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Der dritte Advent - Freude empfinden

Bild: Torsten Lohse / pixelio.de
 

Freut euch im Herrn zu jeder Zeit! Noch einmal sage ich: Freut euch! Eure Güte werde allen Menschen bekannt. Der Herr ist nahe. Sorgt euch um nichts, sondern bringt in jeder Lage betend und flehend eure Bitten mit Dank vor Gott! Und der Friede Gottes, der alles Verstehen übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken in Christus Jesus bewahren.

Der Text aus dem Brief des Paulus an die Philipper (4,4-7) gibt dem dritten Adventsonntag sein Thema: Gaudete - "Gaudete in Domino semper" - „Freut euch im Herrn allezeit“.
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Fürbitte: Lasset uns beten um einen gesegneten Advent in unseren Familien und Gemeinschaften, der uns in freudiger Erwartung des Kommenden zusammenführt.

Adventslieder zum Mitsingen für Kinder, Eltern und Großeltern

Bild: Deutsches Liturgisches Institut
(In: Pfarrbriefservice.de)

Am 3. Adventssonntag, 16. Dezember, findet ein gemeinsames Adventsliedersingen um 17 Uhr in der Fatimakirche am Memelweg statt.

Musikalisch begleitet wird das Singen durch Schülerinnen und Schüler der Celloklasse von Erika Umanez.

Die Gesamtleitung hat Regionalkantorin Gudrun Stute.

Predigten zu Adventsliedern, 16.12.: Oh Heiland, reiß die Himmel auf

Bild: Älteste Melodieüberlieferung von "Es kommt
ein Schiff geladen" (unbekannt). Andernacher
Gesangbuch, Köln 1608. (Quelle: Wikipedia)

Kaum eine Zeit im (Kirchen-)Jahr ist musikalisch so geprägt wie der Advent. Musik erklingt in Kaufhäusern und auf Märkten, in Konzertsälen und Kirchen – aber auch in vielen Wohnungen. Melodien und Texte sprechen an, berühren und prägen durch Jahrhunderte die Wochen vor Weihnachten.

An den Adventssonntagen
In den Dekanatsmessen im Advent, sonntags um 18.00 Uhr in  in der Elisabethkirche (Friedrichsplatz 13, Kassel) werden einzelne Lieder im Gottesdienst betrachtet und vorgestellt:

Die Reihe der „Predigten zu Adventsliedern“ beginnt am 1. Adventssonntag, den 2. Dezember 2018, mit einer Betrachtung zum Lied „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ (GL 554) von Philipp Nicolai aus dem 16. Jahrhundert.

In der Übersicht:

  • 2. Dezember 2018: „Wachet auf“, ruft uns die Stimme“ (GL 554)
  • 9. Dezember 2018: „Seht, neuer Morgen in unsrer Nacht“ (GL 743)
  • 16. Dezember 2018: „Oh Heiland, reiß die Himmel auf“ (GL 231)
  • 23. Dezember 2018: „Es kommt ein Schiff, geladen“ (GL 236)

Vorbereitungsteam
Vorbereitet werden die Dekanatsmessen im Team von Pfarrer Thomas Meyer, Pfarrer Mario Kawollek, Pastoralreferentin Beatrix Ahr und Pastoralreferent Stefan Ahr.

Dr. Michael Gerber wird neuer Bischof von Fulda

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, gratuliert dem künftigen Fuldaer Bischof. In einem Glückwunschbrief schreibt Kardinal Marx: „Im altehrwürdigen Bistum Fulda wirst Du künftig der jüngste deutsche Bischof sein. Ich bin Dir dankbar für Deinen aufopferungsvollen und engagierten Dienst in unserer Bischofskonferenz.“

Jüngster Bischof Deutschlands
Immer wieder bringe sich Weihbischof Gerber in aktuelle Debatten der Vollversammlung kenntnisreich und durch die umfangreiche pastorale Erfahrung seines priesterlichen Wirkens mit ein. „Das Bistum Fulda darf sich freuen, einen Seelsorger und guten Hirten im besten Sinne des Wortes als seinen künftigen Bischof zu wissen. Weltjugendtage hast Du ebenso erlebt wie den Mannheimer Katholikentag, an dem Du tatkräftig mitgewirkt hast. Gerade Deine langjährige Verantwortung als Regens im Freiburger Priesterseminar ist eine unverzichtbare Erfahrung, die Du stets mit in den Beratungen der Bischofskonferenz zur Geltung gebracht hast“, so Kardinal Marx. Das Bistum Fulda dürfe sich auf einen Bischof freuen, der sich durch eine den Menschen zugewandte Art, gute Spiritualität und theologischen Scharfsinn auszeichne.

48 Jahre alt, seit 2013 Weihbischof im Erzbistum Freiburg
Weihbischof Dr. Michael Gerber wurde 1970 in Oberkirch geboren. Nach dem Abitur studierte er Theologie und wurde 1997 zum Priester geweiht. Er arbeitete als Vikar und in der Hochschulseelsorge, seit 2001 im Priesterseminar Collegium Borromaeum, dessen Regens er von 2011 bis 2014 war. 2013 wurde er Weihbischof im Erzbistum Freiburg. In der Deutschen Bischofskonferenz ist Weihbischof Gerber Mitglied der Kommission für Geistliche Berufe und Kirchliche Dienste sowie der Jugendkommission. (Pressemitteilung der Deutschen Bischofskonferenz vom 13. Dezember 2018)

Dr. Michael Gerber schreibt in einem "Brief an die Schwestern und Brüder im Bistum Fulda und im Erzbistum Freiburg":

"Bisher hatte ich nur wenige Begegnungen mit Menschen im Bistum Fulda: Dankbar schaue ich auf Begegnungen und Gespräche im Kontext der Herbstvollversammlungen der Deutschen Bischofskonferenz zurück, ebenso auf das Liobafest im vergangenen Jahr auf dem Petersberg oder eine sehr beeindruckende Begegnung vor einigen Jahren am Point Alpha und an­ schließend mit engagierten Katholiken in Geisa. Heute möchte ich allen Men­schen danken, die in den vergangenen Jahren Verantwortung für das Bistum Fulda getragen haben und noch tragen. Allen voran ist dies mein Vorgänger, Bischof Heinz-Josef Algermissen und mit ihm viele Engagierte, die auf unter­schiedlichen Ebenen im Bistum aktiv sind. Die kommenden Monate und Jah­ren werden von vielen Begegnungen mit Ihnen geprägt sein. Ich freue mich sehr, Sie kennenzulernen. Bei der Frage nach der Zukunft der Kirche ist das für mich ein wesentlicher Bezugspunkt: Was hat Gott in und durch die jeweils konkreten Menschen wachsen lassen , welche Geschichte hat er bisher mit uns geschrieben und zu welchem neuen Schritt möchte er uns heute heraus­fordern?"

  • Der vollständige Brief wird hier weiter unten als Download angeboten.

Dechant Harald Fischer freut sich, dass das Bistum einen neuen Bischof hat. Er sagt zur Ernennung von Dr. Michael Gerber:
"
Schön, dass wir im Bistum Fulda einen neuen Bischof haben! Ich gratuliere Weihbischof Dr. Michael Gerber sehr herzlich zu seiner Ernennung und wünsche ihm Gottes reichen Segen für seine zukünftige Aufgabe. Sie wird ganz sicher nicht leicht sein. Dr. Michael Gerber ist im Bistum Fulda unbekannt. Das gilt für beide Seiten: Er kennt sein neues Bistum nicht, wir kennen ihn nicht. Wir freuen uns auf ihn! Er ist ein noch relativ junger Mann. Das stärkt die Hoffnung, dass er die Kraft zu Aufbrüchen hat und den Reformstau angeht, den es auch im Bistum Fulda gibt. Wir brauchen mutige Schritte mit klaren Zielen, um den gesellschaftlichen und kirchlichen Herausforderungen zu begegnen. Wir brauchen diese mutigen Schritte im Bistum Fulda.
Auf den neuen Bischof Dr. Michael Gerber warten sehr viele Aufgaben. Aber es gibt sehr viele Menschen, die bereit sind, zuversichtlich und tatkräftig mit ihm in die Zukunft zu gehen. Wir hoffen sehr, dass er Kassel nicht als Randgebiet des Bistums wahrnimmt, sondern das große Zukunftspotenzial erkennt, das es hier gibt. Als einzige Großstadt des Bistums Fulda spiegeln sich hier alle Themen, von denen manches in Fulda erst zeitverzögert sichtbar wird. Die Katholiken in Kassel wollen sehr gerne mit ihm kraftvoll in eine gute Zukunft unserer Kirche gehen."

Öffentliche Ringvorlesung - Heilige Schriften - 19.12.

Das Sprechen über Religion gewinnt im öffentlichen Raum zunehmend an Selbstverständlichkeit. Dabei sind die Prozesse der Verständigung zwischen den Religionen für unsere Gesellschaft von großer Bedeutung. Das Institut für Katholische Theologie der Universität Kassel eröffnet mit seiner Veranstaltungsreihe „Heilige Schriften“ einen solchen öffentlichen Raum, in dem jüdische, christliche und muslimische Gesprächspartnerinnen und –partner miteinander über Themen diskutieren, die für alle drei Religionen wesentlich sind.

Quelle von Offenbarung
Für Judentum, Christentum und Islam ist der Bezug auf ein Corpus von verbindlichen Texten identitätsstiftend. Diese Texte gelten als heilig: Sie werden liturgisch vorgetragen, ausgelegt, sind Gegenstand von Lehre und ethischer Reflexion. Ihr Ursprung wird in allen drei Religionen mit dem Göttlichen verbunden, sie sind Quelle von Offenbarung.

Was macht einen Text zum Heiligen Text?
Die Begründungen, was einen Text zum Heiligen macht, sind verschieden, ebenso wie die Form und Gestalt der Texte. Wie wichtig ist die Ursprache? Was an den Texten ist verbindlich? Welche Rolle spielt ein inspirierter Autor? Welchen Platz haben Widerspruch und Kritik? Diesen Fragen geht die Ringvorlesung „Heilige Schriften“ an der Universität Kassel nach.

Interdisziplinär
Die Reihe wird organisiert von Prof. Dr. Ilse Müllner und Prof. Dr. Mirja Kutzer vom Institut für Katholische Theologie. Sie ist interdisziplinär ausgerichtet. Mit Prof. Dr. Stefan Greif vom Fachgebiet Neuere deutsche Literaturwissenschaft und Prof. Dr. Michael Mecklenburg vom Fachgebiet Mediävistik nehmen auch zwei Kasseler Germanisten teil. Ihre Vorträge haben die Themen „Profanität und Geschlecht. Die Dichtungen der Frau Ava und ihre Rezeption“ (Prof. Mecklenburg) und „Knocking on Heavens Door. Heilige Texte in der Popkultur“ (Prof. Greif).
Judaistin Prof. Dr. Hanna Liss, die 2017 die Franz-Rosenzweig-Professur innehatte, ist am 28. November mit ihrem Vortrag „Für Kinder, Kantoren und Mystiker: Die Vielfalt hebräischer Bibelausgaben im Hochmittelalter“ erneut an der Uni Kassel zu Gast.

Ab 24. Oktober mittwochs von 18 bis 20 Uhr, Eintritt frei
Die Vorlesungen finden ab dem 24. Oktober immer mittwochs von 18 bis 20 Uhr im Campus Center, Moritzstr. 18, Hörsaal 4 (Raum 1127) statt. Die Veranstaltungen sind öffentlich und kostenlos.

Weitere Ringvorlesungen „Heilige Räume“ und „Heilige Zeiten“
Mit der Ringvorlesung „Heilige Schriften“ startet eine Reihe von Ringvorlesungen, die Heilige Räume (WS 19/20) und Heilige Zeiten (WS 20/21) thematisieren. Diese Grundkategorien sind sowohl für das Judentum als auch für das Christentum und den Islam so existenziell, dass sie einerseits ein für alle bestimmendes Thema darstellen und andererseits genügend Raum für die unterschiedlichen Perspektiven bieten.

Die Vorlesungen im Überblick:

  • 24.10. Welchen Text nennen wir „heilig“? Die vergebliche Suche nach dem Urtext am Beispiel des Jeremiabuches ... [ mehr ] ...
    Prof. Dr. Christl M. Maier (Marburg)
     
  • 31.10. Facetten der feministischen Koranexegese
    Dr. Dina El Omari (Münster) ... [ mehr ] ...
     
  • 07.11. Das gefundene Buch. (Selbst-)Autorisierungskonzepte biblischer Schriften
    Prof. Dr. Ilse Müllner (Kassel) ... [ mehr ] ...
     
  • 14.11. Abschied vom „Gesetz“? Frühchristliche Tora-Auslegungen und Identitätsdiskurse
    PD MMag. Dr. Andrea Taschl-Erber (Graz) ... [ mehr ] ...
     
