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Das neue Bistums-Logo 2021: Symbol für eine offene, lebendige Kirche im Heute

Das Bistum Fulda steht vor spannenden Weichenstellungen – verbunden mit einem Perspektivenwechsel. Die Suche nach Wegen in die Zukunft der Kirche orientiert sich nicht mehr an der (jahrzehntelangen) Leitfrage: „Wie können wir möglichst viel vom Vorhandenen bewahren?“.

Lebendige Beziehungen
„Wir wollen, dass Menschen – die durch das Heute geprägt sind – in eine lebendige Beziehung zu Jesus Christus und zu seiner Botschaft finden. Wir wollen, dass Menschen durch diese Beziehung die Herausforderungen ihres Lebens angehen sowie Kirche und Gesellschaft gestalten können“, erklärt Bischof Dr. Michael Gerber zum Ziel der gemeinsamen Suche nach neuen Wegen, auf denen das Bistum Fulda Menschen dabei unterstützen, begleiten und stärken kann.

Inspirieren, nicht lähmen
In einer sich radikal verändernden Gesellschaft greifen tradierte Muster nur sehr begrenzt, wenn es darum geht, Menschen heute mit Jesus Christus und seiner Botschaft in Kontakt zu bringen. Natürlich steht die katholische Kirche in einer Tradition, die für sie unverzichtbar und wertvoll ist: Das Wort Gottes und den überlieferten Glauben kann das Bistum nicht einfach „neu erfinden“. Doch die Einbindung in die Universalkirche, der gelebte Glaube und die Traditionen vor Ort - zwischen Lahn, Weser, Fulda, Ulster, Kinzig und Main - sollen das Bistum nicht lähmen, sondern inspirieren: Im Vertrauen darauf, dass Gott den Menschen auch in den „Zeichen der Zeit“ begegnet.

„Zeichen der Zeit“: Neues Logo löst altes Wappen ab
Sichtbares Zeichen für die anstehenden Weichenstellungen und den Kulturwandel im Bistum Fulda wird ein neues Logo sein, das ab 2021 schrittweise eingeführt wird. Das moderne Logo löst in der Kommunikation das bisher genutzte Wappen des Bistums (bzw. des ehemaligen Fürstbistums und Hochstiftes) ab. Bei der Logo-Entwicklung hat das Bistum Fulda mit dem Bistum Münster kooperiert. Das Bistum Münster befindet sich ebenfalls in einem Prozess des Kulturwandels, mit dem Ziel: „Eine offene, lebendige Kirche zu sein, die nicht (mehr) von der Kanzel herab zu den Menschen spricht. Stattdessen öffnet sie sich dem Dialog, anderen Meinungen, alternativen Lebensmodellen, um Beziehung aufzubauen und zu fördern.“

Ein lebendiges Kreuz
Das künftige Logo verbindet das Kreuz als universales Markensymbol der Kirche mit einer imaginären, stilisierten Sprechblase. Durch das Zusammenschieben beider Objekte entsteht eine neue Form: ein Kreuz, dem das rechte Stück vom Querbalken fehlt. Um dieser Form eine moderne Typik zu verleihen, die zudem auch die Vielfalt der Gemeinschaft widerspiegelt, wurde die Optik der Kirchenfenster als Schablone über die Form gelegt. Das Ergebnis: ein lebendiges Kreuz, das auch ohne den rechten Querbalken sofort als Kreuz erkennbar ist.

Empfehlung von Experten: Kirche braucht gemeinsames Erscheinungsbild
Das Symbol selbst ist in Dreiecke aus verschiedenen Gelbtönen aufgegliedert. An die offene Stelle des Kreuzes rückt der Schriftzug „KATHOLISCHE KIRCHE  BISTUM FULDA“. So lehnt sich das künftige Logo des Bistums Fulda an das Corporate-Design-Konzept im Bistum Münster an - lediglich die Farbigkeit unterscheidet sich (im Bistum Münster besteht das Kreuz aus Dreiecken mit verschiedenen Rottönen). Auf diese Weise entsteht eine neue Dachmarke, der sich weitere Bistümer anschließen können. Mit dieser Entscheidung greift das Bistum Fulda die Empfehlung von Kommunikationsexperten auf, die katholische Kirche müsse Schritt für Schritt ein gemeinsames Erscheinungsbild erarbeiten. „Ein Zeichen und eine Farbe und ein Schriftzug, der bundesweit immer gleich ist. Beispielsweise ein großes Kreuz und die Wörter "Katholische Kirche" groß über der lokalen Bezeichnung jeder der ganz unterschiedlichen irgendwie katholischen Einrichtungen in Deutschland“, schrieb Bestsellerautor Erik Flügge, in einem Beitrag („Was die Kirche von der Werbung lernen könnte ... “*) im August in der Wochenzeitung „Die Zeit (NR. 36/2020).

Wie man sich nach innen und außen präsentiert, ist gerade heute keine Nebensächlichkeit
Dr. Stephan Kronenburg, Pressesprecher im Bistum Münster erklärt dazu: „Wir freuen uns sehr, dass das Bistum Fulda sich nun an das Markenzeichen anlehnt, das wir als Katholische Kirche im Bistum Münster vor zwei Jahren eingeführt haben. Wie man sich nach innen und außen präsentiert, ist gerade heute keine Nebensächlichkeit. Wir sind davon überzeugt, dass deutlicher werden muss, in welchen Feldern die katholische Kirche überall aktiv und präsent ist. Ein gemeinsames Erscheinungsbild kann dabei sehr hilfreich sein.  Wo katholische Kirche drin ist, sollte überall und möglichst einheitlich auch katholische Kirche draufstehen.“

Kulturwandel durch eine moderne Markengestalt sichtbar machen
Entwickelt wird das Corporate-Design-Konzept des Bistums Fulda von der Agentur für Markenkommunikation Castenow (Sitz in Düsseldorf - https://www.castenow.de/), die auch mit der Markentwicklung im Bistum Münster beauftragt war (https://www.castenow.de/cases/bistum-muenster-markenentwicklung/). Ziel des Corporate-Design-Konzeptes ist, den Kulturwandel durch eine moderne Markengestalt sichtbar und diesen Wandel erfahrbar zu machen. Im Frühjahr 2021 wird eine Markenarchitektur erarbeitet, damit das neue Design künftig auch von Einrichtungen und Pfarrgemeinden im ganzen Bistums genutzt werden kann. Vorrangiges Ziel dabei: Menschen sollen künftig besser erkennen und verstehen, wer und was alles zur katholischen Kirche im Bistum Fulda gehört.

Text- und Bildmaterial: Medieninformation des Bistums Fulda vom 5. Dezember 2020

Caritas-Flüchtlingshilfe-Initiative „Fahrradwerkstatt“ erhält den Elisabeth-Preis 2020

In der Werkstatt: Die Spendenfahrräder werden zunächst überprüft
und hergerichtet, aber auch spätere Reparaturen sind machbar.
(Foto: Caritas Kassel)

Zum elften Mal vergibt der Caritasverband für die Diözese Fulda seinen Elisabeth-Preis für ein herausragendes Projekt, bei dem durch ehrenamtliches Engagement Menschen mit Hilfebedarf Unterstützung erfahren.

„Sei gut Mensch!“
Die zum Wettbewerb eingereichten Projekte sollten 2020 in Bezug zum aktuellen Caritas-Kampagnenthema „Sei gut Mensch!“ stehen, das allgemein für Engagement zum gesellschaftlichen Zusammenhalt wirbt und somit eine große Bandbreite an ganz verschiedenen Bewerbungen um den Sozialpreis der Caritas im Bistum Fulda möglich machte.

Wesentlicher Beitrag für Kassels inklusive Stadtgemeinschaft
Nun hat die Jury entschieden. Der Elisabeth-Preis 2020 geht an die Fahrradwerkstatt des Caritasverbandes Nordhessen-Kassel. Das Projekt, das die fünfköpfige Jury letztendlich überzeugte, leistet schon seit fünf Jahren einen wesentlichen Beitrag für eine inklusive Stadtgemeinschaft in Kassel: Als schnelle und unkomplizierte Hilfe für Flüchtlinge im Jahr 2015 errichtet – damals unter Mithilfe des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) und des Fahrradhofs Kassel sowie gefördert durch Gelder aus dem Flüchtlingsfonds des Bistums Fulda – ist die Fahrradwerkstatt inzwischen ein wichtiger Treffpunkt für Alt-Kasselaner und Neu-Kasseler mit ausländischen Wurzeln.

