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Impuls 16 SAMSTAGS-17 > Gegensätze ziehen sich an

Kirche Zum Heiligen Kreuz, Püttlinger Weg 4, Zierenberg (Foto: Stefan Ahr)

Gegensätze ziehen sich an – auf diesen Gedanken kommt Pastoralreferent Stefan Ahr unwillkürlich, wenn er im neuen SAMSTAGS-17-Impuls die Apostel Peter und Paul in den Blick nimmt. Die beiden so unterschiedlichen Heiligen haben am 29. Juni interessanterweise ihren gemeinsamen Gedenktag. Was wird da eigentlich gefeiert?

Dekanatsteam
Dechant Martin Gies, Pastoralreferent Stefan Ahr und Pastoralreferentin Beatrix Ahr sagen und schreiben im wöchentlichen Wechsel, was sie in dieser Pandemiezeit beobachten, was sie nachdenklich stimmt, was ihnen Sorgen bereitet, ihnen Mut macht und was sie anregt.

Impuls und Musik im Video am 4. Juli
Jeweils samstags um 17 Uhr werden Video und Text online gestellt - so auch diesen 4. Juli, an dem Regionalkantor Thomas Pieper die Impuls-Musik gestaltet. Er spielt an der Orgel der Kirche „Zum Heiligen Kreuz“ in Zierenberg (Püttlinger Weg 4) die Fantasia à gusto italiano in F von Johann Ludwig Krebs (1713-1780) und die Fuga in g-Moll, BWV 578, von Johann Sebastian Bach (1685-1750).

Donnerstagsgebet Maria 2.0 Kassel: 2. Juli in Sankt Familia oder von zu Hause aus

Das „Gebet am Donnerstag“ wurde im Februar letzten Jahres im Benediktinerinnen-Kloster Fahr in der Schweiz ins Leben gerufen. Dieses gemeinsame Gebet möchte „Schritt für Schritt“ den notwendigen Wandel der Kirche begleiten: Im Gebet wird das Thema Machtmissbrauch und Unrecht in der Kirche vor Gott gebracht; ebenso die Vision einer Kirche mit gleichberechtigtem Wirken von Männern und Frauen in allen Diensten und Ämtern.

1mal im Monat: kurze liturgische Feier
Bisher fand das Donnerstagsgebet 'gemeinsam zu Hause' statt. Ab 4. Juni gestalten Ulrike Knobbe und Jutta Mersch-Müller von der Initiative Maria 2.0 Kassel einmal monatlich in der Kirche Sankt Familia, Kölnische Straße 53, das Donnerstagsgebet als kurze liturgische Feier – aktuell unter Einhaltung der notwendigen Hygiene- und Abstandsregelung.

Der nächste Termin: 2. Juli

Auch zu Hause mitbeten
Wer nicht zur Kirche kommen kann, ist herzlich eingeladen, das Donnerstagsgebet zu Hause mitzufeiern.

  • Mehr Informationen zu den Donnerstagsgebeten - u.a. mit Ablauf und Gebetstexten für die Gebetszeit zu Hause - finden sich auf der ...

Kontaktfreude in Zeiten der Pandemie

Auf der Titelseite schaut ein Baby mit eindringlichem Gesichtsausdruck den Betrachter an. Auf der Rückseite tut das mit nahezu gleicher Miene eine alte Frau. Faltet man das Magazin „PLUS“ auf, so sieht man die beiden Gesichter nebeneinander, die den Bilder-Bogen des aktuellen „Magazins für generationensensible Pastoral“ spannen. „Kontakt“ heißt die neue Ausgabe, die derzeit an die Pfarreien und die ehrenamtlichen Leiterinnen und Leiter von Seniorentreffs versandt wird. Die beeindruckenden Fotos von Jung und Alt stammen vom Hamburger Fotografen Walter Schels.

Miteinander in Kontakt treten
„Uns interessieren vor allem die Fragen, wie Jung und Alt in diesen Zeiten miteinander in Kontakt treten und auf welche Weisen Kontaktaufnahme zukünftig gelingen kann“, sagen Mathias Ziegler und Dr. Andreas Ruffing vom PLUS-Redaktionsteam. Die neue PLUS-Ausgabe sei in einer Zeit des Übergangs entstanden, berichtet Chefredakteur Christoph Baumanns: „vor und in den ersten Wochen während der Coronavirus-Pandemie. Das hat uns vor spannende Themen gestellt.“

Durch die Pandemie-Zeit kommen
So erzählt in den Titelgeschichten eine Mutter, wie sie mit ihrer erwachsenen, geistig gehandikapten Tochter durch die Pandemie-Zeit kommt. PLUS wirft einen Blick auf die geburtenstarken Jahrgänge1950bis 1969, die gerade alt werden –fragt sich nur wie! Die Corona-Krise birgt die Gefahr der Altersdiskriminierung; Moraltheologe Prof. Dr. Tobias Hack zeigt auf, worauf zu achten ist. Bemerkenswert ist der Blick nach Nigeria. Hier stehen starke Familien vor großen Herausforderungen.

Erfahrungsberichte, Fachbeiträge, Praxistipps, Impuls
Die Redaktionsgruppe setzt sich aus Haupt- und Ehrenamtlichen zusammen. Sie mixt, schreibt selbst und fragt interessante Autorinnen und Autoren an. „Die Zusammenarbeit und der Austausch unterschiedlicher Sichtweisen ist uns ein wichtiges Anliegen“, so Mathias Ziegler vom Seniorennetzwerk im Bistum Fulda. „In jedem Heft bieten wir einen breiten Strauß vielfältiger Themen an. Erfahrungsberichte, Fachbeiträge, Praxistipps, ein biblischer Impuls und Nachrichten aus dem Netzwerk wechseln sich ab. Wir versuchen mit PLUS, den Lebensalltag der Menschen als den Ort des Wirkens Gottes zu begreifen“, so Dr. Andreas Ruffing, Referent im Bischöflichen Generalvikariat.

