahren, wie ein Priester seinen Weg gefunden hat“, so Uffelmann „Die Internetseite ist nicht starr; im Laufe der Zeit werden viele Dinge ergänzt, zum Beispiel Filmportraits der Berufe, oder es wird auf Veranstaltungen hingewiesen. Es lohnt sich also immer wieder auf, unserer Internetpräsenz vorbeizuschauen“, so der Referent weiter.

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