Werkstatt als Treffpunkt
Ausrangierte und defekte Fahrräder werden hier hergerichtet und gegen einen kleinen Betrag von zehn bis 20 Euro an die Menschen mit Migrationshintergrund ausgegeben. Durch Erwerb und spätere Checks bzw. Reparaturen der Zweiräder sorgt die Werkstatt für gute Kundenbindung. Es kommt fast von allein zum gegenseitigen Kennenlernen, zum Austausch und sogar zu Freundschaften, denn die Werkstatträume sind ein beliebter Ort zum Verweilen, fürs Gespräch, in dem man viel voneinander, über Sprache und Kultur erfährt. Nötigenfalls gehören auch Fahrradunterricht und ortskundige Hinweise zum „Starter-Kit“ für Neu-Biker. Dazu kommen noch der Öko- und Recycling-Aspekt des Projektes sowie die Hilfe zur Selbsthilfe, denn verstärkt will man in der Fahrradwerkstatt auch Bereiche fürs Selbstreparieren einrichten.

Generalvikar und Caritasdirekter gratulieren
Der Fuldaer Generalvikar Prälat Christof Steinert, welcher als Mitglied in der Elisabeth-Preis-Jury mitgewirkt hat, sowie Diözesan-Caritasdirektor Dr. Markus Juch als Vertreter des preisstiftenden Caritasverbandes für die Diözese Fulda gratulieren gemeinsam herzlich zur heutigen offiziellen Bekanntgabe des Preisträgers. Das Sieger-Projekt „Fahrradwerkstatt der Caritas Nordhessen-Kassel wird nach Entscheidung der Jury auch mit einem Preisgeld in Höhe von 3.000 Euro ausgestattet. Die übliche und für heute ursprünglich vorgesehene öffentliche Preisübergabe im feierlichen Rahmen kann jetzt allerdings wegen der Corona-Pandemie und des verordneten Shutdowns nicht stattfinden. Sie soll aber in geeigneter Weise zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden. Hierzu wird die Caritas-Pressestelle selbstverständlich berichten.

Wer darf was? Macht und Gewaltenteilung in der Kirche

Foto: Bistum Dresden-Meißen

Die Frage "Wer darf was?" ist in der katholischen Kirche eine brennende Frage geworden. Immer deutlicher wird, dass Teilnahme und Teilhabe an Entwicklungs- und Entscheidungsprozessen nicht nur Aufgabe der Kirchenleitung sein kann.

Thema des Synodalen Weges
Dr. Thomas Arnold wird sich in einem digitalen Vortrag mit der Frage nach Macht und Gewaltenteilung in der Kirche beschäftigen und den aktuellen Stand aus dem Synodalforum 1 dazu berichten. Dieses Synodalforum widmet sich der "Macht und Gewaltenteilung in der Kirche – Gemeinsame Teilnahme und Teilhabe am Sendungsauftrag". Dr. Thomas Arnold ist Direktor der Katholischen Akademie des Bistums Dresden-Meißen und nimmt für das Zentralkomitee der deutschen Katholiken am Synodalen Weg teil.

Das Bildungsforum Sankt Michael in Kassel lädt ein
zu diesem digitalen Vortragsabend
am Donnerstag, den 10.12.2020
von 19:00 bis ca. 20:30 Uhr
.

Anmeldungen senden Sie bitte an
info@bildungsforum-sanktmichael.de

Gönn´ dir diesen Stern! Ein Advent-online-Kurs

Foto: Josh Boot, unsplash.com

"Was hält dich tief von innen?" ist eine der Fragen, vor die uns das Leben immer wieder stellt. "In der Adventszeit, in der überall so viele Lichter das Dunkel unserer Zeit hell machen, wollen wir auf das kleine Licht im Herzen, den göttlichen Funken schauen, der unser inneres Dunkel hell machen will", sagen Katharina und Christian Pieper.

11. Dezember
Am Freitag, 11.12.2020, möchten Katharina und Christian Pieper von 18:00 bis 19:30 Uhr mit den Kurs-"Teilnehmenden" Gedanken zum Advent "teilen".

Online
Bitte beachten Sie: Dieser Kurs findet online über die Plattform Zoom statt! Sie brauchen einen Computer ODER Smartphone mit Kamera und Mikrofon, um teilzunehmen. Den Link erhalten Sie nach Ihrer Anmeldung per E-Mail zugeschickt.

Anmeldung
Anmelden können Sie sich per E-Mail an info@bildungsforum-sanktmichael.de.

Bis 15.12.: Schuhe sammeln für den guten Zweck

Foto: Wolfgang Floedl / pixelio.de

Nach den großen Erfolgen der vergangenen Jahre mit insgesamt 834 000 Paar gesammelten Schuhen findet nunmehr die fünfte bundesweite Schuhsammelaktion zugunsten der Internationalen Adolph-Kolping-Stiftung statt.

Förderung von Jugendaustausch und internationalen Begegnungen
Ziel der Stiftung ist z.B. die Förderung von Berufsbildungszentren, Jugendaustausch und internationalen Begegnungen, Sozialprojekten und religiöser Bildung.

2019 = 2100 Paar Schuhe allein durch Kolpingsfamilie Kassel gesammelt
Die Kolpingsfamilie Kassel hat 2019 mit 2100 Paar Schuhen zum großartigen Ergebnis beigetragen und beteiligt sich auch diesmal an der Aktion.

Gebraucht und tragfähig
Es wird um die Spende von gebrauchten, tragfähigen Schuhen gebeten, die bis zum Dienstag, 15. Dezember im Regionalhaus Adolph Kolping, Die Freiheit 2, an der Pforte (Erdgeschoß) abgegeben werden können.

Informationen unter Tel. 0561/83097185.

Ein Licht in der Dunkelheit

Bild: Bistum Fulda

Ein Licht in die Dunkelheit bringen - so heißt die ökumenische Aktion in der Vorweihnachtszeit bis zum Heiligen Abend. Fuldas Bischof Dr. Michael Gerber und die Bischöfin der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Dr. Beate Hofmann laden Sie dazu ein, aktiv mitzumachen: Jeden Abend bis zum Weihnachtsfest gegen 19.30 Uhr zuhause ein Licht in ein Fenster zu stellen und mit- und füreinander zu beten.

Lesen Sie hier die Einladung im Wortlaut:

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Liebe Schwestern und Brüder,

die Jahreszeit zwischen dem Martinstag am 11. November und dem Weihnachtsfest ist von langen Nächten geprägt. Die Dunkelheit wird dabei nicht selten, vor allem jetzt auch während der sogenannten Corona-Pandemie als bedrückend erfahren.
Als Christinnen und Christen vertrauen wir jedoch darauf, dass Jesus Christus als das «Licht der Welt» in unsere Dunkelheiten gekommen ist, um diese durch die befreiende Botschaft seines Evangeliums hell zu machen.
Dafür stehen die Lichter, die wir besonders in dieser Zeit entzünden.
Daher möchten wir Sie einladen, in der kommenden Zeit bis zum Weihnachtsfest an jedem Abend gegen 19.30 Uhr ein Licht in ein Fenster Ihrer Wohnung zu stellen und mit- und füreinander zu beten. Ganz sicher ist das auch ein Hoffnungszeichen für die vielen Menschen, in deren Mitte wir leben.
Das Gebet und auch das Lied aus Taizé wollen Ihnen eine Anregung sein, diesen Akzent am Abend zu gestalten.
Mit Ihnen im Gebet verbunden grüßen Sie sehr herzlich,

Dr. Beate Hofmann
(Bischöfin der Ev. Kirche
von Kurhessen-Waldeck)

Dr. Michael Gerber
(Bischof von Fulda)

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  • Hier die Gebetskarte "Licht in der Dunkelheit" im Download:

Der erste Advent 2020

Bild: Verena N. / pixelio.de

Seid also wachsam! Denn ihr wisst nicht, an welchem Tag euer Herr kommt.