Keine typischen Altersthemen mehr
PLUS, das Magazin für generationensensible Pastoral, gibt die Abteilung Seelsorge des Bischöflichen Generalvikariats Fulda heraus. Themenfeld und Produktionsart unterscheiden PLUS von anderen Veröffentlichungen. „Es gibt heute keine typischen Altersthemen mehr. Die Grenzen, wann sich jemand als alt empfindet, verschwimmen. Deshalb machen wir ein Magazin, das die Erfahrungen älter werdender Menschen zur Sprache bringt und das Zusammenspiel der Generationen beleuchtet. Aus diesem Grund haben wir PLUS generationensensibel genannt“, so Pfarrer Thomas Renze, Leiter der Abteilung Seelsorge im Generalvikariat, der als verantwortlicher Herausgeber Teil des Redaktionsteams ist.

PLUS Kostenlos
Probeexemplare der Zeitschrift sind kostenlos erhältlich unter: Tel.: 0661 / 87 –386. Die Redaktion freut sich über Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Bei Interesse wenden Sie sich an Mathias Ziegler, Telefon 0661 / 87-467 oder seniorennetzwerk@bistum-fulda.de.

EXTRA: Kontakte ins Bild gesetzt: Fotos gesucht!
Die PLUS-Redaktion sucht Fotos, die alltägliche wie besondere Kontakte zwischen Alt und Jung ins Bild setzen. Die Szenen dürfen lustig oder traurig, friedvoll oder streitbar, still oder actionreich sein: „Wir möchten gern eine Auswahl der Fotos auf der PLUS-Internetseite und/oder im nächsten PLUS-Magazin veröffentlichen. Unter allen Einsendungen verlosen wir drei Fotobücher von Walter Schels. Bitte mailen Sie Ihr Digitalfoto bis 30. Juni 2020 an seniorennetzwerk@bistum-fulda.de.

Kontakte ins Bild gesetzt: Fotos gesucht!

Foto (Ausschnitt): Sarah Goldbach

Die PLUS-Redaktion sucht Fotos, die alltägliche wie besondere Kontakte zwischen Alt und Jung ins Bild setzen.

Motive
Die Szenen dürfen lustig oder traurig, friedvoll oder streitbar, still oder actionreich sein: PLUS möchte gern eine Auswahl der Fotos auf seiner Internetseite und/oder im nächsten PLUS-Magazin veröffentlichen.

Einsendung bis 30. Juni
Bitte mailen Sie Ihr Digitalfoto bis 30. Juni 2020 an seniorennetzwerk@bistum-fulda.de.

Unter allen Einsendungen verlost die Redaktion drei Fotobücher von Walter Schels.

UNANTASTBAR - die Postkarten-Aktion von Maria 2.0

Das Bild auf der Postkarte: Maria 2.0

Maria 2.0 Kassel wirkt mit bei der Maria 2.0-Postkarten-Aktion:

„WÜRDE und GLEICHBERECHTIGUNG“ in der katholischen Kirche heißt für mich …

Mach' mit - schreib' mit!
Deshalb unsere Einladung an dich: Teile (uns) mit, was du persönlich unter „Würde und Gleichberechtigung in der katholischen Kirche“ verstehst. Nein, keinen langen Aufsatz und keinen großen Aufwand: kurz und knackig – das kommt gut an!

Ihr Frauen!
Wer anders als wir Frauen selbst können beschreiben, was Würde und Gleichberechtigung für uns bedeutet? Überlassen wir dies nicht länger den Männern, die in der katholischen Kirche das Sagen haben! Sprechen wir selbst! -

Ihr Männer!
Und, ihr Männer, sprecht auch ihr, was ihr unter Würde und Gleichberechtigung in der katholischen Kirche versteht! - Denn: " Da ist nicht jüdisch noch griechisch, da ist nicht versklavt noch frei, da ist nicht männlich und weiblich: denn alle seid ihr einzig-einig im Messias Jesus." (Gal 3,28).

Nach Rom und Fulda
Wir werden Deine Stimme sammeln und mit Frauenstatements aus aller Welt nach Rom bringen (mit dabei CWC- Catholic Women Council, voices of faith, Maria 2.0, KFD Münster) - und ebenso soll Bischof Dr. Gerber unsere Statements kennen. Auch ihm werden wir sie übergeben.

Caritas: Persönliche Beratungen auf Termin wieder möglich

Geschäftsführer Alexander Ponelies, Caritasverband Nordhessen-Kassel (Foto: Caritas)

Unter dem Motto: „Wir waren nie weg und sind trotzdem wieder da“ öffnet der Caritasverband Nordhessen-Kassel wieder seine Türen für persönliche Beratungen in notwendigen Fällen.

Zwei Monate nur Telefon und Online
Zwei Monate konnten Ratsuchende nur über Telefon und die Onlineangebote beraten werden, persönliche Face to Face Beratungen waren aufgrund der Corona Krise nicht erlaubt. „Das war schon ein großer Einschnitt für unsere Klienten und Beschäftigten“, sagt Caritas-Geschäftsführer Alexander Ponelies, „aber wir konnten dennoch vielen Ratsuchenden die Unterstützung geben die sie brauchten, wenn auch auf Distanz und mit viel Aufwand.“

Ab sofort persönliche Beratungen
Ab sofort sind aber auch wieder persönliche Beratungen durch den Caritasverband möglich, allerdings nur auf Termin. „Wir haben die Zeit genutzt und gute Vorkehrungen getroffen, damit weder für Klient noch für Mitarbeiter die Beratung mit einem unnötig hohen Infektionsrisiko verbunden ist.“ erläutert Ponelies. „Dazu gehören Abstands- und Hygieneregeln, vor allem aber auch die Beratung nur auf Termin, mit der wir die Besucherströme steuern können.“

Viele Beratungsthemen
Der Caritasverband bietet ein breites Beratungs- und Dienstleistungsangebot von Allgemeiner Sozialberatung, Schuldnerberatung über Migrationsberatung bis hin zur Ambulanten Pflege an. „Soziale Beratungen brauchen den Face to Face Kontakt, um maximal wirksam zu sein. Umso glücklicher sind wir, jetzt wieder persönlich beraten zu können.“ erläutert Ponelies.

Weiterhin auch online
Ergänzt wird das Angebot weiterhin durch eine Onlineberatung. Auch in den Caritas-Sozialstationen, den Pflegediensten der Caritas, stehen ausreichend Ressourcen für eine möglichst sichere Versorgung zu Hause zur Verfügung. „Wir haben auch Kapazitäten für Neuaufnahmen von Pflegebedürftigen, die zu Hause gepflegt werden wollen und bieten auch wieder Ausbildungsplätze in der Pflege an.“ erklärt der Geschäftsführer.