  • 21.11. Und schrieb kein einziges Wort. Ereignis/Sprache/Schrift zwischen Legitimation und Autorität
    Dr. Marcello Neri (Flensburg)
     
  • 28.11. Für Kinder, Kantoren und Mystiker: Die Vielfalt hebräischer Bibelausgaben im Hochmittelalter
    Prof. Dr. Hanna Liss (Heidelberg) ... [ mehr ] ...
     
  • 05.12. TextKörper. Heilige Texte als Räume subjektiver Erfahrung
    Prof. Dr. Mirja Kutzer (Kassel) ... [ mehr ] ...
     
  • 12.12. Profanität und Geschlecht. Die Dichtungen der Frau Ava und ihre Rezeption
    Prof. Dr. Michael Mecklenburg (Kassel) ... [ mehr ] ...
     
  • 19.12. Heilige Texte in der religiösen Vermittlung
    Bruno E. Landthaler (Frankfurt) ... [ mehr ] ...

     
  • 16.01. „Knocking on Heavens Door“. Heilige Texte in der Popkultur
    Prof. Dr. Stefan Greif (Kassel)
     
  • 23.01. Heilig, aber profan. Über eine Dialektik des Heiligen in der biblischen Schrift
    Prof. Dr. Knut Wenzel (Frankfurt)
     
  • 30.01. „Apokryphe Evangelien – heilige Texte des (frühen) Christentums?“
    Prof. Dr. Silke Petersen (Hamburg)
     
  • 06.02. Nach der Schrift. Der Jesus-Roman und seine Erforschung in bibelhermeneutischer Perspektive
    Dr. Andreas Mauz (Zürich)

Neuer Anti-Stress-Adventskalender erschienen

Das Kasseler Autorenteam Kerstin und Marcus Leitschuh hat eine neue Ausgabe des „Anti-Stress-Adventskalenders“ geschrieben. Er ist im „Verlag Neue Stadt“ erschienen.

Der Stressfalle entgehen
Geschenke suchen, Besorgungen fürs Fest, Hektik im Beruf, Plätzchen backen, Weihnachtsfeiern, Termine der Kinder – der Adventskalender will helfen, der Stressfalle zu entgehen! Kerstin Leitschuh erklärt, wie es funktionieren kann: „Wir können keine Termine verschwinden lassen, es geht um die innere Einstellung und das Geschenk, sich auch Zeit für sich zu nehmen. Drei Minuten Zeit an jedem Tag sollen mit griffigen Impulstexten helfen, zu sich zu finden und damit weniger vom äußeren Stress zu erleben.“

Im Hosentaschenformat
Über 80.000 Exemplare der verschiedenen Ausgaben wurden in den letzten Jahren schon verkauft. „In diesem Jahr gibt es eine neue Ausgabe mit neuen Texten und neuer Optik, aber auch wieder für nur fünf Euro im Hosentaschenformat“, so Autor Marcus Leitschuh. Der Kalender ist in jeder Buchhandlung und online erhältlich. Marcus Leitschuh ist Religionslehrer in Immenhausen, seine Frau Kerstin ist zuständig für die Unternehmenskommunikation der "Stiftung Kurhessisches Diakonissenhaus".

Signierte Exemplare
Signierte Exemplare gibt es in der Kasseler Buchhandlung St. Elisabeth, Die Freiheit 2. (Kerstin und Marcus Leitschuh: Anti-Stress-Adventskalender. Verlag Neue Stadt 2018.

Das neue Kolping-Programm: Veranstaltungen Dezember bis Februar

Die Kolpingsfamilie Kassel-Zentral hat ihr Programm Dezember 2018 bis Februar 2019 online gestellt. Der Jahresabschluss-Spaziergang und die Neujahrsbegrüßung, Informationen zur Gründung von Hauskreisen und der beliebte Karnevalsabend gehören zu den Veranstaltungen, zu denen auch Nicht-Mitglieder herzlich eingeladen sind.

  • Hier der Download:

Fahrt nach Rom vom 29. April bis 4. Mai 2019

In keiner anderen Stadt der Welt sind so viele Bauwerke aus verschiedenen Epochen vereint wie in Rom: Ruinen aus der Zeit, als von Rom aus ein Weltreich regiert wurde, Gebäude des Mittelalters, Renaissancepaläste, prächtige Barockkirchen und Bauten der neueren Zeit. Auf den Spaziergängen durch Rom kann entdeckt werden, wie sich hier historische und architektonische, künstlerische und politische Schichten ergänzen – und genau das macht den Reiz dieser Stadt aus.

Basisdaten:
29.04. bis 04.05-2019
6 Tage: 915,- €

Anmeldung und Information:
Bildungsforum St. Michael Kassel
Sarah Benkner
Die Freiheit 2, 34117 Kassel
Telefon 0561-7004157
E-mail sarah.benkner@bistum-fulda.de

Ausführliche Informationen hier auf dem Infoblatt:

Macht die Tür auf! – Zeichnungen von inhaftierten Menschen

In den letzten Monaten malten Inhaftierte, die in den beiden Kasseler Justizvollzugsanstalten einsitzen, Bilder von Türen, die für sie sehr wichtig sind. Oftmals stand ihnen dafür ihre Haftraumtür Modell. Für diese Bilder hat die Übungswerkstatt Holz der JVA Kassel 1 eigene Rahmen angefertigt. Diese sehen so aus wie Briefkästen und haben kleine Türen zum Öffnen. Der Ausstellungstitel „Macht die Tür auf!“ gilt also wortwörtlich.

Eröffnung 16.11., 20:15 Uhr
Die Ausstellung wird eröffnet am Freitag, den 16.11.2018, um 20:15 Uhr im Regionalhaus Adolph Kolping. Eingebettet ist die Eröffnung in den Elisabethtag der katholischen Kirche in Kassel, der mit einem Gottesdienst um 19 Uhr in der Elisabethkirche beginnt.

Einblick in Gedanken, Fragen, Ängste und Hoffnungen von inhalftierten Menschen
Diakon Dietrich Fröba von der Katholischen Anstaltsseelsorge hat das Projekt begleitet: „Gewissermaßen öffnen damit die Zeichnerinnen und Zeichner ihre Tür und geben so Einblick in ihre Gedanken, Fragen, Ängste und Hoffnungen.“ Die Ausstellung, so Fröba weiter, zeigt also Innenansichten von der Haft. Nicht selten kommen dabei Verzweiflung und Reue, aber auch Sehnsüchte und freudige Erwartungen zum Ausdruck.

Verschlossene Türen
Pastoralassistentin Sarah Benkner vom Kolpinghaus hat das Projekt in der Endphase mitbetreut. Für sie bietet die Ausstellung die Möglichkeit, anhand der Zeichnungen auch auf die verschlossenen Türen zu blicken, die es in einem selbst gibt. Die Türen in der Ausstellung lassen sich bis zum 15. April 2019 öffnen.

Ort und Zeit:
Regionalhaus Adolph Kolping
Die Freiheit 2 (unterhalb der Martinskirche)
34117 Kassel
Geöffnet Montag bis Donnerstag, 9 bis 16 Uhr, Freitag, 9 bis13 Uhr
Bis 15. April 2019
Eintritt frei.

Info und Kontakt:
Diakon Dietrich Fröba, Katholische Seelsorge JVA Kassel 1 und 2
Tel.: 0561-9286347

Konsequenzen aus der Studie „Sexueller Missbrauch an Minderjährigen"

Der Ständige Rat hat sich auf seiner Sitzung am 20. November 2018 mit den Konsequenzen aus der Studie „Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“ (MHG-Studie) befasst und das weitere Vorgehen zur Abschlusserklärung der Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz erörtert.

Fünf Teilprojekte:
In der Erklärung von Fulda wurden mehrere Schritte benannt, die es zeitnah anzugehen gilt. In fünf Teilprojekten, entsprechend der Erklärung von Fulda, wird die Arbeit aufgenommen. Diese Projekte sind:

  • Aktenführung: Standardisierung in der Führung der Personalakten der Kleriker;
  • Unabhängige Anlaufstellen: Angebot externer unabhängiger Anlaufstellen zusätzlich zu den diözesanen Ansprechpersonen für Fragen sexuellen Missbrauchs;
  • Unabhängige Aufarbeitung: Klärung insbesondere, wer über die Täter hinaus institutionell Verantwortung für das Missbrauchsgeschehen in der Kirche getragen hat;
  • Anerkennung: Fortentwicklung des Verfahrens zur Anerkennung erlittenen Leids;
  • Monitoring: Verbindliches überdiözesanes Monitoring für die Bereiche der Intervention und der Prävention.

Für die Umsetzung der fünf Teilprojekte ist der Beauftragte für Fragen des sexuellen Missbrauchs im kirchlichen Bereich und für Fragen des Kinder- und Jugendschutzes der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Stephan Ackermann, verantwortlich. Er wird dabei eng die Kommunikation und Abstimmung mit dem Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Johannes-Wilhelm Rörig, suchen. Bereits begonnen wurde die festgelegte Überarbeitung der Leitlinien und der Rahmenordnung Prävention.

Fragen nach der zölibatären Lebensform der Priester
und nach verschiedenen Aspekten der katholischen Sexualmoral

Der Ständige Rat hat sich auch mit den in der Erklärung der Herbst-Vollversammlung genannten spezifischen Herausforderungen befasst, die sich für die Kirche ergeben. Dort heißt es: „Fragen nach der zölibatären Lebensform der Priester und nach verschiedenen Aspekten der katholischen Sexualmoral werden wir unter Beteiligung von Fachleuten verschiedener Disziplinen in einem transparenten Gesprächsprozess erörtern.“ Dazu wird dem Ständigen Rat bis zur nächsten Sitzung ein Arbeitsplan vorgelegt.

Interdiözesane Strafgerichtskammern
Der Ständige Rat unterstützt außerdem den Vorschlag, interdiözesane Strafgerichtskammern für Strafverfahren nach sexuellem Missbrauch auf dem Gebiet der Deutschen Bischofskonferenz zu errichten. Dafür wird sich der Ständige Rat mit den entsprechenden Stellen in Rom in Verbindung setzen. Außerdem sieht er Reformerfordernisse im Bereich des kirchlichen Rechts und des Prozessrechts. Die deutschen Bischöfe sind bereit, auf weltkirchlicher Ebene mitzuhelfen, das Kirchenrecht in dieser Hinsicht weiterzuentwickeln. Sie nehmen außerdem den Aufbau einer kirchlichen Verwaltungsgerichtsbarkeit erneut in den Blick.

Höchste Priorität: Schutz vor sexuellem Missbrauch
Im Fokus aller Bemühungen steht der Schutz vor sexuellem Missbrauch an Minderjährigen und Schutzbefohlenen. Das hat höchste Priorität. Der Ständige Rat hat den Anspruch an Konsequenz, Transparenz und Dringlichkeit bekräftigt und drängt auf eine entschlossene Durchführung. Der Ständige Rat und die Vollversammlung werden bei jeder Sitzung über den aktuellen Stand und die Entwicklungen beraten.

Die Überlebenden der Naturkatastrophe in Indonesien brauchen unsere Solidarität

Am 28. September 2018 hatten ein Erdbeben und ein anschließender Tsunami Teile der indonesischen Insel Sulawesi heimgesucht. Besonders betroffen sind die Küstenstadt Palu und viele Dörfer in der Umgebung. Bisher wurden rund 2.000 Todesopfer geborgen, mehr als 5.000 Menschen werden noch vermisst. Tausende Gebäude und mehrere Krankenhäuser sind zerstört und nicht mehr nutzbar. Die Vereinten Nationen schätzen, dass rund 200.000 Menschen direkt von den Auswirkungen der Naturkatastrophe betroffen sind und Hilfe benötigen, darunter rund 46.000 Kinder.

Notversorgung sicherstellen
„Wir werden diese Menschen, die alles verloren haben, die um ihre Angehörigen trauern und die schwer traumatisiert sind, unterstützen. Jetzt muss vor allem eine Notversorgung sichergestellt werden, damit das Leben auf Sulawesi weitergehen kann. Spenden sind dringend notwendig!“, so Kardinal Marx.

Spendenaufruf
Aktuell werden vor allem Nahrungsmittel, medizinische Hilfe und Notunterkünfte benötigt. Caritas international, das auf Katastrophenhilfe spezialisierte Werk des Deutschen Caritasverbandes, ist bereits mit drei 15-köpfigen Teams aus einheimischen Ärzten, Krankenpflegern, Hebammen und Pharmazeuten sowie medizinischem Gerät und Medikamenten für die Erstversorgung vor Ort. Das Bischöfliche Hilfswerk Misereor ist ebenfalls seit Jahren auf Sulawesi engagiert und unterstützt dort verschiedene Hilfsprojekte. Kardinal Marx ruft die Gläubigen neben Spenden auch zum Gebet für die Opfer und Hinterbliebenen auf.