Bedenkt: Wenn der Herr des Hauses wüsste, zu welcher Stunde in der Nacht der Dieb kommt, würde er wach bleiben und nicht zulassen, dass man in sein Haus einbricht.
Darum haltet auch ihr euch bereit! Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, in der ihr es nicht erwartet.

Evangelium am ersten Adventssonntag: Matthäus 24,37-44, hier 42-44

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In einer Welt, die voll Sehnsucht auf das Kommen Gottes wartet, beten wir voll Zuversicht: Dass er die Sehnsucht der Menschen erfülle, durch sein Kommen die Welt von Sünden reinige und ihr den Frieden bringe.

Video-Impuls SAMSTAGS-17 zum 28. November: Advent – Nähe mit Abstand

Der Königsplatz in Kassel ohne „Märchenweihnachtsmarkt“.
(Foto: Stefan Ahr)

„Ich weiß es schon jetzt, mir wird in diesem Jahr der ganz normale 'Vorweihnachts-Stress' fehlen." So beginnt Pastoralreferent Stefan Ahr den 37. Video-Impuls in der Reihe SAMSTAGS-17. Was Ahr vermissen wird, ist die besondere Nähe, die die Adventszeit ausmacht: bei Feiern, Weihnachtsmarktbesuchen, beim ungezwungenen Miteinander. Aber die Coronavirus-Pandemie bestimmt derzeit die Regeln unseres Miteinanders. Nähe mit Abstand - geht das überhaupt?

Auch im harten November der Corona-Pandemie sagen und schreiben Dechant Martin Gies, Pastoralreferent Stefan Ahr und Pastoralreferentin Beatrix Ahr im wöchentlichen Wechsel, was sie in dieser besonderen Zeit beobachten, was sie nachdenklich stimmt, was ihnen Sorgen bereitet, ihnen Mut macht und was sie anregt.

Der aktuelle Impuls:

  • Impuls 37 von Pastoralreferent Stefan Ahr ab Samstag, 28. November, 17 Uhr:
    Advent – Nähe mit Abstand
    „Aber es wird eine Lücke bleiben und sie darf auch bleiben. Berühren doch all die Bräuche, die in „normalen“ Jahren das Fest fast zu überdecken schienen, den Kerngedanken von Advent und Weihnachten: Gott kommt uns nah, er wird Mensch und ist deshalb bevorzugt, so glaube ich es als Christ, in der Begegnung, in der Nähe zum anderen Menschen zu finden.“… [ Impuls 37 ab 28. November ] ...
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    :: aufgenommen in der Kirche Sankt Familia, Kölnische Str. 53, Kassel
    :: An der Orgel spielt Regionalkantor Thomas Pieper das Choralvorspiel "Nun komm, der Heiden Heiland" von Johann Gottfried Walther (1684-1748) und das Trio in d von Johann Ludwig Krebs (1713-1780).

Bistum Fulda: Defizite reduzieren und zugleich in Zukunft investieren

Foto: Peter Weidemann. In: Pfarrbriefservice.de

Der Haushaltsplan 2021 soll – weil durch die Corona-Pandemie die weitere Einnahmen-Entwicklung derzeit schwer kalkulierbar ist – erst im März verabschiedet werden. Im Lagebericht ist - mit Blick auf die mittelfristigen Prognosen zur Entwicklung der Mitgliederzahlen und Finanzen - nachzulesen, dass Einsparvorschläge nun „zügig diskutiert, entschieden und umgesetzt werden müssen“. Kirchensteuerrat und Bistumsleitung stimmten überein, dass deshalb bereits in der nächsten Sitzung des Kirchensteuerrates im März konkrete Sparkonzepte diskutiert und beschlossen werden sollen.

Strategie: Kernaufgaben profilieren und für Talente attraktiver werden
„Eine plurale Gesellschaft kann von uns als Kirche erwarten, dass wir unsere Kernaufgaben stark machen“, so Bischof Gerber in seinem Statement vor dem Kirchensteuerrat. Dazu gehöre die Erfahrung, „dass Menschen die Begegnung mit Jesus Christus und seiner Botschaft als Kraftquelle erleben, um die Herausforderungen ihres Lebens zu bewältigen und Kirche und Gesellschaft konstruktiv mitzugestalten.“ Auf diese Weise gestärkt, leisten Christen mit Blick auf die großen Fragen, die unsere Welt in diesen Jahren bewegen, einen wesentlichen Beitrag. Die stärkere Konzentration auf Kernaufgaben bedeute keinen Rückzug, sondern die Befähigung, „dass Christinnen und Christen sich qualifiziert in ganz unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen engagieren können.“ Damit den Verantwortlichen auf Ebene des Bistums und den entsprechenden Entscheidungsgremien diese Besinnung auf die Kernaufgaben gelinge, brauche es verstärkte Investitionen in entsprechende Formate von Coaching und Begleitung. Durch ein solchermaßen profiliertes Agieren werde das Bistum bei qualifizierten und talentierten Menschen als attraktiver Arbeitgeber und als Ort des Engagements für Ehrenamtliche wahrgenommen.

Bischof Michael Gerber für „Kultur des Experimentierens“
In dem aktuellen Lagebericht zu den Finanzen heißt es wörtlich: „In Folge der Corona-Pandemie ist damit zu rechnen, dass die bisher erst in den Jahren 2023 und 2024 prognostizierten Kirchensteuer-Einnahmerückgänge sich nun frühzeitig und dauerhaft vollzogen haben und eine nachhaltige Trendwende zum Besseren nicht mehr erreicht werden kann.“ Auch der Finanzdirektor des Bistums, Gerhard Stanke, geht davon aus, dass nie wieder so hohe Kirchensteuereinnahmen auf die Kirchen-Konten fließen werden wie 2019, als 111,8 Millionen Euro zusammenkamen. Die Kirchensteuer als wichtigste Einnahmequelle des Bistums Fulda macht mehr als siebzig Prozent der Erträge aus. Trotz der unerfreulichen Finanzentwicklung ist das Bistum Fulda zuversichtlich, dass Pfarreien und Einrichtungen in Zukunft wieder wachsen können: Deshalb soll auch eine „Kultur des Experimentierens“ gefördert werden – als Gegengewicht zur Kultur des Bewahrens und des Sicherns: So kann sich nach den Worten von Bischof Michael Gerber zeigen, „durch welche Formate jenseits bewährter  Wege Menschen, die bislang kaum in Kontakt mit der Kirche waren,  heute für die Botschaft des Evangeliums angesprochen werden können.“ Dazu sollen konkrete Projekte gefördert werden.

„Positive Finanzentwicklung – bis zur Corona-Pandemie“
Die gute konjunkturelle Lage sowie die steigende Zahl der Beschäftigten hatten sich bis März 2020 sehr positiv auf die Kirchensteuerentwicklung ausgewirkt. Trotzdem ergab sich bereits im Haushalt 2019 ein Jahresfehlbetrag von 0,4 Millionen Euro. Hauptgrund sind die hohen Pensions- und Beihilfe-Verpflichtungen des Bistums, die das Jahresergebnis 2019 (mit minus 22,4 Millionen Euro) stark beeinträchtigten. Die Wirtschaftsprüfer warnen auch mit Blick auf die kommenden Jahre, „dass weiterhin niedrige Zinsen zu enormen Belastungen führen.“ Im Jahr 2020 kommen nun die Folgen der Corona-Pandemie hinzu: Die dynamisch-positive Entwicklung der Kirchensteuern brach „schlagartig mit Einsetzen der Pandemie und dem Lockdown der deutschen Wirtschaft ein“ – heißt es im Prüfungsbericht.