Kontakt
Caritasverband: 0561 7004 211
Sozialstationen: 0561 – 31 09 734 und 57 27 60

#MenschenWürdeSchützen – Hessen muss Flüchtlinge JETZT aufnehmen

Für Pastoralreferent Stefan Ahr vom Dekanatsteam Kassel-Hofgeismar darf die unhaltbare Situation der Flüchtlinge in den Lagern weltweit nicht in Vergessenheit geraten. Allein im griechischen Lager Moria auf der Insel Lesbos, eingerichtet für 3000 Menschen, leben fast 20000 Flüchtlinge auf engstem Raum, darunter mehrere Tausend Kinder.

Für Flüchtlinge in Not
Besonders traurig und wütend stimmt Dechant Martin Gies die Tatenlosigkeit und Uneinigkeit der EU-Länder gegenüber dem Schicksal der vor dem Krieg geflüchteten Menschen. Deshalb an das eigene Bundesland Hessen zu appellieren, ein Landesaufnahmeprogramm für Flüchtlinge in Not zu schaffen, hält er für dringend geboten: "Menschlichkeit und Solidarität haben in Hessen eine lange Tradition. Die Menschen, für die wir uns mit diesen Forderungen einsetzen, brauchen beides – JETZT!" heißt es im Appell. "Dem schließen wir uns als Katholische Kirche des hessichen Dekanats Kassel-Hofgeismar unbedingt an", so Dechant Martin Gies.

#MenschenWürdeSchützen
Solidarität geht über Grenzen – Hessen muss Flüchtlinge JETZT aufnehmen

Die Liga der Freien Wohlfahrtspflege in Hessen appelliert mit 143 weiteren hessischen und bundesweiten Organisationen an die Landesregierung: Lassen Sie Worten Taten folgen. Schaffen Sie ein Landesaufnahmeprogramm für Flüchtlinge in Not.

Mehr als 130 weitere bundesweite und hessische Organisationen
Mit dem Appell #MenschenWürdeSchützen richten sich die Liga der Freien Wohlfahrtspflege, die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau, die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck, die Evangelische Kirche im Rheinland, das Bistum Limburg, der DGB Hessen-Thüringen, der Hessische Flüchtlingsrat, die Arbeitsgemeinschaft der Ausländerbeiräte in Hessen, Amnesty International, Pro Asyl und medico international sowie mehr als 130 weitere bundesweite und hessische Organisationen an die hessische Landesregierung. Auch die Oberbürgermeister von Darmstadt, Frankfurt, Gießen, Marburg, Wiesbaden und die Landräte der Landkreise Darmstadt-Dieburg und Groß-Gerau sowie weitere kommunal Verantwortliche haben den Appell unterschrieben.

Die Landesregierung jetzt selbst handeln
„Gerade einmal 47 Kinder und Jugendliche hat Deutschland aus den Lagern der griechischen Inseln aufgenommen, davon sechs das Land Hessen. Viele von ihnen hätten ohnehin einen Rechtsanspruch zum Familiennachzug gehabt. Die Landesregierung muss angesichts der katastrophalen Situation in den Lagern in Griechenland, Libyen und anderen afrikanischen Ländern jetzt selbst handeln. Andere Bundesländer tun es schon. Auch in Hessen sind viele Städte und Landkreise bereit, diese Menschen in Not aufzunehmen,“ sagt Dr. Yasmin Alinaghi, Vorstandsvorsit-zende der Liga Hessen.

Wir haben Platz.
Die Einreise von Flüchtlingen nach Deutschland geht stetig zurück. In Hessen wurden im April 2020 nur 162 Schutzsuchende registriert. Im März waren es 450, im Februar 684 und im Januar 756. Wir haben Platz.

Die Unterzeichnenden fordern die Hessische Landesregierung auf:

  • Schaffen Sie mit einem dauerhaften Landesaufnahmeprogramm sichere und legale Zugangswege und eine Lebensperspektive für jährlich mindestens 1.500 besonders verletzliche Flüchtlinge aus Flüchtlingslagern!
  • Ermöglichen Sie, dass Menschen aus den griechischen Flüchtlingslagern, die familiäre Beziehungen in Hessen haben, kurzfristig aufgenommen werden!
  • Setzen Sie alle Hebel in Bewegung, damit die Bundesregierung endlich ein dauerhaftes Aufnahmeprogramm auflegt und zwar für im Mittelmeer aus Seenot gerettete Personen, für allein reisende Kinder und kranke Kinder mit ihren Familien in griechischen Flüchtlingslagern. Setzen Sie ein Zeichen, indem Sie der Bundesregierung zusagen, im Rahmen eines solchen Programms pro Jahr mindestens 300 Flüchtlinge mehr aufzunehmen, als Sie es nach dem innerdeutschen Verteilmechanismus (Königsteiner Schlüssel) eigentlich müssen!

Menschlichkeit und Solidarität haben in Hessen eine lange Tradition. Die Menschen, für die wir uns mit diesen Forderungen einsetzen, brauchen beides – JETZT!

Öffnung der Gottesdienste unter weitreichenden Auflagen

Bild: Peter Weidemann. In: Pfarrbriefservice.de

Die hessische Landesregierung hat die Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus ab 1. Mai gelockert, um das religiöse Leben, insbesondere die Feier von Gemeindegottesdiensten, in den Kirchen wieder schrittweise zu ermöglichen.

"Ich bin sehr dankbar, dass es  nun – bei allen Fragen, die bleiben – gelungen ist, zusammen mit der hessischen und der thüringischen Landesregierung einen Weg der vorsichtigen Öffnung zu finden." sagt Bischof Dr. Michael Gerber. Für Dechant Martin Gies bedeutet die neue Erlaubnis keine Rückkehr zur Normalität: „Es werden andere Gottesdienste sein, eher still und meditativ."

Umfangreiche Vorsichtsmaßnahmen
Die Auflagen sind zahlreich und die Teilnehmer/innen-Zahl begrenzt. Dazu müssen besondere Vorsichtsmaßnahmen im Bereich der Hygiene eingehalten werden, um die Corona-Pandemie weiterhin einzudämmen.