Spenden sind unter folgender Bankverbindung möglich:
Deutscher Caritasverband / Caritas international
IBAN: DE88 6602 0500 0202 0202 02
Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe, BIC: BFSWDE33KRL
Stichwort: Erdbebenhilfe Indonesien

An keiner Stelle verurteilt die Bibel Homosexualität

Bild: fotolia.com

Derzeit gibt es einen Konflikt um den Jesuiten und Neutestamentler Ansgar Wucherpfennig. Er sollte als Rektor der Theologisch-Philosophischen Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt am Main seine dritte Amtszeit beginnen. Wucherpfennig, der im Bistum Limburg auch als Homosexuellen-Seelsorger arbeitet, hatte sich wertschätzend über Homosexuelle geäußert. Deshalb verweigert ihm die vatikanische Bildungskongregation bislang das "Nihil obstat", die Unbedenklichkeitsbescheinigung, die er als Leiter der Hochschule braucht.

Interview mit katholisch.de
katholisch.de, eine der Partner-Internetseiten der Deutschen Bischofskonferenz, hat mit Ilse Müllner, Professorin für Biblische Theologie und Altes Testament am Institut für katholische Theologie der Universitat Kassel, ein Interview zur Frage geführt, was die entsprechenden biblischen Textstellen über Homosexualität aussagen. Das Interview klärt über die biblischen Texte auf, auf deren Grundlage die Diskussion um gleichgeschlechtliche Liebe geführt wird.

Von interessierter Seite den Zensurinstanzen in Rom zur Kenntnis gebracht
Daniel Decker schreibt in der FAZ vom 14.10.2018: "Wucherpfennig, der im Frühjahr zum zweiten Mal als Rektor der Philosophisch-Theologischen Hochschule des Ordens in Frankfurt wiedergewählt worden war, hatte sich 2016 in einer Lokalzeitung gegen den Ausschluss von Frauen von kirchlichen Weiheämtern ausgesprochen und über Homosexualität nicht rundheraus ablehnend geäußert. Das Zeitungsgespräch wurde anschließend von interessierter Seite den Zensurinstanzen in Rom zur Kenntnis gebracht. Diese verweigerten daraufhin die Bestätigung der Wiederwahl und dringen auf einen Widerruf."

Kein Widerruf
Ansgar Wucherpfennig hat öffentlich erklärt, dass er nicht widerrufen werde. Zahlreiche Menschen solidarisieren sich ihm, darunter die Bischöfe von Limburg und Osnabrück wie auch viele Kollegen/innen. Offensichtlich scheint das letzte Wort zur "Affäre" Wucherpfennig noch nicht gesprochen zu sein. Die Pressestelle des Vatikans teilte der Deutschen Presse-Agentur mit, dass das Prüfungsverfahren noch laufe.

Den Betroffenen zuhören und ihnen glauben

Foto: fotolia.com

„Wir haben in den letzten Jahren gelernt und müssen weiterlernen, unter anderem auch durch die Hinweise, die die Wissenschaftler uns geben. Die Betroffenen müssen im Vordergrund und Mittelpunkt stehen.“ Dies stellte Domkapitular Prof. Dr. Gerhard Stanke, Ständiger Vertreter des Diözesanadministrators des Bistums Fulda, am Dienstag bei einem Pressegespräch über die Bedeutung der am selben Tag in Fulda vorgestellten MHG-Studie zum Missbrauch durch Kleriker in der deutschen Kirche heraus.

Versagen
„Das Versagen der Verantwortlichen lag darin, dass sie die Aussagen der Betroffenen, dass sie das schwere Unrecht und die tiefen Verletzungen der Kinder und Jugendlichen nicht ernst genommen haben. Das müssen wir als Versagen bekennen.“ Das Bistum habe gelernt, den Betroffenen zuzuhören und ihren Aussagen Glauben zu schenken sowie die Schuldigen zur Rechenschaft ziehen, „ohne auf das Ansehen der Institution Rücksicht zu nehmen.“ Ein veränderter Umgang mit den Betroffenen, der sie und ihre Aussagen ernst nehme, und der Aufbau von Präventionsmaßnahmen müssten im Zentrum stehen.

Machtmissbrauch
„Da sexueller Missbrauch auch immer mit Machtmissbrauch verbunden ist, sind Strukturen der Machtkontrolle zu entwickeln. Die Priesterweihe darf nicht zur Immunisierung gegen Kritik missbraucht werden, sondern sie ist Befähigung zu einem Dienst an den Menschen und zur Wahrnehmung von Verantwortung und nicht zur Herrschaft“, stellte Stanke heraus. „Wir wissen auch, dass wir weiterhin nach Wegen suchen müssen, eine Kultur der Achtsamkeit zu entwickeln in den Pfarrgemeinden und in den kirchlichen Einrichtungen.“

Vorgehensweise der Untersuchung
Bei dem Pressegespräch, an dem auch die Missbrauchsbeauftragte der Diözese, Diplomsozialpädagogin Alexandra Kunkel, die Präventionsbeauftragte, Diplomsozialpädagogin Birgit Schmidt-Hahnel, und Personaldezernent Domkapitular Christof Steinert teilnahmen, wies Prof. Stanke darauf hin, dass die Studie zeige, wie mit den Beschuldigten umgegangen wurde, die aktenkundig geworden seien. Das herauszufinden sei der Auftrag der Forschungsgruppe gewesen. Die Akten waren an Hand eines von den Forschern erstellten Fragenkatalogs nach Hinweisen auf sexuelle Übergriffe oder sexuellen Missbrauch durchzuschauen. Fünf Personen hätten die Akten an Hand des Fragenkatalogs durchgesehen, von denen eine die Befähigung zum Richteramt habe, und sie seien darauf vereidigt worden, gewissenhaft diese Aufgabe durchzuführen.

Zahlen und Fakten
Es wurden im Bistum Fulda:

  • 795 Akten untersucht und dabei
  • 29 Beschuldigte gefunden:
  • 19 Diözesanpriester, ein Diakon, neun Ordensleute mit Gestellungsvertrag.
  • Acht Geistliche waren bereits verstorben.
  • Es fanden sich Hinweise auf pädophile Orientierung bei vier, Hinweise auf homosexuelle Orientierung bei acht, Hinweise auf psychische Auffälligkeiten im Umgang mit Menschen oder Alkoholprobleme bei 13 Personen.
  • Im aktiven Dienst wurden 21 Geistliche innerhalb der Diözese versetzt, manche auch mehrfach.
  • Bei drei Personen gab es einen Hinweis auf sexuellen Missbrauch; elf wurden in andere Diözesen versetzt, bei dreien gab es dabei einen Zusammenhang mit sexuellen Missbrauch.
  • Sieben Kleriker wurden in Diözesen außerhalb Deutschlands versetzt, bei zweien bestand ein Zusammenhang mit Missbrauch.
  • Gegen 13 Geistliche wurden eine kirchenrechtliche Voruntersuchung, ein Strafverfahren oder verwaltungsrechtliche Maßnahmen durchgeführt.
  • Bei 13 weiteren wurde kein kirchenrechtliches Strafverfahren eröffnet.
  • Bei drei Personen ist es nicht dokumentiert.
  • Folgende kirchenrechtliche Strafen wurden verhängt:
    - eine Entlassung aus dem Klerikerstand,
    - eine weitere stand bevor, als der Beschuldigte verstarb,
    - scharfe Abmahnung,
    - Zelebrationsverbot,
    - Entpflichtung,
    - Änderung des Tätigkeitsfeldes,
    - Verpflichtung zur Therapie und Versetzung in den Ruhestand.
  • Es wurden in diesem Zusammenhang auch forensische Gutachten eingeholt.

Strafrechtliche Prüfung und Anzeigen:

  • In den letzten Jahren wurde jeweils eine externe strafrechtliche Prüfung beauftragt.
  • In 17 Fällen wurde Anzeige bei der Strafverfolgungsbehörde erstattet.
  • In den anderen Fällen wollten entweder die Betroffenen keine Anzeige oder der Beschuldigte war verstorben oder die Taten waren verjährt oder die Handlung erfüllte nicht die Kriterien eines Straftatbestandes.
  • Es gab zwei Selbstanzeigen,
  • sieben Anzeigen durch die Missbrauchsbeauftragte,
  • weitere durch andere Personen.
  • Bei dreien ist nicht dokumentiert, wer die Anzeige erstattete.
  • Ein Verfahren ist noch anhängig,
  • neun Verfahren wurden eingestellt,
  • sechs rechtskräftig abgeschlossen,
  • und in einem Verfahren ist der Ausgang nicht dokumentiert.
  • Dabei wurden drei Freiheitsstrafen verhängt, eine Bewährungsstrafe, eine Geldstrafe und ein Freispruch ausgesprochen.

Von den 75 Betroffenen waren

  • 49 Jungen und
  • 23 Mädchen,
  • bei drei Betroffenen fehlt die Geschlechtsangabe.
  • Was das Alter angeht, waren
  • 23 unter 13 Jahren und
  • 28 über 13 Jahre.
  • Bei 24 Betroffenen ist keine Altersangabe vermerkt.
  • Die Betroffenen waren Ministranten oder es bestand eine allgemeine seelsorgliche Beziehung.
  • So fanden Übergriffe bei privaten Treffen in der Wohnung des Pfarrers oder in Ferienlagern statt.
  • Was die Methode der Anbahnung angeht, so wurde sehr oft die Amtsautorität oder die persönliche Autorität oder eine persönliche Beziehung ausgenutzt. Es wurde auch durch Gewährung von Geschenken und Privilegien eine engere Beziehung angebahnt.

Präventionsmaßnahmen im Bistum
Prof. Stanke erläuterte sodann die bisherigen Präventionsmaßnahmen im Bistum und die Anerkennungszahlungen des Bistums an Betroffene. Es wurden

  • 5.107 Haupt- und Ehrenamtliche geschult sowie
  • 2.012 bei der Caritas.

Anerkennung des Leides
Als Anerkennung des Leides wurden 45.500 Euro bezahlt, zwischen jeweils 1.000 und 8.000 Euro. Für Therapiekosten hat das Bistum 5.744 Euro ausgegeben. Immer seien Hilfen angeboten worden, die manchmal nicht in Anspruch genommen wurden, so Stanke.

Neue Missbrauchsbeauftragte für das Bistum Fulda: Alexandra Kunkel
Der Ständige Vertreter wies darauf hin, dass das Bistum seine Verantwortung ernst nehme: „Es wurde nach der Veröffentlichung der Leitlinien zur Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs eine Missbrauchsbeauftragte für das Bistum Fulda ernannt. Anne Schmitz war die Ansprechpartnerin für die Betroffenen und hat sich ihnen mit großer Empathie zugewandt, was immer wieder von Betroffenen bestätigt wurde.“ Neue Ansprechpartnerin ist seit Juni 2018 Alexandra Kunkel, die in ihrer Aufgabe als Missbrauchsbeauftragte für intensive Gespräche mit den Betroffenen zur Verfügung steht.

Seit 2002: Arbeitsstab sexueller Missbrauch
Es wurde bereits 2002 ein Arbeitsstab sexueller Missbrauch eingerichtet, dessen Vorsitz die Missbrauchsbeauftragte innehatte und dem ein Vertreter der Bistumsleitung, ein externer Psychologe, der Justitiar des Bistums, die Präventionsbeauftragte und eine Sozialpädagogin angehören. In diesem Gremium seien Fälle sexuellen Missbrauchs besprochen und entsprechende Maßnahmen eingefordert worden, betonte Stanke. Die Präventionsbeauftragte des Bistums, Birgit Schmidt-Hahnel, machte deutlich, dass für kirchliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Priester und Diakone sowie Ehrenamtliche verpflichtende Schulungen in der Prävention durchgeführt worden seien und auch weiterhin durchgeführt würden. In Pfarreien und Einrichtungen wird ein Schutzkonzept umgesetzt, für das eine Arbeitshilfe publiziert worden ist.

Priester-Ausbildung
Ein besonderes Augenmerk müsse auf der Ausbildung und der Personalführung der Priester liegen. Außerdem komme es auf die Schaffung einer „Kultur der Offenheit“ in den kirchlichen Handlungsfeldern an. Geschlossene Systeme und ein besonderes Machtgefälle begünstigten sexuellen Missbrauch. Es brauche neben der Offenheit auch Mechanismen der Kontrolle von Machtausübung. Personaldezernent Domkapitular Steinert stellte in dem Pressegespräch klar, dass der Schutz der Kinder in der Kirche an vorderster Stelle stehen müsse und dies nie abgeschlossen sei. Laut Steinert müsse man auch auf die Gemeinden schauen, in denen es in den letzten 20 Jahren Vorfälle gegeben habe. „Viele Betroffene äußern sich erst Jahre später, und gerade jetzt, wo die MHG-Studie veröffentlicht worden ist, wird bei vielen das Erlebte wieder hochkommen, und sie werden sich melden.” Zusätzlich zu den Anlaufstellen der Kirche müsse man auch über weitere externe Anlaufstellen für Betroffene nachdenken.