„Gegensteuern, um Mittel für sozial-caritative Projekte und Zukunft zu haben“
Bei den Kirchensteuereinnahmen geht das Bistum Fulda aktuell für das Jahr 2020 nur noch von 100 Millionen Euro aus. Das deshalb verabschiedete Haushaltssicherungskonzept - vor allem der Verzicht auf Bauprojekte - wirkt effizient: So können 2020 rund zwölf Millionen Euro eingespart werden. Auch mit Blick auf die Gesamtlage fordert der Kirchensteuerrat die Bistumsverwaltung zu Entschlossenheit beim zeitnahen Gegensteuern: Von Bereichen, Projekten und Strukturen, die zweifelsohne in der Vergangenheit ihre Bedeutung hatten, aber für die Zukunft wenig Potential aufweisen können, soll sich das Bistum konsequent verabschieden, damit hier mittel- und langfristig keine Kräfte und Mittel mehr gebunden werden. So will das Bistum strukturelle Defizite im Haushalt vermeiden und genug Finanz- und Personal-Ressourcen für sozial-caritative Projekte, den bleibenden Sendungsauftrag der Kirche im „Jetzt“ sowie für die Zukunftsausrichtung sichern.

Der Kirchensteuerrat
Kernaufgabe des Kirchensteuerrates, der sich aus gewählten ehrenamtlichen Mitgliedern aus dem gesamten Bistumsgebiet zusammensetzt, ist (seit der Gründung des Gremiums im Jahre 1972) die Beschlussfassung über den Haushalt der Diözese - seit 2014 auch über den Jahresabschluss. Vorsitzender des Gremiums ist Dr. Joachim Hein (Fulda).

Das Bistum Fulda
Das Bistum Fulda liegt im geographischen Mittelpunkt Deutschlands. Es erstreckt sich vom nordhessischen Bad Karlshafen bis in den Frankfurter Stadtteil Bergen-Enkheim und von der Universitätsstadt Marburg in Oberhessen bis nach Geisa im Thüringer Land. Mit seinen rund 375.000 Katholiken zählt das Bistum Fulda zu den kleineren Diözesen Deutschlands, Rund 22 Prozent der Menschen, die im Gebiet des Bistums Fulda leben, sind katholisch.

Frauenliturgie am Internationalen Tag zur Beseitigung der Gewalt gegen Frauen

Bilder der geistlichen Gewalt erkennen
Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so aussieht: Es sind Bilder der Gewalt, die in der Elisabethkirche zu sehen sein werden. Es ist keine Gewalt, die durch Schläge und Brutalität gegen den Körper zu erkennen ist. Es ist eine Gewalt, die ‚geistlich‘ ausgeübt wird. Frauen werden ausgebeutet, an den Rand der Gemeinschaft gedrängt, herabgewürdigt, beschämt, nicht ernstgenommen, bleiben ungehört. Bis vor kurzem gab es dafür keinen Begriff. Für Beatrix Ahr, Mitinitiatorin von Maria 2.0 Kassel, ändert sich das gerade: „Seit Doris Reisinger und andere mutige Frauen ihren geistlichen, spirituellen Missbrauch öffentlich machten, haben wir Begriffe, die es uns leichter machen, die Dinge beim Namen zu nennen: geistliche Gewalt und spiritueller Missbrauch bringen deutlich zu Wort, worum es geht.“

Schmerzen und Herabwürdigungen in Standbildern
Wie das im Bereich der Kirche und der Orden aussieht, führen jüngere Unterstützer*innen der Initiative in eindrücklichen Standbildern vor Augen. Wenn der Mund verklebt wird, der Altarraum verschlossen ist, Anwesende ohne Blickkontakt bleiben, sind die Schmerzen und die Herabwürdigungen zu sehen und zu spüren, die die geistliche Gewalt auslöst. „In der Frauenliturgie wird das auf besondere Weise angeschaut und besprochen. Wir suchen in Impulsen von Frauen, biblischen Texten und musikalischem Ausdruck nach Spuren und Möglichkeiten, der Gewalt entgegenzutreten und sie zu überwinden“, so Ulrike Knobbe.

25.11., 18:30 Uhr, gerne auch früher, Elisabethkirche
Die Frauenliturgie „Nein zu geistlicher Gewalt gegen Frauen in Kirche und Orden“ am Mittwoch, 25. November in der Elisabethkirche am Kasseler Friedrichsplatz beginnt um 18:30 Uhr. „Etwas früher da sein lohnt sich!“, lädt die Initiative Maria 2.0 Kassel alle herzlich ein. Beatrix Ahr: „Denn auf dem Platz vor der Kirche geht es anders zu als sonst. Kommen Sie! Bringen Sie gerne Ihre Freundin, Ihren Freund, Ihre Bekannten mit! Und wenn Sie derzeit nicht gerne unter Menschen gehen, begleiten Sie uns mit Ihren Gedanken und Ihrem Beten! Danke!“

Corona-Regeln
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Selbstverständlich gelten die aktuellen Schutz- und Hygieneregeln. Dazu gehört auch das Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung während der gesamten Dauer der Frauenliturgie.

„Kleine Riesen“ ernennen Dr. Michael Gerber zum Botschafter

Bischof Dr. Michael Gerber (Fulda):
Nun Botschafter des Vereins „Kleine Riesen Nordhessen“
- Foto: Ralph Leupolt (Bistum Fuld
a).

Der Bischof von Fulda, Dr. Michael Gerber (50), ist zum Botschafter des Vereins „Kleine Riesen Nordhessen“ ernannt worden. Dies gab die Vorsitzende des Vereins, Prof. Dr. Michaela Nathrath, am Freitag (13.) in Kassel bekannt. „Wir sind sehr stolz, dass Bischof Gerber diese Aufgabe übernimmt und uns also Botschafter künftig dabei unterstützt, den Verein, seine Ziele und Aktivitäten in Hessen bekannter zu machen, um neue Partner für unsere Anliegen und Arbeit zu finden“, erklärte Nathrath.

Bischof von Fulda soll sterbende Kinder aus der Tabu-Zone holen 
Die Vereinsvorsitzende und Direktorin der Klinik für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie am Klinikum Kassel ist sicher: „Der Bischof ist in besonderer Weise ein Brückenbauer zwischen Menschen aus unterschiedlichen Lebensbereichen – zwischen Kirche und Gesellschaft.“

Michael Gerber: Stark machen für Schwerstkranke auf letztem Lebensweg
Der Verein „Kleine Riesen Nordhessen“ ist Träger des Kinder-Palliativ-Teams, das im Regierungsbezirk Kassel lebensverkürzt erkrankte Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene im Umfeld zu Hause ganzheitlich betreut. Bischof Gerber betont, dass ihn das Engagement des Vereins „Kleine Riesen“ sehr berühre: „Sie kümmern sich ganz unmittelbar um Kinder, Jugendliche und ihre Familien, die sich hautnah dem Tod stellen müssen. Viele aus der unmittelbaren Umgebung sind mit diesen Situationen überfordert und ziehen sich zurück. Sie aber sind den betroffenen Familien ganz nah.“ Der neuernannte Botschafter unterstrich: „Ich will mich dafür stark machen, dass schwerstkranke Kinder und Jugendliche auf ihrem letzten Lebensweg die Zuwendung und Unterstützung bekommen, die sie brauchen und auf die sie auch ein Recht haben.“ Eine wichtige Aufgabe sehe er gerade darin, dass über Bedürfnisse pflegebedürftiger Kinder und ihrer Familien öffentlich mehr gesprochen wird.