Solidarisch sein
Der Fuldaer Bischof Dr. Michael Gerber schreibt dazu: "Ich hoffe und bete dafür, dass uns als Kirche ein Weg der Solidarität gelingt zwischen jenen, die in den Kirchen feiern, und jenen, die von zuhause aus mitfeiern. Seien wir solidarisch gerade auch mit jenen, denen unsere Glaubensfragen fremd sind und die möglicherweise mit sehr existenziellen Herausforderungen zu ringen haben."

Schutzkonzept (weiter unten zum Download)
"Auf absehbare Zeit ist die öffentliche Feier von Gottesdiensten nur mit deutlichen Einschränkungen möglich. Dies dient der Notwendigkeit,  die  Gesundheit  aller  Gottesdienstteilnehmer  zu  schützen." heißt es dazu unmissverständlich im aktuellen Schutzkonzepts des Bistums Fulda."Deshalb müssen  die  gottesdienstlichen  Versammlungen  so  gestaltet werden,  dass  die  Ge-fahr  der  Ansteckung  mit  dem  Sars-CoV-2-Virus  soweit  als  möglich  vermieden wird. Die staatlichen Bestimmungen in Hessen und Thüringen in ihrer jeweils geltenden Fassung sind zwingend einzuhalten. Sie werden durch die nachfolgenden Festlegungen im Hinblick auf die Gottesdienste konkretisiert."

Auf die existentiellen Fragen neu Antwort geben

Angesichts der Corona-Pandemie haben die Präsidenten des Synodalen Weges, Bischof Dr. Georg Bätzing, und Prof. Dr. Thomas Sternberg, einen Brief an die 230 Mitglieder der Synodalversammlung, die Beraterinnen und Berater sowie die eingeladenen Beobachterinnen und Beobachter des Synodalen Weges geschrieben. Die aktuelle Zeit, „die vielen viel abverlangt, lässt uns die wichtigen Dinge in den Blick nehmen und Wesentliches vom Unwesentlichen unterscheiden: die gelebte und erfahrene Solidarität mit anderen, die ich vielleicht kaum kenne, der Zusammenhalt und die Liebe in der Familie, das Eingebundensein in die Weltgemeinschaft, der Glaube an einen mit uns gehenden Gott“, heißt es in dem am 21. April 2020 veröffentlichten Brief, der weiter unten im Wortlaut heruntergeladen werden kann.

Andere Prioritäten setzen
„Angesichts der Corona-Pandemie und der damit verbundenen veränderten Rahmenbedingungen sind wir als Gläubige und Kirche nicht nur herausgefordert, im Licht des Evangeliums auf die existentiellen Fragen neu Antwort zu geben, sondern auch andere Prioritäten zu setzen.“ In dem Brief bestätigen Bischof Bätzing und Prof. Dr. Sternberg, dass die zweite Synodalversammlung nach jetzigem Stand wie geplant vom 3. bis 5. September 2020 in Frankfurt am Main stattfinden soll. „Uns ist bewusst, dass die Foren und verschiedenen Gremien des Synodalen Weges angesichts dieser Krise ungeahnten Ausmaßes nicht ungerührt zur Tagesordnung übergehen können. Wir möchten daher vorschlagen, die vielfältigen Entwicklungen kirchlichen Lebens aus den zurückliegenden Wochen wahrzunehmen, im Licht der Anliegen des Synodalen Weges zu reflektieren und Impulse für die weitere thematische Arbeit aufzunehmen“, so Bischof Dr. Bätzing und Prof. Dr. Sternberg.

Neue Dimension durch Corona-Krise
Die Präsidenten des Synodalen Weges würdigen in ihrem Brief die vielfältigen Initiativen und Entwicklungen, mit denen angesichts der Krise auf den Ausfall der gemeinsamen Feier der Liturgie und andere gravierende Einschränkungen im kirchlichen Leben reagiert wurde. „Das Engagement vieler Katholikinnen und Katholiken ist bewundernswert. Um die derzeitigen Aufbrüche für die Zukunft fruchtbar zu machen, ist es wichtig, sie zu reflektieren und ihre ‚Alltagstauglichkeit‘ zu prüfen.“ Weiter heißt es: „Da der Synodale Weg zuallererst die Ermöglichung der Verkündigung des Evangeliums zum Ziel und deshalb seinen Ort auch in den Herausforderungen dieser Wochen hat, wollen wir im Rahmen der Zweiten Synodalversammlung Zeit dafür reservieren, die gegenwärtige Situation und das vielfältig aufgebrochene kirchliche Leben zu bedenken und zu diskutieren. Die Corona-Krise fügt unseren definierten Themen, die ihre volle Bedeutung behalten, eine neue Dimension hinzu. Hier verdichten sich Fragestellungen, die Relevanz für den Synodalen Weg haben und für unsere Bemühungen um eine tragfähige Zukunftsgestalt unserer Kirche.“

Pfarrei Sankt Elisabeth Kassel: Filme und Gebetsimpulse statt gemeinsamer Gottesdienste

Da die öffentliche Feier der Ostergottesdienste aktuell nicht möglich ist, bietet die katholische Pfarrei Sankt Elisabeth Kassel umfangreiche Impulse auf  der Homepage und bei Facebook.

Finden kann man die Fotos, Texte und Gedanken auf

Mit unseren Gemeindemitgliedern auf diese Weise in Kontakt bleiben
Pfarrer Peter Bulowski und die anderen pastoralen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben Videoimpulse zu den Feiertagen aufgenommen, es gibt spezielle Filme auch für Kinder. „Wir wollen mit unseren Gemeindemitgliedern auf diese Weise in Kontakt bleiben und Impulse vertrauter Personen und aus gewohnten Kirchen schicken“, so Peter Bulowski. Mit Erfolg. Der erste Film zum Thema Palmsonntag wurde auf dem eigenen YouTube-Kanal und bei Facebook innerhalb kurzer Zeit von über 200 Menschen angesehen.

Weitere Hinweise
Zu den digitalen Angeboten gehören auch Hinweise und Links zu Livestreams der Festtagsgottesdienste, darunter auch aus Fulda mit Bischof Dr. Michael Gerber.

Nicht daran hindern lassen, Ostern zu feiern
„Das Coronavirus hat uns quasi das Osterfest, wie wir es gewohnt sind, blockiert. Aber das Coronavirus kann uns nicht hindern, Ostern zu feiern, anders als gewohnt, aber doch mit ganzem Herzen“, schreibt Pfarrer Peter Bulowski in einer Mail an Gemeindemitglieder. 