Hier finden Sie die Erklärung der deutschen Bischöfe zu den Ergebnissen der Studie „Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“ anlässlich der Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Fulda 27. September 2018:

Neuer Lesekreis im Bildungsforum Sankt Michael

Bild: Ausschnitt aus dem Buchcover, Diogenes

Im Programm des Bildungsforums Sankt Michael startet am Dienstag, den 18. September um 18.15 Uhr im Regionalhaus Adolph Kolping (Kolpingzimmer 1. Stock), Die Freiheit 2 (Nähe Markthalle), ein neuer Lesekreis. Wir lesen und besprechen gemeinsam das im Jahr 2015 veröffentlichte Buch des Erfolgsautors Ian McEwan, „Kindeswohl“. Leiter der Veranstaltung ist Jürgen Wagener.

Herzliche Einladung an alle, die sich über gesellschaftlich relevante Fragen in einem schon bestehenden Kreis austauschen wollen.

Eine Teilnehmergebühr fällt nicht an.

Ian McEwan: Kindeswohl
Diogenes 2015
224 Seiten
ISBN 978-3-257-06916-7
Taschenbuchausgaben sind in der Buchhandlung St. Elisabeth (am Veranstaltungsort) vorrätig.

Wir stehen an der Seite der Betroffenen sexuellen Missbrauchs

Foto: fotolia.com

Seit 2002, dann besonders ab 2010 und jetzt wieder, spüre die Kirche, dass die tiefe Wunde des Missbrauchs nicht verheile. „Wir stehen an der Seite der Betroffenen sexuellen Missbrauchs. Das ist unsere bleibende Verpflichtung. Es ist noch immer erschütternd, was Kindern und Jugendlichen, die sich Priestern anvertraut haben, durch dieses unvorstellbare Leid widerfahren ist. In den Betroffenen schaut Gott uns an, er leidet wie die Opfer unter dem was Priester – Männer die Gott folgen wollten – Minderjährigen angetan haben. Gott leidet an dem, was wir übersehen, wo wir weggeschaut haben, was wir nicht wahrhaben wollten. Er schaut uns an in den Betroffenen, den Geschlagenen, den Verwundeten. Deshalb braucht es einen neuen Aufbruch in dieser Kirche, gegenüber den Betroffenen und Gott“, so Kardinal Marx.

Es braucht einen neuen Aufbruch in dieser Kirche
Die bereits in Teilen vorab veröffentlichte Studie der Deutschen Bischofskonferenz trage dazu bei, den Blick noch einmal zu schärfen. „Wir werden darüber in der Vollversammlung der Bischofskonferenz in Fulda sprechen und uns fragen, was daraus folgt“, sagte Kardinal Marx. Deshalb sei dieser Gottesdienst in Schönstatt in besonderer Weise unter das Erbarmen Gottes gestellt. „Dieses Erbarmen brauchen wir, um das Geschenk des Glaubens zu erneuern. Wir brauchen das Erbarmen auch für die Wahrheit dessen, was inmitten unserer Gemeinschaft geschieht – durch mangelnde Aufmerksamkeit, fehlende Sensibilität, durch das Fehlen von Liebe. Deshalb bittet die Kirche um das Erbarmen Gottes für die Kirche und alle Menschen“, so Kardinal Marx.

Welchen Auftrag hat Gott für uns?
In dem Gottesdienst erinnerte Kardinal Marx an den 50. Todestag des Gründers von Schönstatt, Pater Josef Kentenich. Der Geistliche sei wach für seine Zeit gewesen und habe Ausschau nach dem Neuen gehalten. „Das muss auch unser Auftrag heute sein, die Zeichen der Zeit zu erkennen und den Blick auf das Neue zu wagen.“ Schönstatt mit seiner Gnadenkapelle sei ein Ort, der inspiriere und ermutige, an dem man hören könne, was der Geist zu sagen habe. „Wir sind hineingenommen in die Gemeinschaft der Kirche, wie es Papst Franziskus betont, als ein Volk, als eine Gemeinde. Der Geist ist immer am Werk, wir müssen nur aufmerksam sein für ihn und hören auf das, was er uns in dieser Zeit sagt. Dazu brauchen wir Mut, neue Wege zu gehen“, so Kardinal Marx. „Was will Gott uns in dieser Zeit sagen, welchen Auftrag hat er für uns? Das können wir uns nicht ausdenken, sondern brauchen Aufmerksamkeit und Wachsamkeit, gerade um das zu erkennen, was passiert, auch das Negative. Wir dürfen nicht wegschauen“, rief Kardinal Marx den Gläubigen zu. Das gelte auch für die Verantwortlichen in der Kirche.

Was wir riskieren können
Aufbruch habe immer etwas mit Bruch zu tun, „es ist kein gemütliches Weitergehen, sondern die Frage nach dem, wie wir in der Kirche Neues denken können, ohne die Vergangenheit, die Tradition, den Weg der Kirche zu vergessen. Halten wir Ausschau nach dem, was jetzt dran ist, was wir tun können, was wir wagen dürfen, ja auch riskieren können“, so Kardinal Marx. Pater Kentenich habe so etwas riskiert im Leben. „Ich empfinde die Gnadenkapelle immer wieder als Quelle der Ermutigung und der Kraft. Der Schönstatt-Bewegung sage ich Dank für den Dienst des Gebetes, des Aufbruchs und der geistigen Erneuerung in der Kirche, die durch die Gründergestalt Pater Kentenichs ihren Weg genommen hat“, so Kardinal Marx.

Pressemitteilung der Deutschen Bischofskonferenz am 16. September 2018

Mein Schuh tut gut! Schuhsammlung der Kolpingsfamilie

Foto: Comic (Ausschnitt) von Christian-Barth.

Nach dem großartigen Erfolg der letztjährigen bundesweiten Aktion mit 212 000 Paar gesammelten Schuhen gibt es eine Neuauflage dieser Sammlung. Deren Erlös kommt dem Aufbau des Stiftungskapitals der Internationalen Adolph-Kolping-Stiftung zu Gute, die Sozialprojekte in aller Welt unterstützt.

Bis zum 14.12. abgeben
Die Kasseler Kolpingsfamilie beteiligt sich auch diesmal an der Aktion und bittet um die Spende gebrauchter tragfähiger Schuhe. Abgabemöglichkeit besteht bis zum 15. Dezember 2017 im Regionalhaus Adolph Kolping, Die Freiheit 2, an der Pforte (Erdgeschoß).

Hinweis Gebrauchtkleidersammlung 2018
Schon jetzt wird auf die nächste Gebrauchtkleidersammlung zu Gunsten der „Aktion Eine Welt“ am 4. Mai 2019 hingewiesen.

Rücksprache zu beiden Sammlungen ist möglich bei Michael Reis, Tel. 0561-8700529.

Flüchtlinge auf dem Mittelmeer nicht vergessen!

Bild: fotolia.com

In diesen Tagen verlassen weiterhin Boote die Küste Libyens, auf denen sich Menschen in Lebensgefahr begeben, um das Mittelmeer zu überqueren. Sie alle geraten in Seenot und es gibt kaum Hilfe mehr. Laut der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sind allein im Juni und Juli dieses Jahres 851 Menschen auf der Flucht über das Mittelmeer gestorben, seit Beginn 2018 sind über 1.500 Menschen dort ertrunken. Die Inititave "Seebrücke" hatte am 2. September zu einer Kundgebung in Kassel aufgerufen, auf der Dechant Harald Fischer sprach.

  • Hier seine Rede:

„Flüchtlinge auf dem Mittelmeer nicht vergessen!“

Normalerweise, wenn ich eine Rede beginne, sage ich: „Liebe Schwestern und Brüder“!

Das ist hier unpassend, weil wir nicht in einer Kirche sind. Aber manchmal ist es notwendig, die Kirche zu verlassen und auf die Straße zu gehen. Jetzt sind solche Zeiten!

Ich beginne also: Liebe Freundinnen und Freunde von Geflüchteten, von Asylbewerbern, von Menschen, die in Not sind und die die Hilfe anderer brauchen, die unsere Hilfe brauchen!

Gestern, am 1. September haben wir den „Antikriegstag“ begangen, ein Gedenktag, der an die Zerstörungen durch den 2. Weltkrieges erinnert und mahnt. In diesem Jahr verbinden wir mit diesem Gedenken eine Reihe von „Runden Jahreszahlen“:

> 1918 - 100 Jahre Ende des 1. Weltkrieges,
> 1933 – 85 Jahre nach der Machtergreifung Hitlers,
> 1938 – 80 Jahre nach der Reichspogromnacht,
> 1943 – 75 Jahre nach der Zerstörung Kassels. Am 22. Oktober 1943 fanden über 10.000 Menschen unserer Stadt den Tod.

Man sollte meinen, dass all diese Ereignisse uns Mahnung und Erinnerung genug sein sollten, nicht zu vergessen, wohin es führt, wenn wir die Grundlagen des menschlichen Zusammenlebens vergessen; wohin es führt, wenn der Respekt vor dem Anderen, wenn die Bereitschaft, auch Fremdes und Ungewohntes anzunehmen verschwindet, wenn die Menschenwürde und die Achtung voreinander keine Rolle mehr spielen.

Aber es ist notwendig, dass wir hier zusammen sind, um diese Werte in Erinnerung zu rufen, es ist notwendig, dass wir die eigentlichen Grundlagen des Abendlandes, des christlichen Abendlandes wieder einfordern.

Die Ereignisse der letzten Tage in Chemnitz haben uns das vor Augen geführt. Aber es geht nicht nur um das Erschrecken über Chemnitz.

Die Grundlagen des Zusammenhaltes unserer Gesellschaft geraten auch ins Rutschen, wenn europäische Regierungen Schiffen, die Schiffbrüchige gerettet haben, die Einfahrt in die Häfen verweigern. Und noch mehr: wenn Rettungsschiffe überhaupt gehindert werden, auszulaufen, um Menschen in Seenot zu retten. Hilfeleistung bewusst zu unterlassen obwohl sie möglich wäre oder sie gar aktiv zu behindern ist genauso ein Verbrechen, ist genauso Terror, wie eine Bombe auf eine belebte Straße zu legen. Die Kapitäne und die Besatzung der Hilfsschiffe sind keine Kriminellen; sie sind Helden!

Gut, dass wir Flüchtlinge in unserem Land aufgenommen haben.

Wie traurig wäre es, wenn wir nur als Hessen unter uns geblieben wären, oder wenn sich die Niedersachsen vor uns abschotten würden. Ich bin sehr gerne in Bayern, aber wenn es nur die bayrische Kultur gäbe, wäre das eine große Verarmung.

Die Menschen, die aus anderen Ländern hierhergekommen sind, sind eine Bereicherung für uns und unser Land! Sie helfen uns, unser Denken zu weiten, andere Blickwinkel, andere Traditionen, andere Denkwege kennen zu lernen. Sie sind keine Gefahr, sie sind eine Bereicherung!

Wer meint, wenn wir uns oder wenn wir Europa abschotten und alle Flüchtlinge an unseren Grenzen abweisen würden wäre irgendein Problem gelöst, das wir oder das die Länder haben, aus denen im Moment Menschen fliehen, der irrt.

Ja, wir haben Probleme mit Asylbewerbern: Manche missbrauchen die Gastfreundschaft; manche müssen sich noch eingewöhnen; manche verhalten sich ungebührlich.

Aber wir haben auch Probleme mit Deutschen: Manche missbrauchen die Freiheitsrechte, manche verhalten sich ungebührlich, bei manchen hat man den Eindruck, sie kennen noch nicht mal das Grundgesetz und sind noch weniger bereit, sich daran zu halten.

Bei den einen wie bei den anderen gilt es, den Ernstfall anzuschauen und zu ahnden. Gruppenverurteilungen sind nicht erlaubt. Ich weigere mich noch immer, zu fordern, dass alle Sachsen abgeschoben werden sollten, weil manche sich so ungehörig verhalten. Genauso können wir diese Forderung aber auch nicht gegen die Geflüchteten akzeptieren. Immer zählt der Einzelfall.

Und die überwiegende Mehrzahl der Bevölkerung weiß das auch. Ich habe vor kurzem in einer Kirchengemeinde vier Menschen vorgestellt, die in dieser Gemeinde im Kirchenasyl leben. Die Gemeinde wusste bis dahin nichts davon. Es waren etwa 300 Menschen in diesem Gottesdienst. Nach meiner Information gab es brausenden Beifall der Anwesenden.

Das ist die Situation der Mehrheitsgesellschaft in Deutschland! Wir sind kein kleiner versprengter Rest, der verschämt die Wahrung der Menschenwürde erbittet. Wir sind die Mehrheitsgesellschaft!

Es kann sein, dass bei den Landtagswahlen in Hessen in einigen Wochen die AFD mit 10, vielleicht sogar mit 15% in den Landtag gewählt wird. Eine Schande wäre das. Aber dann würden immer noch 90 – 85% sagen: Wir brauchen euch nicht, ja, wir wollen euch nicht!

Ein Politiker hat vor einiger Zeit einen „Aufstand der Anständigen“ gefordert. Den sehe ich hier. Wir stehen für Deutschland, für die Mehrheit: klar, offen, selbstbewusst fordern wir ein, was selbstverständlich ist:

Die Würde des Menschen – nicht nur des deutschen – die Würde ist Menschen ist unantastbar!