Ziel: Mehr Unterstützung für Familien und Kinder-Palliativ-Teams
Nach den Worten von Michaela Nathrath tut es gut, jemanden wie den Bischof an der Seite des Vereins und seinen Aufgaben zu wissen: In der täglichen Arbeit mit allen praktischen, ethischen, pflegerischen, medizinischen und menschlichen Spannungsfeldern sei vor allem das Kinder-Palliativ-Team auf gut vernetzte Multiplikatoren wie Gerber angewiesen. „Sterbende Kinder sind noch immer ein gesellschaftliches Tabu“, erläuterte Nathrath. „Unsere Botschafter helfen uns, die Kinder und ihre Familien ins Bewusstsein der Menschen zu rücken, sie gesellschaftlich nicht zu vergessen und für bessere Rahmenbedingungen zu sorgen.“ Neben Bischof Gerber sind die Hessische Ministerin für Justiz, Eva Kühne-Hörmann, sowie die Clowns Filine (Susanne Götze) und Bolduan (Michael Fickinger) Botschafter der „Kleinen Riesen Nordhessen.“

Hintergrund:
Der gemeinnützige Verein „Kleine Riesen Nordhessen e.V.“ ist der Rechtsträger des Kinder-Palliativ-Teams Nordhessen. Das ambulante Team aus Ärzten, Pflegern, Psychologen und Therapeuten zur medizinisch-pflegerischen und psychosozialen Versorgung von schwerkranken und sterbenden Kindern und Jugendlichen ist zuständig für den Regierungsbezirk Kassel und die angrenzende Landkreise. Ziel des im April 2014 gegründeten Vereins ist es, durch das Einwerben von Spenden und dem Aufruf zu bürgerlichem Engagement das bestehende Versorgungsnetz nachhaltig auszubauen, um eine umfassende Betreuung am Lebensende für alle schwerstkranken Kinder in ganz Nordhessen gewährleisten zu können. Dazu zählt auch das Erfüllen von Herzenswünschen der betreuten Kinder. Zudem sind die Unterstützung von wissenschaftlichen Aktivitäten und Forschungsvorhaben im Bereich der Kinderhämatologie und -onkologie sowie der pädiatrischen Palliativmedizin im Regierungsbezirk Kassel im Satzungszweck festgeschrieben.

"Die Brücke" - Brücke zwischen jüdischer und christlichen Gemeinden

Foto: Titelseite "Die Brücke", Oktober 2020

"Die Brücke" ist die Zeitung der jüdischen Gemeinde Kassel. In ihrer Sonderausgabe vom Oktober 2020 enthält sie erstmals Texte christlicher und jüdischer Autor*innen.

Ihr Themenschwerpunkt ist die Auseinandersetzung mit der Covid-19- Pandemie, die das gesellschaftliche, gemeindliche und religiöse Leben verändert und theologische Fragen aufwirft.  Damit ist "Die Brücke" wie es die Dekanin Barbara Heinrich, Dekan Dr. Michael Glöckner und Dechant Martin Gies im Vorwort betonen "ein Zeichen für das gute Miteinander von Juden und Christen".

Bei der Lektüre wird die tiefe, geschwisterliche Verbindung von Christentum und Judentum für die Leser*innen deutlich erfahrbar.

HIer kann die Zeitung als pdf heruntergeladen werden:

"Kultur.Liebe.Hoffnung" erfolgreich beendet

Nach 23 Abenden zwischen Anfang August und Ende Oktober ging die Reihe Kultur.Liebe.Hoffnung in der Elisabethkirche Kassel vorerst zu Ende. Die katholische Innenstadtkirche hatte den Kirchenraum mittwochs und donnerstags Kasseler Künstlerinnen und Künstlern kostenlos zur Verfügung gestellt. Konzerte, Lesungen, Tanz, Performance und Theater waren möglich. Ziel war, Kulturschaffenden Einnahmen und Auftrittsmöglichkeiten zu ermöglichen und dass Bürgerinnen und Bürger wieder Kultur erleben können. Zwischen 25 und 80 Menschen nutzen pro Abend die Angebote. In besonderer Weise wurde auf die Abstands- und Hygienemaßnahmen in der Kirche geachtet, die eigentlich über 400 Menschen Platz bietet und damit einer der größten Veranstaltungsorte der Stadt ist.

Weiterhin solidarische Zeichen setzen
Von Anfang an war klar, dass durch die kalte Jahreszeit die Reihe in der schwer heizbaren Kirche nur bis November möglich ist. „Je nach Entwicklung der Corona-Pandemie plant die Kirchengemeinde ab April wieder kulturelle Angebote“, so Projektleiter Marcus Leitschuh, der die Reihe mit Regionalkantor Thomas Pieper organisiert hat. Stolz sind die Kasseler Verantwortlichen, dass die Kasseler Idee Kreise zieht. So wird das Konzept unter gleichem Namen auch in Aachen in der Citykirche umgesetzt. Leitschuh: „Wir beraten gerne auch andere Kirchen, wie Kultur.Liebe.Hoffnung helfen kann. Die Elisabethkirche hat sich in den letzten Jahren als Kulturkirche einen Namen gemacht, deshalb wollen wir als Christinnen und Christen auch weiterhin ein solidarisches Zeichen setzen."

Mit Künstlerinnen und Künstlern heute in gastfreundlichen Kontakt
Bischof Dr. Michael Gerberber (Fulda) war Schirmherr und auch Besucher. „Die Veranstaltungsreihe Kultur.Liebe.Hoffnung war nicht nur für die Elisabethkirche eine große Chance, sondern für unser Bistum insgesamt“, so der Bischof des Bistums Fulda.  An einen exemplarischen Ort sei in hervorragender Weise deutlich gemacht worden, wie sehr Kirche davon profitiere, mit Künstlerinnen und Künstlern heute in unmittelbarem, gastfreundlichen Kontakt zu sein. Bischof Gerber: „Das ist ein ganz wichtiges Lernfeld! Ich freue mich sehr, dass über die verschiedenen Angebote das Profil der Elisabethkirche einmal mehr als Kulturkirche geschärft wurde. Das ist für die Kirche in Kassel ein wichtiger Ort und ein zukunftsweisender Prozess.“ Bischof Michael Gerber betont eine Kultur des Miteinanders als Motiv der Kirchenöffnung: „Unser Glaube hat die Kraft, eine Kultur zu prägen, die auf zwei Beinen steht: Freiheit und Vertrauen – und nichts soll Dich ängstigen“, so Bischof Gerber. Ein Satz, der auch in den kommenden Wochen weiterhin als Transparent an der Kirchenfassade hängen wird.

Dialog zwischen Kirchenraum, Künstlerinnen und Künstlern
Regionalkantor Thomas Pieper hat die Veranstaltungen mit betreut. „Wir haben die Bandbreite künstlerischer Ausdrucksformen erlebt und ganz unterschiedlichen Kulturschaffenden die Elisabethkirche zur Verfügung gestellt. Vom selbst komponierten Jugendmusical bis zu Poetry Slam. Es waren musikalische Gebete von Richard Wagner zu hören und Tanz im Altarraum zu erleben.“ Besonders interessant war für ihn, dass es immer einen Dialog zwischen Kirchenraum, Künstlerinnen und Künstlern und ihren Darbietungen gab. Pieper: „Kirche ist eben mehr als ein Konzertort. Kirche hat einen Mehr-Wert, das macht ihn so spannend und auch hilfreich für die Menschen."   

"Ungewöhnliches und starkes Zeichen der Solidarität mit Kassels Kultur“
Kassels Kulturdezerntin Susanne Völker dankte als Schirmherrin am letzten Abend allen Aktiven. „Mit der Reihe Kultur.Liebe.Hoffnung ist gemeinsam ein ungewöhnliches und starkes Zeichen der Solidarität mit Kassels Kultur gesetzt worden, das zur Nachahmung einlädt.“ Kulturschaffende hätten in den letzten drei Monaten in der Elisabethkirche wieder auftreten und dadurch sowohl wieder in Kontakt mit ihrem Publikum kommen als auch Einnahmen erzielen können. Beides sei in diesen besonderen Zeiten nur stark eingeschränkt möglich und deshalb so wichtig gewesen. Völker: „Ich danke in Namen der Stadt allen, die mit ihrem Einsatz, ihrer Kreativität und ihrer Unterstützung zum Gelingen von Kultur.Liebe.Hoffnung beigetragen haben.“

Offener Ort in der Innenstadt
Der verantwortliche Pfarrer sieht seine Kirche auch weiterhin als offenen Ort in der Innenstadt. „Ob für Gebet oder Kultur. In den letzten Wochen haben wir die Erfahrung gemacht, dass auch Kultur die wichtigen Fragen der Menschen und dieser Zeit aufgreift und Hilfe in schweren Zeiten kann sein“, so Peter Bulowski. Die Elisabethkirche sei weiter offen für die Menschen, weil Gottesdienst nicht nur Anbetung Gottes bedeute, sondern immer auch Gottes Dienst an den Menschen. Bulowski: „Das drückt sich auch durch die Öffnung einer Kirche für Kulturschaffende aus, wenn Kultur, Liebe und Hoffnung nicht nur leere Worte sind.“ Fabian Richardt hatte am vorletzten Abend die lokale Poetry-Slam-Szene in der Kirche versammelt. „Ich kann bestätigen, dass diese Kirche sich perfekt für kulturelle Veranstaltungen eignet und freue mich, wenn ich wieder eine Veranstaltung dort durchführen darf.“ Auch viele andere Künstlerinnen und Künstler wünschen sich eine Fortsetzung.