Wer braucht Hilfe? Wir sind erreichbar.

Im Bild (v.l.n.r.): Beatrix Ahr, Pastoralreferentin und Mentorin,
Martin Gies, Dechant des Dekanats Kassel-Hofgeismar,
Stefan Ahr, Pastoralreferent (Foto: Christoph Baumanns)

„Durch die Corona-Pandemie sind wir herausgefordert, unseren Dienst an den Menschen neu zu organisieren“, sagt Dechant Martin Gies zur aktuellen Situation der katholischen Kirche vor Ort. Wie das geht, bringen die Pastoralreferenten Stefan Ahr und Beatrix Ahr auf zwei Punkte: „Wer braucht Hilfe? Wir sind erreichbar.“ Pfarrer Martin Gies und die beiden Ahrs leiten als Team das katholische Dekanat Kassel-Hofgeismar, zu dem derzeit 22 Pfarreien gehören: von Volkmarsen/Wolfhagen im Westen bis Veckerhagen im Osten, von Naumburg/Baunatal im Süden bis Bad Karlshafen im Norden.

Die Menschen und Organisationen zeigen ihre starke Seite
Bei Dechant Gies löst die Welle an Hilfsbereitschaft große Zuversicht aus: „Hier zeigen die Nachbarschaften, die Gemeinden, Familien und Freundschaften gerade ihre ganz starke Seite.“ Dazu vernetzen sich die Kirchengemeinden gerade mit den Angeboten anderer Träger und Institutionen. Das alles macht Mut in einer Pandemie-Zeit, deren Ende nicht abzusehen ist und deren Gegenmaßnahmen den Menschen sehr viel abverlangen. Dazu gehört für Beatrix Ahr auch, eine Solidarität einzuüben, die nicht nur sich selbst in den Blick nimmt, sondern auch diejenigen, die von den offiziellen Hilfsangeboten, den Unterstützungsnetzwerken und den Hilfeleistungen von Stadt und Land nicht erreicht werden. Für Beatrix Ahr gehört dazu auch die Stimme für die Flüchtlinge zu erheben, die in diesen Wochen an der griechisch-türkischen Grenze so viel Leid erfahren müssen.

Angebote in kirchlichen Gemeinden und Caritas
Neben der telefonischen Erreichbarkeit (siehe Kasten) weist Pastoralreferent Stefan Ahr auf die Angebote in den kirchlichen Gemeinden hin, in denen die Menschen wohnen. „Es macht immer Sinn, sich mit den eigenen Fragen und Nöten an die örtliche Gemeinde zu wenden. Auch die Beratungsstellen und Dienste der Caritas arbeiten nach den Grundsätzen des Pandemiehandbuchs weiter.“ Dringende Termine/Beratungen nimmt die Caritas für Nordhessen und Kassel wahr und die Pflegedienste seien im Einsatz; allerdings würde da wo möglich Patienten/innen in die Pflege von Angehörigen übergeben.

Offene leere Kirchen
Die Gottesdienste in den Kirchen sind verboten, auch das Beten in der Gruppe ist dort untersagt. Dennoch gibt es einige Kirchen, die ihre Türe geöffnet haben. Die leeren offenen Kirchen geben einzelnen Beterinnen und Betern einen Ort für ihr Gebet. „Die leeren Kirchen können so auch ein Zeichen des Miteinander-Verbunden-Seins bedeuten.“ sagt Dechant Martin Gies: „Mitmenschlichkeit zeigt sich in Zeiten der Pandemie dadurch, dass wir Distanz zueinander einhalten. Das ist gerade für die Kirche ein neuer Schritt: Denn das Miteinander zum Beispiel im Gottesdienst gehört ja wesentlich zum kirchlichen Leben.“

Viele neue Ideen
„Bei uns in den Kirchen läuft die Ideenmaschine auf Hochtouren“, freut sich Pastoralreferentin Beatrix Ahr. „Wir suchen nach neuen Möglichkeiten, gut in Kontakt zu kommen und zu bleiben. Was ist sinnvoll und bereitet auch Freude, wenn Besuche und Treffen in den Gemeinden wie auch in Stadt und Land kaum möglich sind?“ Ausprobiert werden gerade mehr schreiben, mehr anrufen, aufmerksamer nach Menschen Ausschau halten, die vielleicht Hilfe benötigen. „Wer in Angst und Sorge ist, braucht einen zuversichtlichen Gesprächspartner. Wer eine Idee hat, sucht nach Mitstreiterinnen und Mitstreitern. Hier finden sich in den Gemeinden immer Menschen, die mitmachen.“ betont Dechant Martin Gies.

Telefonnummern
Dechant Martin Gies: Tel. 0561 / 811455
Pastoralreferent Stefan Ahr: Tel. 0561 / 7004-135
Pastoralreferentin und Mentorin Beatrix Ahr: Tel. 0561 / 8705 7775
Dekanat Kassel-Hofgeismar im Regionalhaus Adolph Kolping: 0561 / 7004-156, -151

Erreichbarkeit der Pfarreien in Kassel und Umgebung
Die Pfarrbüros sind für den Publikumsverkehr geschlossen, aber zu den Bürozeiten telefonisch erreichbar. Hier sind Telefonnumern und Links notiert ...

Regeln des füreinander Daseins
Die katholische Kirche praktiziert auch vor Ort die Regeln, die Staat, Bundesland, Stadt und Landkreis jeweils vorgeben. Das hat für das Leben der Kirche im Dekanat Kassel-Hofgeismar folgende Auswirkungen:

Gottesdienste
Eucharistiefeiern und alle anderen liturgischen Feiern sind bis auf Weiteres untersagt. Dementsprechend sind die Gläubigen von der Sonntagspflicht befreit. Wer in die Kirche zum Beten kommt, darf nur alleine für sich beten und kein gemeinsames Gebet initiieren.

Veranstaltungen
Sämtliche Veranstaltungen und Angebote unterbleiben für den Zeitraum, in dem die entsprechenden staatlichen bzw. behördlichen Reglementierungen gelten.