Harald Fischer

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Hoffnungsschimmer in der Ökumenischen Bahnhofsmission Kassel-Wilhelmshöhe

Bild (Ausschnitt): Jutta Schlier

Am 3. September um 16:00 Uhr fand in den Räumen der Ökumenischen Bahnhofsmission die Eröffnung der Ausstellung „Hoffnungsschimmer“ statt. Bilder der Zierenberger Künstlerin Jutta Schlier werden bis zum 31.10.2018 in der Bahnhofsmission zu sehen sein.

Farbigkeit
Karin Stürznickel-Holst, Leiterin der Bahnhofsmission Kassel-Wilhelmshöhe, freut sich sehr auf die Eröffnung: "Mir gefallen zum einen die Bilder in ihrer Farbigkeit sehr gut. Zum anderen glaube ich, dass es für unsere Gäste schön sein wird, eine Zeitlang von diesen Bildern umgeben zu sein, die sich so deutlich von dem von manchen Menschen als grau und trostlos empfundenen Leben abheben. Vielleicht legen Schliers Bilder eine kleine Spur zu dem, was möglich sein kann."

Aufrüttelndes Schreiben von Papst Franziskus zum Thema sexueller Missbrauch

Foto: fotolia.com

Papst Franziskus hat am 20. August 2018 einen „Brief an das Volk Gottes“ geschrieben, der im Vatikan veröffentlicht wurde. Darin bezieht der Papst Stellung zum Thema sexueller Missbrauch. Der Beauftragte für Fragen des sexuellen Missbrauchs im kirchlichen Bereich und für Fragen des Kinder- und Jugendschutzes, Bischof Dr. Stephan Ackermann (Trier), erklärt dazu:

Anlass des Papstschreibens: die Fälle von sexuellem Missbrauch in Pennsylvania
Anlass des Papstschreibens ist der Bericht, der die Fälle von sexuellem Missbrauch in sechs Diözesen im US-amerikanischen Bundesstaat Pennsylvania aus den vergangenen 70 Jahren beschreibt. Erneut bringt Papst Franziskus seine Scham und seine Trauer über diese Verbrechen zum Ausdruck. Mit seinem Schreiben will der Papst sicher auch ein eindeutiges Zeichen setzen, bevor er am kommenden Samstag zum Weltfamilientreffen nach Dublin aufbricht. Denn er wird dem Thema der sexuellen Gewalt in der Kirche auch dort wieder begegnen. Der Papst macht in seinem Schreiben unmissverständlich klar, dass er an der Seite der Opfer und ihrer Familien steht und er sich mit der ganzen Autorität seines Amtes dafür einsetzt, „dass sich solche Situationen nicht nur nicht wiederholen, sondern auch keinen Raum finden, wo sie versteckt überleben könnten.“

Sexuelle Missbrauch durch Priester ist Macht- und Gewissensmissbrauch
Der Papst hat in den vielen Stellungnahmen, die er in seiner fünfjährigen Amtszeit zu diesem Thema schon abgegeben hat, noch nie so deutlich ausgedrückt, dass der sexuelle Missbrauch durch Priester immer zugleich auch ein Macht- und ein Gewissensmissbrauch ist. Mehrfach nennt er in dem Schreiben diese drei Formen des Missbrauchs in einem Atemzug. Für ihn ist klar, dass man dem ganzen Ausmaß des sexuellen Missbrauchs in der Kirche nicht gerecht wird und es nicht bekämpfen kann, wenn man in ihm nur ein isoliertes Phänomen einzelner Täter sieht. Sexueller Missbrauch wird begünstigt und gedeckt durch die Haltung des Klerikalismus, die der Papst als eine „anomale Verständnisweise von Autorität in der Kirche“ brandmarkt und aufs Schärfste verurteilt: „Zum Missbrauch Nein zu sagen, heißt zu jeder Form von Klerikalismus mit Nachdruck Nein zu sagen.“

Notwendigkeit einer „Umkehr des kirchlichen Handelns“
Deshalb mahnt der Papst in seinem Schreiben auch nicht nur verstärkte Präventionsbemühungen an, sondern sieht die Notwendigkeit einer „Umkehr des kirchlichen Handelns“ insgesamt. Aus diesem Grund ruft er das Volk Gottes auf zu Fasten, Buße und Gebet. Diese Elemente sollen dazu helfen „unsere Augen und unser Herz für das Leiden der anderen zu schärfen“, „unsere Ohren [zu] öffnen für den leisen Schmerz der Kinder, der Jugendlichen und der Behinderten“.

Der Klerus allein nicht die notwendige Kraft zur Erneuerung
Sicher wird die Frage gestellt werden, warum der Papst dieses Schreiben an das ganze Volk Gottes richtet, wo doch die Schuld und Verantwortung in erster Linie bei den Priestern, den Bischöfen und Ordensoberen liegt. Spricht der Papst nicht allzu leicht in der Wir-Form und nimmt damit diejenigen in der Kirche mit in Haftung, die aufgrund des skandalösen Verhaltens von Priestern selbst eher zu den Leidtragenden gehören? Der Brief wird sich diese Frage gefallen lassen müssen. Zugleich lässt der Papst keinen Zweifel daran, dass er dem Klerus allein nicht die notwendige Kraft zur Erneuerung zutraut. Vielmehr setzt Franziskus dabei auf die Hilfe des ganzen Gottesvolkes auch in der Form, „all das anzuprangern, was die Unversehrtheit irgendeiner Person in Gefahr bringen könnte.“ Der Papst wünscht sich in der Kirche die Bereitschaft zu einer Solidarität, „die zum Kampf gegen jede Art von Korruption, insbesondere der spirituellen, aufruft“.

Die Unterdrücker und Mächtigen saßen und sitzen allzu innerhalb der Kirche
Mehrfach spricht Franziskus mit den Worten des Buches Exodus vom „Schrei des Volkes“, den Gott, der Herr gehört hat (Ex 3,7 ff), und er zitiert den Lobgesang der Maria, die darüber jubelt, dass Gott die zerstreut, „die im Herzen voll Hochmut sind“, dass er „die Mächtigen vom Thron stürzt und die Niedrigen erhöht“. Voller Scham bekennt der Papst, dass die Unterdrücker und Mächtigen allzu oft nicht außerhalb, sondern innerhalb der Kirche saßen und sitzen.

Aufruf zur Gewissenserforschung und Erneuerung
Insofern ist der Brief des Papstes ein wirklich aufrüttelndes Schreiben, das auch uns in Deutschland zur Gewissenserforschung und Erneuerung aufruft. Mit dem von der Deutschen Bischofskonferenz beauftragten interdisziplinären Forschungsprojekt „Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“ gehen wir einen solchen Schritt. Während der Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz werden die Ergebnisse dieses Forschungsprojektes, an dem alle 27 (Erz-)Diözesen beteiligt sind, veröffentlicht.

Links:

Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Bischofskonferenz vom 20. August 2018

Musikalische Vielfalt in Rosenkranzkirche und Elisabethkirche

Der Spielplan der Elisabethkirche startet mit einem Höhepunkt:

Ab 17. August „Ein Sommerabend Orgel+“:
Am Freitag, 17. August 2018 spielen bei „Ein Sommerabend Orgel+“ ab 19 Uhr vier Organisten jeweils zur vollen Stunde in Begleitung mit einem Soloinstrument. An den vier Donnerstagen im September interpretieren namhafte Organisten Werke aus fünf Jahrhunderten.
 Sie bringen die unterschiedlichen Möglichkeiten der Bosch-Bornefeld-Orgel jeweils ab 19 Uhr zum Erklingen.
 Neben Thomas Pieper (6.9., Kassel) sind Axel Berchem (13.9., Moers), Ralph Gustafsson (20.9., Stockholm) und Gereon Krahforst (27.9., Abtei Maria Laach) dabei.

Programmschwerpunkt: Gedenken an Zerstörung Kassels und der Elisabethkirche
Programmschwerpunkt ist das Gedenken an die Zerstörung Kassels und der alten Elisabethkirche vor 75 Jahren. Unter dem Titel „Erinnerung – Aufbruch – Hoffnung“ gibt es am 21. Oktober um 16 Uhr ein Konzert. Zu hören sind Kompositionen von Regine Brunke und Orgelimprovisationen. Ein Vortrag erinnert am 23. September um 16 Uhr an die Entwicklungen der Kasseler Kirchengeschichte.

November-Impulse zum Thema „erinnern – gedenken – gestalten“
Im November finden Gottesdienste mit Musik und Impulsen zum Thema „erinnern – gedenken – gestalten“ statt. Dabei wird u.a. am 11.11.18 um 18 Uhr die Bachkantate “Christus, der ist mein Leben” in großer Besetzung erklingen.

„Im Atem der Zeit“
Fortgesetzt wird auch die Reihe „Im Atem der Zeit“ mit dem Kasseler Kulturforum und die Kooperation mit der Musikakademie der Stadt Kassel „Louis Spohr“. So findet das Adventskonzert mit Solisten, Vokalensemble und Kantatenorchester der Musikakademie am 1. Dezember in der Kirche statt.

Begeisterung und Benefiz
Neben der Musik wird das Spektrum der Angebote auch erweitert. Am 6. November spricht um 19.30 Uhr der aus den Medien bekannte Ordensmann Bruder Paulus Terwitte zum Thema „Wozu der christliche Glaube begeistert“.  Im November gibt es außerdem ein Benefizkonzert zugunsten der Anna Maria und Hans Schindler Stiftung mit „Kassel Brass“ und Thomas Pieper an der Orgel.

 

Kulturpreisträger Elisabethkirche
Die Elisabethkirche ist als Innenstadtkirche am Friedrichsplatz mit der denkmalgeschützten Bosch-Bornefeld-Orgel ein Ort der „Experimente und Kooperationen mit dem Ziel, die große Vielfalt der Kirchenmusik für viele Menschen zu ermöglichen “, so Projektleiter Marcus Leitschuh.
Stolz ist man, dass die Elisabethkirche Ende 2017 den Sonderpreis des Kasseler Kulturförderpreises „für kontinuierliche künstlerische und musikalische Programmgestaltung auf höchstem Niveau“ bekommen hat. Regionalkantor Thomas Pieper: „Das spornt uns an, auch weiterhin Kultur, Liturgie und Experiment in Elisabethkirche als Teil der Kasseler Kulturszene für alle Bürgerinnen und Bürgern einzubringen.“

Zweimal Requiem in der Rosenkranzkirche
„In der Rosenkranzkirche steht die geistliche Musik im Mittelpunkt und erfreut sich großer Beliebtheit. Musik innerhalb und außerhalb der Liturgie knüpft an eine lange kulturelle Tradition unserer Kirchen an und öffnet immer wieder Herz und Seele“, so Thomas Pieper.

5. August: Konzert für Mezzosopran und Orgel
Das Programm in der Rosenkranzkirche beginnt am 5. August um 18 Uhr mit einem Konzert für Mezzosopran und Orgel.  Michaela Krusche wird von Thomas Pieper an der Orgel begleitet.

16. September: Requiem von Maurice Duruflé
Am 16. September ist die Version von Maurice Duruflé zu hören. Es musizieren u.a. das „Collegium Vocale an St. Marien“ mit Mitgliedern des Staatsorchesters Kassel und Ulrich Moormann an der Orgel.

28. Oktober: Requiem von Wolfgang Amadeus Mozart
Im Semesterkonzert der Musikakademie der Stadt Kassel »Louis Spohr« ist dann das „Requiem“ von Wolfgang Amadeus Mozart am 28. Oktober zu hören.

Ausblick Januar 2019: „Night of Candles and Carols“
Auch den Termin für die so beliebte „Night of Candles and Carols“sollte man sich mit dem 13. Januar 2019 schon vormerken. Fortgesetzt wird auch die Reihe „Orgelmatinée“ mit wechselnden Organisten, die einmal im Monat nach dem Sonntagsgottesdienst um 12 Uhr ein halbstündiges Konzert geben. Außerdem werden die Weihnachtstage und besondere Sonntagsgottesdienste mit festlicher Musik gestaltet.

Infos unter: www.facebook.de/kirchenmusik.kassel und www.st-elisabeth-kassel.de

Spitzengespräch von Katholikenratsvorstand, Bistumsleitung und Dechanten

Foto (M. Ziegler): Diözesanadministrator Weihbischof K.H. Diez
mit dem Vorstand des Katholikenrates und weiteren Vertretern
der Bistumsleitung, Dechantenkonferenz,
ehem. stellv. Priesterratssprecher

 

„Wir danken Diözesanadministrator Weihbischof Prof. Dr. Diez und den Vertretern der Bistumsleitung und Mitgliedern der Dechantenkonferenz für die gute Zusammenarbeit der letzten Jahre und wünschen uns auch für die jetzt anstehende Vakanzzeit eine fruchtbare Fortsetzung“, so der Katholikenrats-vorsitzende Steffen Flicker.