Förderer
Finanziell unterstützt wurde Kultur.Liebe.Hoffnung durch die Stadt Kassel, die Kasseler Sparkasse, das Land Hessen und die Kirchengemeinde St. Elisabeth.

Es gibt keine Rechtfertigung für Terror und Gewalt

Blick auf Schloss Schönbrunn, Wien (Foto:
Thomas Wolf, CC BY-SA 3.0, Wikipedia)

Zu den Anschlägen, die gestern Abend (2. November 2020) die österreichische Hauptstadt Wien erschüttert haben, erklärt der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg Bätzing:

„Die nahezu wöchentlichen Nachrichten von Terror in Europa erschüttern mich zutiefst. Über die Bluttat gestern Abend in Wien bin ich fassungslos. Meine ersten Gedanken und Gebete gelten den Opfern, den vielen Verletzten und den Angehörigen.

Nach allem, was wir bisher wissen, ist der Anschlag islamistisch motiviert. Ich verurteile diesen islamistischen Terror, wie es ihn auch schon in der vergangenen Woche in Nizza gab. Keinerlei Form von Terror, kein islamistischer, kein rechts- und kein linksextremer, darf einen Platz haben in unserer Gesellschaft und Kultur. Terror im Namen der Religion pervertiert den Namen Gottes.

Wir brauchen ein Ende der Gewalt. Wir brauchen ein Ende des Hasses. Wir brauchen Religionen, die das verwirklichen, was sie versprechen: Frieden zu stiften.

Europa wird eine Heimat für Menschen sein, die friedlich zusammenleben. Diese Heimat lassen wir uns nicht nehmen. Wir sind mit den Menschen in Österreich im Gebet verbunden und trauern mit ihnen.“

Pressemitteilung der Deutschen Bischofskonferenz Nr. 183 vom 3. November 2020

Bischof Bätzing zu den Corona-Maßnahmen der Bundesregierung

Anlässlich der Konferenz am 28. Oktober 2020 von Bundesregierung und Ministerpräsidenten zur Bekämpfung der Corona-Pandemie erklärt der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg Bätzing:

„Die heutigen Beschlüsse der Bundesregierung und der Ministerpräsidenten zum weiteren Vorgehen gegen die zweite Welle der Pandemie sind Maßnahmen, um die Ausbreitung des Corona-Virus zu begrenzen. Wir sind den politisch Verantwortlichen dankbar für ihren Einsatz.

Alle Kräfte nutzen
Dringend rufe ich dazu auf, sich angesichts der Pandemie vorsichtig zu verhalten und das neue Regelwerk auch in kirchlichen Zusammenhängen einzuhalten. Wir müssen alle Kräfte nutzen, um auch einen Blick auf die besonders von den Maßnahmen Betroffenen zu richten, denn viele Menschen wird dies wirtschaftlich und existentiell betreffen.

Dankbar
Ich begrüße, dass in dem Regelwerk die ausdrücklich zu schützenden Gruppen in Kranken- und Pflegeeinrichtungen gerade hinsichtlich möglicher Kontakte, Besuche und seelsorglicher Bedarfe berücksichtigt worden sind. Außerdem bin ich dankbar, dass Gottesdienste unter Einhaltung der geltenden Hygieneauflagen weiter stattfinden können.

Höchstmaß
Die Maßnahmen sind notwendig und gleichzeitig brauchen wir ein Höchstmaß an Eigenverantwortung und Solidarität.“

Quelle: Pressemitteilung Nr. 177 der Deutschen Bischofskonferenz

Wie geht es auf dem Zukunftsweg des Bistums Fulda weiter?

Das Bistum Fulda erprobt neue Dialog-Formate. Ziel ist - trotz der Einschränkungen durch Corona - eine gute Kommunikation zwischen der Bistumsleitung, dem Generalvikariat und den engagierten Haupt- und Ehrenamtlichen vor Ort: Das Team um Bischof Dr. Michael Gerber und Generalvikar Christof Steinert wird wohl auch in den kommenden Monaten nur eingeschränkte Möglichkeiten haben, die Menschen, die hauptberuflich und ehrenamtlich im Bistum im Einsatz sind und Verantwortung übernommen haben, persönlich zu treffen. Deshalb werden im November 2020 weitere Digital-Dialogformate erprobt und Zeitpläne für das Jahr 2021 aktualisiert und konkretisiert. Die inzwischen entwickelten Konzepte werden gemeinsam weiterentwickelt, um auf dem Zukunftsweg des Bistums ("zusammen wachsen") sichtbar voranzukommen.

Zeitplanung aktualisiert: Dialog-Phase im Frühjahr und Sommer 2021
Über den weiteren Weg ist in einer Klausurtagung der Steuerungsgruppe für den Bistumsprozess in Fulda beraten worden. Dabei wurde auch die Zeitplanung aktualisiert: Ziel ist nun, bis zum Beginn des neuen Kirchenjahres 2021/2022 (also bis zum ersten Advent 2021) die Beratungsvorlagen in Entscheidungen umzusetzen. Dies ist mit der Hoffnung verknüpft, dass zumindest im Frühjahr und Sommer 2021 Präsenz-Veranstaltungen möglich sind, um die Zukunftskonzepte im Dialog mit den haupt- und ehrenamtlich Engagierten in den unterschiedlichen Regionen des Bistums sowie weiteren (nichtkirchlichen) Experten diskutieren und weiterentwickeln zu können. Grundlage sind dabei Beratungsvorlagen, die seit Jahresbeginn in Fachgruppen mit hoher Kompetenz und Weitsicht erarbeitet wurden. Auch hier hat die Corona-Krise den Zeitplan durcheinandergewirbelt: Zahlreiche Präsenz-Veranstaltungen konnten 2020 zum Schutz vor Infektionen nicht in der vorgesehenen Form umgesetzt werden. Deshalb wird für 2021 eine neu strukturierte „Dialog-Phase" mit differenzierten Beteiligungsmöglichkeiten konzipiert. Diese mündet im Herbst 2021 in Entscheidungen, die zum Beginn des neuen Kirchenjahres publik gemacht und ab 2022 schrittweise im gesamten Bistum Fulda umgesetzt werden.

Neue Zielgruppen im Blick: Motivation für spannende Projekte
Zunächst werden die Gremien auf Bistumsebene und dann auch Gremien in Pfarreien und Verbänden Gelegenheiten bekommen, die Ziele und Überlegungen für die Zukunft des Bistums zu reflektieren. Dabei geht es zum Beispiel um die Frage, wie durch eine gezielte Vernetzung der Aktivitäten vor Ort eine zukunftsgerichtete pastorale Vision entwickelt werden kann, die (mit missionarischer Kraft) neue Zielgruppen im Blick hat und zum Engagement in spannenden Projekten motiviert.

Angebot für die Verwaltungsräte
Bereits in der zweiten Novemberhälfte ist ein Angebot für die Verwaltungsräte im Bistum Fulda geplant: Nach der Sitzung des Kirchensteuerrates informiert Finanzdirektor Gerhard Stanke über die Finanzlage für 2021 und die Folgejahre und berät mit den Verwaltungsräten der Gemeinden vor Ort über kurzfristige Konsequenzen und mittelfristige Perspektiven.


Dialog-Angebot für die Pfarrgemeinderäte
Im kommenden Jahr wird es  ein entsprechendes Dialog-Angebot für die Pfarrgemeinderäte in der Fläche des Bistums geben. Dabei geht es stärker um Fragen der Seelsorge - zum Beispiel: Wie gelingt es, die notwendigen Veränderungen im Bistum nicht als mangelgeleitetes "Downsizing" („Gesundschrumpfung“) zu sehen, sondern als Anlass, den biblischen Auftrag Jesu und seine Zusagen neu in den Blick zu nehmen? Diese Neuausrichtung schafft die Voraussetzungen für künftiges Wachstum.