Trauungen und Taufen
Trauungen und Taufen werden aufgeschoben, da eine öffentliche Feier derzeit nicht möglich ist. Aus schwerwiegenden Gründen kann dem Wunsch nach einer Trauung oder Taufe entsprochen werden. Die Feier ist dann jedoch nur im kleinsten Kreis möglich.

Beerdigungen
Beerdigungen können nur im engsten Familienkreis am Grab stattfinden. Weder Wortgottesdienste in Friedhofskapellen noch das Requiem in Kirchen oder Kapellen sind möglich. Trotz dieser Begleitumstände wird auf ein würdiges Begräbnis geachtet. Die Feier eines Requiems ist auf einen Zeitpunkt nach Ende der derzeitigen Krise zu verschieben.

Erstkommunion
Erstkommunionen im ersten Halbjahr 2020 entfallen. Das haben für das Dekanat Kassel-Hofgeismar schon Heilig Geist (Vellmar) und St. Antonius von Padua (Kassel, Lohfelden, Kaufungen) mitgeteilt. Weitere werden folgen.

Firmungen
Firmungen finden in diesem Kalenderjahr im Dekanat Kassel nicht statt. Für sie würde sonst für sie dasselbe gelten.

Beichte
Das Sakrament der Beichte kann weiterhin gespendet werden, allerdings nur außerhalb des Beichtstuhls und unter sorgfältiger Beachtung der Hygiene-Vorschriften.

Spendung der Krankenkommunion
Die Spendung der regulären Krankenkommunion ist nicht möglich. Jedoch können Gläubige unabhängig von Alter oder Erkrankung die heilige Kommunion und die Krankensalbung empfangen, wenn sie von sich aus darum bitten. Sie dürfen aber nicht am Coronavirus erkrankt sein und nicht unter Quarantäne stehen. Unter Einhaltung der hygienischen Vorsichtsmaßnahmen können sie an ihrem Wohnort besucht werden.

Hausbesuche und seelsorgliche Einzelgespräche
Alle turnusmäßigen Besuche werden abgesagt. Nur im Krisenfall dürfen sie stattfinden. Möglicherweise lassen sich andere Formen als die der persönlichen Begegnung finden: Skype/Mailkontakt/Chat/Telefongespräch.

Senioreneinrichtungen, Krankenhäuser
Seelsorgliche Besuche fallen nach den hessischen Verordnungen nicht unter die Besuchsregelungen, aber sie sind „auf das absolut erforderliche Mindestmaß zu beschränken“.

Gemeinderäume/-häuser
Vermietungen von Gemeinderäumen/-häusern sind derzeit nicht erlaubt und geplante Vermietungen werden abgesagt.

TelefonSeelsorge Nordhessen
Die Telefonseelsorge bleibt selbstverständlich weiterhin unter den bekannten Rufnummer 0800 - 111 0 111 und 0800 - 111 0 222 rund um die Uhr erreichbar. Die TelefonSeelsorge ist in ihrem Menschenbild und ihrer Arbeitsweise den christlichen Kirchen verbunden, sie ist aber für jeden unabhängig von Geschlecht, Alter, Weltanschauung oder Konfession da.

Erreichbarkeit der Pfarreien in Kassel

Die Pfarrbüros sind für den Publikumsverkehr geschlossen, aber zu den Bürozeiten telefonisch und rund um die Uhr per E-Mail erreichbar.
Hier die Kontaktdaten der Pfarreien in Kassel:

Die Kontaktdaten der Pfarreien im Landkreis Kassel (die Liste ist noch nicht vollständig):

Gottesdienste im Internet und Fernsehen

Bild: www.bistum-fulda.de

Livestream, Liveübertragung, Youtube, Mediatheken und die Archive der unterschiedlichen Sender: Es gibt zahlreiche Übertragungen von Gottesdiensten im Fernsehen und im Internet.

Das Bistum Fulda bietet auf seinen Internetseiten einen Überblick über die Möglichkeiten, auch aus der räumlichen Distanz einem katholischen Gottesdienst beizuwohnen.

Vor allen Opfern verneigen wir uns - Gemeinsame Erklärung der katholischen und evangelischen Kirche

Foto vom Torhaus des KZ Auschwitz-Birkenau, Aufnahme kurz nach der Befreiung 1945
(Bundesarchiv, B 285 Bild-04413 / Stanislaw Mucha / CC-BY-SA 3.0)

Mit einer gemeinsamen Erklärung zum 75. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz am 27. Januar erinnern der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, und der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, an die Opfer des Nationalsozialismus. Zugleich rufen sie Politik und Gesellschaft dazu auf, dem wachsenden Antisemitismus entschlossen entgegenzutreten:

Keinerlei Respekt für das Leben und die Würde des Menschen
„Der Name Auschwitz steht für das systematische Massenmorden, das während des Zweiten Weltkriegs in den von deutschen Truppen besetzten Gebieten Europas verübt wurde. Die Erinnerung an den millionenfachen Mord in Auschwitz erfüllt uns bis heute mit tiefer Trauer.“ Der Gedenktag erinnere aber auch an die Überwindung eines politischen Systems, das keinerlei Respekt für das Leben und die Würde des Menschen kannte und die Ausrottung ganzer Menschengruppen zum Programm erklärte und systematisch organisierte, so Landesbischof Bedford-Strohm und Kardinal Marx.

Verrat an den geschundenen und ermordeten Menschen
„Vor allen Opfern verneigen wir uns. Ihr Andenken darf weder den heute lebenden Generationen noch den künftigen gleichgültig werden. Denn es wäre ein Verrat an den geschundenen und ermordeten Menschen und es wäre zugleich ein Verrat an den Werten der menschlichen Zivilisation, würden wir das Leiden und Sterben von Auschwitz im Nebel der Geschichte versinken lassen.“

Schuldgeschichte der Kirchen
Kardinal Marx und Landesbischof Bedford-Strohm erinnerten dabei auch an die Schuldgeschichte der Kirchen: Diese dürften nicht darüber hinwegsehen, „dass viele Christen mit dem nationalsozialistischen Regime kollaboriert, zur Verfolgung der Juden geschwiegen oder ihr sogar Vorschub geleistet haben. Auch Verantwortliche und Repräsentanten der Kirchen standen oft mit dem Rücken zu den Opfern. Es besteht kein Zweifel: Zu dieser Schuldgeschichte müssen sich die Kirchen in Deutschland bekennen.“ Der Antijudaismus, die Ablehnung der Juden aus religiösen Gründen, habe über Jahrhunderte hinweg die europäische Kultur geprägt, heißt es in der Erklärung. „Der tief auch in den Kirchen verwurzelte Judenhass der früheren Zeiten nährte den Judenhass der Moderne. Auch diesem Schulderbe müssen sich die Kirchen stellen.“