Einstellungsvoraussetzung für kirchliche Berufe
Schwerpunkt des Gespräches war das Urteil des Europäischen Gerichtshofes zur Kirchenmitgliedschaft als Einstellungsvoraussetzung für kirchliche Berufe. Die Kirchenmitgliedschaft, so der stellvertretende Diözesanadministrator Domkapitular Prof. Dr. Stanke, werde auch weiterhin Einstellungsvoraussetzung für Leitungstätigkeiten in der Kirche sowie den unmittelbaren Verkün-digungsdienst bleiben. Der Europäische Gerichtshof habe in seinem Urteil bestätigt, dass Kirchen grundsätzlich berechtigt sind, im Rahmen der Einstellung nach der Religionszugehörigkeit von Stellenbewerbern zu differenzieren. Dem Europäischen Gerichtshof komme es allerdings darauf an, dass grundsätzlich niemand vom Zugang zu einem Beruf ausgeschlossen werde. Deshalb würden derzeit von den Bistümern deutschlandweit Kriterien für Einstellungsverfahren entwickelt. Zukünftig könnten diese Einstellungskriterien dann auch von den zuständigen Gerichten überprüft werden. Als Sonderfall nannte Domkapitular Steinert allerdings den Kirchenaustritt, der auch weiterhin als bewusste, Nicht-Identifizierung mit den Zielen der katholischen Kirche gewertet werde.

Handreichung zum Kommunionempfang
Intensiv wurde über die von der Deutschen Bischofskonferenz geplante pastorale Handreichung zum Kommunionempfang evangelischer Ehepartner gesprochen. Der Katholikenratsvorstand schätze Inhalt und die Zielrichtung der pastoralen Handreichung wert, drückte aber gleichzeitig seine Sorge aus, dass die öffentliche, bis nach Rom reichende Auseinandersetzung um dieses Papier nicht den Ruf einzelner Bischöfe, insbesondere des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz Kardinal Marx, beschädigen dürfe und dass es nun darauf ankomme, die Handreichung in einzelnen Diözesen konkret umzusetzen.

Weitere Themen
Weitere Themen des Gespräches waren die Reaktionen auf den Brief, den das Bistum an alle katholischen Haushalte versandt hat, der Stand der Entwicklungen zum Strategieprozess des Bistums, der Bericht aus der Dechantenkonferenz und der Ausblick auf die Pfarrgemeinderatswahl 2019.

Jahr der Taufberufung
Der stellvertretende Sprecher des Priesterrates Pfr. Sebastian Blümel dankte für die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Katholikenrat und Priesterrat. Nach der Emeritierung von Bischof Algermissen habe der Priesterrat allerdings sein Mandat eingebüßt. Aus diesem Grund verabschiedete sich Pfr. Blümel aus dem Gremium. „Im Gegensatz zum Priesterrat bleiben Katholikenrat und auch Kirchensteuerrat in Amt und Funktion. Wir werden die Vakanzzeit auch weiterhin in guter Solidarität mit unserer Bistumsleitung gestalten. Wir freuen uns, dass das Bistums zu einem Jahr der Taufberufung aufruft und werden uns an der Umsetzung beteiligen“, so Steffen Flicker abschließend.

Die Grenze Europas darf keine Grenze des Todes sein

Anlässlich der Flüchtlingssituation im Mittelmeerraum erklärt der Ständige Rat auf seiner heutigen Sitzung am 26. Juni 2018 in Berlin:   

Politische Interessen werden auf Kosten von Menschenleben verfolgt
„Mehr als 13.000 schutzsuchende Menschen sind seit Anfang 2015 im Mittelmeer ertrunken, mehr als tausend bereits in diesem Jahr. In den vergangenen Wochen und Tagen hat sich die ohnehin prekäre Situation weiter verschärft. Rettungsschiffen wird das Anlegen in europäischen Häfen verweigert. So sollen Bemühungen zur Seenotrettung entmutigt werden, und politische Interessen werden auf Kosten von Menschenleben verfolgt.  

Die Grenze Europas darf keine Grenze des Todes sein
Wir erinnern daran, dass die Pflicht zur Rettung von Menschen in Seenot im Völkerrecht verankert ist. Entweder der Staat nimmt sich dieser Aufgabe selbst an oder er muss nichtstaatliche Organisationen handeln lassen und sie unterstützen. Wer beide Wege blockiert, nimmt Leiden und Tod von Flüchtlingen sehenden Auges in Kauf. Dem Trend, so zu handeln, widersprechen wir als Kirche mit Nachdruck. Die grundlegenden Standards der Humanität dürfen niemals zur Disposition gestellt werden. Die Grenze Europas darf keine Grenze des Todes sein. 

Gemeinsame Antworten im Geiste europäischer Solidarität sind notwendiger denn je
Die dramatische Situation im Mittelmeer zeigt: Gemeinsame Antworten im Geiste europäischer Solidarität sind notwendiger denn je. Die Staaten im Süden der Europäischen Union dürfen nicht alleingelassen werden. Anstelle nationalstaatlicher Egoismen braucht Europa eine faire Verantwortungsteilung, bei der jeder Staat seinen angemessenen Beitrag leistet.“ 

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Katholisches Jugendreferat Kassel
Die Freiheit 2
34117 Kassel
jugendreferat.kassel@bistum-fulda.de
Tel.: 0561-7004 153

Wir freuen uns auf Dich!

Pilgerreise 2019 der Exerzitienseelsorge Kassel nach Israel/Palästina

Foto. Makrodepecher / pixelio.de

Diese Reise vom 29. April bis 10. Mai 2019 will vor allem eine Begegnung mit der Person und der Botschaft Jesu an den jeweiligen Wirkungsstätte ermöglichen. Ein Schwerpunkt der Reise liegt bei der Frage nach dem Glauben Jesu, also auch nach seinen jüdischen Wurzeln.

Schwerpunkte:
- Pilgerreise zu Stätten des Lebens und Wirkens Jesu
- Biblische Impulse
- Begegnung mit Kultur und Religionen des Landes
- Elemente aus den Exerzitien (Meditations- und Schweigezeiten, Gottesdienste)

So geht es weiter: Vakanz des Bischofsstuhls und Wahl eines neuen Oberhirten. Weihbischof Diez ist jetzt Diözesanadministrator

Wenn der Bischofsstuhl von Fulda durch Emeritierung oder Tod des Diözesanbischofs vakant wird, geht nach der kirchenrechtlichen Vorgabe von can. 419 CIC die Leitung des Bistums auf den Weihbischof über. Eine Sedisvakanz (bischofslose Zeit) im Bistum Fulda trat vor dem Rücktritt von Bischof Heinz Josef Algermissen zuletzt am 23. Juli 2000 ein, als Erzbischof Dr. Johannes Dyba plötzlich verstarb.

Vakanz des Bischofsstuhls
Innerhalb von acht Tagen wählt das sechsköpfige Domkapitel einen Diözesanadministrator. Der Diözesanadministrator muss ein Priester von mindestens 35 Jahren sein. Dieser leitet dann das Bistum bis zur „Inbesitznahme“ des Bistums durch einen neuen Bischof. Der Diözesanadministrator darf keine grundlegenden Entscheidungen treffen, die einem neuen Diözesanbischof vorbehalten sind. Es gilt die Regel: Sede vacante nihil innovetur („Während der Sedisvakanz darf nichts verändert werden“; c. 428 § 1 CIC).

Weihbischof Prof. Dr. Karlheinz Diez ist jetzt Diözesadministrator
Das Fuldaer Domkapitel hat entsprechend dem vorgegebenen Verfahren am Samstag, 9. Juni, Weihbischof Prof. Dr. Karlheinz Diez zum Diözesanadministrator gewählt hat. Weihbischof Diez hat die Wahl angenommen. Bis zur Neubesetzung des Bischöflichen Stuhles leitet er nun die Diözese Fulda. Dabei gilt der Grundsatz, dass bis zur Neubesetzung des Bischöflichen Stuhles keine Veränderungen vorgenommen werden dürfen. Das Amt des Generalvikars ist mit Rücktritt des Bischofs erloschen. Der bisherige Generalvikar Prof. Dr. Gerhard Stanke wurde von Weihbischof Diez zum Ständigen Vertreter des Diözesanadministrators ernannt. Der Bischöfliche Stuhl von Fulda ist am vergangenen Dienstag, 5. Juni, im Zuge der Annahme des Rücktrittsgesuchs von Bischof Heinz Josef Algermissen durch Papst Franziskus vakant geworden. Auch die Bischofsvikare verlieren ihre Aufgaben. Im Unterschied zu den vorgenannten Ämtern bleibt das Amt des Offizials bzw. Gerichtsvikars und des Vizeoffizials bzw. Stellvertretenden Gerichtsvikars weiterbestehen; der Offizial und der Vizeoffizial müssen aber nach Amtsantritt des neuen Diözesanbischofs von diesem in ihrem Amt bestätigt werden. Die Rechte eines Weihbischofs bleiben von einer Sedisvakanz unberührt. Der Priesterrat hört auf zu bestehen und wird erst unter einem künftigen Bischof neu gebildet. Der Diözesanverwaltungsrat und der Kirchensteuerrat bestehen indes auch während der bischofslosen Zeit weiter.

Die Kandidatensuche
Nach can. 378 CIC soll sich ein Bischofskandidat durch „festen Glauben, gute Sitten, Frömmigkeit, Seeleneifer, Lebensweisheit, Klugheit sowie menschliche Tugenden“ auszeichnen. Er muss einen guten Ruf haben, wenigstens 35 Jahre alt sein, wenigstens seit fünf Jahren Priester sein, den Doktorgrad oder das Lizentiat in einer theologischen Disziplin an einer kirchlich anerkannten Hochschule erworben haben oder wenigstens in diesen Disziplinen wirklich erfahren sein.

Die Suche nach geeigneten Bischofskandidaten beginnt nicht erst mit der Vakanz einer Diözese. Vielmehr haben die Bischöfe alle drei Jahre eine Liste mit geeigneten Kandidaten aus dem Diözesan- und Ordensklerus einzureichen. Jeder Diözesanbischof kann auch von sich aus dem Apostolischen Stuhl entsprechende Namenslisten zusenden. Der Ständige Rat der Deutschen Bischofskonferenz hat 1974 beschlossen, alle drei Jahre solche Listen erstellen und dem Apostolischen Stuhl zukommen zu lassen.

Nach Eintritt der Sedisvakanz fordert der Päpstliche Nuntius in Berlin einen Bericht über die Lage im Bistum an, den der inzwischen gewählte Diözesanadministrator erstellt. Die Mitglieder des Domkapitels holen von verschiedenen Personen aus unterschiedlichen Bereichen Kandidatenvorschläge für das Bischofsamt ein und erstellen daraus eine Kandidatenliste. Über die Apostolische Nuntiatur wird diese Kandidatenliste nach Rom gesendet. Der Nuntius holt sodann im Auftrag des Papstes ausführliche und zuverlässige Informationen über die jeweiligen Kandidaten ein. Dazu werden anhand eines Fragebogens Laien, Priester und Ordensleute befragt, die den Betreffenden gut kennen. Danach reicht der Nuntius die Vorschlagsliste beim Papst ein, wobei er eine eigene Beurteilung abgibt und auch die Empfehlungen der anderen Bischöfe der Kirchenprovinz Paderborn (neben Fulda sind dies die Oberhirten von Paderborn, Magdeburg und Erfurt) berücksichtigt. Laut einer Bestimmung des Preußenkonkordats von 1929 haben außer dem Fuldaer Domkapitel auch die Bischöfe des ehemaligen Landes Preußen das Recht, dem Papst eine Kandidatenliste einzureichen. Dies sind neben Fulda die Diözesanbischöfe von Aachen, Berlin, Erfurt, Essen, Görlitz, Hamburg, Hildesheim, Köln, Limburg, Magdeburg, Münster, Osnabrück, Paderborn und Trier.

Wahl aus einer Dreierliste
Unter Berücksichtigung der dem Heiligen Stuhl übersandten Kandidatenlisten erstellt der Papst unter Mithilfe der Bischofskongregation eine Liste mit drei Kandidaten (die sogenannte Terna), die dann an das Fuldaer Domkapitel übersandt wird. Der Papst ist hinsichtlich der Terna nicht an die aus dem Bistum und dem Konkordatsgebiet eingereichten Vorschläge gebunden, sondern kann die Kandidaten vorschlagen, die er für die geeignetsten hält. Nach Eintreffen der Wahlliste in Fulda beruft der Domdechant das Domkapitel zur Bischofswahl ein. Dieses muss innerhalb von drei Monaten nach dem Eintreffen der Liste zur Wahl des neuen Oberhirten der Diözese schreiten; andernfalls kann der Heilige Vater frei einen Bischof ernennen.