Direkter Kontakt mit der Hausleitung
Einzelne Reformprozesse im Bistum Fulda werden schon vor 2022 umgesetzt: Um die geplanten Veränderungen im Generalvikariat transparenter zu machen, wird es neben dem runderneuerten Intranet auch zusätzliche Angebote zum direkten Kontakt mit der Hausleitung geben: So sollen etwa nach dem Angelusgebet am Freitagmittag Generalvikar und Führungskräfte künftig für Fragen und zu Gesprächen rund um die anstehenden Struktur- und Kulturveränderungen zur Verfügung stehen. Zudem werden Ideen erprobt, Mitarbeitende unterschiedlicher Abteilungen gezielt miteinander ins Gespräch zu bringen.

Bischof von Fulda: mehr Freundlichkeit üben

Zu mehr Freundlichkeit und Wertschätzung ruft der Bischof von Fulda, Dr. Michael Gerber, auf. In einem am Samstag (17.10.) veröffentlichten Beitrag  ("Aktuelle Botschaft") für die in Bad Salzungen erscheinende "Südthüringer Zeitung" stellt Bischof Gerber fest, die Aggressivität habe in Deutschland spürbar zugenommen - "nicht nur durch die Coronakrise". Papst Franziskus empfehle dagegen, sich gerade in schwierigen Momenten für Freundlichkeit zu entscheiden: „Es gibt Menschen, die dies tun und wie Sterne in der Dunkelheit leuchten.“

Lohnende Lektüre: Papst Franziskus schreibt über Geschwisterlichkeit und Freundschaft
Der Bischof von Fulda zitiert dazu aus dem aktuellen Rundschreiben von Papst Franziskus mit dem Titel:  „Über die Geschwisterlichkeit und die soziale Freundschaft.“ Es lohne sich, dieses Schreiben zu lesen – nicht nur für Katholiken. Papst Franziskus werbe bei "allen Menschen guten Willens" für die Fähigkeit, "dem Nächsten das Recht zuzugestehen, er selbst zu sein und anders zu sein." Es gehe dabei "nicht um falsche Toleranz, sondern um echten Dialog!" Dieses Papst-Schreiben könne deshalb auch in Deutschland "wertvolle Impulse geben  und helfen, Freundlichkeit und Wertschätzung zurückzugewinnen."

"Wir können täglich dazu beitragen: Machen Sie mit!"
Ziel sollte nach den Worten des Bischofs von Fulda sein, mehr Worte der Ermutigung zu sagen, Kraft zu geben, zu trösten, anzuspornen und so "täglich einen Beitrag zu einem gesunden Zusammenleben zu leisten, das Missverständnisse überwindet und Konflikte verhindert." Freundlichkeit zu üben sei kein kleines Detail oder eine  oberflächliche spießige Haltung: "Da sie Wertschätzung und Respekt voraussetzt, verändert sie – wenn sie zur Kultur wird – in einer Gesellschaft tiefgreifend den Lebensstil.“ Im Zeitungsbeitrag heißt es wörtlich: "Wir können täglich dazu beitragen: Machen  Sie mit!"

Hessen hat Platz - Landesaufnahmeprogramm jetzt!

Seit Jahren ist die katholische Kirche im Dekanat Kassel-Hofgeismar mit Kirchengemeinden und der Arbeit der Caritas in der Flüchtlingsarbeit engagiert. "Aus der alltäglichen Arbeit und besonders aus der Begegnung mit geflüchteten Menschen kennen wir das Leid, den Überlebensmut und den Lebenswillen der Flüchtlinge", sagt Pastoralreferent Stefan Ahr vom Dekanatsteam Kassel-Hofgeismar und fügt hinzu: "Gleichzeitig wissen wir um die oftmals menschenunwürdigen Zustände in den Lagern nicht nur in Lesbos."

Erstunterzeichner
Deshalb gehört das Dekanat zu den Erstunterzeichnern der Petition "Hessen hat Platz - Landesaufnahmeprogramm jetzt!", das die Seebrücke Kassel initiiert hat. In der Petition wird die hessische Landesregierung aufgefordert, endlich ein Landesaufnahmeprogramm für fliehende und geflüchtete Menschen umzusetzen. Stefan Ahr ist überzeugt, dass es unbürokratische und schnelle Hilfsbereitschaft braucht, auch vor den europäischen Lösungen.

Bestärkt durch die Enzyklika "fratelli tutti"
Für Dechant Martin Gies, Pastoralreferent Stefan Ahr und Pastoralreferentin Beatrix Ahr ist die Petition mit ihrer Analyse und ihren Forderungen weitgehend deckungsgleich mit der neuen Enzyklika "fratelli tutti" von Papst Franziskus. Stefan Ahr: "Auch wenn das Land Hessen ohne den Bund in der Flüchtlingspolitik wenig Spielraum hat, ermutigt die Unterstützung der Petition doch Politikerinnen und Politiker, sich im Sinn der Enzyklika für die Würde und die Rechte von geflüchtetetn Brüdern und Schwestern offensiv einzusetzen."

Die Petition soll nach den Herbstferien öffentlich in einer Pressekonferenz dem Hessischen Landtag und dem Petitionsausschuss überreicht werden. Die Namen der Erstunterstützer sind am Ende der Petition aufgeführt.

Volk Gottes ist Suchgemeinschaft: Katholikenrat und Priesterrat zu Erfahrungen gelingender Zusammenarbeit

Katholikenrat und Priesterrat treffen sich
zum Erfahrungsaustausch (Foto: privat)

Auf dem Hintergrund der römischen Instruktion ‚Die pastorale Umkehr der Pfarrgemeinde im Dienst an der missionarischen Sendung der Kirche‘ setzten der Priesterrat und der Katholikenrat der Diözese Fulda mit einer gemeinsamen Sitzung ein Zeichen der Zusammenarbeit. Erstmals tagten beide Gremien im Dompfarrzentrum. Themen des Treffens waren die ‚Instruktion zur pastoralen Umkehr der Pfarrgemeinde‘ und die Zukunft synodaler Zusammenarbeit im Bistum.

Irritation vieler Ehrenamtlicher
Der Vorsitzende des Katholikenrates Steffen Flicker berichtete von der Irritation vieler Ehrenamtlicher. Der Widerstand, den viele formulierten, liege seiner Beobachtung nach aber weniger auf der inhaltlichen als auf der emotionalen Ebene. Mit der dort festgeschriebenen Form von kirchlichem Leitungsverständnis habe man seit 10, 20 und mehr Jahren abgeschlossen. Die Instruktion beziehe eine Position, die einfach kein Erfolgsmodell mehr sei.

Selten so viele Rückmeldungen
In seiner Einführung zur römischen Instruktion „Die pastorale Umkehr der Pfarrgemeinde" erläuterte Bischof Dr. Michael Gerber, dass ihn selten so viele unterschiedliche, auch sehr emotionale Rückmeldungen erreicht hätten. Für ihn als Bischof bedeute Leitung, so gut es irgendwie gehe, Fühlung zu haben mit dem faktischen Leben vor Ort. Aussagen von in der Weltkirche wirkenden bischöflichen Mitgliedern der Kongregation, dass auch sie nicht in die Erarbeitung des Textes der Instruktion eingebunden waren, haben ihn deshalb irritiert. Die pastorale Umkehr und die missionarische Ausrichtung der Kirche insgesamt, nicht nur der Pfarrgemeinden, seien allerdings zentrale Aussagen der Instruktion. Nur wenn Kirche im tieferen Sinn um ihr ‚Warum‘ wisse, sei sie auskunftsfähig in einer pluralen Wirklichkeit. Die Vergewisserung über dieses ‚Warum‘ sei nur gemeinsam möglich. Deshalb sei Kirche als Volk Gottes letztlich Suchgemeinschaft.