Dem Judenhass entschlossen entgegenzutreten
„Angesichts eines heute auch in Deutschland wieder stärker hervortretenden Antisemitismus rufen Landesbischof Bedford-Strohm und Kardinal Marx Politik und Gesellschaft dazu auf, dem Judenhass entschlossen entgegenzutreten: „Als Vertreter unserer Kirchen sagen wir: Unsere jüdischen Brüder und Schwestern müssen angesichts unseres Verhaltens überzeugt sein können, dass die Christen an ihrer Seite stehen, wann immer sie diffamiert, eingeschüchtert oder angegriffen werden. Diese Haltung sind wir der Einsicht in die Geschichte und unserem eigenen Glauben schuldig.“

Pressemitteilung der Pressestellen der Deutschen Bischofskonferenz
und der Evangelischen Kirche in Deutschland
vom 24. Januar 2020

Katholische und evangelische Kirche in Kassel betonen Solidarität mit der jüdischen Gemeinde

Die Synagoge in Halle (Saale) im Blick über die Mauer des jüdischen Friedhofs.
Foto: Von Allexkoch - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0

Der Anschlag in Halle an der Saale wühlt viele Menschen auf. Die Trauer über die beiden Toten, das Mitgefühl mit den Schwerverletzten und allen Angehörigen, aber auch das Entsetzen über die hasserfüllte, antisemitische und rechtsextreme Motivation des Täters, der noch dazu versuchte, in der Haller Synagoge ein Blutbad anzurichten, bestimmen die Gespräche in den Tagen danach.

Solidaritätsbekundungen
Zahlreich sind auch die Solidaritätsbekundungen mit der jüdischen Gemeinde in Halle und darüber hinaus mit den jüdischen Gemeinden in ganz Deutschland. So betonten die katholische und evangelische Kirche in Kassel in ihrem gemeinsamen Brief an die Jüdische Gemeinde Kassel: "Die katholischen und evangelischen Gemeinden unserer Stadt stehen in voller Solidarität an der Seite unserer jüdischen Geschwister. Wir versichern Ihnen erneut, dass wir mit aller Entschiedenheit den antisemitischen Strömungen energischsten Widerstand entgegensetzen."

Besuch von Dechant Fischer und Dekan Dr. Glöckner im Sara Nussbaum-Zentrum, Kassel
Dechant Harald Fischer und Dekan Dr. Michael Glöckner besuchten die Kasseler jüdische Gemeinde im Sara Nussbaum-Zentrum und übergaben der Vorsitzenden Ilona Katz ihr Solidaritätsschreiben.

Hier der Wortlaut:

10. Oktober 2019

Sehr geehrte Frau Haß!
Sehr geehrte Frau Katz!
Sehr geehrter Herr Rabbiner Nekrich!
Sehr geehrte Mitglieder der Jüdischen Gemeinde in Kassel!

Mit Entsetzen und großer Trauer schauen wir auf die Ereignisse in Halle an der Saale, die uns ins Mark treffen. Nach jetzigem Erkennt-nisstand hat ein Mensch aus antisemitischem Hass gemordet, verletzt und offenbar versucht, in der Haller Synagoge ein Blutbad anzurich-ten. Besonders perfide ist, dass dieser Anschlag offenbar bewusst gerade an Jom Kippur verübt wurde, der Tag, an dem Juden in aller Welt den großen Versöhnungstag begehen, Vergebung untereinander zusprechen und sich der Barmherzigkeit Gottes anvertrauen. Dieser offenbar gewordene Hass verwundet uns alle aufs Tiefste. Nicht nur Juden sind weit über Halle hinaus betroffen; dieser Anschlag gilt der zivilisierten Welt und allen Menschen guten Willens.

Wir sprechen Ihnen unser Mitgefühl und unsere tiefempfundene An-teilnahme an dem schrecklichen Geschehen aus. Die katholischen und evangelischen Gemeinden unserer Stadt stehen in voller Solidarität an der Seite unserer jüdischen Geschwister. Wir versichern Ihnen erneut, dass wir mit aller Entschiedenheit den antisemitischen Strömungen energischsten Widerstand entgegensetzen. Mit dem Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, rufen wir alle Menschen dazu auf, sich gerade im Alltag den Diskriminierungen und Bedrohungen, denen Juden heute leider wieder ausgesetzt sind, energisch und deutlich entgegenzustellen. Wir brauchen und zeigen Zivilcourage, gerade im Alltag, damit dem neonazistischen Gedankengut der Boden entzogen wird!

Wir sind so dankbar, dass es nach dem schrecklichen Versagen der staatlichen Institutionen in Deutschland zwischen 1933 und 1945 endlich wieder eine starke jüdische Gemeinde in Kassel gibt. Alle jüdi-schen Bürgerinnen und Bürger sollen sich in unserer Stadt zu Hause, wohl und sicher fühlen. Es ist unerträglich, dass – auch in Kassel – Menschen wieder Angst haben, sich in der Öffentlichkeit als Juden zu erkennen zu geben.

Wir wollen als Kirchen unseren Beitrag dazu leisten, dass dieser schändliche Antisemitismus, der die Menschlichkeit selbst im Kern zerstört, keinen Platz in unserer Gesellschaft findet. Wir wissen uns im Gebet und im Handeln mit Ihnen verbunden.