Weiteres Prozedere bis zum Amtsantritt
Gemäß den Bestimmungen des Konkordats zwischen dem Heiligen Stuhl und Preußen aus dem Jahre 1929 muss nach erfolgter Wahl durch das Domkapitel durch Anfrage bei den zuständigen Landesregierungen erfragt werden, ob „Bedenken politischer Art gegen ihn“ bestehen. Da zum Bistum Fulda Gebiete in Hessen und in Thüringen gehören, werden diese beiden Landesregierungen vom Domkapitel nach der Wahl angefragt. Wenn die Landesregierungen mitteilen, dass keine Bedenken politischer Art bestehen (was heutzutage eine reine Formsache ist), wird das Domkapitel den Namen des gewählten Kandidaten nach Rom weiterleiten. Die Bekanntgabe der Ernennung des gewählten Bischofs durch den Papst erfolgt sodann an einem bestimmten Tag um 12 Uhr zeitgleich in Rom und in Fulda. Der neu ernannte Bischof leistet vor dem hessischen und thüringischen Ministerpräsidenten einen Treueeid. Sodann empfängt er, wenn er noch nicht zum Bischof geweiht ist, die Bischofsweihe durch den Metropoliten; für Fulda ist dies der Erzbischof von Paderborn. Der neue Bischof ergreift schließlich „Besitz von der Diözese“, indem er dem Domkapitel sein Ernennungsschreiben präsentiert. Dies erfolgt in feierlicher Weise in einem Gottesdienst im Hohen Dom zu Fulda zur Amtseinführung. Zuletzt war dies am 23. September 2001 beim Amtsantritt von Bischof Algermissen der Fall.


Stichwort: Domkapitel

Das Domkapitel ist das bei der Kathedralkirche des Bistums bestehende Priesterkollegium. Es ist eine juristische Person nach kirchlichem und staatlichem Recht. Das Fuldaer Domkapitel besteht aus dem Domdechanten und fünf residierenden Domkapitularen. Ferner gehören zum Domkapitel vier Dompräbendaten; diese sind rangniedere Domgeistliche, die an den gottesdienstlichen Aufgaben des Domkapitels teilhaben, aber nicht bei Sitzungen und Beschlussfassungen des Domkapitels mitwirken. Die Domkapitulare ernennt der Bischof abwechselnd nach Anhörung und mit Zustimmung, die Dompräbendaten nach Anhörung des Kapitels. Der Bischof kann auch Priester aufgrund ihrer Verdienste nach Einholung des Rates des Domkapitels zu Ehrendomkapitularen ernennen. Ehrendomkapitulare genießen die Ehrenrechte der Domkapitulare (insbesondere Titel und Chorkleidung), besitzen aber nicht deren sonstige Rechte und Pflichten.

Das Domkapitel ist für die feierliche Gestaltung der Gottesdienste im Hohen Dom verantwortlich. Der Domdechant und die residierenden Domkapitulare unterstützen darüber hinaus den Bischof in der Leitung der Diözese. Insbesondere nimmt das Domkapitel die Aufgabe des Konsultorenkollegiums wahr, welches der Bischof vor bestimmten wichtigen Entscheidungen um seinen Rat oder, sofern kirchenrechtlich geboten, um seine Zustimmung zu ersuchen hat. In Zeiten der Sedisvakanz des Bischöflichen Stuhls hat das Domkapitel gemäß dem Preußischen Konkordat von 1929 das Recht der Bischofswahl aus einer vom Papst vorgelegten Dreierliste. Wahlberechtigt sind der Domdechant und die residierenden Domkapitulare. Diese wählen zu Beginn der Sedisvakanz auch den Diözesanadministrator, der das Bistum bis zur Ernennung eines neuen Bischofs durch den Papst verwaltet.

Dem Fuldaer Domkapitel steht der Domdechant vor. Dieser wird durch das Domkapitel gewählt und dann vom Diözesanbischof bestätigt. Dem Domdechanten obliegen unter anderem die Beaufsichtigung von Restaurierungsarbeiten sowie die Genehmigung von Veranstaltungen im Dom. Er ist auch für Dommuseum und Kirchenmusik zuständig. Dieses Amt hat seit August 2004 Prälat Prof. Dr. Werner Kathrein inne. Zuvor war Weihbischof Johannes Kapp seit Oktober 1980 Domdechant am Fuldaer Dom gewesen. Neben Domdechant Prof. Dr. Kathrein gehören dem Domkapitel als residierende Domkapitulare an: der bisherige Generalvikar Apostolischer Protonotar Prof. Dr. Gerhard Stanke, Offizial Prälat Prof. Dr. Lothar Wächter, Prälat Peter-Martin Schmidt, Weihbischof Prof. Dr. Karlheinz Diez und Personaldezernent Prälat Christof Steinert.

Quelle: Informationen Nr. 22 vom 5. Juni 2018 der Bischöflichen Pressestelle Fulda

Papst nimmt Amtsverzicht des Fuldaer Bischofs Heinz Josef Algermissen an

Papst Franziskus hat am Dienstag, 5. Juni, dem Hochfest des hl. Bonifatius, den Amtsverzicht des Bischofs von Fulda, Heinz Josef Algermissen, angenommen. Dies wurde in Rom und Fulda bekannt gegeben. Seit 2001 hatte der 75-Jährige die Geschicke der Diözese geleitet. Der päpstliche Nuntius in Deutschland, Erzbischof Dr. Nikola Eterović, gab die Annahme des Amtsverzichts in Fulda im Rahmen des traditionellen Priestertages der Diözese bekannt.

Menschen für Christus gewinnen
„An dieser Stelle möchte ich es nicht versäumen, dem Hirten dieser ehrwürdigen Ortskirche von Fulda im Namen des Heiligen Vaters und persönlich für seinen unermüdlichen Eifer zu danken, den er fast siebzehn Jahre ausgeübt hat“, so der Botschafter des Papstes. „Bischof Algermissen hat sich mit Eifer dafür eingesetzt, den christlichen Glauben in dieser Region Deutschlands zu lehren und mit seinem bischöflichen Wirken glaubwürdig vorzuleben. In seiner liebenswürdigen Art hat er es vermocht, Menschen für Christus zu gewinnen.“ Der Nuntius sprach Algermissen auch seinen Dank für seinen Beitrag in der Deutschen Bischofskonferenz aus, vor allem als stellvertretender Vorsitzender der Ökumenekommission und als Mitglied der Liturgiekommission sowie in der Unterkommission für die religiösen Beziehungen zum Judentum. „Jedes Jahr im Herbst versammelt sich die Deutsche Bischofskonferenz hier in Fulda am Grab des Heiligen Bonifatius. Als Bischof dieser ehrwürdigen Diözese waren Sie stets ein aufmerksamer und großherziger Gastgeber, besonders auch für den Apostolischen Nuntius.“

Kardinal Marx: "segensreiches Wirken"
In einem Brief hebt der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, die große Gastfreundschaft für die deutschen Bischöfe hervor, „die wir in all den Jahren Deines bischöflichen Dienstes erfahren durften. Es war Dir stets ein Anliegen, dass wir uns nicht nur wohl gefühlt haben in Fulda, sondern dass wir auch zu guten Diskussionen und Ergebnissen unserer Beratungen gekommen sind.“ Kardinal Marx dankt Bischof Algermissen für dessen Mitwirken in der Deutschen Bischofskonferenz: „Mit vielen Wortmeldungen hast Du die Beratungen bereichert. Dabei denke ich an Deine Arbeit als stellvertretender Vorsitzender der Ökumenekommission, Deine Mitgliedschaft in der Liturgiekommission und der Unterkommission für die religiösen Beziehungen zum Judentum. Dein Engagement für Pax Christi wurde anlässlich Deines Geburtstags von vielen Seiten gewürdigt.“ Kardinal Marx schreibt weiter: „Ich hebe in Bezug auf Dein Schaffen das besondere Augenmerk für das ungeborene und sterbende Leben hervor: Das Leben vom Anfang bis zum Ende zu schützen, ist Dir – auch in öffentlichen Debatten – immer ein Herzensanliegen gewesen.“

Dechant Harald Fischer: ein Bischof der Humanität und der Menschenfreundlichkeit
Die katholische Kirche in Deutschland steht mitten in großen Umbrüchen. Bischof Algermissen hat versucht, darin in unserem Bistum konstruktive Impulse zu setzen. Für viele seiner Aktivitäten bin ich sehr dankbar, vor allem auch für sein eindeutiges und kompromissloses Eintreten für Gewaltlosigkeit, für Abrüstung und für Gerechtigkeit. Auch in der Flüchtlingsfrage hat Bischof Algermissen eine klare Position der Humanität und der Menschenfreundlichkeit eingenommen. Da habe ich mich immer sehr unterstützt gewusst. Ich habe ihn persönlich als glaubwürdig und engagiert erlebt. In der innerkirchlichen Reformdebatte allerdings hätte ich mir von ihm noch mehr Mut gewünscht, offen für notwendige Reformen einzutreten, zum Beispiel bei der Frage nach dem Pflichtzölibat oder der Frauenordination.

Weihbischof Prof. Dr. Karlheinz Diez: Bischof Algermissens wacher Blick für die Zeichen der Zeit
„Bischof Algermissen hat einen wachen Blick für die Zeichen der Zeit bewiesen, und ihm ist es ein Anliegen gewesen, durch Missionierung und Neuevangelisierung Antworten auf diese Zeichen zu finden“, betonte Weihbischof Prof. Dr. Karlheinz Diez, der nun bis zur Wahl eines Diözesanadministrators in den kommenden Tagen das Bistum leitet. Die Verkündigung der Botschaft vom Reich Gottes in die moderne Gesellschaft habe für Algermissen aber auch bedeutet, Mahner zu sein, Korrekturen anzubringen und auf den rechten Weg zu weisen.

Generalvikar Prof. Dr. Gerhard Stanke: die würdige Gestaltung der Liturgie war Bischof Algermisen sehr wichtig
„Bischof Algermissen hat mir, seinem Generalvikar, großes Vertrauen geschenkt. So hatte ich einen weiten Spielraum im Blick auf Entscheidungen, die zu treffen waren“, stellte Generalvikar Prof. Dr. Gerhard Stanke heraus, dessen Amtszeit mit der des Bischofs endet. „Alle wichtigen Fragen habe ich ihm natürlich vorgelegt; dabei hatte ich immer den Eindruck, dass er meine Vorschläge ernst genommen und meistens auch angenommen hat.“ Prof. Stanke ist in guter Erinnerung, dass Bischof Algermissen großen Wert auf eine würdige Gestaltung der Liturgie gelegt hat. „Außerdem hat er dadurch, dass er die strategischen Ziele Bistum 2030 in Kraft gesetzt hat, eine Richtung vorgegeben, in der die Pastoral in unserem Bistum angesichts der Veränderungen in Kirche und Gesellschaft gestaltet werden soll.“

Vita

Bischof Algermissen wurde am 15. Februar 1943 in Hermeskeil bei Trier geboren. Nach dem Abitur 1963 studierte er Philosophie und Theologie in Freiburg und Paderborn. In Paderborn wurde er am 19. Juli 1969 von Kardinal Lorenz Jaeger zum Priester geweiht. Nach mehrjähriger Seelsorgetätigkeit als Vikar in Bielefeld und Meschede wurde er 1980 Pfarrer in Bielefeld-Schildesche. Von 1974 bis 1980 war er auch Studentenpfarrer an der Universität Paderborn. 1984 wurde er Dechant des Dekanates Bielefeld und 1991 Regionaldekan der Seelsorgeregion Minden-Ravensberg-Lippe. Als Pfarrer im überwiegend protestantisch geprägten Bielefeld setzte Algermissen ökumenische Akzente. Mit gemeinsamen theologischen Bildungs- und Bibelwochen trug er sehr zum Miteinander von katholischen und evangelischen Christen bei. Er leitete von 1989 bis 1996 die Ökumene-Kommission des Erzbistums. Von 1994 bis 1998 war er zudem geschäftsführender Vorsitzender des Priesterrates.

Im Juli 1996 wurde Algermissen von Papst Johannes Paul II. zum Titularbischof von Labicum (einem erloschenen Bischofssitz in Italien) und Weihbischof in Paderborn ernannt. Die Bischofsweihe empfing er am 21. September 1996 durch den Paderborner Erzbischof und späteren Kardinal Dr. Johannes Joachim Degenhardt. Als Bischofsvikar war er für Ordens- und Säkularinstitute und Gesellschaften des Apostolischen Lebens zuständig. Seit 1997 war er auch Diözesanrichter am Erzbischöflichen Offizialat. Im Mai 1999 wurde er ins Paderborner Metropolitankapitel berufen.

Am 20. Juni 2001 wurde Algermissen von Papst Johannes Paul II. zum Bischof von Fulda ernannt und am 23. September in sein Amt eingeführt. Im November 2002 wurde er auf Vorschlag der Bischofskonferenz zum Präsidenten von Pax Christi gewählt und ist seit 2003 zudem Vizepräsident des Maximilian-Kolbe-Werkes. Seit 2003 ist er auch Komtur mit Stern im Ritterorden vom Hl. Grab zu Jerusalem. Bischof Algermissen ist Mitglied im Cartellverband katholischer deutscher Studentenverbindungen bei Wildenstein Freiburg, Guestfalo-Silesia Paderborn und Adolphiana Fulda.

In der Deutschen Bischofskonferenz gehörte Algermissen der Liturgiekommission und der Ökumenekommission an, deren stellvertretender Vorsitzender er war.