„Der Andere könnte auch Recht haben"
Wie synodale Zusammenarbeit konkret werden kann, darüber sprachen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im zweiten Teil der Konferenz. Katholikenratsmitglied Marcus Leitschuh, Kassel, zitierte Kardinal Reinhard Marx, der synodales Handeln mit „der Andere könnte auch Recht haben" übersetzt hat. Leitschuh definierte Synodalität als ein „miteinander Sprechen, aufeinander Hören und in Transparenz Entscheiden". „Synodale Zusammenarbeit darf nie in einer Kultur der Folgenlosigkeit enden", so Marcus Leitschuh, der auch Mitglied in der Vollversammlung des „Synodalen Weges" für das Bistum Fulda ist. Synodalität sei, so Leitschuh, eine schon früh geübte Haltung der Kirche. Leitschuh zitierte Papst Franziskus, der eine Intensivierung der synodalen Zusammenarbeit fordere. Synodales Handeln sei nach den Worten des Papstes „die Perspektive, unter der wir wirklich unsere Pastoral erneuern … können".

Erfahrungen der Synodalität im Bistum Fulda
Im Gespräch tauschten sich Priester und Laien über Erfahrungen der Synodalität im Bistum Fulda aus. Die Konferenz, so der Vorsitzende des Katholikenrat Steffen Flicker, sei erster Schritt auf dem gemeinsamen Weg zu einer verbindlichen Zusammenarbeit auf diözesaner Ebene. Der Sprecher des Priesterrates, Dr. Michael Müller, betonte, dass die Kirche sich ändern müsse, weil sich die Welt ändere, in der das Evangelium verkündet werden müsse. Die Tagung wurde begleitet von Relindis Knöchelmann, die den Tagungsteilnehmern Mut zusprach, Gottes Geist Raum zu geben und sich als suchendes Volk Gottes zu verstehen.

Bischof Gerber wirbt für Miteinander von Klerikern und Laien

Foto: www.bistum-fulda.da

Der Bischof von Fulda, Dr. Michael Gerber, wirbt für ein „strukturiertes und zugleich vertrauensvolles Miteinander von Klerikern und Laien“ in der katholischen Kirche. Diese gemeinsame Verantwortung sei „für das Leben der Kirche konstitutiv und unverzichtbar“, schreibt der Bischof von Fuldain einem Anfang September veröffentlichten Brief an alle Seelsorge-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und an die im Ehrenamt Verantwortlichen des Bistums.

Weg zu einem verbindlichen Miteinander von Klerikern und Laien
In dem Schreiben des Bischofs heißt es wörtlich: „Wir gehen als Bistum Fulda den Weg weiter zu einem verbindlichen Miteinander von Klerikern und Laien, zu differenzierten Formen von Leiten und Führen, die der Komplexität heutiger Herausforderungen im Licht des Evangeliums gerecht werden.“ Auch dies sei eine Form von „pastoraler Umkehr“, die sich vom Evangelium, von der Tradition der Kirche und von der Wirklichkeit unserer Tage gleichermaßen herausfordern lasse.

Suchbewegung
Bischof Gerber sieht sein Bistum in einer „Suchbewegung der pastoralen Umkehr“: Diese „Suchgemeinschaft“ werde im Bistum Fulda in den kommenden Wochen und Monaten sehr gefordert sein, schreibt der Bischof von Fulda – auch unter Hinweis auf die Corona‐Pandemie. Mit Blick auf notwendige Reformen werde nicht ausbleiben, „dass in diesem Prozess so manche Spannung, Enttäuschung und Sorge, aber auch Hoffnung und Erwartung zutage“ trete. Als Bischof wolle er sich mit ganzer Kraft dafür einsetzen, dass dies in einem Klima der „Unterscheidung der Geister“ gelinge – „ehrlich, miteinander ringend, differenzierend, profiliert und zugleich wertschätzend“. Gerber schreibt den in der Seelsorge tätigen Priestern, Diakonen und pastoralen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, er sei „in der Suchgemeinschaft der Kirche von Fulda mit ihnen unterwegs“. Wenn die gemeinsame Suchbewegung Konsequenzen haben solle, brauche sie einen Rahmen und verbindliche Regelungen: „Sie darf nicht einfach nur vom guten Willen Einzelner abhängig sein.“ Es sei auffallend, „dass alle nachhaltig wirkenden Initiativen der Neuzeit, die darauf zielen, das Evangelium in die Kulturen der Gegenwart zu tragen, von einem echten und auch strukturell geklärten Miteinander von Geweihten und Nichtgeweihten leben“. Dabei verweist Gerber auf die caritativen Orden, die im 19. Jahrhundert gegründet wurden und an deren Anfang oft starke und selbstbewusste Frauen standen“ sowie auf Verbände und die Geistlichen Gemeinschaften. Wo die Strukturen ungeklärt seien, „besteht die Gefahr eines Machtmissbrauchs gerade durch Kleriker“, warnt Gerber.

Gerber kritisiert die Instruktion der Kongregation für den Klerus
Die kürzlich veröffentlichte Instruktion der Kongregation für den Klerus („Die pastorale Umkehr der Pfarrgemeinde im Dienst an der missionarischen Sendung der Kirche“) hat nach den Worten von Bischof Dr. Michael Gerber in weiten Kreisen des Bistums Fulda  für Ärger, Enttäuschung und Frustration gesorgt. Manch alte Wunde sei dabei aufgebrochen. Der Bischof von Fulda schreibt dazu: „Ich bin überzeugt, es hätte jetzt, in der gegenwärtigen Situation, in der Menschen auf ganz unterschiedlichen Ebenen darum ringen, kirchliches Leben zu ermöglichen, ein anderes Wort und damit ein klares Zeichen der Ermutigung aus Rom gebraucht.“

Geweihte und Nichtgeweihte in wechselseitiger Wertschätzung
Fruchtbarkeit in Kirche gebe es nur im Miteinander. Er beobachte in der aktuellen Krise im Bistum Fulda ein verbindendes Phänomen: „Neue und fruchtbare Ansätze der Verkündigung gibt es dort, wo Geweihte und Nichtgeweihte in wechselseitiger Wertschätzung und gemeinsamer, verbindlich wahrgenommener Verantwortung unterwegs sind.“ Bischof Gerber versteht seinen Brief an die Priester, Diakone und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im pastoralen Dienst als „weiteren Schritt im gemeinsamen Ringen um den Weg unseres Bistums in die Zukunft. Damit verbinde ich auch die Frage: Welche Impulse und Anregungen können wir uns gegenseitig gerade in diesen Monaten geben?“ Da es mit Blick auf die Coronakrise nicht möglich ist, alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter persönlich zu treffen, nutzt der Bischof von Fulda im Herbst auch virtuelle Formate und lädt zu Videokonferenzen (unter dem Titel: „Suchgemeinschaft im Dialog“) ein.

UNANTASTBAR - die Postkarten-Aktion von Maria 2.0

Das Bild auf der Postkarte: Maria 2.0

Maria 2.0 Kassel wirkt mit bei der Maria 2.0-Postkarten-Aktion:

„WÜRDE und GLEICHBERECHTIGUNG“ in der katholischen Kirche heißt für mich …

Mach' mit - schreib' mit!
Deshalb unsere Einladung an dich: Teile (uns) mit, was du persönlich unter „Würde und Gleichberechtigung in der katholischen Kirche“ verstehst. Nein, keinen langen Aufsatz und keinen großen Aufwand: kurz und knackig – das kommt gut an!

Ihr Frauen!
Wer anders als wir Frauen selbst können beschreiben, was Würde und Gleichberechtigung für uns bedeutet? Überlassen wir dies nicht länger den Männern, die in der katholischen Kirche das Sagen haben! Sprechen wir selbst! -

Ihr Männer!
Und, ihr Männer, sprecht auch ihr, was ihr unter Würde und Gleichberechtigung in der katholischen Kirche versteht! - Denn: " Da ist nicht jüdisch noch griechisch, da ist nicht versklavt noch frei, da ist nicht männlich und weiblich: denn alle seid ihr einzig-einig im Messias Jesus." (Gal 3,28).

Nach Rom und Fulda
Wir werden Deine Stimme sammeln und mit Frauenstatements aus aller Welt nach Rom bringen (mit dabei CWC- Catholic Women Council, voices of faith, Maria 2.0, KFD Münster) - und ebenso soll Bischof Dr. Gerber unsere Statements kennen. Auch ihm werden wir sie übergeben.

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