Für die Katholische Kirche Kassel: gez. Dechant Harald Fischer
Für den Evangelischen Stadtkirchenkreis Kassel: gez. Dekan Dr. Michael Glöckner

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Auch Bischof Gerber sichert jüdischer Gemeinde christliche Solidarität zu

Der katholische Bischof von Fulda, Dr. Michael Gerber, hat die jüdischen Gemeinden in Fulda, Hanau, Kassel und Marburg angeschrieben und ihre Mitglieder der Solidarität der Christen seiner Diözese versichert.
„Voll Trauer und Entsetzen haben die Christen im Bistum Fulda die Nachricht von der Bluttat in Halle vernommen. Unser Mitgefühl gilt den Opfern und ihren Familien. Wir werden sie in diesen Tagen besonders in unsere Gebete einschließen“, schreibt der Oberhirte in den Briefen an die Gemeinden. „Die Tat in Halle wirft viele Fragen auf, wie es um den Schutz des jüdischen Lebens in unserem Land bestellt ist“, gibt der Bischof zu bedenken.
Es schmerze ihn sehr, dass diese Tat ausgerechnet am Jom Kippur verübt wurde, jenem Tag, der in besonderer Weise der Erneuerung und der Versöhnung gewidmet sei und „auf Gottes Verheißung für das Volk seines Bundes“ verweise. Bischof Gerber spricht den jüdischen Schwestern und Brüdern den Wunsch aus dem Buch Maleachi zu: „Für euch aber, die ihr meinen Namen fürchtet, wird die Sonne der Gerechtigkeit aufgehen, und ihre Flügel bringen Heilung“ (Maleachi 3,20).

Pressemitteilung des Bistums Fulda vom 10.10.2019

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Die Vereinigung der Arbeitsgemeinschaften für Katholische Theologie erklärt angesichts des Überfalls auf die Synagoge in Halle:

Der antisemitisch motivierte Anschlag auf die Synagoge von Halle erschreckt uns alle zutiefst. Wir sind entsetzt darüber, dass eine solche Tat in Deutschland möglich geworden ist, und solidarisch mit den Jüdinnen und Juden in Deutschland.
Als Professorinnen und Professoren für Katholische Theologie sehen wir uns darüber hinaus in der Verantwortung, die antijüdischen Denkmuster, die Theologie und kirchliche Frömmigkeit zur Entstehung des Antisemitismus über Jahrhunderte hinweg beigetragen haben, aufzudecken und z u widerlegen. Wir bekennen uns in Forschung und Lehre zu einer christlichen Theologie, die selbstkritisch allen antijüdischen theologischen Denkbewegungen entgegensteht und die die untrennbare Verbundenheit des Christentums mit dem Judentum immer wieder aufs Neue vergegenwärtigt.
Wir hoffen, dass wir damit einen Beitrag dazu leisten, dass Antisemitismus in unserer Gesellschaft nicht noch weiter Fuß fassen kann.
 
Prof. Dr. Gerd Häfner, Vorsitzender
Ludwig-Maximilians-Universität München

Prof. Dr. Norbert Clemens Baumgart, Stellvertretender Vorsitzender
Universität Erfurt

Hintergrund:
Die „Vereinigung der Arbeitsgemeinschaften für katholische Theologie“ vertritt die Belange der theologischen Fächer gegenüber staatlichen und kirchlichen Stellen, die mit wissenschaftspolitischen Fragen befasst sind, sowie gegenüber den Wissenschaftsorganisationen. In Fragen von Lehre und Forschung, die für die Fächer der Theologie Bedeutung haben, soll die Vereinigung Absprachen herbeiführen.
Die katholische Theologie kennt eine Vielfalt wissenschaftlicher Disziplinen. Sie spiegelt sich in den Theologischen Arbeitsgemeinschaften als Fachorganisationen wider. Die Arbeitsgemeinschaften, die zum Teil auf eine jahrzehntelange Geschichte zurückblicken und die katholische Theologie in Deutschland, Österreich und der Schweiz repräsentieren, stellen mit der „Vereinigung der Arbeitsgemeinschaften für katholische Theologie“ eine gemeinsame Stimme der Theologie dar. Vorsitzender ist Prof. Dr. Gerd Häfner, Neutestamentler an der Ludwig-Maximilians-Universität München, stellvertreten wird er vom an der Universität Erfurt lehrenden Alttestamentler Prof. Dr. Norbert Baumgart.

Aktuelle Entwicklungen und Fortschritte beim pastoralen Prozess Bistum Fulda 2030

Bild: www.2030.bistum-fulda.de

Mit einem neuen Internetauftritt informiert das Bistum Fulda jetzt über die aktuellen Entwicklungen und Fortschritte seines pastoralen Projektes, den Bistumsprozess „zusammen wachsen – Bistum Fulda 2030“.

Theologische Grundlagen und strategische Ziele
Die neue Homepage „2030.bistum-fulda.de“ vergegenwärtigt die theologischen Grundlagen und die strategischen Ziele des Prozesses und rückt die unterschiedlichen Ebenen in den Vordergrund, auf denen Gläubige und Ehrenamtliche der Diözese ihre Meinungen und Visionen zu einer Kirche einbringen können, die sich aktiv auf einem Weg nach vorne befindet.

Umfangreicher Downloadbereich
In einem umfassenden Downloadbereich finden sich Dokumente, Expertisen und Arbeitsmaterialien, die zur Thematik hinführen und Grundlagen für die Mitarbeit in dem Prozess bereitstellen.

Fünf neue Fachgruppen
Der Onlineauftritt informiert auch über fünf neue Fachgruppen, die in den nächsten Monaten Ideen und Zukunftsentwürfe erarbeiten. Diese Fachgruppen bestehen aus ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitgliedern, die auf verbindliche Ergebnisse der ersten Projektphase zurückgreifen. Konkret geht es um ein „Netzwerk pastoraler Orte“, also um die Zusammenarbeit der Pfarreien, um „Leitung und Führung“, natürlich auch um „Finanzen“, „Verwaltungsstrukturen“ und um eine neue „Pfarreienlandkarte“, also darum, wie sich neue, fusionierte Pfarrgemeinden geografisch darstellen werden. 
Welche Wege Pfarreien des Bistums bereits eingeschlagen haben und welche Erfahrungen diese damit gemacht haben, erfährt man in der Rubrik „Berichte und News“ – so auf der Seite über die „Pastoralinnovation Gelnhausen“ oder über die Pfarrei St. Elisabeth Kassel, zu der sich vier Pfarreien zusammengeschlossen haben.

Der Weg des Bistums in die Zukunft
„Bistum Fulda 2030“ ist die Kirchenentwicklung der Diözese Fulda und damit der Weg des Bistums in die Zukunft. Es ist ein gemeinsamer Prozess, ein Weg, den Ehrenamtliche und Hauptamtliche aus Pfarreien und kirchlichen Einrichtungen gemeinsam gehen, um das Bistum für die kommenden Jahre neu aufzustellen.

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