Dem heute immer deutlicher werdenden Problem des Priester- und Gläubigenmangels hatte der Oberhirte durch Einleitung des Pastoralen Prozesses 2002 Rechnung getragen, der seit 2006 zur Errichtung von mittlerweile 43 Pastoralverbünden in zehn Dekanaten führte. Pfingsten 2017 setzte Algermissen die „Strategischen Ziele zur Ausrichtung der Pastoral im Bistum Fulda“ in Kraft, durch die bis 2030 das Leben der Kirche und ihre Zukunftsfähigkeit gestaltet werden soll. Die Kirche leide heute laut Algermissen oft an mangelndem religiösen Wissen und Gleichgültigkeit selbst bei vielen Gläubigen. „Wenn viele heute einen immer dichteren Vorhang vor den Himmel ziehen und die Emanzipation von Gott zum Programm erklären, sind wir dringend zur Gegenbewegung aufgerufen“, zeigte sich der Bischof überzeugt.

Quellen:
Pressemitteilung der Deutschen Bischofskonferenz vom 5. Juni 2018
Informationen Nr. 22 vom 5. Juni 2018 der Bischöflichen Pressestelle Fulda

60 kg Gold-Handys abgegeben – Missio sagt danke – Sammlung geht weiter

Gesammelte Mobiltelefone vor dem Versand (Foto: Privat)

Da machen wir auf jeden Fall mit!“. So haben viele Menschen auf die „Woche der Goldhandys“ im seit September reagiert. Im Dekanat Kassel-Hofgeismar wurde im Regionalhaus Adolph-Kolping und in verschiedenen Pfarreien die Recycling-Aktion durchgeführt.

Über 60 kg Althandys 
Über 60 kg Althandys wurden bereits dem zertifizierten Entsorger „Mobile Box“ im Auftrag von missio-Aachen zugeführt. Wer sein nicht mehr genutztes Smartphone für missio gespendet hat, hilft doppelt. Denn erstens recycelt Mobile-Box die in den Althandys enthaltenen Rohstoffe fachgerecht und zweitens kommt für jedes eingeschickte Handy bis zu einem Euro der „Aktion Schutzengel“ von missio zugute.

Erlös für Überlebende im Kongo-Bürgerkrieg
Mit dem Erlös werden in der Demokratischen Republik Kongo Überlebende des Bürgerkrieges unterstützt. Eine Ursache des blutigen Konflikts sind die wertvollen Mineralien wie Gold und Coltan, die die Rebellen illegal außer Landes bringen, um ihren Krieg zu finanzieren – und, die für die Produktion von Mobiltelefonen gebraucht werden. Missio-Aachen fördert im Kongo den Aufbau von Trauma-Zentren und engagiert sich mit der Aktion Schutzengel für Handys ohne Konfliktmineralien.

Im Regionalhaus Adolph-Kolping (Die Freiheit 2; Kassel) werden weiterhin Althandys entgegengenommen.

Das Exerzitienprogramm online

Kirche der Brotvermehrung, Vorplatz, Tabgha, Israel.
Foto: Grauesel auf wikivoyage shared, CC BY-SA 3.0
 

Das Programm 2018 der Exerzitienseelsorge im Bistum Kassel ist online: Es begannt mit dem Besinnungswochenende im Januar: "Ich danke dir, dass du mich so wunderbar gestaltet hast. Ich weiß: Staunenswert sind deine Werke! (Ps 139,14)".

Bibliodramen zur Fasten- und Adventszeit, mit Bibel und Rucksack, ein Glaubenswochenende, Exerzitien in Tabga und die Pilgerreise für Senioren nach Israel/Palästina, Exerzitien im Alltag und Einzelexerzitien mit Gemeinschaftselementen sind die Angebote an "geistlichen Übungen", die in Stille und unter Anleitung eine Einübung in Glauben und Gebet ermöglichen sollen, bei denen Sie Exerzitienseelsorger Pfr. Harald Fischer und Anette Leibold, Dipl. theol. Ehe-, Familien-, Lebensberaterin, begleiten werden.

Papst Franziskus: Die Migranten und Flüchtlinge aufnehmen, beschützen, fördern und integrieren

Bild: fotolia.com

Von Beginn seines Pontifikats an hat sich Papst Franziskus immer wieder für die Aufnahme und Unterstützung von Menschen auf der Flucht eingesetzt. In seiner Botschaft zum "Welttag des Migranten und des Flüchtlings 2018" fordert er sehr konkret, "die Sicherheit der Personen stets der Sicherheit des Landes voranzustellen".

Etwas weiter unten können Sie die Botschaft des Papstes als pdf herunterladen,
zur Verfügung gestellt von der Deutschen Bischofskonferenz.

Wir sehen in jedem Menschen Christus selbst
In seiner Predigt am Christkönigssonntag, 26. November, nimmt Dechant Harald Fischer das Tagesevangelium vom "ich war fremd und ihr habt mich aufgenommen" und Papst Franziskus' Botschaft zum Welttag des Migranten und des Flüchtlings 2018 zum Anlass, sich mit dem radikalen Zentrum unseres christlichen Glaubens auseinanderzusetzen: die einfache, klare, konkrete Hinwendung zu den Armen, den Fremden, den Obdachlosen, den Kranken. In ihnen begegnen wir dem lebendigen Jesus Christus.

Die Bahnhofsmission sucht Helfer/innen für Kinder auf Bahnreisen

Foto: v.l. Irene Witzel und Iwan Schober dokumentieren
die Übergabe. (Foto: Karl Widdekind)

Kids on Tour ist ein Angebot der Bahnhofsmission für Kinder, deren Eltern an unterschiedlichen Orten leben. Mal sind es Alleinerziehende, die ihr Kind zum Vater, zur Mutter oder zu Oma und Opa verreisen lassen möchten, mal sind es beruflich fest gebundene Elternteile, die ihr Kind nicht selber auf der Reise begleiten können. Die Bahnhofsmission sorgt hier mit Kids on Tour für Entlastung, begleitet die Kinder auf der Reise und sichert deren Übergabe.

Wer kann am Freitag- und Sonntag-Nachmittag einen Dienst in der Bahnhofsmission übernehmen?
Reisetage für ein Wochenende beim anderen Elternteil sind üblicherweise am Freitag und Sonntagnachmittag. Für die begleiteten Reiserouten von West nach Ost und Nord nach Süd bzw. umgekehrt reicht die bisherige Zahl der ehrenamtlich Mitarbeitenden in Kassel nicht mehr aus. "Daher suchen wir dringend freundliche, zuverlässige und engagiert Mitarbeitende für den Aufbau eines zweiten Teams für Kids on Tour“, sagt die Leiterin der Bahnhofsmission Karin Stürznickel-Holst: "Wir suchen Menschen, die bereit sind, am Freitag- und Sonntag-Nachmittag einen Dienst in der Bahnhofsmission zu übernehmen."

Gründliche Einarbeitung
Dafür erhalten neue Mitarbeitende eine gründliche Anleitung und Einarbeitung in dem sehr lebendigen Team mit großem Gestaltungsspielraum. Denn für alle Mitarbeitenden der Bahnhofsmission sind regelmäßige Teamsitzungen sowie externe und interne Fortbildungen zu psychosozialen und rechtlichen Fragen selbstverständlich.

Ansprechpartnerin:
Interessierte melden sich bei Karin Stürznickel-Holst oder Annette Blumöhr in der Bahnhofsmission Kassel, Willy Brandt Platz 1, 34131 Kassel gern auch via Mail: kassel@bahnhofsmission.de.

Hintergrund:
Die Bahnhofsmissionen sind mit ihren mehr als 2.300 haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden zentrale Knotenpunkte des sozialen Netzes in den Städten und an den Bahnhöfen. Sie helfen jedem, sofort, gratis und ohne Anmeldung oder Voraussetzungen – häufig zu Uhrzeiten, zu denen andere Hilfe nicht erreichbar ist. Das tun sie seit inzwischen weit über hundert Jahren und an derzeit mehr als hundert Orten in Deutschland. Die Bahnhofsmissionen sind Einrichtungen der Evangelischen und der Katholischen Kirche. Ihre Arbeit lebt von dem Engagement der festangestellten und der zahlreichen ehrenamtlichen Helfer. In zunehmenden Maß sind die Bahnhofsmissionen auf Spenden angewiesen.

Mobile Schuldner- und Budgetberatung für ältere Menschen

(Bild: fotolia.com)

Immer häufiger geraten ältere Menschen in die Schuldenfalle. Verändernde Lebens- und Einkommensverhältnisse, niedrige Renten, hohe Mieten und zusätzliche finanzielle Belastungen durch gesundheitliche Einschränkungen können Ursachen sein.

Der gewohnte Lebensstandard kann nicht aufrecht erhalten werden
Oft stellen Menschen erst mit Eintritt in die Rente fest, dass sie nicht in der Lage sind, ihren gewohnten Lebensstandard aufrecht zu halten. Eine frühzeitige Beratung kann hier helfen. Obwohl zu den 10 % Erwachsene, die in Deutschland ihren Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen können, viele ältere Menschen gehören, ist ihr Anteil in den Schuldnerberatungsstellen gering. Zum einen ist das Thema Finanzen, aufgrund von deren Sozialisation und Wertvorstellungen ein mit Scham besetztes Thema, zum anderen kann eine eingeschränkte Mobilität das Aufsuchen einer Beratungsstelle erschweren.

Das Einkommen halbiert sich mit dem Renteneintritt
In den nächsten Jahren wird sich aufgrund des demographischen Wandels und des sinkenden Rentenniveaus die Problematik noch verstärken. Im Jahr 2012 lag das Rentenniveau bei 49 % des letzten erzielten Erwerbsnettoeinkommens, das heißt, dass Einkommen hat sich mit dem Renteneintritt praktisch halbiert.

Kostenfreie Beratung
Viele Menschen suchen die Beratungsstelle erst dann auf, wenn die letzten Ersparnisse aufgebraucht und Miet- und Energiekosten nicht mehr gezahlt werden können. In dieser Situation ist kein großer Handlungsspielraum mehr gegeben. Damit es erst gar nicht so weit kommt und um auch Menschen Hilfe anbieten zu können, die aus unterschiedlichen Gründen nicht in der Lage sind, eine Beratungsstelle aufzusuchen, wird vom Caritasverband Nordhessen-Kassel e.V. ein neues Beratungsangebot, die „Mobile Schuldner- und Budgetberatung für ältere Menschen“ aufgebaut. Die Beratung ist kostenfrei.

Zusätzliche offene Sprechstunde
jeweils mittwochs von 14:00 Uhr bis 16:00 Uhr

Für die mobile Schuldner- und Budgetberatung für ältere Menschen bietet der Caritasverband Nordhessen-Kassel e.V. ab dem 1. März eine zusäzliche offene Sprechstunde jeweils mittwochs von 14:00 Uhr bis 16:00 Uhr an.

Bitte Termin vereinbaren
Interessierte, die mobilitätseingeschränkt sind, können einen Termin für einen Hausbesuch unter der Telefonnummer 0561-7004-216 verabreden.

Beratungsort und Ansprechpartnerin:
Die Beratungsstelle befindet sich im Caritasverband, Die Freiheit 2, 34117 Kassel.
Ansprechpartnerinnen sind Karin Stürznickel-Holst, Tel. 7004-221 und Birgit Branß Tel. 7004-216.

Werbung für einen Berufsweg in der Kirche

„Den Entscheidungen zum Priestertum, aber auch zur Ehe geht ein Ruf, eine Berufung voraus. Es ist eine Lebensentscheidung, die nicht einfach willkürlich getroffen werden sollte“, betont Seelsorgeamtsleiter Pfarrer Thomas Renze.

Vielfalt der kirchlichen Berufe
Deshalb wirbt das Bistum Fulda mit einem neuen Internetauftritt für die Berufe der Kirche und macht auf verschiedene Lebensformen wie beispielsweise Priester, Ordensmann und Ordensfrau oder die christliche Ehe aufmerksam. Die Berufe der Kirche seien keineswegs unattraktiv oder uninteressant, allerdings müsse in der Öffentlichkeit mehr auf ihre Vielfalt hingewiesen werden. „Manchmal bedarf es dieser Aufmerksamkeit, um das Interesse und den Ruf zu wecken. Viele engagieren sich im Umfeld ihrer Kirchengemeinde – daraus kann auch mehr erwachsen“, zeigt sich Pfarrer Renze überzeugt.

Lebensgeschichten
Die Homepage bietet auch die Möglichkeit, direkt mit Personen aus den verschiedenen Berufen und Lebensbereichen in Kontakt zu kommen. „Sicher ist es interessant zu erfahren, wie ein Priester seinen Weg gefunden hat“, so Uffelmann „Die Internetseite ist nicht starr; im Laufe der Zeit werden viele Dinge ergänzt, zum Beispiel Filmportraits der Berufe, oder es wird auf Veranstaltungen hingewiesen. Es lohnt sich also immer wieder auf, unserer Internetpräsenz vorbeizuschauen“, so der Referent weiter.

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